- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
Leihvideo
Erhältlich seit:
09.11.2007
Originaltitel: Zwartboek
Niederlande/Deutschland/Großbritannien 2006
Laufzeit: 148 Min.
FSK: ab 16
Carice van Houten
Sebastian Koch
Thom Hoffman
Regie: Paul Verhoeven
Warner Home Video Germany

Mit seinem groß angelegten Epos über menschliche Tragödien im Holland während des Zweiten Weltkrieges vermag Hollywoods unbequemster Blockbuster-Regisseur Paul Verhoeven im Wettbewerbsprogramm der 63. Biennale inhaltlich, emotional und stilistisch zu überzeugen.
Zurück zu den Wurzeln heißt es für den niederländischen Filmemacher Paul Verhoeven. Nach zwei aufregenden Jahrzehnten Hollywood, in der er die Kinowelt mit künstlerisch bemerkenswerten Kassenschlagern wie "Total Recall" oder "Basic Instinct" bereichert hat, ist er in seine Heimat zurückgekehrt, um "Zwartboek" zu realisieren. Auf den ersten Blick nicht unbedingt eine Verhoeven-typische Geschichte - sieht man mal von seinem packenden Zeitpanorama "Der Soldat von Oranien" (1977) ab -, handelt es sich doch um die während des Zweiten Weltkrieges angesiedelte Leidensgeschichte der Jüdin Rachel Stein, die - einst in Berlin gefeierte Sängerin - nun in Holland Unterschlupf vor den Nazis gefunden hat. Was folgt, ist eine einzige Tour de Force, eine Aneinanderreihung menschlicher Tragödien, die Rachel durchzustehen, aber auch unbewusst mitzuverantworten und vor allem zu überleben hat. Zunächst verliert die Tochter aus gutem Hause bei einem Hinterhalt sämtliche Familienmitglieder. Dann lässt sich Rachel, die sich inzwischen Ellis de Vries nennt, als Spionin des holländischen Widerstands bei den Nazis einschleusen. Doch der Plan, sich an den verhassten Besatzern und Mördern ihrer Eltern zu rächen, missglückt. Ein Doppelspion hat die Sache an den Feind verraten, der ein Blutbad unter den Nazi-Gegnern anrichtet. Und schließlich verliert Ellis kurz nach Kriegsende auch noch den einzigen Menschen, für den sie etwas empfindet - durch die Dummheit eines Rückgrat-losen kanadischen Offiziers.
Mit "Zwartboek" ist Verhoeven wahrhaft Großes gelungen. Das beginnt schon bei der Annäherung an dieses brisante Thema. Denn bei ihm wird nicht schwarz-weiß gezeichnet. Jeder hat Dreck am Stecken, egal zu welcher Seite er gehört. Da gibt es den ehrenwerten Freiheitskämpfer, der gleichzeitig mit den Nazis kollaboriert und diesen reiche Juden ans Messer liefert. Aber auch den ranghohen SS-Offizier namens Müntze, der begriffen hat, dass der Krieg längst verloren ist. Um noch mehr Blutvergießen zu vermeiden, arbeitet er mit dem holländischen Untergrund zusammen, was ihm letztlich zum Verhängnis wird. Dieser Müntze wird verkörpert von Sebastian Koch, der nach seiner feinen Hauptrolle in "Das Leben der Anderen" hier erneut eine vielschichtige Figur meistert. Dennoch steht er im Schatten eines weiteren Deutschen, Waldemar Kobus, hierzulande vielbeschäftigter TV-Darsteller, von Verhoeven für die große Leinwand entdeckt. Seine Performance des überheblichen, eiskalten und gefühllosen Nazi-Schergen Franken stellt selbst Ralph Fiennes' Figur des Amon Goeth aus "Schindlers Liste" in den Schatten. Und ihm gegenüber steht die umwerfende Carice van Houten, Heldin, Hure, Heilige in Personalunion, eine Mata Hari, die nichts mehr zu verlieren hat und daher Tag für Tag alles riskieren kann. Van Houten, bei uns bisher nur durch eine Rolle in dem beachtenswerten Kinderfilm "Lepel" in Erscheinung getreten, erinnert mit ihrem unbekümmerten und freizügigen Spiel an Monique van de Ven, Heldin der Verhoeven-Filme "Türkische Früchte" und "Das Mädchen Keetje Tippel".
Wie man es hier überhaupt mit einem typischen Verhoeven-Film zu tun hat. So färbt sich van Houten, bevor sie zu den Nazis geht, nach dem Motto "wenn schon, dann perfekt" die Schamhaare blond, was Erinnerungen an die Verhörszene aus "Basic Instinct" wachruft. Dann wieder zeigt der Filmemacher - schonungslos und in Nahaufnahme wie zu besten "Flesh & Blood"-Zeiten - das von einer Kugel zerfetzte Gesicht jenes Anwalts, dessen titelgebendes "schwarze Buch" auch den letzten Verräter offenbaren wird. So ist Verhoevens erste Arbeit seit sechs Jahren nicht nur aus handwerklicher Sicht - von Karl Walter Lindenlaubs kompromissloser Kamera bis hin zu Wilbert van Dorps Setdesign - geglückt, sondern auch inhaltlich. Denn der Holländer geht nicht nur mit seinen Landsleuten, vor allem in ihrem unreflektierten Umgang mit vermeintlichen Nazi-Kollaborateuren, hart ins Gericht, sondern hält auch noch eine Botschaft bereit, die heute gültiger denn je ist: Das Kriegsende bedeutet noch lange nicht das Ende des Krieges. lasso.
| Darsteller: | Carice van Houten | als Rachel Stein | |
|---|---|---|---|
| Sebastian Koch | als Ludwig Müntze | ||
| Thom Hoffman | als Hans Akkermans | ||
| Halina Reijn | als Ronnie | ||
| Waldemar Kobus | als Günther Franken | ||
| Derek de Lint | als Gerben Kuipers | ||
| Christian Berkel | als General Käutner | ||
| Dolf De Vries | als Notary Smaal | ||
| Peter Blok | als Van Gein | ||
| Michiel Huisman | als Rob | ||
| Ronald Armbrust | als Tim Kuipers | ||
| Frank Lammers | als Kees | ||
| Matthias Schoenaerts | als Joop | ||
| Johnny de Mol | als Theo | ||
| Regie: | Paul Verhoeven | ||
| Buch: | Gerard Soeteman | ||
| Paul Verhoeven | |||
| Musik: | Anne Dudley | ||
| Kamera: | Karl Walter Lindenlaub | ||
| Produzent: | San Fu Maltha | ||
| Jens Meurer | |||
| Teun Hilte | |||
| Frans van Gestel | |||
| Jeroen Beker | |||
| Jos van der Linden | |||
Black Book in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Interviews, Trailer
Star
Carice van Houten
Niederländische Schauspielerin. Sie begann in vielfach ausgezeichneten Jugendfilmen ("Die geheimnisvolle Minusch"), wurde Star in der...
Star
Sebastian Koch
Als einer der meistbeschäftigten Charakterdarsteller Deutschlands ist Sebastian Koch sowohl auf der Bühne, im TV als auch im Kino zu Hause...
Registrieren



