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Babel

Ensembledrama über vier Gruppen von Menschen, deren Leben vom selben Gewehrschuss für immer verändert wird, ohne dass sie einander jemals treffen.


Babel

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Erhältlich seit:
03.04.2009

Drama

USA 2006
Laufzeit: 138 Min.
FSK: ab 16

Brad Pitt
Cate Blanchett
Said Tarchani

Regie: Alejandro González Iñárritu
Universum Film

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Zufall oder Schicksal: Nach einem verirrten Schuss kämpft ein grandios aufspielender Brad Pitt in Marokkos Wüste um das Leben von Cate Blanchett.

Richard bangt um das Leben seiner Frau (Foto: Tobis) Großansicht

Richard bangt um das Leben seiner Frau (Foto: Tobis)

Wer kennt nicht die Parabel vom Schmetterling, der mit seinem zarten Flügelschlag weit entfernt einen Sturm verursacht. In "Babel" schießen zwei marokkanische Jungen beim Spielen mit dem Gewehr gedankenlos auf einen Reisebus - mit unvorhergesehenen Konsequenzen. Die Kugel trifft Susan (Cate Blanchett), eine amerikanische Touristin, und verletzt sie schwer.

Während ihr Mann in einem gottverlassenen Dorf, weitab von jeder medizinischen Versorgung, um das Leben seiner Frau kämpft und die Polizei fieberhaft nach den Schützen fahndet, sprechen die Medien weltweit von einem Attentat. Daheim in San Diego muss das mexikanische Kindermädchen improvisieren: Um doch noch an der Hochzeit ihres Sohnes teilnehmen zu können, nimmt sie ihre beiden Schützlinge mit über die Grenze nach Mexiko und gerät auf dem Rückweg selbst zwischen die Fronten.

Die Kinder irren mit der Nanny durch die mexikanische Wüste (Foto: Tobis) Großansicht

Die Kinder irren mit der Nanny durch die mexikanische Wüste (Foto: Tobis)

Virtuos verwobene Schicksale

In Tokio schließlich, am anderen Ende der Welt, revoltiert ein Teenager gegen den eigenen Vater, einen vermeintlichen Waffenschieber. Geschichten und Schicksale, die nur scheinbar keine Verbindung haben ...

Raffiniert verwebt Alejandro González Iñárritu die dramatischen Episoden und knüpft damit nahtlos an seine virtuosen Meisterwerke "Amores Perros" und "21 Gramm" an: Menschen auf drei Kontinenten in Extremsituationen, die sich, wie beim Turmbau von "Babel", nicht mehr verständigen können - verloren und auf sich selbst zurückgeworfen.

Brillant und von schmerzhafter Intensität - Brad Pitt und Cate Blanchett als im Nirgendwo gestrandetes Ehepaar. Kraftvolles Kino, das uns den Atem nimmt. Kein Wunder, dass "Babel" ein heißer Favorit bei den diesjährigen Acadmey Awards ist. Das Drama ist als bester Film nominiert, Iñárritu als bester Regisseur. In der Kategorie Beste Nebendarstellerin konkurrieren Adriana Barraza und Rinko Kikuchi sogar.

Babel

Ein in den Bergen von Marokko abgefeuerter Schuss ist das Bindeglied von drei scheinbar unzusammenhängenden Geschichten in drei Kontinenten, mit denen der mexikanische Filmemacher Alejandro González Inárritu seine mit "Amores perros" und "21 Gramm" begonnene Trilogie zu Ende führt.

Der sprichwörtliche Schuss, den man auf der ganzen Welt hört, bildet den Ausgang für ein weiteres Spiel von Alejandro González Inárritu mit Raum und Zeit. Spürbar weniger nervös und fragmentiert als der Vorgänger "21 Gramm" und weitaus ambitionierter als die bisherigen Arbeiten des Mexikaners, malt der in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnete Filmemacher auf der denkbar größten Leinwand, lässt die Handlung von Afrika nach Amerika und Asien und wieder zurück springen und bleibt doch ein intimes Porträt der Figuren, die er ins Visier nimmt: Zwei marokkanische Hirtenjungen spielen mit einem Gewehr, das der Vater illegal erworben hat, um seine Ziegenherde vor Angriffen von Schakalen zu schützen. Ein amerikanisches Ehepaar versucht auf einer Afrikareise nach einer Beziehungskrise wieder zueinander zu finden. Eine vom Selbstmord der Mutter traumatisierte taubstumme Japanerin versucht einen jungen Polizeibeamten zu verführen, der ihren Vater im Zusammenhang mit einem Verbrechen befragen will. Eine mexikanische Haushälterin nimmt die beiden ihr zur Aufsicht übertragenen Kinder mit zur Hochzeit ihrer Tochter. Die einzelnen Situationen spitzen sich jeweils scheinbar unabhängig voneinander zu und sind doch unausweichlich miteinander verwoben. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, dass die Handlungsfäden der einzelnen Geschichten schließlich zusammenlaufen.

