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Black Dahlia

Brian De Palmas Verfilmung von James Ellroys Noir-Krimiklassiker über zwei Cops im L.A. des Jahres 1947, für die sich der legendäre (und in Wahrheit ungelöste) Mordfall an dem Sternchen Elizabeth Short als Schicksal erweist.


Black Dahlia

Leihvideo

Erhältlich seit:
09.02.2007

Originaltitel: The Black Dahlia

Thriller/ Kriminalfilm

USA/Deutschland 2006
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 16

Josh Hartnett
Scarlett Johansson
Aaron Eckhart

Regie: Brian De Palma
Warner Home Video Germany

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Brian De Palma verfilmt James Ellroy: knallhart, tiefschwarz und gnadenlos. Ein bildgewaltiges Epos, das der Vorlage in allen Belangen gerecht wird.

Bleichert und Blanchard versuchen, den Fall zu lösen (Foto: Warner) Großansicht

Bleichert und Blanchard versuchen, den Fall zu lösen (Foto: Warner)

Im Jahr 1947 entdecken Passanten auf einem leer stehenden Grundstück in Los Angeles eine grausam zugerichtete Frauenleiche. Ihr Rumpf ist durchtrennt, der Mund zu einem grotesken Lachen aufgeschnitten. Die Ermordete wird als Starlet Elizabeth Short identifiziert, ihr Mörder nie gefunden. Als "The Black Dahlia" hält der bizarre Fall Einzug in die Kriminalgeschichte, James Ellroy fiktionalisiert ihn unter gleichem Titel als Auftakt seiner L.A.-Tetralogie.

Lange Zeit galten die Romane wegen ihrer komplexen Struktur und der zahlreichen Nebenhandlungen als unverfilmbar, bis Curtis Hanson vor knapp zehn Jahren mit "L.A. Confidential" das Gegenteil bewies. Nun hat Brian De Palma das erste Buch adaptiert.

Kay Lake bricht die Männerherzen (Foto: Warner) Großansicht

Kay Lake bricht die Männerherzen (Foto: Warner)

Gewaltvisionen und Abgründe

Tiefschwarz, realitätsnah und überaus handfest gehen zwei befreundete, grundverschiedene Cops (Aaron Eckhart & Josh Hartnett) in der Stadt der (gefallenen) Engel auf Tätersuche, stoßen dabei auf korrupte Kollegen, machtgeile Politiker, knallharte Gangster und intrigante Frauen. Seelische Abgründe tun sich auf und paranoide Gewaltvisionen füllen die Leinwand.

Kameramann Vilmos Zsigmond ("Heaven's Gate") zeigt sich auf der Höhe seiner Kunst, ebenso Produktionsdesigner Dante Ferretti ("Gangs of New York"). Streckenweise an "Chinatown" erinnernd, entwirft Hitchcock-Adept De Palma in seinem bislang vielleicht stimmigsten Werk ein virtuoses Neo-Noir-Puzzle, das von einem vorzüglichen Ensemble getragen wird.

Black Dahlia

Knapp zehn Jahre nach Curtis Hansons großem Wurf "L.A. Confidential" folgt mit "Die schwarze Dahlie" die lange geplante Verfilmung eines weiteren Romans aus James Ellroys wegweisendem L.A.-Quartett.

Am 15. Januar 1947 fanden Passanten auf einem leerstehenden Grundstück die grausam zugerichtete Leiche des Starlets Elizabeth Short: Sie war in zwei Hälften zertrennt, ihre Beine waren mehrfach gebrochen, ihr Mund war zu einem grotesken Lachen bis zu den Ohren aufgeschnitten. Für James Ellroy war der nie aufgeklärte Mordfall der "Schwarzen Dahlie" Ausgangspunkt für einen furiosen fiktiven Krimi, mit dem er 1987 sein viel gerühmtes L.A.-Quartett ("L.A. Confidential" war Teil drei der Reihe) eröffnete: ein lustvoll in die Zeit eintauchendes, wilde Haken schlagendes Kaleidoskop über die verruchten und dekadenten Schattenseiten der Stadt der Engel, festgemacht an der Geschichte zweier Cops, beste Freunde und Rivalen, die, jeder für sich, eine regelrecht pathologische Obsession für Elizabeth Short entwickeln und einen hohen Preis dafür bezahlen müssen. Ein Roman wie eine offene Wunde, episch angelegt und kompromisslos im Stakkato eines Mickey Spillane erzählt. Mehr als zehn Jahre wurde um die Verfilmung gekämpft. Dass sie schließlich mit Brian De Palma als Regisseur realisiert wurde, ist ein Glücksfall. Viele der angerissenen Themen, allen voran Besessenheit, Voyeurismus und sexuelle Abartigkeit, tauchen immer wieder im Werk von Hitchcocks gelehrigsten Schüler auf. Sein Gefühl für die Ära hatte bereits "The Untouchables" zu einem Meisterwerk gemacht. Kein Wunder also, dass De Palma, unterstützt von seinem Kameramann Vilmos Zsigmond, mit dem er seit "Fegefeuer der Eitelkeiten" nicht mehr gearbeitet hat, auf der Höhe seiner Kunst agiert: Einzelne Plansequenzen sind an Suspense und technischer Virtuosität kaum zu überbieten: Vor allem eine Kranfahrt, die einem Flüchtenden bei einer Schießerei aus einem Haus folgt und wie zufällig einen beiläufigen ersten Blick auf die Leiche der schwarzen Dahlie auf dem dahinter liegenden Grundstück gestattet, um wieder zur Schießerei zurückzukehren, gehört zum Besten, was De Palma jemals gemacht hat. Überhaupt kann er sich bei seinem fast komplett in Bulgarien gedrehten Film auf Topleistungen der künstlerischen Abteilungen verlassen: Wie in "Chinatown" schimmern die Dekors in einem beinahe unechten Glanz, als würde man die Verdorbenheit der gezeigten Welt allein an der Textur erkennen. In diesem fast artifiziellen Ambiente bewegen sich die beiden von Josh Hartnett und Aaron Eckhart gespielten Cops Bleichert und Blanchard, die sich bei einem Boxkampf anfreunden und schließlich zwischen der blonden Madonna Scarlett Johansson und der dunklen Hure Hilary Swank oszillieren und in einem Flammenball aus Korruption, Betrug und Dekadenz unterzugehen drohen. Das ist sattes, großes Kino mit der Pracht einer Oper - auch wenn das Drehbuch nicht immer mithalten kann mit der Wucht der Inszenierung und damit sich die Emotion der Geschichte nicht immer mit der gewünschten Effizienz entfaltet. Sämtliche Beteiligte können dennoch stolz sein: Ihre "schwarze Dahlie" erblüht mit morbidem Glamour. ts.

