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Australia

Baz Luhrmanns bildgewaltige Hommage an seine Heimat, die im Stile alter Hollywood-Epen zwischen Abenteuer, Romantik und Action pendelt.


Australia

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.04.2009

Drama/ Abenteuer

Australien/USA 2008
Laufzeit: 159 Min.
FSK: ab 12

Nicole Kidman
Hugh Jackman
David Wenham

Regie: Baz Luhrmann
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Nicole Kidman und Hugh Jackman als neues Traumpaar in einem überwältigenden Epos über die Macht der Liebe und die Identität einer Nation.

Ashley und Drover raufen sich langsam zusammen (Foto: Fox) Großansicht

Ashley und Drover raufen sich langsam zusammen (Foto: Fox)

Regisseur Baz Luhrmann träumt und dreht in XXL. "Moulin Rouge" und "William Shakespeares Romeo & Julia" waren Welthits und doch nur Vorspeise zu diesem monumentalen Hauptgang. "Australia" ist Luhrmanns Liebeserklärung an das epische Erzählkino, lebt in der Tradition von "Lawrence von Arabien" oder "Vom Winde verweht" von der Leidenschaft und dem Rausch seiner Bilder.

Abenteuer und Romantik, Action und Dramatik, Intimität und wuchtiger Ausdruck vereinen sich in einer Geschichte, die Menschen, Lebensstile und Kontinente trotz aller Fremdartigkeit verbindet.

Ashley sorgt für den Aborigine-Jungen (Foto: Fox) Großansicht

Ashley sorgt für den Aborigine-Jungen (Foto: Fox)

Ankunft mit Hindernissen

Kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs kommt Lady Ashley (Nicole Kidman), eine elegante britische Aristokratin, in Australien an, um die Ranch ihres verstorbenen Mannes zu retten. Das Raubein (Hugh Jackman), das sie abholt, ist anfangs eine unangenehme Überraschung. Doch der kernige Naturbursche wird zu ihrem Retter.

Eine tragische Lebenszäsur macht die zerbrechlich wirkende Adlige zur Beschützerin eines 8-jährigen Aborigine-Jungen und zur Besitzerin einer Ranch. Als nur ein Viehtrieb durch den gefährlichen, unwegsamen Outback den Besitz retten kann, verbünden sich das Rauhbein und die Lady, entdecken Gemeinsamkeiten und schließlich die Liebe. Bis Japan den Krieg auch in den Pazifik trägt.

Das neue Glück erwartet dramatische Prüfungen (Foto: Fox) Großansicht

Das neue Glück erwartet dramatische Prüfungen (Foto: Fox)

Ganz großes Kino

Auf den Spuren großer Hollywoodklassiker entwickeln die Australier Jackman und Kidman über die Reibung ihrer unterschiedlichen Rollen eine glaubhaft intensive Beziehung. Diese Leidenschaft spiegelt ihr erster gemeinsamer Film in fantastischen Bildern, in Panoramen von wilder Natur, in dramatischen Szenen von Lebenslust, Liebe, aber auch Zerstörung. Das persönliche Schicksal zeichnet auch das eines Landes und seiner verfolgten Ureinwohner nach. Australiens kulturelle Identität ist von den Aborigines geprägt, das macht nach "Long Walk Home" auch dieses Epos deutlich.

Luhrmann of Australia inszeniert seinen bisher besten Film, der das Kino wieder in seiner wahren Größe zeigt.

Australia

Sieben Jahre ließ Baz Luhrman seine Ode an sein Heimatland reifen, um sie nun mit großer Bildgewalt als Referenz an die großen Hollywood-Epen von einst auf die Leinwand zu bannen und seine Stars Nicole Kidman und Hugh Jackman so gut aussehen zu lassen, wie es das Kino kann.

Er besitze nichts, nur seine eigene Geschichte, sagt der kantige Viehtreiber Drover in einer frühen Szene von "Australia" zu der gerade im Land angekommenen Britin Lady Sarah Ashley. Er hoffe, fügt er hinzu, es werde eine gute. Es ist ein Versprechen, das damit auch Australia abgibt, Baz Luhrmans erster Film seit "Moulin Rouge" und der erste Teil einer geplanten Trilogie von Epen. Der ist zunächst einmal mindestens so artifiziell wie Luhrmans delirierende Beiträge zu seiner Red-Curtain-Trilogie, mit der sich der Australier einen Namen machte. Bei "Strictly Ballroom", "Romeo + Julia" und eben "Moulin Rouge" trug das Künstliche und Unechte noch dazu bei, einen gewollten Abstand zum Gezeigten zu wahren, den Kopf zu füttern und über diesen Umweg den Bauch zu treffen.

