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Besessen

Romantisches Drama über zwei Literaturforscher, die die Liaison von zwei viktorianischen Schriftstellern erforschen und sich dabei selbst verlieben.


Besessen

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Erhältlich seit:
22.05.2003

Originaltitel: Possession

Drama/ Komödie

USA/Großbritannien 2002
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Gwyneth Paltrow
Aaron Eckhart
Jeremy Northam

Regie: Neil LaBute
Warner Home Video Germany

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Auf den Spuren einer vergangenen Romanze kommt es an den Tag: Nicht nur Gwyneth Paltrow, auch ein Literaturstudium kann sexy sein.

Leidenschaft lässt den Liebenden keine Wahl: J. Ehle, J. Northam

Leidenschaft lässt den Liebenden keine Wahl: J. Ehle, J. Northam

Neil LaBute findet in seinen Filmen die Liebe an merkwürdigen Orten. Nachdem er mit der Komödie "Nurse Betty" den Mythos der sexy Krankenschwester festigte, untersucht er jetzt in "Besessen" die Erotik des Briefwechsels. Die Geschichte beginnt mit ein paar losen, in einem Buch versteckten Blättern, die ein junger Literaturwissenschaftler zufällig entdeckt und an sich nimmt.

Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Brief aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Autor ist ein bekannter Dichter, der Inhalt des Briefes zeigt, was man schriftlich alles anrichten kann: Auf den vergilbten Seiten findet sich der Beginn einer amourösen Korrespondenz, mit der der verheiratete Dichter eine lesbische Bekannte umwarb.

Das ist nicht nur skandalös, das ist auch offensichtlich ein noch unentdecktes Geheimnis, und sofort heften sich diverse Forscher auf die Spur des Schriftstücks. Dabei erfährt man dann nicht nur eine, sondern zwei Liebesgeschichten. Die erste betrifft den Dichter und seine Angebetete, die sich trotz Briefwechsel nicht dauerhaft aufs Schriftliche beschränkten. Die andere entsteht zwischen dem Literaturwissenschaftler Aaron Eckhart und seiner Kollegin Gwyneth Paltrow, die allmählich dem Zauber jener Liebenden verfallen, deren Briefe sie quer durch England verfolgen.

Die Literaturwissenschaftler Maud und Richard kommen einem Geheimnis auf die Spur

Die Literaturwissenschaftler Maud und Richard kommen einem Geheimnis auf die Spur

Von der vorsichtigen Annäherung bis zur wilden Leidenschaft kann man also die Parallelen zwischen den verschiedenen Paaren beobachten, in der Gegenwart wie in der Vergangenheit. Die Romantik schlägt auf beiden Seiten Funken, aber der Reiz der Geschichte nach dem Booker-Preis gekrönten Roman von Antonia S. Byatt, liegt durchaus auch im Abenteuer - in heimlichen Streifzügen durch alte Schlösser, verlassene Friedhöfe und fremde Hotelzimmer.

Besessen

So sehen Actionfilme für Akademiker aus: Zwei Literaturwissenschaftler schnüffeln in Archiven und schließlich auch Originalschauplätzen, um die heimliche Liebe zweier Poeten aus dem 19. Jahrhundert nachzuweisen. Weil Recherche nur für Elfenbeinturm-Eremiten nachhaltig befriedigend wirkt, dürfen sich die Spurensucher auch selbst verlieben, verbindet sich Romanze mit Akademiker-Suspense. Ungewöhnlich wie der Stoff ist auch die Wahl des Regisseurs. Neil LaBute sezierte bisher bissig und geistreich den modernen Geschlechterkampf. Das gelingt ihm trotz zusätzlicher, ungewohnter Zeitebene auch hier. Dennoch ist Titel-solidarische Leidenschaft als Zuschauerreaktion wohl eher die Ausnahme als die Regel.

