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Austin Powers in Goldständer

Dritte, gewohnt schrille Mission des Superspions und "Swinging International Man of Mystery" Austin Powers gegen seinen Erzfeind Dr. Evil.


Austin Powers in Goldständer

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Erhältlich seit:
06.02.2003

Originaltitel: Austin Powers in Goldmember

Komödie

USA 2002
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12

Mike Myers
Beyoncé Knowles
Seth Green

Regie: Jay Roach
Warner Home Video Germany

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In Jay Roachs bonbonbunter Agenten-Parodie strapaziert Komiker-Ass Mike Myers wieder die Lachmuskeln der Zuschauer.

Die Hilfe von sexy Foxxy Cleopatra nimmt Austin gern in Anspruch (Foto: Warner) Großansicht

Die Hilfe von sexy Foxxy Cleopatra nimmt Austin gern in Anspruch (Foto: Warner)

Woran es wohl liegt, dass einige der erfolgreichsten Hollywood-Komiker aus Kanada stammen? Schwer zu sagen. Fakt ist jedoch, dass es von Cheech Marin ("Spy Kids") über Dan Aykroyd ("Blues Brothers") bis hin zu Jim Carrey ("Dumm und dümmer") immer wieder crazy Canucks an die Spitzen der US-Kinolisten schafften.

So auch der in Ontario geborene Mike Myers, der zunächst als Stand-up Comedian der legendären "Saturday Night Live"-Show Fuß fasste. Mit "Wayne's World" (1993) bescherte er seiner treuen Fangemeinde einen Blick in die Welt Heavy-Metal-begeisterter Slacker, ehe er 1997 mit dem sexbesessenen, in Sachen Kleiderwahl recht eigenwilligen Superagenten "Austin Powers" die vorläufige Krone seiner Schöpfung kreierte. Jetzt versucht sich das hochbezahlte Multitalent bei "Austin Powers in Goldständer" zum dritten Mal als Autor, Produzent und Darsteller in Personalunion.

Hahn im Korb: Austin Powers kann sich vor schönen Frauen kaum retten (Foto: Warner) Großansicht

Hahn im Korb: Austin Powers kann sich vor schönen Frauen kaum retten (Foto: Warner)

Papa und Sohn

Goldständer ist ein holländischer Swingerclub-Besitzer, der sein bestes Stück bei einem Unfall verlor und nun mit seinem massiv-güldenen Ersatz so einiges anzustellen vermag. Der Schurke hat Austin Powers' snobistischen Vater Nigel ins Jahr 1975 entführt. Nur der sinistere Dr. Evil weiß, wo Nigel steckt.

So muss Austin seinen internierten Widersacher und dessen Alter Ego Mini-Me erst mit einigen Hafterleichterungen bestechen, bevor er sich in die Vergangenheit aufmachen kann, um Papi zu befreien. Dort findet er in der Undercover-Agentin Foxxy Cleopatra schnell eine Verbündete, die sich schon länger auf die Fersen geheftet hat...

Wie schon bei den beiden Vorgängern führte Comedy-Spezialist Jay Roach in diesem schrillen Agentenspaß Regie. Sein 007-Verschnitt spielte weltweit bislang knapp 300 Millionen Dollar ein. Ein Grund für den Erfolg sind sicherlich die knackigen Weggefährtinnen des Plateau-beschuhten Weltenretters.

Powers Senior Nigel wird von Goldständers Gespelinnen in das Jahr 1975 geschleppt (Foto: Warner) Großansicht

Powers Senior Nigel wird von Goldständers Gespelinnen in das Jahr 1975 geschleppt (Foto: Warner)

Einfach herrlich

Nach Liz Hurley und Heather Graham darf nun Beyoncé Knowles die schöne Frau an Austins Seite geben. Herrlich blasiert legt Michael Caine seinen Nigel Powers an, nach dessen Vorbild Austin sein Leben lang strebt. Ansonsten lebt die Komödie von abstrusen Outfits, scharfen Girls und zotigen Gags, wie sie Freunde des Superspions seit Jahren lieben.

