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Biutiful

Wuchtige Reflexion vom mexikanischen Kinopoeten Alejandro González Iñárritu über das Leben als kurze Station zwischen Geburt und Tod.


Biutiful

Leihvideo

Erhältlich seit:
22.09.2011

Drama

Spanien/Mexiko 2010
Laufzeit: 141 Min.
FSK: ab 16

Javier Bardem
Maricel Álvarez
Hanna Bouchab

Regie: Alejandro González Iñárritu
Prokino Filmverleih GmbH

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Biutiful

Uxbal schlägt sich in Barcelonas Untergrund mit unsauberen Jobs durch. Er hat dabei aber immer das Wohlergehen seiner beiden Kinder Ana und Mateo im Sinn, die er mit unendlicher Zuneigung großzieht. Ihre Mutter Marambra liebt er zwar immer noch, ein Zusammenleben scheint jedoch unmöglich. Wie ein Wanderer bewegt sich Uxbal zwischen den Welten, auf der Suche nach Versöhnung mit seiner Frau, seinen Kindern und doch letztendlich mit sich selbst.

Alejandro González Iñárritu ("Babel") liefert mit seiner vierten Regiearbeit ein poetisches und dringliches Epos zwischen hartem Realismus und erhebender Spiritualität, das den Wert des Lebens gerade in den nicht allzu erfreulichen Momenten feiert. Die Augen kann man ohnehin nicht von der Leinwand wenden: Spaniens Superstar Javier Bardem gelingt mit seiner Darstellung des Uxbal ein schauspielerischer Meilenstein: ein harter, gebeutelter und doch unendlich zärtlicher Mann, der nach Harmonie und Erlösung strebt.

Biutiful

Wuchtige Reflexion vom mexikanischen Kinopoeten Alejandro González Iñárritu über das Leben als kurze Station zwischen Geburt und Tod.

Alles, aber nicht "biutiful" ist die Realität von Uxbal, der in einem Barcelona weitab bekannter touristischer Impressionen mit seinen zwei Kindern unter Einsatz nicht ganz legaler Mittel zu überleben versucht. Iñárritu, der sich von seinem Drehbuchautor Guillermo Arriaga von "Amores Perres", "21 Grams" und "Babel" trennte, erzählt über 140 Minuten in überraschend linearer Struktur mit einer Person im Mittelpunkt, ohne mit Vor- und Rückwärtsschleifen und verschachtelten Handlungssträngen zu irritieren.

Am Rande der Gesellschaft muss der zärtliche und liebende Vater um jeden Euro kämpfen, er vermittelt illegal ins Land geschmuggelte Chinesen als Billig-Arbeiter an Bau-Firmen und Afrikaner in schlechtest bezahlte Jobs, schmiert Polizisten und mischt im Drogengeschäft mit, nimmt nebenbei gegen Geld Kontakt mit den Seelen frisch Verstorbener auf. Als er von seinem Prostata-Krebs erfährt und davon, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, versucht der Todgeweihte Ordnung ins Chaos zu bringen, die letzten Dinge zu regeln und gleichzeitig weiterhin den komplizierten Alltag zu bewältigen: Ein schmerzhaftes und verstörendes Rennen gegen die Zeit.

In rauen Bildern und einer visuell mitreißenden Handkamera von Rodrigo Prieto, die die fiebrige Energie der Straße einfängt und dem Antihelden immer ganz nahe bleibt, entfaltet sich ein Drama zwischen Neorealismus und magischem Realismus mit einem Mann, der die innere Verletzbarkeit mit Härte kaschiert. Selbst wenn der Menschenhändler mit Herz Gutes tut und die in kalten Souterrain-Räumen untergebrachten modernen Sklaven aus Fernost mit Gas-Öfchen versorgt, hat das katastrophale Folgen. Gustavo Santaolallas eindringlicher Score von Orchestermusik bis zu einzelnen Gitarrenklängen unterstreicht bis zur Gänsehaut akustisch den emotionalen Alptraum. Javier Bardem als moderner Märtyrer zwischen Schuldgefühlen, Moral und Verzweiflung hin- und hergerissen, trägt die Last der Welt und den Film auf seinen Schultern, eine psychisch und physisch fulminante Leistung, die ihm den Darstellerpreis in Cannes, eine Oscar- und eine BAFTA-Nominierung einbrachte. Er verleiht dieser Mischung aus Charakterstudie und melancholischem Poem ein Gesicht, das man so schnell nicht vergisst. mk.

Darsteller:  Javier Bardem   als Uxbal
  Maricel Álvarez   als Maramba
  Hanna Bouchab   als Ana
  Guillermo Estrella   als Mateo
  Eduard Fernández   als Tito
  Cheikh Ndiaye   als Ekweme
  Diaryatou Daff   als Ige
  Tai Shen Cheng   als Hai
  Jin Luo   als Liwei
 
Regie:  Alejandro González Iñárritu  
Buch:  Alejandro González Iñárritu  
  Armando Bo  
  Nicolas Giacobene  
Musik:  Gustavo Santaolalla  
Kamera:  Rodrigo Prieto  
Produzent:  Alejandro González Iñárritu  
  Fernando Bovaira  
  Jon Kilik  
 

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