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Blair Witch 2

Fortsetzung der Hexenjagd von 1999, in der wieder einige Jugendliche nach den Ursprüngen der Hexe von Blair forschen.


Blair Witch 2

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Erhältlich seit:
02.08.2001

Originaltitel: Blair Witch 2: Book of Shadows

Horror

USA 2000
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 16

Jeffrey Donovan
Kim Director
Erica Leerhsen

Regie: Joe Berlinger
Highlight Communications (Deutschland)

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Blair Witch 2

Nach dem phänomenalen Welterfolg des Amateurfilmes "Blair Witch Project" beschließt der von der Hexenlegende angesteckte Ex-Psychiatrie-Insasse Jeff Donavan, Touristentouren für solvente Film- bzw. Okkultismusfreaks in die Wälder von Burkitsville, Maryland, zu veranstalten. Gleich seine erste Expedition gerät zum Fiasko, als die vier Teilnehmer nach einer drogenumnebelten Nacht im Wald mit rund fünfstündigem Blackout erwachen und auf ihren Videotapes die Entdeckung machen müssen, dass in dieser Zeit manch Unschönes geschah.

Weniger ein Sequel zum "Blair Witch Project" als ein eigenständiger Horrorfilm mit eher diffusen Bezügen zum Vorgänger erwartet den geneigten Horrorkonsument im offiziellen Nachfolger des spottbilligst produzierten Überraschungerfolg der internationalen Kinosaison 1999. Puristen werden von der professionellen Machart und konventionellen Erzählstruktur des Sequels enttäuscht sein, doch kommt dafür nun auch jener Kundenkreis auf seine Kosten, dem die Wackeloptik des Vorgängers auf die Nerven ging.

Blair Witch 2

Pünktlch zu Halloween (und ein Jahr, nachdem das für 30.000 Dollar entstandene Original als profitabelster Film aller Zeiten weltweit etwa das 100.000-fache seiner Produktionskosten einspielte) geht die Hexenjagd von Burkittsville in ihre nächste Runde. Obwohl von Dokumentarspezialist Joe Berlinger (geniale Idee) in Szene gesetzt, setzte man beim diesmaligen Ausflug in den tiefen finsteren Wald auf eine als solche erkennbare Spielfilmform - aber auch auf altbekannte Horrorformeln, die den sichtlich unter höchstem Zeitdruck zusammengekleisterten Film in den Einzelteilen zwar genießbar machen. Als Summe jedoch enttäuscht das Sequel, das zu viele Fragen stellt, die nicht beantwortet werden, anstatt sein Publikum rechtschaffen zu gruseln.

Das Konzept von "Blair Witch Project" war genial: Indem man darauf bestand, hier Originalbänder von drei verschwundenen Filmstudenten zu zeigen, befreite man sich von allen Restriktionen des konventionellen Storytelling. Durch den Kunstgriff hatten Daniel Myrick und Eduardo Sanchez (die nichts mit der Fortsetzung zu tun haben) absolut freie Hand. Alles ist möglich, sagte der Film, und er sagte es so glaubhaft, dass die Angst der Protagonisten eins wurde mit den Gefühlen des Zuschauers. Dass letztlich eigentlich gar nichts passierte, spielte keine Rolle: Man erlebte "Blair Witch Project" nicht als Film, sondern hautnah als ungeschminktes Abbild der Realität.

Die Fortsetzung tut gut daran, diesen Effekt nicht duplizieren zu wollen. Folgerichtig entschied sich Joe Berlinger dafür, das vor dem Vorspann als "fiktionelle Nachstellung wahrer Ereignisse" genannte Sequel wie einen Spielfilm aussehen zu lassen. Soll heißen: Wackelkamera und Improvisation ade. Hier stammen die Bilder zumeist von einem außenstehenden Dritten, der nicht in die Handlung eingreift. Die Szenen sind ausgeleuchtet, ein Schnitt verleiht Kohärenz und Rhythmus, eine Mischung aus Score und Songs (von Metalheroen wie Marilyn Manson oder Queens of the Stone Age - der Soundtrack will ja auch verkauft werden) schafft Stimmung, und ein Drehbuch treibt die Handlung voran. Einem Regelwerk will sich Berlinger dennoch nicht unterwerfen. Ein Fehler: Mit irritierender Beliebigkeit spult er die Geschehnisse ab, ohne einen Fokus zu finden oder die nötige Spannung aufzubauen, die sich in einem Showdown entladen könnte: Die meiste Zeit zeigt er seine Protagonisten vor einem Videobildschirm beim Suchen nach Erklärungen - ohne diese anzubieten. Die Hexe war's - das muss reichen.

Der Beginn ist vielversprechend. Er knüpft nicht an die Ereignisse von "Blair Witch Project" an, sondern postmodern an den Erfolg des Kinofilms, der eine Horde morbider Fans auf den Spuren der Hexe in das einst verschlafene Burkittsville treibt. Im Rahmen der "Blair Witch Hunt" besuchen vier Interessierte - die Wicca-Hexe Erica, Gothrock-Grufti-Girl Kim, die Anthropologen Stephen und Tristen - unter Führung des findigen Jeff den Ort, an dem man vermeintlich die Filmaufnahmen des ersten "Blair Witch"-Trupps fand, und campieren dort. Am nächsten Morgen sind die aufgestellten Kameras verwüstet, und das Quintett rätselt über einen mehrstündigen Blackout. Mit Geräuschen aus dem Nichts und unheilvollen Vorahnungen Kims steigert Berlinger effektiv die bedrohliche Atmosphäre. Dann jedoch ziehen sich die Fünf in Jeffs Domizil zurück, um die fehlenden Stunden zu rekonstruieren, und entdecken, dass sie nicht allein sind.

Wie ein ehemaliger Psychiatrie-Insasse und Tunichtgut wie Jeff an ein riesiges Fabrikgebäude inklusive teuerstem Überwachungsequipment gekommen sein könnte, ist nur die unwichtigste Frage, die Berlinger nicht beantworten kann. Während zwischen 35-mm-Material - so erleben Jeff und Co. die Ereignisse - und Videoaufnahmen - die leicht divergierende Realität - geschnitten wird, um nicht allzu glaubhaft Licht ins Dunkel zu bringen, entwickelt sich nicht das zu erwartende Spukhausszenario (immerhin stammt das Drehbuch vom Autoren von "House on Haunted Hill"), sondern ein konfus-beliebiges Psychodrama, das in Mord und Totschlag und der Verhaftung der Überlebenden mündet. Anstatt das Publikum in die Handlung zu involvieren, gibt Berlinger Rätsel über Rätsel auf. Neues zum Blair-Witch-Mythos oder gar der Hexe selbst, haben die Filmemacher nicht zu sagen, dafür aber wenig Überzeugendes zum Thema Film und Gewalt. Einem fulminanten Kinostart - in den USA wie in Deutschland - sollten die Defizite nicht im Weg stehen. Aber es bedarf wohl der Intervention der Hexe von Blair höchstpersönlich, wenn das Sequel selbst länger überleben soll als zwei der bedauernswerten Jugendlichen im Film. ts.

Darsteller:  Jeffrey Donovan   als Jeff
  Kim Director   als Kim
  Erica Leerhsen   als Erica
  Tristen Skylar   als Tristen
  Stephen Barker Turner   als Stephen
  Kurt Loder  
  Chuck Scarborough  
 
Regie:  Joe Berlinger  
Buch:  Dick Beebe  
  Joe Berlinger  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Nancy Schreiber  
Produzent:  Bill Carraro  
 

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