
Hübsche Korsagen und andere Naturaufnahmen sind die Hauptreize einer Actionkomödie über zwei revolutionäre mexikanische Bankräuberinnen.
In der Welt des Fernsehens kaufen beste Freundinnen gemeinsam Designerschuhe, in der des Kinos drehen sie gemeinsam Filme, bei denen sie richtig Spaß haben dürfen. Vor der Kulisse Mexikos, wo traditionell mit hohen Fieberkurven geliebt und gelitten wird, befreien die Best Buddies Salma Hayek und Penélope Cruz das ausgebeutete Volk und sich selbst von dem Druck, endlich einmal als Duo vor die Kamera zu treten. Als Wohltäter brachte sich Produzent Luc Besson ins Spiel, der nach einem Frühstück mit Hayek die Spontanidee auf dem Tablett servierte und drei Monate später mit seinem Stammautor Robert Kamen das fertige Drehbuch lieferte. Als Regisseure verpflichtete Besson die norwegischen Clipspezialisten Roenning und Sandberg, als Kameramann seinen alten Wegbegleiter Thierry Arbogast, der seine Gage in diesem gut 30 Millionen Euro teuren Herzensprojekt auch wirklich wert ist. Die offensichtlichen Anleihen bei "Viva Maria" richten reputationsmäßig keinen größeren Kollateralschaden an, weil auch Louis Malles turbulenter Mix aus Revolution und Revue keine kritiklose Heiligenverehrung verdient. Im sicheren Glauben, es zumindest besser als "Bad Girls" mit seinen duellierenden Dirnen machen zu können, schickt Besson die Tochter eines reichen Bankiers (Hayek) und die Tochter eines armen Bauern (Cruz) auf die Reise in eine ungewisse Zukunft. Bevor man "Zorro" buchstabieren kann, erklingen schon die ersten melancholischen Trompeten, sind die Väter der schönen Frauen von einem Halsabschneider ermordet, der mit seiner Bande im Auftrag einer Ostküstenbank mexikanisches Land für eine Eisenbahntrasse blitzakquiriert. Von da an will Hayek ihren Vater rächen und Cruz vor allem Mexiko retten. Beide Wünsche lassen sich am besten realisieren, indem sie gemeinsam die Filialen der mächtigen Großbank überfallen und den auf sie angesetzten Detektiv (Steve Zahn) durch schamlose Verführung zum Mittäter machen. Zwischen den Raubzügen prügeln sich die Damen, retten sich aus Stromschnellen, trainieren mit Zahn den Zungenkuss und ergeben sich einer visuell attraktiven, slapstickreichen Actionkomödie, deren scharfe Munition exklusiv in ihren reizvollen Blickfängern zu finden ist. Am Ende nehmen die "Bandidas" Kurs auf Europa, entdecken die zwei Mädchen aus Mexiko die Liebe zum Kontinent. kob.