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Leihvideo
Erhältlich seit:
24.04.2009
Australien/USA 2008
Laufzeit: 159 Min.
FSK: ab 12
Nicole Kidman
Hugh Jackman
David Wenham
Regie: Baz Luhrmann
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

Sieben Jahre ließ Baz Luhrman seine Ode an sein Heimatland reifen, um sie nun mit großer Bildgewalt als Referenz an die großen Hollywood-Epen von einst auf die Leinwand zu bannen und seine Stars Nicole Kidman und Hugh Jackman so gut aussehen zu lassen, wie es das Kino kann.
Er besitze nichts, nur seine eigene Geschichte, sagt der kantige Viehtreiber Drover in einer frühen Szene von "Australia" zu der gerade im Land angekommenen Britin Lady Sarah Ashley. Er hoffe, fügt er hinzu, es werde eine gute. Es ist ein Versprechen, das damit auch Australia abgibt, Baz Luhrmans erster Film seit "Moulin Rouge" und der erste Teil einer geplanten Trilogie von Epen. Der ist zunächst einmal mindestens so artifiziell wie Luhrmans delirierende Beiträge zu seiner Red-Curtain-Trilogie, mit der sich der Australier einen Namen machte. Bei "Strictly Ballroom", "Romeo + Julia" und eben "Moulin Rouge" trug das Künstliche und Unechte noch dazu bei, einen gewollten Abstand zum Gezeigten zu wahren, den Kopf zu füttern und über diesen Umweg den Bauch zu treffen.
Nun schlägt der visionäre Bilderzauberer und unverbesserliche Romantiker, unterstützt von seiner Frau Catherine Martin, die einmal mehr für die unfassbaren Kostüme und Bauten Verantwortung trägt, und seinen Stars Nicole Kidman und Hugh Jackman (der Russell Crowe ersetzte), den roten Vorhang komplett zurück. Ohne Umwege will er überwältigen, das Herz rühren, mit einer Geschichte, die nicht nur gut, sondern eben auch so groß und verrückt wie der fünfte Kontinent selbst sein soll. Dabei wahrt Luhrman wie gewohnt das Spiel mit den Konventionen. Er will ja nicht neu erfinden, was Epen seit Anbeginn des Kinos erzählen, sondern legt es auf eine Neuerfindung die Form selbst an. In dieses Gefäß gießt er eine altbekannte Geschichte, die sich freizügig aus Versatzstücken von Selznick-Klassikern wie "Vom Winde verweht", legendärer Western wie "Red River", Abenteuerschinken wie "African Queen" und natürlich ein bisschen Lean zusammensetzt, und das sehenden Auges und mit viel Stolz.
Es ist nicht originell, was Luhrman erzählt von der hochgeschlossenen britischen Aristokratin, die sich während des Zweiten Weltkriegs mit dem urwüchsigen Rauhbein zusammentut, um mit einem Viehtrek quer durchs Land die Farm ihres ermordeten Mannes zu retten, sondern wie er es tut, welche Bilder er für die Erweckung der Widerspenstigen in der Zahmen findet. Wie er eine olle Geschichte anreichert, indem er vom Schicksal der Aborigines erzählt, die von den weißen Eindringlingen ermordet und gepeinigt werden. Wie der Film immer dann ganz besonders großartig wird, wenn er die Realität hinter sich lässt und es sich erlaubt, großäugiges Märchen zu sein, ein Freiflug der Fantasie, der auch vor Kitsch und Krokodilstränen nicht zurückschreckt, wenn es ihm in den Kram passt. Wie er La Kidman ihr Schicksal als Sexobjekt beklagen lässt, aber ganz clever - immer nur Jackman als Sexobjekt zeigt. Wie er sich den "Zauberer von Oz" als Leitmotiv erwählt, um weniger von einem idealen Australien und seinen Einwohnern zu fabulieren, als vielmehr zu träumen in einem Musical ohne Songs.
Dafür braucht es etwas Anlaufzeit. Anfangs wirkt der Film hölzern, ungelenk und auch etwas albern, als hätte sich Mel Brooks "Duell in der Sonne" angenommen. Doch das ändert sich, je näher sich Schöne und Biest kommen, je mehr der Aborigine-Junge Nullah, der als Off-Erzähler dem Film seinen Stempel aufdrückt, in den Mittelpunkt rückt und mit ihm sein Schicksal, wenn er in der zweiten Hälfte des Films als Mischling verschleppt wird, um zwangsmissioniert zu werden, während japanische Kampfflieger ihren Angriff auf Darwin fliegen. Dabei ist "Australia" als Mea Culpa einer Nation an den Verbrechen an seinen Ureinwohnern zwar vielleicht aufrichtig, aber funktionieren kann der Film nur als gnadenloses Melo, das vor keiner großen Geste und keinem noch so billigen Kniff, Emotion zu melken, zurückschreckt, als hätten sich Richard Attenborough und Ken Annakin an den Händen genommen. Weil er es nicht anders will. Und nur so eine große Geschichte herauskommen kann, damit sie auch eine gute ist. ara.
| Darsteller: | Nicole Kidman | als Lady Sarah Ashley | |
|---|---|---|---|
| Hugh Jackman | als Drover | ||
| David Wenham | als Neil Fletcher | ||
| Bryan Brown | als King Carney | ||
| Jack Thompson | als Kipling Flynn | ||
| David Gulpilil | als King George | ||
| Brandon Walters | als Nullah | ||
| Regie: | Baz Luhrmann | ||
| Buch: | Baz Luhrmann | ||
| Ronald Harwood | |||
| Stuart Beattie | |||
| Richard Flanagan | |||
| Musik: | David Hirschfelder | ||
| Kamera: | Mandy Walker | ||
| Produzent: | Baz Luhrmann | ||
| G. Mac Brown | |||
| Catherine Knapman | |||
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Entfallene Szenen
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