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BAP - Viel passiert - Der BAP Film

Zum 25. Geburtstag der erfolgreichsten deutschen Rockband schenkte Wim Wenders BAP einen Konzertfilm, der auch Roadmovie und Heimatfilm ist.


BAP - Viel passiert - Der BAP Film

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Erhältlich seit:
31.03.2003

Originaltitel: Viel passiert - Der BAP-Film

Dokumentarfilm/ Musik

Deutschland 2000-2001
Laufzeit: 96 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

BAP
Marie Bäumer
Joachim Król

Regie: Wim Wenders
Capitol Music Germany

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BAP - Viel passiert - Der BAP Film

Mit "Viel passiert" haben Wolfgang Niedecken und Wim Wenders einen Film geschaffen, der die Bandgeschichte von BAP endlich auch auf DVD dokumentiert.

Man kennt die üblichen Band-Dokumentationen, in denen die Protagonisten meist chronologisch von ihrer Erfolgsstory berichten. Für "Viel passiert" haben BAP-Chef Wolfgang Niedecken und Filmemacher Wim Wenders ganz bewusst einen unkonventionellen Weg gesucht. So hat "Viel passiert" deutlich mehr Film- als Dokumentar-Charakter, obwohl der Streifen die Geschichte der Kölner Band BAP dokumentiert, die zwangsläufig eng mit der Lebensgeschichte von Wolfgang Niedecken verknüpft ist. Nicht nur weil Niedecken die Band 1976 gegründet hatte, sondern weil der Mann aus dem Kölner Süden als einziger Musiker von 1976 bis heute zum BAP Line-Up gehört. Schon die ersten Szenen geben einen Hinweis darauf, was den Zuschauer in den nächsten, gut 100 Minuten erwartet. So wird Niedecken gezeigt, wie er in einem altehrwürdigen Kinosaal Platz nimmt, während Wolf Biermann vor der Kinoleinwand den Song singt, der Niedecken 1976 nachhaltig zum Texten ermutigte. Wie eine Collage streift der Film wichtige Eckpunkte in der Musikerkarriere Niedeckens. Die BAP-Besetzung, mit der das "Aff un zo"-Album eingespielt wurde, präsentiert dazu Songs wie "Amerika", "Nix wie bessher" und "Waterloo Sunset" auf der Bühne des Kinos. Und während Niedecken seine Geschichte vor den eigenen Augen Revue passieren lässt, bekommt man als DVD-Zuschauer einen intimen, immer wachen und authentischen Blick auf Niedecken und BAP geliefert. Zu den Höhepunkten der DVD zählen zweifellos Niedeckens Gespräch mit dem Schriftsteller Heinrich Böll und das aus zig Konzertschnipseln zusammengesetzte "Verdamp lang her", das Niedecken als Gast während eines Toten Hosen-Konzerts zeigt. Im Bildbereich überzeugt die DVD durch Farbintensität und gleichzeitigen Detailreichtum. Das im 16:9 Widescreenformat vorliegende Videomaterial kann getrost als tadellos bezeichnet werden. Auch im Audiobereich setzt die DVD Maßstäbe. Der wahlweise als Dolby Digital 2.0-, 5.1 und DTS 5.1-Ton vorliegende Sound besticht durch Volumen und Feinheiten, die Stimmen wie Instrumente natürlich und authentisch ins Heimkino transportieren.

Quelle: musikwoche.de

BAP - Viel passiert - Der BAP Film

Zwei Jahre, nachdem er mit seinem 20. Film "The Million Dollar Hotel" die 50. Internationalen Filmfestspiele von Berlin eröffnete, und drei Jahre nach seinem Sensationserfolg "Buena Vista Social Club" hat Wim Wenders erneut eine Musikdokumentation realisiert, mit der er wiederum auf der Berlinale - dieses Mal im Wettbewerb außer Konkurrenz - vertreten ist. "Viel passiert - Der BAP Film" ist nicht nur eine Hommage an Wolfgang Niedecken, seit nunmehr einem Vierteljahrhundert der kreative Kopf der Kölsch-Rock-Band, sondern auch ein filmisches Großereignis, das Text, Musik und Bilder in wunderbaren Einklang bringt. Die wie ein Road Movie angelegte Zeitreise, die nebenbei auch 50 Jahre deutsche Geschichte reflektiert, könnte für ottfilm der bis dato kassenträchtigste Film werden.

