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Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte

Giuseppe Tornatore verzahnt in durchkomponierten Bildern ein halbes Jahrhundert Familiengeschichte mit der politischen Siziliens vom Beginn des Faschismus bis in die 1980er Jahre.


Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.08.2010

Originaltitel: Baarìa - La porta del vento

Drama

Italien 2009
Laufzeit: 145 Min.
FSK: ab 6

Francesco Scianna
Margareth Madè
Nicole Grimaudo

Regie: Giuseppe Tornatore
Tobis Home Entertainment GmbH & Co. KG

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Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte

Peppino ist als Sohn eines einfachen Schafhirten, der sich für Bücher interessierte, aufgewachsen. Er erinnert sich an seine Kindheit im sizilianischen Dorf Baaria, in dem jeder jeden kennt, während die Faschisten durch die Straßen marschieren. Nach dem Ende Mussolinis schließt sich der junge Mann mit dem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn aus Überzeugung den Kommunisten an. Die Eltern seiner Auserwählten Mannina sehen das nicht gern. Peppino muss eine Entscheidung treffen.

Giuseppe Tornatore verzahnt in durchkomponierten Bildern ein halbes Jahrhundert Familiengeschichte mit der politischen Historie Siziliens vom Beginn des Faschismus bis in die Achtzigerjahre. Wie bei seinem Meisterwerk "Cinema Paradiso" ist wieder ein Junge Protagonist, dessen Werdegang er bis ins hohe Alter schildert. Es geht im Eiltempo durch die Historie, Ellipsen und Wiederholungen inklusive, die den Film interessant, aber nicht unbedingt leicht goutierbar machen. Doch anrührende Details machen kleine Mängel wieder wett.

Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte

Giuseppe Tornatore verzahnt in durchkomponierten Bildern ein halbes Jahrhundert Familiengeschichte mit der politischen Siziliens vom Beginn des Faschismus bis in die 1980er Jahre.

Vor fast 20 Jahren verzauberte Giuseppe Tornatore mit "Cinema Paradiso", eine Verbeugung vor der Magie des Kinos und Geschichte über das Erwachsenwerden. Auch sein neuer Film spielt in Sizilien, in seiner Heimatstadt Baarìa (Bagheria), die er mit 28 Jahren verließ, etwas spät - nach Fabrizio Salina in "Der Leopard" muss ein junger Mann vor seinem 17. Geburtstag Sizilien verlassen, sonst komme er niemals raus aus der Region. Tornatore kehrt jedenfalls immer wieder zurück. Erneut ist ein Junge Protagonist, dessen Werdegang er bis ins hohe Alter verfolgt.

Tornatores Ziel, die Unschuld einzufangen, die der junge Mann am Tag des Abschieds von der Insel verlor und die Handlung in einer einzigartigen und zeitlosen Epoche anzusiedeln, einem kleinen, überschaubaren Reich um eine Straße nicht weit vom Hauptplatz entfernt, erreicht er vor allem am Anfang dieser Familiengeschichte von drei Generationen. Er erzählt vom Großvater und armen Schafhirten Ciccio, der sich für Bücher interessiert, von dessen Sohn Peppino, einen glühenden Kommunisten, und von Enkel Pietro, Repräsentant der modernen Zeit. Peppino steht im Mittelpunkt, er beisst sich durch und heiratet seine große Liebe, steigt trotz mangelnder Bildung in der Kommunistischen Partei auf.

Die Menschen erleben hautnah die Ereignisse, dabei geht es im Eiltempo durch die Historie, vom Faschismus über den Zweiten Weltkrieg bis weit hinein in die Nachkriegszeit, Mafia-Umtriebe und Studentenrevolte inklusive. Das ist zu viel für einen Film mit Ellipsen und Wiederholungen, der nicht über den epischen Atem von Bernardo Bertoluccis "1900" verfügt und in Nostalgie schwelgt, einiges anreißt, aber nicht zu Ende erzählt, aber dafür durch anrührende Details wieder wett macht. Da rennen die Jungs immer wieder durch die Straße, Spiegelbild von nicht nur baulicher, sondern auch gesellschaftlicher Veränderung, starren im Kino gebannt auf die Leinwand oder - eine der schönsten Szenen - läuft und läuft der Kleine, hebt ab und lässt Dorf, Hänseleien und Armut unter sich. Irgendwie ist immer etwas los, in manchen Momenten fehlt die Ruhe, sich auf die Personen einzulassen, die schön und leidenschaftlich für ihre Sache kämpfen. Italien setzte jedenfalls auf "Baarìa" und schickte das Epos, das in der Startwoche an die Spitze der heimischen Charts stürmte, ins Oscar-Rennen. Für Tornatore, Gewinner des Auslands-Oscars 1989 für "Cinema Paradiso", nach all der Kritik eine Bestätigung. mk.

Darsteller:  Francesco Scianna   als Peppino
  Margareth Madè   als Mannina
  Nicole Grimaudo   als Sarina, jung
  Ángela Molina   als Sarina, älter
  Lina Sastri   als Tana
  Salvatore Ficarra   als Nino
  Valentino Picone   als Cicco, erwachsen
  Alfio Sorbello   als Cicco, jung
  Luigi Lo Cascio   als Bettler
  Enrico Lo Verso   als Minicu, der Schäfer
  Nino Frassica   als Giacomo Bartolotta
  Laura Chiatti   als Studentin
  Michele Placido   als PCI1 Abgeordneter
  Vincenzo Salemme   als Leiter der Theatergruppe
  Giorgio Faletti   als Corteccia
  Corrado Fortuna   als Guttuso
  Paolo Briguglia   als Katechismuslehrer
  Leo Gullotta   als Liborio
  Beppe Fiorello   als Dollarhändler
  Luigi Maria Burruano   als Apotheker
  Franco Scaldati   als Fotograf
  Aldo Baglio   als Profitmacher
  Donatella Finocchiaro   als Kurzwarenverkäuferin
  Marcello Mazzarella   als Oberbürgermeister
  Raoul Bova   als Römischer Journalist
  Monica Bellucci   als Freundin des Maurers
 
Regie:  Giuseppe Tornatore  
Buch:  Giuseppe Tornatore  
Musik:  Ennio Morricone  
Kamera:  Enrico Lucidi  
Produzent:  Tarak Ben Ammar  
  Marina Berlusconi  
 

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