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Being Julia

István Szabós amüsante Komödie über eine Bühnenveteranin in der Midlife-Crisis.


Being Julia

Leihvideo

Erhältlich seit:
08.09.2005

Komödie

Kanada/Großbritannien/Ungarn/USA 2004
Laufzeit: 100 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Annette Bening
Jeremy Irons
Bruce Greenwood

Regie: István Szabó
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Ein junger Lover kann Wunder wirken. Annette Bening genießt die Freuden verbotener Liebe.

Tanze mit mir ins Glück: Annette Bening fühlt sich durch die Bewunderung von Shaun Evans geschmeichelt (Foto: Concorde) Großansicht

Tanze mit mir ins Glück: Annette Bening fühlt sich durch die Bewunderung von Shaun Evans geschmeichelt (Foto: Concorde)

London in den 30er Jahren: Was macht eine Theater-Diva, die bereits Mitte vierzig und nicht mehr ganz so frisch wie die Konkurrenz ist? Erfolg auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und ein Gentleman-Gatte reichen der schönen Julia (Annette Bening) nicht mehr zum Glücklichsein. Sie braucht einen neuen Kick und vor allem Selbstbestätigung.

Wie gut, dass ein junger Amerikaner ihr gerade den Hof macht, mit dem sie bald ausgelassen das Laken teilt. Sex als Verjüngungskur hat schon immer Wunder gewirkt. Doch dann stellt sie fest, der Typ will eigentlich nur ihr Geld und obendrein noch ein blondes Luder in ihrer Schauspieltruppe unterbringen.

Auf der Bühne ist die Diva zu Hause (Foto: Concorde) Großansicht

Auf der Bühne ist die Diva zu Hause (Foto: Concorde)

Süß und gesalzen

Nach dem ersten Schock sinnt die charmante Intrigantin auf Rache. Und die ist nicht nur süß, sondern ganz schön bösartig.

Nicht nur auf der Bühne geht's rund in dieser herzerfrischenden Komödie mit Annette Bening zwischen Hemmungslosigkeit und Hysterie. Getreu dem Motto: Im Theater und in der Liebe ist alles erlaubt.

Being Julia

Ernst, tragisch, politisch kritisch - Adjektive, die man gewöhnlich mit den Filmen von István Szabó verbindet. Vorwiegend heiter hat man Ungarns international renommiertesten Regisseur seit "Zauber der Venus" nicht mehr erlebt. "Being Julia" wirkt wie ein naher Verwandter dieser romantischen Satire, ist eine luftige, charmante, unterhaltsame Komödie über das Theater, das Leben als Bühne und eine berühmte Schauspielerin, die sich mit dem Alter, in Form einer Rivalin aber auch mit der Jugend auseinander setzen muss. Ein Spaß für alle, die amüsantes Dialogkino lieben und Pflichtprogramm für Fans von Annette Bening, die nach ihrer Heirat mit Warren Beatty Kinder statt Oscars sammelte und für ihre Leistung hier zum dritten Mal nominiert wurde.

Vorlage für das Drehbuch des 70-jährigen Veteranen Ronald Harwood ("Der Pianist") war W. Somerset Maughams 1937 veröffentlichter Roman "Theater", der über den Weg einer Theateradaption auch schon Lili Palmer in "Julia, du bist zauberhaft" eine Traumrolle bescherte. Der Stoff ist im Grunde auch eine Variation des Zentralmotivs aus dem Fifties-Klassiker "Alles über Eva", beleuchtet den Titanenkampf einer alternden Bühnenkönigin mit einer jungen ehrgeizigen Aufsteigerin. Schauplatz ist London 1938, das Inselidyll einer West End-Theaterlandschaft, in der kein Wort über die Welt am Abgrund, die Bedrohung durch Nazi-Deutschland verloren wird. Alles dreht sich hier um Drama-Queen Julia Lambert (Bening), die ihre Rollen auch im Leben spielt, die für jede Situation, für jede Person eine Performance abrufbar hat und jetzt, Mitte bis Ende 40, ausgebrannt ist. Sowohl auf der Bühne als auch in ihrer Ehe mit Produzent und Manager Michael (Jeremy Irons). Als sie der junge Tom, ihr vermeintlich größter Fan, umwirbt, blüht sie in einer Affäre auf, wird jedoch von dem Amerikaner genauso benutzt wie später er selbst vom ambitionierten Starlet Avice, die unbedingt Karriere machen will. Dem kühl kalkulierenden Dramaluder, das sich auch im Bett mit Michael für höhere Aufgaben empfiehlt, erteilt Julia die Lektion ihres Lebens - in einem Stück, das die Handlung außerhalb der Bühne spiegelt und für die junge Rivalin zu einer täglichen Folter wird.