Mit "Buena Vista Social Club" gelang Wenders etwas, was viele seiner Kritiker ihm niemals zugetraut hätten: Er bannte einen fröhlichen Film über lebenslustige Musiker in einem exotischen Land auf Zelluloid. Das Ergebnis: die für eine Dokumentation atemberaubende Zahl von fast 900.000 Kinobesuchern, von den Verkaufsrekorden des Soundtracks gar nicht zu sprechen. Doch obwohl "Viel passiert..." im selben Genre beheimatet ist, lassen sich kaum Parallelen zwischen den beiden Werken ausmachen. Schließlich ist Köln nicht fern der Heimat, Niedecken ein Grübler und Wenders keiner, der sich gerne wiederholt. Deshalb hat sich der Veteran des Neuen Deutschen Films nicht wie auf Kuba von der Musik treiben lassen, sondern von den Texten des BAP-Sängers. Und da dieser stets von Dingen erzählt/singt, die er selbst so oder so ähnlich erlebt hat, ergab sich für den Filmemacher eine eigene Dramaturgie, für die er nur noch die adäquaten Bilder finden musste. Zum Beispiel zu dem Song "Amerika", Niedeckens nostalgischer Blick zurück auf die Zeit der Besatzer, oder "Die Moritat von Jan und Griet", in deren Mittelpunkt eine 400 Jahre alte Kölner Legende steht. Nach diesen "Ausflügen" in die BAP-Vergangenheit, die gleichzeitig auch eine deutsche ist, kehrt die Kamera immer wieder in die Essener Lichtburg, eines der schönsten, größten und ältesten Kinos hierzulande, zurück, wo die Band bei den Proben und dem anschließenden Konzert beobachtet wird. Hier greift Wenders in die inszenatorische Trickkiste, in dem er Joachim Król als Filmvorführer und Marie Bäumer als Zigarettenmädchen auftreten lässt, die Niedeckens Texte und Musik in Stummfilm-Manier "bespielen".

Weil der Regisseur auf die Kraft seiner Bilder und die Worte seines Protagonisten vertrauen kann, kommt dieses Werk ohne die sonst für eine Dokumentation üblichen Talking Heads aus. Die Kollage aus Konzertmitschnitten, Archivaufnahmen - unter anderem mit einem Gespräch zwischen Heinrich Böll und Niedecken - und Spielszenen wird lediglich durch die spärlich gesetzten, aber völlig ausreichenden Off-Kommentare des BAP-Gründers zusammengehalten. Dass der Zuschauer dabei erfährt, dass Bob Dylan, Neil Young, die Beatles und die Stones die Größten sind/waren und warum die Kölsch-Rock-Band damals ihre geplante DDR-Tournee kurzfristig abgesagt hat, mag für echte BAP-Fans nichts Neues sein. Doch allein das aus verschiedenen Konzerten zusammengestellte Potpourri des vielleicht berühmtesten Songs, "Verdamp lang her", das zugleich das Herzstück des Films darstellt, wird selbst Kenner der Gruppe in Erstaunen versetzen.

"Viel passiert - der BAP Film", vom renommierten, in Athen geborenen, in München aufgewachsenen und seit 1983 in den USA tätigen Kameramann Phedon Papamichael ("Während du schliefst", "The Million Dollar Hotel") exzellent fotografiert, ist nicht nur das Porträt einer seit mehr als zwei Jahrzehnten höchst erfolgreichen deutschen Rock-Band, diese einzigartige Musikdokumentation singt zugleich auch ein Hohelied auf Kölner Lebensart, den 1. FC Köln (noch mit Ewald Lienen), mehr Menschlichkeit, immerwährende Rebellion und den guten alten Rock'n'Roll. Fast ist man geneigt zu sagen, Wenders möge sich in Zukunft nur noch mit dieser Form des Filmemachens beschäftigen. lasso.

Darsteller:  BAP  
  Marie Bäumer  
  Joachim Król  
  Willi Laschet  
  Anger 77  
  Wolf Biermann  
 
Regie:  Wim Wenders  
Buch:  Wim Wenders  
Musik:  BAP  
Kamera:  Phedon Papamichael  
  Jörg Widmer  
  Jan Kerhart  
Produzent:  Olaf Wicke  
  Björn Klimek  
 

BAP - Viel passiert - Der BAP Film in der Fotoshow

 

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