
Teenstar Lindsay Lohan begeisterte ihre Fangemeinde von jungen Mädchen zuletzt mit der rockig-flotten Komödie "Freaky Friday" und tritt nun erneut in einer Disney-Komödie um (teils eingebildete) typische Pubertätsprobleme auf. Statt eine Gitarre zu bearbeiten, schmettert sie diesmal für ein Schulmusical recht kompetent ins Mikro. Diese musikalischen Einlagen sowie das Vermischen von Realität und träumerischer Fantasy erinnern unweigerlich an die (US-) Hitkomödie " Popstar auf Umwegen" ihrer Kollegin Hilary Duff, mit der Lohan ohnehin häufig verglichen wird.
Lola Cep ist am Boden zerstört, als ihre Mutter beschließt, von der pulsierenden Metropole New York City in das langweilige Kuhkaff (unterstrichen von einem Muhen beim Einblenden des Ortsschilds) Dellwood in New Jersey umzuziehen. Die individualistische 15-Jährige, deren schillernde Persönlichkeit sich in ihren kunterbunten Secondhand-Klamotten widerspiegelt, macht am ersten Tag in ihrer neuen Schule drei entscheidende Bekanntschaften: ihre neue beste Freundin Ella (Alison Bill als braves Mauerblümchen), den süssen Sam (Eli Marienthal) und die eingebildete Zicke Carla (perfekt frostig-versnobt: Megan Fox in ihrem Debüt). Mit Ella verbindet sie auf Anhieb ihre gemeinsame Anbetung der "poetischen" Rockband Sidarthur und mit der ambitionierten Carla das Bestreben, für die Hauptrolle in der modernisierten Schulaufführung von "Pygmalion" besetzt zu werden. Lola bekommt den Part, doch dann erlebt sie eine Katastrophe, als Sidarthur sich auflöst und ihre Mutter sie zunächst nicht zum Abschiedskonzert im Big Apple gehen lassen will. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und zwar nicht nur zur Show, sondern auch zur anschließenden Afterparty. Schließlich hat sie mit Carla, deren Vater Anwalt für die Band ist, gewettet, sie bei der Party zu treffen.
Das Drehbuch wurde von dem beliebten Mädchenroman von Dyan Sheldon adaptiert, wobei die Umsetzung etwas sprunghaft und stark komprimiert anmutet. Regisseurin Sara Sugarman ("Very Annie Mary") hält bei ihrer Inszenierung in erster Linie einen naiv-niedlichen Erzählton aufrecht, bei dem nicht allzu nachdrücklich mit dem pädagogischen Zeigefinger gewackelt wird. Kleine und größere Lügen sind entschuldbar, das vorübergehende Entwenden eines Kostüms hat keine Konsequenzen, und ein alkoholsüchtiger Rockstar wird durch die entrüstete Schelte des Titelteenies zur Entziehungskur motiviert. Ausführlich abgedeckt werden die Aspekte Rivalität und Freundschaft. Doch Lolas romantische Gefühle für Sam, dem minimale Leinwandzeit zugestanden wird, werden zur absoluten Nebensächlichkeit degradiert. Wenn sie sich beim Happy End schließlich erstmals küssen, hat der Zuschauer emotional nichts in ihre Beziehung investiert. Der Hauptzielgruppe von kleinen Teenies dürfte dies allerdings weitgehend egal sein. Sie werden sich hingegen am poppigen Soundtrack und energievollen Tanzeinlagen erfreuen. ara.