Prallgefüllt wie Goldständers Hose ist auch die DVD. Bei über 90 Minuten Bonusmaterial werden es Heimkinobesitzer kaum erwarten können, den DVD-Player-Schacht zum Glühen zu bringen. Vier Musikvideos (u.a. mit Britney Spears), 15 nicht verwendete Szenen, 16 Dokumentationen über die Entstehung of der schrillen Komödie und der Originalkommentar von Jay Roach lassen den Spaßagenten in völlig neuem Licht erscheinen. Echt groovy, Baby!

Austin Powers in Goldständer

Yeah, Baby! Der dritte Teil der abgefahrenen Agentenparodie erzielte mit 73,1 Mio. Dollar Startwochenendeinspiel das beste Opening einer Komödie überhaupt, sowie den besten Julistart aller Zeiten. Mike Myers schlüpft nicht nur wieder in die Rolle des Swinging-Sixties-Superagenten Austin Powers, seines Gegenspielers Dr. Evil und Fettsack Fat Bastard, sondern schuf überdies den abstoßenden holländischen Disco-King Goldständer. Als sexy Power(s)-Girl kommt diesmal die schnuckelige Destiny's-Child-Sängerin Beyonce Knowles zum blickfangenden Einsatz, die shagadelisch auf den Seventies-Blaxploitation-Spuren von Foxy Brown wandelt.

Teil drei der Bond-und-Co-Verulkung ist der bislang auffrisierteste - in jeder Hinsicht. Das lässt sich bereits am "Mission: Impossible"-inspirierten Prolog erkennen, indem Hollywoods Creme de la Creme für ein Aufsehen erregendes Film-im-Film-Cameo aufmarschiert. Anschließend macht Myers sein Entree mit einer groovigen Gesangs- und Tanzeinlage, bei der diverse klassische Musicals persifliert werden, bis er mit der explosiven Selbstparodie einer gewissen modernen Popikone endet. Das Drehbuch wurde erneut von Myers und Michael McCullers verfasst, wobei es sich wie bei den Vorgängern mehr um eine lose zusammenhängende Aneinanderreihung von Sketcheinlagen, denn um eine stringente Story handelt. Regisseur Jay Roach ("Meine Braut, ihr Vater und ich") hatte das Vergnügen, eine Unmenge von Film- und Popkulturzitaten sowie Hollywood-Insiderjokes einzuflechten, die neben der Parodie von obligatorischen James-Bond-Filmen und bewährten Blockbustern beispielsweise auch eine urkomische Verulkung von Gangsterrapvideos einschließt. Doch die Vertrautheit etlicher visueller Gags und insbesondere die sich unweigerlich einstellende Familiarität mit den Figuren und ihren Manierismen raubt diesem Sequel ein wenig Spontaneität und Spritzigkeit, die die ersten beiden Teile so wunderbar funktionieren ließen. Dem wird eine verstärkte Betonung auf Sexwitzchen (selbst hier wird recyclet) und ausufernden Fäkalhumor entgegengesetzt. Neuzugang Goldständer (seine in einem Unfall verschütt gegangenen Genitalien wurden durch eine Goldprothese ersetzt) fungiert als Zielscheibe für hämische Holländerspitzen, und eines seiner Ekelattribute besteht im Verspeisen seiner abfallenden Hautschuppen. Da die Bad-Taste-Welle mittlerweile doch weitgehend verebbt ist, wirken diese exzessiven Ekeleskapaden fast schon wie ein alter Hut, doch dem breiten Zielpublikum wird's egal sein: Die Trefferquote an Lachern ist zumindest in Austins Hochburg Amerika verblüffend hoch. Zur Handlung (so sie sich entdecken lässt): Austin ist kurzfristig im Jahr 1975 unterwegs, wo er im Zuhälterlook Bekanntschaft mit der rassigen Agentin Foxxy Cleopatra macht. Zudem führen kurze Rückblenden zurück in die Schultage von Austin Powers und Dr. Evil, als ihre anhaltende Rivalität ihren Ausgang nahm. Der Vater/Sohn-Konflikt zwischen Dr. Evil und seinem Sohn Scott (Seth Green) tritt in den Hintergrund, stattdessen wird die dysfunktionale Beziehung zwischen Austin und seinem Vater, dem Überagenten Nigel Powers (die Besetzung von Sir Michael Caine - mit schlechten Zähnen! - ist ein weiterer Geniestreich) ausgerollt. Die Produktionswerte sind erwartungsgemäß erste Güteklasse, von den farbenfrohen Kostümen über die ausgefallenen Kulissen und Requisiten wie Dr. Evils U-Boot, hin zum funky Soundtrack (Burt Bacharach steuerte erneut einen Song bei, doch diesmal ist es Quincy Jones, der ein Cameo absolviert). Während der Schlusscredits wird dann noch mit den Wortquälereien von Ozzy Osbourne - Celebrity de jour - im Schoß seiner Familie an das kollektive Kicherpotential appelliert. ara.