Nun schlägt der visionäre Bilderzauberer und unverbesserliche Romantiker, unterstützt von seiner Frau Catherine Martin, die einmal mehr für die unfassbaren Kostüme und Bauten Verantwortung trägt, und seinen Stars Nicole Kidman und Hugh Jackman (der Russell Crowe ersetzte), den roten Vorhang komplett zurück. Ohne Umwege will er überwältigen, das Herz rühren, mit einer Geschichte, die nicht nur gut, sondern eben auch so groß und verrückt wie der fünfte Kontinent selbst sein soll. Dabei wahrt Luhrman wie gewohnt das Spiel mit den Konventionen. Er will ja nicht neu erfinden, was Epen seit Anbeginn des Kinos erzählen, sondern legt es auf eine Neuerfindung die Form selbst an. In dieses Gefäß gießt er eine altbekannte Geschichte, die sich freizügig aus Versatzstücken von Selznick-Klassikern wie "Vom Winde verweht", legendärer Western wie "Red River", Abenteuerschinken wie "African Queen" und natürlich ein bisschen Lean zusammensetzt, und das sehenden Auges und mit viel Stolz.

Es ist nicht originell, was Luhrman erzählt von der hochgeschlossenen britischen Aristokratin, die sich während des Zweiten Weltkriegs mit dem urwüchsigen Rauhbein zusammentut, um mit einem Viehtrek quer durchs Land die Farm ihres ermordeten Mannes zu retten, sondern wie er es tut, welche Bilder er für die Erweckung der Widerspenstigen in der Zahmen findet. Wie er eine olle Geschichte anreichert, indem er vom Schicksal der Aborigines erzählt, die von den weißen Eindringlingen ermordet und gepeinigt werden. Wie der Film immer dann ganz besonders großartig wird, wenn er die Realität hinter sich lässt und es sich erlaubt, großäugiges Märchen zu sein, ein Freiflug der Fantasie, der auch vor Kitsch und Krokodilstränen nicht zurückschreckt, wenn es ihm in den Kram passt. Wie er La Kidman ihr Schicksal als Sexobjekt beklagen lässt, aber ganz clever - immer nur Jackman als Sexobjekt zeigt. Wie er sich den "Zauberer von Oz" als Leitmotiv erwählt, um weniger von einem idealen Australien und seinen Einwohnern zu fabulieren, als vielmehr zu träumen in einem Musical ohne Songs.

Dafür braucht es etwas Anlaufzeit. Anfangs wirkt der Film hölzern, ungelenk und auch etwas albern, als hätte sich Mel Brooks "Duell in der Sonne" angenommen. Doch das ändert sich, je näher sich Schöne und Biest kommen, je mehr der Aborigine-Junge Nullah, der als Off-Erzähler dem Film seinen Stempel aufdrückt, in den Mittelpunkt rückt und mit ihm sein Schicksal, wenn er in der zweiten Hälfte des Films als Mischling verschleppt wird, um zwangsmissioniert zu werden, während japanische Kampfflieger ihren Angriff auf Darwin fliegen. Dabei ist "Australia" als Mea Culpa einer Nation an den Verbrechen an seinen Ureinwohnern zwar vielleicht aufrichtig, aber funktionieren kann der Film nur als gnadenloses Melo, das vor keiner großen Geste und keinem noch so billigen Kniff, Emotion zu melken, zurückschreckt, als hätten sich Richard Attenborough und Ken Annakin an den Händen genommen. Weil er es nicht anders will. Und nur so eine große Geschichte herauskommen kann, damit sie auch eine gute ist. ara.

Darsteller:  Nicole Kidman   als Lady Sarah Ashley
  Hugh Jackman   als Drover
  David Wenham   als Neil Fletcher
  Bryan Brown   als King Carney
  Jack Thompson   als Kipling Flynn
  David Gulpilil   als King George
  Brandon Walters   als Nullah
 
Regie:  Baz Luhrmann  
Buch:  Baz Luhrmann  
  Ronald Harwood  
  Stuart Beattie  
  Richard Flanagan  
Musik:  David Hirschfelder  
Kamera:  Mandy Walker  
Produzent:  Baz Luhrmann  
  G. Mac Brown  
  Catherine Knapman  

"Twilight"-Star und "Wolverine" im Duett

Baz Luhrmann fand es toll.

Robert Pattinson und Hugh Jackman sangen in Tokyo (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Robert Pattinson und Hugh Jackman sangen in Tokyo (Foto: Kurt Krieger)

Das gab bestimmt ein schönes Duett: Robert Pattinsons junge Stimme und Hugh Jackmans bestens ausgebildete Musical-Kehle. Die beiden Stars nutzten einen Zwischenstopp in Tokyo, um gemeinsam in einer Karaoke-Bar ihre Gesangskünste zu demonstrieren.

Beide befanden sich auf Promo-Tour - Pattinson für "Twilight" und "Wolverine"-Darsteller Jackman für "Australia". Wie es zu dem Auftritt gekommen ist und vor allem, welches Lied die zwei interpretierten, ist nicht bekannt. Musical-Kenner Baz Luhrmann jedenfalls war, wie Insider erzählen, hingerissen.

Kein Wunder, denn Jackman bewies erst kürzlich bei der Oscarverleihung 2009, wie verdammt gut er singen kann. Aber auch Pattinson muss sich nicht verstecken, immerhin schrieb der Star für "Twilight" mit "Never Think" und "Let Me Sing" zwei Stücke, die es in sich haben.

 

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