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Baader

Radikales Biopic über den Terroristen Andreas Baader und seine Karriere vom Autodieb zum Anführer der RAF zwischen 1967 und 1972.


Baader

Kaufvideo

Erhältlich seit:
23.06.2003

Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Frank Giering
Laura Tonke
Vadim Glowna

Regie: Christopher Roth
Universum Film

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Baader

Von 1967 bis 1972 begleitet der Film den RAF-Mitbegründer Andreas Baader. Dieser Baader ist jedoch eine Kunstfigur, ebenso historisch verbrieft wie frei erfunden - mal charmanter Autodieb, mal großmäuliger Terrorist, dem jedes Mittel recht ist, den Staat zu stürzen und Star zu sein. Fokus der Handlung ist das Duell zwischen Baader und dem BKA-Chef Kurt Krone, der den Schurken als ungezogenen Sohn zu betrachten scheint. Krone versteht Baaders Ziele, hält sie für durchaus erstrebenswert, kann nur die Wahl der Mittel so gar nicht billigen.

Christopher Roths geschickt umgesetzte Räuberpistole spaltete auf der Berlinale 2002 Publikum wie Kritik. Dem Regisseur steht der Sinn weder nach Polit-Doku noch Historien-Thriller, die persönlichen und gesellschaftlichen Gründe von Baaders Werdegang lassen ihn kalt. Für ihn ist Gut und Böse einfach eine Frage der Perspektive. Das ist nicht jedermanns Sache, doch wer Frank Giering ("Anatomie 2") und Vadim Glowna ("Die Unberührbare") in Höchstform erleben will und unkonventionelles, lautes Kino liebt, sollte unbedingt zugreifen.

Baader

Von den vier deutschen Wettbewerbsteilnehmern der diesjährigen Berlinale stellte sich "Baader" letztendlich als der am heftigsten umstrittene heraus. In einer wüsten Mischung aus Fakten und Fiktion setzt sich Christopher Roth mit dem Phänomen RAF auseinander, lässt die Grenzen von Gut und Böse verwischen und handelt die jüngste deutsche Geschichte zeitweise gar als Räuberpistole ab. Empörte so manchen Festivalbesucher die "Geschichtsfälschung", war der Jury Roths radikales Werk immerhin der Alfred-Bauer-Preis wert.

Nach Christian Petzold ("Die innere Sicherheit") und Andres Veiel ("Black Box BRD") interessiert sich nun mit Christopher Roth ("Looosers") ein weiterer "spätgeborener" Regisseur für den "deutschen Herbst". Dabei steht Roth, Jahrgang 1964, der Sinn weder nach Dokumentation noch nach Polit-Thriller und von den persönlichen und gesellschaftlichen Gründen, die den Titelhelden zum Terroristen werden ließen, will er schon gar nicht erzählen. Sein Baader, den er von 1967 bis zu dessen Tod 1972 begleitet, ist gleichermaßen historisch verbrieft wie frei erfunden - manchmal draufgängerischer, charmanter Autoknacker mit einem ungeheueren Schlag bei den Frauen, manchmal Bombenwerfer, Kaufhaus-Anzünder und Aufwiegler, dem jedes Mittel recht ist, den Staat zu stürzen. Dreh- und Angelpunkt der Handlung stellt jedoch das leitmotivische Duell zwischen Andreas Baader und dem BKA-Chef Kurt Krone dar, der den Terroristen als eine Art ungezogenen Sohn zu betrachten scheint. Krone versteht Baaders Ziele, hält sie für durchaus erstrebenswert, kann nur die Wahl der Mittel, sprich Waffen, so gar nicht billigen.

Gut und Böse scheint demzufolge nur eine Frage der Perspektive zu sein, wie schon bei De Niro und Pacino in "Heat", bei Keitel, Davis und Sarandon in "Thelma & Louise" oder William Holden und Robert Ryan in "The Wild Bunch". Ganz folgerichtig laufen sich der Polizist und sein Gegenspieler zwischendurch auch über den Weg und plaudern im Auto freundlich miteinander, bevor die Jagd wieder beginnt - die Ruhe vor dem Sturm sozusagen. Roth beherrscht die Filmsprache, versteht es, mit den Stilmitteln und den Versatzstücken des Genrekinos umzugehen. Da wird ein BMW schnell zum eleganten Fluchtwagen, ein lächerlicher Polizeitrupp zur willfährigen Armee und ein kleiner Rebell zum Staatsfeind Nummer 1.

Dass dieses sich (vielen) konventionellen Kinoregeln verweigernde Werk so gut funktioniert, ist nicht zuletzt den groß aufspielenden Schauspielern zu verdanken. Frank Gierig glänzt als zerrissener Held, als Macho und Kind, Revolutionstheoretiker und Phrasendrescher, Laura Tonke als dessen Geliebte Gudrun Ensslin und Vadim Glowna als väterlicher Freund Krone, der, der Staatsräson verpflichtet, Baader zur Strecke bringen muss. Der Vielschichtigkeit des intelligenten Drehbuchs entsprechend, arbeiten auch die beiden Kamerafrauen Bella Halben und Jutta Hohlmann. Da wechseln sich brillante, wohlkomponierte 35mm-Aufnahmen mit verwackelten Handkamerabildern ab, verschieben sich Perspektiven und verlieren sich klare Umrisse im groben Filmkorn. Wer bei "Baader" nach eindimensionalen Erklärungsmustern sucht, wird nicht fündig werden, wen der Showdown empört, hat eine falsche Vorstellung von diesem Film - wer jedoch Rudolf Thomes "Rote Sonne" liebt, den Roth im übrigen auch zitiert, ist hier bestens aufgehoben. geh.

Darsteller:  Frank Giering   als Andreas Baader
  Laura Tonke   als Gudrun Ensslin
  Vadim Glowna   als Kurt Krone
  Birge Schade   als Ulrike Meinhoff
  Michael Sideris   als Kurt Wagner
  Jana Pallaske   als Karin Rubner
  Sebastian Weberstein   als Holger Meins
  Hinnerk Schönemann   als Victor
  Sarah Riedel   als Inga
  Bettina Hoppe   als Birgit
  Andreas Hofer   als Ziebland
  Urs Fabian Winiger   als Tony
  Angie Ojciec   als Claudia
  Daniel Krauss   als Diedrich
  Bastian Trost   als Jan-Carl Raspe
  Michael Günther-Baumann   als Karl Rossmann
  Anna Böttcher   als Marion
  Oliver Grönke   als Seidlein
  Chan Taylor   als Mario
  Moritz von Uslar   als Wolf
  Wolfgang Riehm   als Tagesschau-Sprecher
  Peter Rühring   als Pastor Ensslin
  Michael Günther   als Rossmann
  Vera Baranyai   als Lolita
  Nils Nelleßen   als Streifenpolizist
  John E. Yamoah   als afrikanischer Politiker
  Zsolt Bács   als Übersetzer
 
Regie:  Christopher Roth  
Buch:  Christopher Roth  
  Moritz von Uslar  
Musik:  Bob Last  
Kamera:  Bella Halben  
  Jutta Pohlmann  
Produzent:  Stephan Fruth  
  Christopher Roth  
  Mark Gläser  
 

Baader in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

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Frank Giering

Die Rolle als sadistischer Mörder in Michael Hanekes provozierendem Gewaltfilm "Funny Games" brachte Frank Giering 1997 den Durchbruch....

 

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Laura Tonke

Die Schauspielerin Laura Tonke gilt als Ausnahmetalent, seit sie 1991 als 17-Jährige an der Seite von Suzanne von Borsody in Michael Kliers Drama...