Darsteller:  Mike Myers   als Austin Powers/Dr. Evil/Goldmember
  Beyoncé Knowles   als Foxxy Cleopatra
  Seth Green   als Scott Evil
  Michael York   als Basil Exposition
  Robert Wagner   als Number Two
  Mindy Sterling   als Frau Farbissina
  Verne J. Troyer   als Mini Me
  Sir Michael Caine   als Nigel Powers
  Fred Savage   als Number Three
  Diane Mizota   als Fook Mi
  Carrie Ann Inaba   als Fook Yu
  Nobu Matsuhisa   als Mr. Roboto
  Aaron Himelstein   als Austin (jung)
  Josh Zuckerman   als Evil (jung)
  Eddie Adams   als Basil (jung)
  Evan Farmer   als Number Two (jung)
  Danny DeVito   als Famous Mini Me
  Gwyneth Paltrow   als Dixie Normous
  Kevin Spacey   als Famous Dr. Evil
  Britney Spears   als Britney Spears
  Quincy Jones   als Quincy Jones
  India Dupre   als Belinda
  Jim Piddock   als Rektor
 
Regie:  Jay Roach  
Buch:  Mike Myers  
  Michael McCullers  
Musik:  George S. Clinton  
Kamera:  Peter Deming  
Produzent:  Suzanne Todd  
  Jennifer Todd  
  Demi Moore  
  Eric McLeod  
  John Lyons  
  Mike Myers  

Mike Myers als Film-Sampler

Mike Myers ist vor lauter Arbeitseifer kaum zu bremsen. Nachdem er mit dem dritten "Austin Powers"-Abenteuer die Kinokassen klingeln ließ, hat er bekanntlich schon ein neues Projekt in der Pipeline: "Dr. Seuss' The Cat in the Hat". Damit aber noch nicht genug. Jetzt versucht er sich auch noch als Film-Sampler.

Probiert alles aus:<br />Mike Myers

Probiert alles aus:<br />Mike Myers

Mike Myers ist zur Zeit sicher der kreativste Komiker der Traumfabrik. 1991 erfand er die Kunstfigur Wayne. Zwei äußerst amüsante "Wayne's World"-Komödien folgten. Und 1997 setzte Myers noch Einen drauf: Im Kopf des Kanadiers erlebten Austin Powers und Dr. Evil ihre Geburtsstunden. Seitdem brachten drei "Austin Powers"-Abenteuer das Kinopublikum zum Lachen.

Was Myers jetzt allerdings vorhat, übertrifft seine bisherigen Höhenflüge an Erfindungsreichtum um Längen. Der Komiker hat sich mit dem Hollywood-Studio DreamWorks zusammengetan. Der Deal: DreamWorks erwirbt die Rechte an Filmklassikern und Myers darf dann die Filme nach seinen Vorstellungen überarbeiten - und Dank digitaler Schnitt-Technik ist das alles kein Problem mehr.

"Film Sampling" - so nennt Myers sein Vorhaben. Wie beim Musik-Sampling, bei dem schon existierende Songs noch einmal überarbeitet werden, möchte er auch mit Filmen verfahren."Ich könnte zum Beispiel einen Hauptdarsteller aus einem Film herausschneiden und stattdessen selbst die Rolle nachspielen - natürlich mit verändertem Text", grinst Myers. "Rapper machen das doch schon seit Jahren. Jetzt haben wir endlich die Technik, das Prinzip des "Samplings" endlich auch im Film anzuwenden."

Und man stelle sich vor, der "Crazy Canuck" vergreift sich an "Titanic" und schneidet Leonardo DiCaprio heraus...

 

Austin Powers in Goldständer in der Fotoshow

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