DVD Kaufvideo

Bastard - Willkommen im Paradies

Dramatischer Thriller über einen abgebrühten Häfling, der in einem Waisenhaus zur Menschlichkeit zurückfindet.


Bastard - Willkommen im Paradies

Kaufvideo

Erhältlich seit:
17.02.2005

Originaltitel: Brute

Drama

Frankreich/Polen/Deutschland 1997
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 16

Til Schweiger
Polly Walker
John Hurt

Regie: Maciej Dejczer
Universal Pictures Germany

Bild 1 von 1

Filmbewertung


(3 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Bastard - Willkommen im Paradies

Zu Resozialisierungszwecken wird der Kriminelle Gerry Brutecki nach Rumänien in ein verwahrlostes Waisenhaus geschickt. Anfangs abweisend schroff wird "Brute", geschockt durch die Not der Kinder, zunehmend freundlicher, avanciert zu deren Hoffnungsträger und verliebt sich zudem in die Krankenschwester Mara. Mit ihrer Hilfe fordert er den skrupellosen Anstaltsleiter Ion Sincai auf, die Lebensbedingungen der Heiminsassen zu verbessern. Doch der ist nur am Verkauf der Kinder an reiche Leute aus dem Westen interessiert...

Darstellerische Reife beweist Til Schweiger ("Der Eisbär") in seiner ersten Charakter-Rolle. Auch wenn das Drehbuch von Cezary Harasimowicz vor allem in der Story-Entwicklung etwas klischeehaft wirkt, vermag dieses stille Drama wegen des spürbar ernsthaften Anliegens des polnischen Regisseurs Maciej Dejczer letztlich zu überzeugen. Dank der authentischen Sets, dem anrührenden Spiel der Kinder und den engagierten Leistungen der Stars Pete Postlethwaite ("Vergessene Welt"), Polly Walker ("Emma") und John Hurt ("Contact") sehenswert.

Bastard - Willkommen im Paradies

Die dem Film eigentlich immanente Kluft zwischen Idee und Ausführung spannt sich in Til Schweigers erstem europäischen Projekt unerwartet weit. Das Drehbuch über einen Sträfling, der in einem rumänischen Waisenhaus mit Armut, Korruption und Menschenhandel konfrontiert wird, lockte neben Schweiger Stars wie John Hurt, Polly Walker oder Pete Postlethwaite an. Eine Attraktion, die der nun vorliegende Film nicht erklären kann.

Auf dem Papier müssen die politische Ambition und menschliche Note dieser Geschichte genügend Wirkung gezeigt haben, um neben polnischen und französischen Produzenten auch Boje Buck ("Männerpension") in das Projekt einsteigen zu lassen. Schauplatz des komplett in Polen gedrehten Films ist ein heruntergekommenes Waisenhaus in düsterster rumänischer Provinz, in der die Re-Humanisierung von Gerry Brutecki, genannt Brute (Til Schweiger), beginnt. Ein unorthodoxes Resozialisierungsprogramm hat den abgebrühten Sträfling an einen von Gott verlassenen Flecken geschickt, wo er im Umgang mit physisch und psychisch geschädigten Kindern seine menschliche Seite wiederentdecken soll. Was der egozentrische Außenseiter vorfindet, ist bitterste Armut, medizinische Unterversorgung und einen Anstaltsleiter (Postlethwaite), der lukraktive Privatgeschäfte, darunter Kinderhandel, betreibt. Daß der anfangs schroff abweisende Brute durch die Not der Kinder schließlich zugänglich wird, entspricht den Erwartungen des Zuschauers. Nicht aber, wie Regisseur Deijzer diese Entwicklung vorbereitet. Große Sprünge in der Zeichnung der Figuren torpedieren die Glaubwürdigkeit aller zentralen Beziehungen. Vornehmlich die Verbindung Brutes zur Krankenschwester Mara (Polly Walker), die ihn mit Grabeskälte abweist, aber den Häftling nach dem ersten Sympathiefunken für ein Kind wie ein wildes Tier bespringt. Die Fantasie ähnlich herausfordernd ist die rasant keimende Liebe eines todkranken 12jährigen Zigeunermädchens, das sich (folgenlos) in Brutes Schlafzimmer und schließlich gar in sein Herz schleicht. Der gesamte erotisch-amouröse Kontext wirkt deplaziert und nicht gerade filigran aufgebaut. Unfreiwillige Komik ist die zwangsläufige Konsequenz und läßt den Zuschauer auch auf der politisch-humanen Ebene des Films auf Distanz gehen. Regisseur Deijzer wurde 1989 für seinen sensiblen Erstling "300 Miles To Heaven" für den Felix nominiert. Schwer nachvollziehbar, warum er im Nachfolger inszenatorisch viele seiner dort gezeigten Tugenden vermissen läßt und mit "Bastard" trotz Starbesetzung ein wohl auch kommerziell ungeliebtes Kind gezeugt hat. kob.

Darsteller:  Til Schweiger   als Brute
  Polly Walker   als Mara
  John Hurt   als Babits
  Pete Postlethwaite   als Sincai
  Ida Jablonska   als Zigeunerin Elena
  Wojciech Brzezinski   als Iorgu
  Bartek Pieniazek   als Moscu
  Anthony Higgins   als Gefängnisdirektor
 
Regie:  Maciej Dejczer  
Buch:  Cezary Harasimowicz  
Musik:  Michal Lorenc  
Kamera:  Merian Prokop  
  Arthur Reinhart  
Produzent:  Claus Boje  
  Edouard Douek  
  Lew Rywin  
  Leonardo de la Fuente  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Til Schweiger

Der sympathische, gut aussehende Til Schweiger zählt zu den wenigen großen Stars in Deutschland, der nicht nur als Schauspieler eine Reihe...

 

Star

John Hurt

Als körperlich deformierter "Elefantenmensch" John Merrick (dafür Oscar-Nominierung) in David Lynchs zweitem Film fand der 1940 als Sohn eines...