Darsteller:  Josh Hartnett   als Bucky Bleichert
  Scarlett Johansson   als Kay Lake
  Aaron Eckhart   als Lee Blanchard
  Hilary Swank   als Madeleine Linscott
  Mia Kirshner   als Elizabeth Short
  Mike Starr   als Russ Millard
  Fiona Shaw   als Ramona Linscott
  Patrick Fischler   als Ellis Loew
  James Otis   als Dolph Bleichert
  John Kavanagh   als Emmett Linscott
  Troy Evans   als Chief T. Green
  Anthony Russell   als Morrie Friedman
  Pepe Serna   als Dos Santos
  Angus MacInnes   als Capt. John Tierney
  Rachel Miner   als Martha Linscott
  Victor McGuire   als Bill Koenig
  Gregg Henry   als Peter Lukins
  Jemima Rooper   als Lorna Mertz
  Rose McGowan   als Sheryl Saddon
 
Regie:  Brian De Palma  
Buch:  Josh Friedman  
Musik:  Mark Isham  
Kamera:  Vilmos Zsigmond  
Produzent:  Art Linson  
  Rudy Cohen  
  Moshe Diamant  
  Avi Lerner  

Jessica Biel bespitzelt Schwägerin

Eben noch ließ sie einen vorgeblich schwulen Feuerwehrmann ihre Brüste betatschen, nun heftet sie sich an die Fersen einer Femme fatale um ihren Bruder zu schützen.

Ihr vergeht bald das Lachen: Jessica Biel (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Ihr vergeht bald das Lachen: Jessica Biel (Foto: Kurt Krieger)

Größer könnte der Unterschied für Jessica Biel kaum sein. Nachdem sie im Überraschungshit "Chuck und Larry" in unverblümter Komödien-Manier Adam Sandler mit der Echtheit ihrer weiblichen Kurven beeindruckte, macht die sexy Schauspielerin im Thriller "Die A Little" richtig ernst. Sie spielt die Schwester eines Cops in Los Angeles, der eine Kostümbildnerin heiratet. Doch die Schneiderin hat eine verdammt dunkle Vergangenheit.

Vorlage ist der gleichnamige Erfolgsroman von Megan Abbott. Während dieser jedoch im Jahr 1954 angesiedelt ist, soll die Verfilmung in der Gegenwart spielen. Der Clou des Romans ist der Abstieg von Jessica Biels Figur aus der behüteten Welt einer Lehrerin in die dunklen Gassen und Hinterhöfe der Gangsterwelt von Los Angeles.

Mit Quentins Kumpel im Dunkeln munkeln

"Die A Little" wird übrigens oft mit den Romanen von James Ellroy verglichen, die im Fall von "L.A. Confidential", "Dark Blue" oder "Black Dahlia" auch den Weg ins Kino fanden - und eine durch und durch verdorbene Welt auf die Leinwand zeichneten. Da passt es, dass sich Jessica Biel, die den neuen Film auch selbst produziert, mit einem langjährigen Weggefährten von Quentin Tarantino zusammengetan hat: Koproduzent Richard N. Gladstein hatte bei "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" die Finger im Spiel, ebenso wie bei "Die Bourne Identität".

Klingt nach einem äußerst viel versprechenden Projekt für Jessy!

 

Black Dahlia in der Fotoshow

 

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