Gefühle werden ausgenutzt, Intrigen gesponnen, Rache wird genommen und am Ende ein Triumph gefeiert. Bening wandelt traumhaft sicher zwischen Theatralik, Euphorie, Verzweiflung und echter Verletzlichkeit, spielt einen Menschen, der nicht immer zwischen Leben und Bühne unterscheiden kann, nie aber die Karikatur einer klassischen Diva. Auffällig auch in der mit Bühnenprominenz gespickten Besetzung die herrlich bissige Juliet Stevenson als Julias persönliche Assistentin und Garderobiere (ein Posten, dem Harwood vor vielen Jahren mit "The Dresser" ein ganzes Stück gewidmet hat) und die junge Lucy Punch, die die schwierige Rolle eines ehrgeizigen blonden Hohlraums mit großer Komik meistert. Der handwerklich makellose Film, der ohne übertriebenen Designpomp die Dreißigerjahre wiederauferstehen lässt, lebt von seinen Dialogen und seinen Darstellern, hat trotz seines Milieus nichts langatmig Theaterhaftes, sondern unterhält mit Temperament und mit Charme. kob.

Darsteller:  Annette Bening   als Julia Lambert
  Jeremy Irons   als Michael Gosselyn
  Bruce Greenwood   als Lord Charles
  Miriam Margolyes   als Dolly de Vries
  Juliet Stevenson   als Evie
  Shaun Evans   als Tom Fennel
  Lucy Punch   als Avice Crichton
  Maury Chaykin   als Walter Gibbs
  Sheila McCarthy   als Grace Dexter
  Michael Gambon   als Jimmie Langton
  Leigh Lawson   als Archie Dexter
  Rosemary Harris   als Mrs. Lambert
  Rita Tushingham   als Tante Carrie
  Tom Sturridge   als Roger Gosselyn
 
Regie:  István Szabó  
Buch:  Ronald Harwood  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Lajos Koltai  
Produzent:  Robert Lantos  

"Aviator" startet auch bei den Oscars durch

Eigentlich hatten alle mit einem engen Rennen um die begehrteste Goldstatuette der Welt gerechnet. Doch ein kleiner Italiener hat es einem kugeligen Neuseeländer gleichgetan - und statt Mittelerde den Himmel erobert.

Auch ohne Oscar schon goldig: Die nominierten Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett aus "Aviator" (Foto: Buena Vista) Großansicht

Auch ohne Oscar schon goldig: Die nominierten Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett aus "Aviator" (Foto: Buena Vista)

Peter Jacksons "Der Herr der Ringe 3" hatte letztes Jahr die Academy Awards dominiert: Elf Nominierungen, elf Oscars. Diese Chance hat nun auch Martin Scorseses "Aviator". Das Biopic um den legendären Luftfahrt-Pionier Howard Hughes hat ebenfalls Kurs auf elf Goldjungs gesetzt, nachdem es schon bei den Golden Globes der große Sieger war.

Scorsese hofft nach insgesamt sieben Nominierungen ohne Preis einmal mehr auf Oscars für den besten Film und die beste Regie. Leonardo DiCaprio, selbst als bester Hauptdarsteller nominiert, sagte zu Scorseses Pechsträhne: "Es ist ein schlechter Witz, dass dieser Mann noch nie gewonnen hat! Es wird höchste Zeit!"

