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Away We Go - Auf nach Irgendwo

Leise komisches Road Movie über ein junges Paar, das für sein noch ungeborenes Kind Erziehungsvorbilder und eine neue Umgebung sucht.


Away We Go - Auf nach Irgendwo

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.03.2010

Originaltitel: Away We Go

Komödie/ Drama

USA/Großbritannien 2009
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 12

John Krasinski
Maya Rudolph
Jeff Daniels

Regie: Sam Mendes
Tobis Home Entertainment GmbH & Co. KG

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Away We Go - Auf nach Irgendwo

Anfang 30 stehen Burt und Verona vor einer großen Zäsur. In drei Monaten wird ihr erstes Kind geboren und damit ihr sorglos ungeplantes Leben kräftig durcheinander gebracht werden. Als Burts Eltern durch Spontanumzug nach Europa als Ratgeber ausfallen, reist das Paar durch Amerika, besucht Freunde und Verwandte, um einen neuen Lebensraum für ihre Kleinfamilie und mögliche Erziehungshilfen zu finden. Die perfekte Familie aber begegnet ihnen nirgendwo, aber irgendwo ist ein Ort, an dem sie diese schließlich selbst aufzubauen versuchen.

Ohne Topstars, großes Budget und die gewohnte bestechende Optik ist der fünfte Film von Sam Mendes ("American Beauty") anders als seine anderen. Dokumentarischer angelegt, aber erneut um Themen wie Familie und Beziehungen kreisend. Die Nebenfiguren sind oft skurril und überspannt, aber die Protagonisten (komisch: John Krasinski - ernst: Maya Rudolph) bieten hohe Identifikationswerte. Sie stehen für normale Gefühle zwischen Ängsten und Glück in einem leise komischen, gelegentlich melancholischen, am Ende sehr berührenden Film.

Away We Go - Auf nach Irgendwo

Ein knappes Jahr nach "Zeiten des Aufruhrs" präsentiert Sam Mendes den Gegenentwurf: eine optimistische Komödie über neues Leben.

Ohne Top-Stars, großes Budget, lange Drehzeit und die visuelle Ereignisqualität, die seine Projekte seit dem Debüt "American Beauty" auszeichneten, wirkt "Away We Go - Auf nach Irgendwo" wie ein Ausbrecher in Mendes' Filmographie. Thematisch aber bleibt Kompatibiliät gewahrt, denn wieder geht es um Familie, die Komplexität des Lebens und auch um den Tod. In "Zeiten des Aufruhrs" besiegelte Schwangerschaft noch das langsame Sterben einer Beziehung, hier jedoch löst sie Verunsicherung und Aufbruch aus.

Im Drehbuch von Dave Eggers und Vendela Vida, einem Autorenpaar mit eigenen Kindern, stehen Burt und Freundin Verona vor einer großen Zäsur. Sie ist im sechsten Monat schwanger und besorgt über die Zukunft, er surft dieser gelassen entgegen, weil ihn das Kind noch stärker an seine große Liebe binden wird. Als Burts Eltern unerwartet als Anker und Anlaufstelle ausfallen, bricht das Paar auf, um ein neues Umfeld und geeignete Erziehungsvorbilder zu finden. Der Road-Trip führt sie durch mehrere Bundesstaaten bis nach Kanada, durch ein nicht repräsentatives, aber vielfältig-amüsantes Spektrum von Paar-Beziehungen und Erziehungsansätzen. Darunter Albtraumeltern, die sich über vermeintliche Defizite und Ticks ihrer Kinder lustig machen oder im Erscheinungsbild von esoterisch angehauchten Späthippies den Nachwuchs vor traumatisierenden Erfahrungen wie Kinderwägen bewahren wollen. Diese Episoden mit Allison Janney und Maggie Gyllenhaal haben das skurrilste Figurenpersonal und sind am deutlichsten einem humoristischen Auftrag verpflichtet, während in der kanadischen Familie Glück, Melancholie und Trauer fast gleichberechtigt existieren.

Die wichtigste Beziehung des Films bleibt aber die der Hauptfiguren, die einmal nicht wie Filmstars, sondern normale Menschen aussehen und von zwei Komödianten gespielt werden. Der sympathische John Krasinski ("Ein verlockendes Spiel") bewegt sich dabei auf vertrautem Terrain, während "Saturday Night Live"-Star Maya Rudolph ernst und introspektiv überzeugend Neuland beschreitet. "Away We Go - Auf nach Irgendwo" ist visuell belangloser als frühere Mendes-Filme, bietet auch keine weltbewegend neuen Erkenntnisse, aber als leise komischer, charmanter und berührender Kommentar über Familie, Glück und das Eindringen von Verantwortung in Sorglosigkeit ist er eine Reise ins Kino sehr wohl wert. Gute Filme finden Anschluss an die eigenen Erinnerungen. Diesem hier gelingt es. kob.

Darsteller:  John Krasinski   als Burt Farlander
  Maya Rudolph   als Verona De Tessant
  Jeff Daniels   als Jerry Farlander
  Catherine O'Hara   als Gloria Farlander
  Allison Janney   als Lily
  Jim Gaffigan   als Lowell
  Carmen Ejogo   als Grace
  Maggie Gyllenhaal   als LN
  Josh Hamilton   als Roderick
  Chris Messina   als Tom
  Melanie Lynskey   als Munch
  Paul Schneider   als Courtney
  Samantha Pryor   als Ashley
  Conor Carroll   als Taylor
  Bailey Harkins   als Wolfie
  Colton Parsons   als James
  Katherine Vaskevich   als Katya
  Jerome Walter Stephens   als Ibrahim
  Brianna Eunumi Kim   als Cammie
  Isabelle Moon Alexander   als Annabelle
 
Regie:  Sam Mendes  
Buch:  Dave Eggers  
  Vendela Vida  
Musik:  Alexi Murdoch  
Kamera:  Ellen Kuras  
Produzent:  Edward Saxon  
  Marc Turtletaub  
  Peter Saraf  
 

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