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Beautiful People

Amüsante und beklemmende Beschreibung individueller Alltagswirklichkeiten in London zur Zeit des Balkankrieges.


Beautiful People

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Erhältlich seit:
15.09.2008

Komödie

Großbritannien 1999
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12

Charlotte Coleman
Charles Kay
Rosalind Ayres

Regie: Jasmin Dizdar
Senator Home Entertainment

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Beautiful People

Schwarz funkelnde Komödie und pointiert realistische Menschenbeobachtung im multikulturellen London ist dieser Debutfilm des in England lebenden Bosniers Jasmin Dizdar. Er gehörte zu den Highlights der Cannes-Reihe "Un certain regard" 1999 und hat jetzt endlich einen deutschen Verleih gefunden. Sein für Überraschungen bereites Publikum dürfte dieser in der Tradition britischer Real-Humoresken funktionierende Film bei uns in Programmkinos und kleineren Multiplex-Sälen finden.

Für unerwartete Wendungen der facettenreichen Handlung sorgt der 39jährige Autor und Regisseur Dizdar, der sein Filmstudium an der Prager FAMU absolvierte, mit viel Temperament und einem souveränen Sinn für Chaos. Augenblicke der Alltagswirklichkeit im London des Jahres 1993 addiert und verbindet er zu einem beeindruckenden, manchmal ein wenig sperrigen und immer engagierten Panorama einer wild bewegten, glaubwürdigen Realität. Leitmotivischer Motor der episodisch ereignisreichen Verkettung individueller Erlebnisse und Erfahrungen verschiedenster Typen unterschiedlicher ethnischer Herkunft ist der Bosnien-Krieg. In einem Londoner Bus treffen ein Kroate und ein Serbe, Flüchtlinge aus demselben bosnischen Dorf, aber seit Kriegsbeginn verfeindet, aufeinander und prügeln sich fast tot. Die brutale und nicht enden wollende Schlägerei geht außerhalb des Busses in den Londoner Straßen weiter und als roter Faden durch die Folge bizarrer, unerwarteter und entscheidender Zufälle im Leben von vier britischen Familien.

Ein Arzt und Vater von Zwillingssöhnen, dem gerade die Frau davongelaufen ist, muss eine junge, von Soldaten vergewaltigte Frau und deren Ehemann davon überzeugen, das Kind nicht abzutreiben, sondern zur Welt zu bringen. Ein junger Bosnien-Flüchtling gerät in einen Autounfall und verliebt sich im Krankenhaus in eine Ärztin aus angesehener Bürgerfamilie mit politisch aktivem Tory-Vater. Ein BBC-Auslandskorrespondent kehrt verwundet aus dem Krieg zurück und findet den Kontakt zu seinem eigenen Leben nicht mehr - die einzige etwas diffus gebliebene und nicht auf den Punkt treffende Geschichte des Films. Von atemberaubender und fast schon surrealer Absurdität ist dagegen die Odyssee des jungen britischen drogensüchtigen Fußballfans, der völlig stoned in ein UN-Flugzeug gerät und sich plötzlich vor Ort im Balkankrieg wiederfindet.

Ken-Loach-Kameramann Barry Ackroyd gibt dem Film ein vibrierendes Ambiente von Authentizität und Wahrhaftigkeit. Sein dokumentarischer Stil ganz direkter, ungeschönter Bilder setzt immer wieder beklemmende Akzente auf den Witz und Aberwitz von Disdars Geschichten, so dass einem das Lachen mehr als einmal im Halse stecken bleibt angesichts der unerwarteten und überzeugenden Vielschichtigkeit der Situationen und Charaktere. Spannendes Kino über Widersprüche, Witz und wahre Gefühle im wirklichen Leben. Unterhaltung mit Biss.fh.

Beautiful People

Ein Kroate und ein Serbe, in ihrer bosnischen Heimat einst erbitterte Feinde, treffen in einem Londoner Linienbus aufeinander und verfolgen sich prügelnder weise durch die ganze Stadt. Bis sie vor Erschöpfung zusammenbrechen und ins Krankenhaus eingeliefert werden. Gleicher Tag, gleiche Uhrzeit. In einem anderen Teil der britischen Metropole läuft Pero bei einer Verfolgungsjagd versehentlich in ein Auto. Und auch ihn führt das Schicksal direkt in besagtes Krankenhaus, wo er sich mit den beiden Kampfhähnen aus der serbo-kroatischen Heimat das Zimmer teilen muss. Und wieder befinden wir uns irgendwo in London: Der Drogensüchtige Griffin schläft auf einem Hilfspaket am Flughafen ein und wird nach einigen Stunden mit selbigem Carepaket mitten in einem bosnischen Kriegsgebiet abgeworfen. Was für ihn trotz geglückter Landung dann doch einige Fragen offen lässt. Nach und nach verknüpfen sich die mitunter abstrusen Handlungsstränge und Biographien zu einem Kaleidoskop menschlicher Schicksale und Absurditäten.

Quelle: Senator

Darsteller:  Charlotte Coleman   als Portia Thornton
  Charles Kay   als George Thornton
  Rosalind Ayres   als Nora Thornton
  Roger Sloman   als Roger Midge
  Heather Tobias   als Felicity Midge
  Danny Nussbaum   als Griffin Midge
  Siobhan Redmond   als Kate Higgins
  Gilbert Martin   als Jerry Higgins
  Steve Sweeney   als Jim
  Linda Bassett   als Krankenschwester
  Nicholas Farrell   als Dr. Mouldy
  Faruk Pruti   als Erster Bosnier
  Dado Jehan   als Zweiter Bosnier
  Edin Dzandzanovic   als Pero
  Walentine McGaughey   als Dzemila
  Radoslav Youroukov   als Ismet
  Nicholas McGaughey   als Walisischer Nationalist
 
Regie:  Jasmin Dizdar  
Buch:  Jasmin Dizdar  
Musik:  Garry Bell  
Kamera:  Barry Ackroyd  
Produzent:  Ben Woolford  
 

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