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Leihvideo
Erhältlich seit:
10.11.2005
USA/Deutschland/Großbritannien/Kanada 2004
Laufzeit: 114 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)
Kevin Spacey
Kate Bosworth
John Goodman
Regie: Kevin Spacey
EuroVideo Bildprogramm

Keyser Soze singt! Dieses Versprechen klingt ähnlich verwegen wie vor über 50 Jahren "Garbo lacht" ("Ninotschka"), wird aber von Kevin Spacey eingelöst. In seiner zweiten Regiearbeit nach "Albino Alligator" outet sich der Oscarpreisträger als großer Fan von Ex-Teen- und Sixties-Ikone Bobby Darin. Sowohl musikalische Liebeserklärung als auch biographische Lebensverklärung präsentiert sich "Beyond the Sea" als inhaltlich recht konventionelles, aber inszenatorisch souveränes Biopic, das Darin wieder in Erinnerung ruft, vor allem aber eines deutlich macht: Spacey swingt!
Schon in den Neunzigerjahren arbeiteten Regisseur Barry Levinson und Autor James Toback an einem Drehbuch über den "Splish-Splash"-Sänger, bevor die komplizierte Rechtefrage das Projekt platzen ließ. Das Interesse an dem heute nahezu vergessenen Entertainer ist verständlich. Darin war ein musikalisches Chamäleon, begann als Teen-Idol auf den Spuren von Ricky Nelson, reifte mit "Beyond the Sea" und "Mack the Knife", beides Coverversionen europäischer Evergreens, zum temperamentvollen Swinger und versuchte sich am Karriereende im Folk als neuer Pete Seeger. Auch seine Biographie steckt voller atemberaubender Twists. Sieben Jahre war er, als Ärzte die Prognose stellten, dass er wegen eines schweren Herzleidens nicht älter als 15 werden würde. Mit 24 Jahren heiratete er Amerikas Schneewittchen Sandra Dee, die mit unschuldigen Teenfeen wie "Tammy" oder "April" riesige Popularität erreichte, aber ein dunkles Geheimnis mit in die Ehe nahm. Und schließlich erfuhr Darin, wie viele Jahre später auch Jack Nicholson, dass die Frauen, die er für seine Mutter und Schwester gehalten hatte, tatsächlich seine Großmutter und Mutter waren.
Diese Eckpunkte thematisiert auch der Film, verschweigt aber, dass Darin sich 1967 scheiden ließ und kurz vor seinem Tod noch einmal heiratete, deutet nur an, dass seine und vor allem Dees Dämonen (Alkoholismus, Magersucht, traumatische Kindheit) die Beziehung extrem belasteten. Spacey spricht dieses selektive Erinnern im Film direkt an, gibt im Abspann einen klärenden Hinweis und kommentiert auch im erzählerischen Rahmen des Films, wie Fantasie in die Biographie eindringt. Die Struktur des Films ähnelt der von "De Lovely", platziert Darin in die Verfilmung seines eigenen Lebens, in der ihm auch sein Jugendbild am Set begegnet. Spacey ist ein cleveres Schlitzohr, macht das Kardinalproblem des Films vor der Kamera selbst zum Diskussionsgegenstand, ohne an der Wirkung etwas ändern zu können. Der 44-Jährige ist zu alt für die Rolle eines Mitzwanzigers, vor allem in den Turtelszenen mit der 20-jährigen Kate Bosworth als Backfisch Sandra Dee. Trotzdem vermittelt er bei den zahlreichen Auftritten die unglaubliche Dynamik des Performers, zeigt auch stimmlich, dass er sein großes Idol glänzend studiert hat.
Als Regisseur trifft Spacey meist den richtigen Ton, bis auf eine etwas kitschige öffentliche Familienversöhnung und eine Szene, in der ein Schwert Dees Angst vor der Hochzeitsnacht humorvoll symbolisiert und damit ihr heute bekanntes Trauma, jahrelang vom Stiefvater missbraucht worden zu sein, verniedlicht. Formal holt Spacey das Maximum aus seinem für ein Period Picture limitierten Budget heraus - nicht zuletzt dank eines exzellenten, in Babelsberg und England zaubernden Ausstatterteams und mit Hilfe von Kameramann Eduardo Serra, der von Beginn an dem plastisch fotografierten Film Klasse verleiht. Für diese Qualität stehen auch Charakterdarsteller wie Brenda Blethyn, Bob Hoskins oder John Goodman, doch die Hauptattraktion bleibt Spacey selbst, der Robbie mit Bobby erfolgreich Konkurrenz macht. kob.
| Darsteller: | Kevin Spacey | als Bobby Darin | |
|---|---|---|---|
| Kate Bosworth | als Sandra Dee | ||
| John Goodman | als Steve Blauner | ||
| Bob Hoskins | als Charlie Cassotto Maffia | ||
| Greta Scacchi | als Mary Duvan | ||
| Caroline Aaron | als Nina Cassotto Maffia | ||
| Peter Cincotti | als Dick Behrke | ||
| William Ullrich | als Kleiner Bobby | ||
| Brenda Blethyn | als Polly Cassotto | ||
| Michael Byrne | als Dr. Andretti | ||
| Matt Rippy | als David Gershenson | ||
| Gary Whelan | als Jules Podell | ||
| Jake Broder | als Erster Regieassistent | ||
| Tayfun Bademsoy | als Ahmet Ertegun | ||
| Nina Franoszek | als Patty Duke | ||
| Andy Gätjen | als Journalist | ||
| René D. Ifrah | als Zweiter Regieassistent | ||
| Torben Liebrecht | als Lips | ||
| Wil Röttgen | als Bobby Darins Bodyguard | ||
| David Westhead | als Dr. Fields | ||
| Tim Williams | als Bodyguard | ||
| Mehmet Yilmaz | als Bobby Darins Bodyguard 2 | ||
| Regie: | Kevin Spacey | ||
| Buch: | Kevin Spacey | ||
| Lewis Colick | |||
| Musik: | Christopher Slaski | ||
| Kamera: | Eduardo Serra | ||
| Produzent: | Kevin Spacey | ||
| Andy Patterson | |||
| Arthur Friedman | |||
| Jan Fantl | |||
Beyond the Sea in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:2,35/16:9
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