Wie der biblische Titel bereits impliziert, geht es Inárritu, der erneut mit einem Drehbuch des Literaten Guillermo Arraga Jordan arbeitet, um die Sehnsucht des Menschen nach Kontakt und die Unmöglichkeit von Kommunikation. Ob es nun das Mädchen ist, das nicht hören und deshalb nicht verstehen kann, was um sie herum vorgeht, oder die Haushälterin, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, um das Anderer zu retten, aber kein Gehör bei den US-Behörden findet, oder den Amerikaner, dessen persönliche Tragödie nur politisch ausgeschlachtet wird, während er verzweifelt um das Leben seiner Frau kämpft: "Babel" zeigt die Welt als potenzielles Paradies, das nur durch menschliches Zutun, durch unsere Unfähigkeit zuzuhören und zu verstehen zur Hölle wird. Viele Szenen und Momente brennen sich in die Erinnerung ein: Wenn der Amerikaner seine schwer verletzte Frau küsst, während sie in einer kleinen Hütte auf einem Topf ihre Notdurft verrichtet. Wenn Inárritu in einem lauten Club in Tokio das Geschehen mit dem lautlosen Erleben des Mädchens gegenschneidet. Oder wenn die Haushälterin im roten Abendkleid ziellos durch die Wüste läuft. Es ist die Menschlichkeit der Erzählung, die "Babel" so intensiv macht, zu einem Meisterwerk des Weltkinos, politisch brisant und doch ganz privat: Alles ist simpel und nachvollziehbar und gerade deshalb so kompliziert - auch wenn der Regisseur sein Publikum schließlich mit einem Lichtstrahl der Hoffnung aus dem Kino entlässt. Mit Brad Pitt, Cate Blanchett und Gael Garcia Bernal an der Spitze einer weitgehend aus Laien bestehenden Besetzung ist die Chance jedenfalls groß, dass auch das Mainstream-Publikum aufhorcht, um die Echos des einen fatalen Schusses zu hören. ts.

Babel

Ein Schuss in der Wüste von Marokko ist das auslösende Moment einer ganzen Kette von Ereignissen, die vier Schicksale von unterschiedlichen Menschen auf drei Kontinenten miteinander verbindet: Da ist ein amerikanischer Tourist, der in Marokko um das Leben seinerschwer verletzten Frau kämpft. Ein mexikanisches Kindermädchen, das verzweifelt versucht, die Grenze mit ihren beiden amerikanischen Schützlingen zu überqueren. Ein taubstummer japanischer Teenager, der gegen den eigenen Vater und dessen mysteriöse Vergangenheit rebelliert. Und zwei kleine Jungs auf der Flucht vor der eigenen Verantwortung. Geschichten und Schicksale, die nur scheinbar keine Verbindung haben ...

Quelle: Universum Film

- Featurettes Marokko, Mexiko, Japan
- Trailer

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Brad Pitt   als Richard
  Cate Blanchett   als Susan
  Said Tarchani   als Ahmed
  Gael García Bernal   als Santiago
  Adriana Barraza   als Amelia
  Elle Fanning   als Debbie
  Nathan Gamble   als Mike
  Robert Esquivel   als Luis
  Kôji Yakusho   als Yasujiro
  Rinko Kikuchi   als Chieko
 
Regie:  Alejandro González Iñárritu  
Buch:  Guillermo Arriaga Jordan  
Musik:  Gustavo Santaolalla  
Kamera:  Rodrigo Prieto  
Produzent:  Steve Golin  
  Jon Kilik  

"Ich lasse mich nicht beeinflussen"

Nach "Amores perros" und "21 Gramm" beendet Alejandro González Iñárritu mit "Babel" seine Trilogie über die menschliche Unfähigkeit zur Kommunikation.

Brad Pitt kämpft in "Babel" um seine schwer verletzte Frau (Cate Blanchett) (Foto: Tobis) Großansicht

Brad Pitt kämpft in "Babel" um seine schwer verletzte Frau (Cate Blanchett) (Foto: Tobis)

» Der Trend geht zu einfach gestrickten Filmen. Sie machen das Gegenteil und verbuchen Erfolg.

ALEJANDRO GONZÁLEZ IÑÁRRITU: Ich habe das gemacht, was ich machen wollte, lasse mich weder korrumpieren, beeinflussen, noch zu Kompromissen zwingen. Sogar bei einem 15-Stunden-Tag verliere ich nie mein Ziel aus den Augen. Glücklicherweise habe ich Leute gefunden, die so denken wie ich. Nicht alle Studios schätzen Formula-Filme.

Ich spiele zwar wieder mit Strukturelementen und setze sie neu zusammen, halte "Babel" aber für ziemlich linear und chronologisch erzählt. Hollywood ist zwar eine Fabrik, aber auch ein Schmelztiegel und eröffnet unglaubliche Möglichkeiten - selbst für Außenseiter wie mich. Dabei sollte man natürlich die Budgets nicht überstrapazieren.

Er verliert sein Ziel nicht aus den Augen: González Iñárritu (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Er verliert sein Ziel nicht aus den Augen: González Iñárritu (Foto: Kurt Krieger)

» Warum sind Sie von Focus zu Paramount gewechselt?

Mit "21 Gramm" stemmte Focus Features die erste Produktion, für Paramount Vantage war es "Babel". Jedes Projekt braucht die richtigen Leute. Paramount plante gerade eine Image-Auffrischung und hat richtig was riskiert mit einem nicht gerade kommerziellen Film in vier Sprachen.

Die Produktion war mit 101 Drehtagen über acht Monate verteilt auf drei Kontinenten alles andere als ein Spaziergang. Wenn ich eine Szene in Marokko drehte, hatte ich schon die nächste Szene in Tokio im Kopf. Für den Stress entschädigten mich Respekt und Unterstützung, und ich hatte den Final Cut.

 

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