"Besessen" ist LaButes erste Adaption einer literarischen Vorlage, mit der Antonia S. Byatt 1990 den Booker-Preis und viele Leser gewann. In der viktorianischen Parallelebene streifen Vorlage und Verfilmung Ivory-Country. Dieses wird lebendig durch Kostümfilm-erprobte Darsteller wie Jeremy Northam ("The Golden Bowl") und Jennifer Ehle ("Wilde"), aber auch Gabriel Yareds musikalische Hommage an James Ivorys Haus- und Hofkomponisten Richard Robbins. Northam spielt den berühmten romantischen Poeten Ash, der als Modellfall eines treuen, bis in den Tod verliebten Ehemanns galt, tatsächlich aber eine leidenschaftliche Affäre mit der Lyrikerin LaMotte (Ehle) pflegte. Überliefert ist allerdings nur deren ähnlich tabuisierte Beziehung mit einer jungen Malerin. Doch als zwei Professoren an einer Biografie über Ash arbeiten und der Assistent des einen (LaBute-Veteran Aaron Eckhart) einen unbekannten Liebesbrief des Poeten entdeckt, entwickelt sich eine Jagd nach beweiskräftigen Dokumenten, in der die britische Biografin LaMottes (Gwyneth Paltrow) den unorthodox arbeitenden US-Dozenten unterstützt. Die auch nach über 200 Jahren bestehende Kluft zwischen den unzivilisierten US-Kolonialisten und den kultivierten Edelmenschen des britischen Mutterlands ist eine Ebene, auf der "Besessen" seinen Humor entfalten kann. Eine andere ist die Beziehung der Dozenten, in der Paltrows Eisberg mehrfach mit Eckhart kollidiert, bis die oft zitierte Klimaerwärmung zumindest hier für jeden sichtbar wird. Vertritt dieses Paar die romantische Komödie, steht das andere für eine romantische Tragödie. Geschickt spiegelt sich die Vergangenheit dabei in der Gegenwart, bieten sich Chancen für geistreiche Bemerkungen zur zeitlosen Mann-Frau-Problematik, während die Jagd nach dem großen Geheimnis für die Figuren immer bedeutsamer bleibt als für den Zuschauer. Eine gewisse Distanz zu den Ereignissen bleibt unvermeidbar, wenn der smarte Film insgesamt eher den Kopf als das Herz anspricht. Kein Date-Movie also, wohl aber ein Film über das erfolgreiche Rendezvous von Unterhaltung und Anspruch. kob.

Darsteller:  Gwyneth Paltrow   als Maud Bailey
  Aaron Eckhart   als Roland Michell
  Jeremy Northam   als Randolph Henry Ash
  Jennifer Ehle   als Christabel LaMotte
  Lena Headey   als Blanche Glover
  Holly Aird   als Ellen Ash
  Toby Stephens   als Fergus Wolfe
  Trevor Eve   als Cropper
  Tom Hickey   als Blackadder
  Georgia Mackenzie   als Paola
  Tom Hollander   als Euan
  Graham Crowden   als Sir George
  Anna Massey   als Lady Bailey
  Craig Crosbie   als Hildebrand
  Christopher Good   als Crabb-Robinson
  Elodie Frenck   als Sabine
  Victoria Bensted   als Frau im Hotel
  Shelley Conn   als Candi
  Jonty Stephens   als Ladenbesitzer
  Alexi Kaye Campbell   als Auktionator
  Hugh Simon   als Bibliothekar
  Richard Heffer   als Lord Lytton
  Felicity Brangan   als Ashs Dienstmädchen
  Holly Earl   als May Bailey
  Kate O'Toole   als Mrs. Jameson
  Meg Wynn Owen   als Mrs. Lees
  Roger Hammond   als Professor Spear
  Jeanne Marine   als Unisekretärin
 
Regie:  Neil LaBute  
Buch:  David Henry Hwang  
  Laura Jones  
  Neil LaBute  
Musik:  Gabriel Yared  
Kamera:  Jean-Yves Escoffier  
Produzent:  Paula Weinstein  
  Barry Levinson  

Paltrow zurück zum Ex?

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Gwyneth Paltrow:
Leicht zu becircen?

#LEFT]Die Frau ist ein Mysterium: Erst vernascht Gwyneth Paltrow reihenweise ihre Co-Stars, dann entsagt sie dem vorehelichen Sex mit Aaron Eckhart - die beiden sind im November zusammen in "Besessen" zu sehen - und landet schließlich bei James Purefoy, dem "Ritter aus Leidenschaft".

Doch jetzt ist Gwyneth offenbar rückfällig geworden, denn sie turtelt wieder mit Luke Wilson, den sie seinerzeit nach dem gemeinsamen "Die Royal Tenenbaums" als neuesten Eintrag auf die Liste ihrer Filmpartner-Liebhaber gesetzt hatte. Die beiden wurden unlängst im New Yorker Speisetempel "Babbo" gesehen. Angeblich hielten sie Händchen und küssten sich.

"'Hilfe, ich habe ein Date!' - und das auch noch mit meiner Ex," mag sich Wilson zunächst gedacht haben. Doch der Schock wird wohl kaum lange anhalten. Schließlich kann man nicht gerade sagen, dass sich Gwyneth "Schwer verliebt".

 

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