Empfehlung vom Thronfolger

DiCaprios eigene Chancen sind dagegen eher gering. Denn die besten Karten hat Jamie Foxx für seine grandiose Performance als Soul-Legende "Ray" Charles. Pop-Ikone Prince meinte gar: "Ich bin ja mit Ray auf der Bühne gestanden und ich kann nach diesem Film nur sagen: Jamie hat ihn nicht gespielt, er WAR Ray!"

Von daher dürften auch Johnny Depp als Peter-Pan-Autor in "Wenn Träume fliegen lernen", Don Cheadle als mutiger Manager des "Hotel Rwanda" und Clint Eastwood als alternder Box-Trainer in "Million Dollar Baby" nur Außenseiterchancen haben.

Ganz anders Eastwoods Hauptdarstellerin Hilary Swank. Sie gilt nach ihrem Triumph bei den Golden Globes auch als Favoritin für den Oscar als beste Schauspielerin. Pikanterweise kommt es dabei zur Neuauflage des Duells mit Annette Bening, die für ihre hinreißende Diva aus "Being Julia" nominiert ist. 1999 war Swank überraschend für ihre Hosenrolle in "Boys Don't Cry" geehrt worden, obwohl Bening für "American Beauty" als große Favoritin galt.

Deutsches Duo

Große Freude auch bei Regisseur Oliver Hirschbiegel, denn der deutsche Hit "Der Untergang" ist als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Dem Drama um die letzten Tage des Nazi-Regimes werden allerdings kaum Siegchancen eingeräumt. Als Favorit gilt Alejandro Amenábars Drama "Das Meer in mir" mit Javier Bardem als Querschnittsgelähmtem, der 30 Jahre um das Recht auf seinen eigenen Tod kämpft. Es wird also schwer für Hirschbiegel, das Erbe von Caroline Link anzutreten, die 2003 nach 24 Jahren Flaute erstmals wieder den Preis nach Deutschland holte.

Fast eine Sensation ist die Nominierung für "Die Geschichte vom weinenden Kamel" in der Kategorie beste Dokumentation. Der Abschlussfilm dreier Studenten der Münchener Filmhochschule entstand unter finanziell wie technisch schwierigsten Bedingungen, zeigt aber einige der schönsten Szenen des vergangenen Kinojahres. Favorit ist aber auch hier ein anderer Beitrag: Morgan Spurlocks schockierende Fress-Doku "Super Size Me" sorgte sogar dafür, dass der weltweit größte Buletten-Gigant seine Riesenmenüs von der Speisekarte nahm.

Oscar-Bingo

Nach "Aviator" ist "Wenn Träume fliegen lernen" mit sieben Kategorien der am häufigsten nominierte Film. Darunter sind auch die wichtigen Kategorien bester Film, beste Regie (Marc Forster) und bestes (adaptiertes) Drehbuch. "Ray" hat sechs Chancen auf die begehrten Goldstatuetten, während die feinsinnige Komödie "Sideways" um Wein, Weib und Selbstfindung mit fünf Nominierungen eher enttäuschte. Die jeweils vier Nominierungen für den Kinderspaß "Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse" und die Pixelhelden "Die Unglaublichen - The Incredibles" waren dagegen eine Überraschung. Der Animations-Oscar für die Superfamilie gilt dabei schon als sicher.

Wer im alljährlichen Zahlenspiel um die Goldjungs dann wirklich über Hauptgewinne jubeln darf, stellt sich in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar heraus, wenn um 2:00 morgens deutscher Zeit die Oscar-Show beginnt. Martin Scorsese wird dann sicher mit Schrecken ans Jahr 2003 zurückdenken. Auch damals schritt er mit zehn Nominierungen für sein Gründer-Drama "Gangs of New York" als großer Favorit zu seinem Platz im Kodak Theatre - und schlich am Ende des Abends trotzdem mit leeren Händen aus dem Saal.

 

Being Julia in der Fotoshow

 

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Features

 

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Annette Bening

Unruhig, neurotisch, frustriert und am Rande des Nervenzusammenbruchs, dabei kühl sondierend und als abgefeimte Intrigantin auf der Höhe...

 

Star

Jeremy Irons

Mit einer Doppelrolle als französischer Leutnant und als der ihn im Film spielende Schauspieler wurde der Engländer Jeremy Irons (geb. 1948)...