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Blueberry und der Fluch der Dämonen

Bildgewaltiger, französischer Western nach der berühmten Comicreihe über einen U.S. Marshall und seinen Kampf gegen seinen Erzfeind.


Blueberry und der Fluch der Dämonen

Leihvideo

Erhältlich seit:
14.12.2004

Originaltitel: Blueberry

Western/ Fantasy

Frankreich 2004
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12

Vincent Cassel
Juliette Lewis
Michael Madsen

Regie: Jan Kounen
Universum Film

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Vincent Cassel im Kampf gegen Schurken, böse Geister - und seine inneren Dämonen.

Unerschrockener Held: Marshall Blueberry (Foto: Tobis) Großansicht

Unerschrockener Held: Marshall Blueberry (Foto: Tobis)

Mike Blueberry (Vincent Cassel) ist ein echter Mann des Wilden Westens, ein Melancholiker und Whiskey-Trinker, der sich in Gesellschaft von Indianern wohler fühlt als bei den Bleichgesichtern.

Seine Lebensenergie reicht gerade noch für seinen Job als schroffer Marshall im ruhigen Städtchen Palomito. Doch der Glauben an die Liebe und an sich selbst ist irgendwo verloren gegangen.

Bis eines Tages der Mann in die Stadt kommt, der Blueberrys Leben einst ruiniert hat: Wally Blount (Michael Madsen).

Country-Lady Maria (Foto: Tobis) Großansicht

Country-Lady Maria (Foto: Tobis)

Eindringling und Erzfeind

Der Schurke zieht auf der Suche nach einer sagen umwobenen Goldmine eine blutige Spur durchs Land und schreckt auch nicht davor zurück, in die "Heiligen Berge" der Indianer einzudringen.

Mit der taffen Sängerin Maria (Juliette Lewis) und dem mysteriösen Indianer Runi zieht Blueberry gegen seinen Erzfeind zu Felde.

Es geht nicht nur um Recht und Gesetz. Er muss sich mit indianischer "Medizin" von den Dämonen seiner Vergangenheit befreien, um Wally schlagen zu können...

Die geheimnisvollen, magischen Berge der Indianer. Ein Ort, wo man sich verliert - oder abhebt (Foto: Tobis) Großansicht

Die geheimnisvollen, magischen Berge der Indianer. Ein Ort, wo man sich verliert - oder abhebt (Foto: Tobis)

Der Geist der Indianer

Nach der Vorlage der legendären "Blueberry"-Comics ist "Dobermann"-Regisseur Jan Kounen eine noch nie gesehene Verbindung von klassischen Western-Elementen mit psychedelischen Bildern geglückt.

Mit rasanten Schnitten, Zooms und modernster Tricktechnik erfindet er magische Perspektiven für Blueberrys Begegnung mit dem spirituellen Leben der Indianer.

Eine Odyssee, die mit Frankreichs Super-Star Vincent Cassel ("Die purpurnen Flüsse") und Hollywood-Quertreiberin Juliette Lewis ("Natural Born Killers") erstklassig besetzt ist. Ein überwältigender Wild-West-Trip.

Blueberry und der Fluch der Dämonen

Üppig budgetiert und dekorativ visualisiert, wagt die erste Realverfilmung des französischen Kultcomics von Jean Giraud und Jean Michel Charlier eine Spiritualisierung des Westerns, lässt den Titelhelden seinen zentralen Kampf in der Welt der Geister austragen, die bisher nur Indianern offen stand. Für diese Bewusstseinserweiterung müssen jedoch als Nebenwirkungen Verlustgefühle in Dramatik, Spannung und erzählerischer Kohärenz in Kauf genommen werden. In den französischen Kinos reagierte man auf diese prominent besetzte 37-Millionen-Euro-Genrevariation reserviert, woraus sich schließen lässt, dass im Kino immer noch dramatische gegenüber halluzinogenen Erfahrungen bevorzugt werden.

"Eine Jan Kounen Session" heißt es im Abspann, was man als europäische Antwort auf den "Spike Lee Joint" oder als verkürzten Hinweis auf das Motivationsniveau des Regisseurs deuten kann. Obsession des gebürtigen Niederländers ("Dobermann") ist nicht der seit 40 Jahren verehrte Comic und dessen Welt, sondern eine mystische Neudeutung, die sich davon entfernt. Grundlage für das in Dialogen und Charakterzeichnung skizzenhafte Drehbuch sind zwei 1969 und 1970 erschienene Alben der Blueberry-Reihe, die im Laufe der Jahre auch Hollywood-Veteranen wie Walter Hill zu einer Verfilmung reizte. Aus dem Abenteuer-Comic schuf Kounen eine rätselhafte Melange aus Western und kosmischem Trip, der an der Blueberry-Basis vorbeidriftet und noch mehr als "The Missing" den Schamanismus zum Handlungsträger macht. "Ich verlasse diese Welt", heißt konsequent Blueberrys eröffnende Absichtserklärung, bevor uns der Film zurück in seine Biographie führt. Kaum auf der Farm seines Onkels angekommen, verliebt sich Blueberry (Vincent Cassel) in eine junge Prostituierte, die vor seinen Augen, so seine Erinnerung, vom Banditen Blount (Michael Madsen) getötet wird. Jahre später, unter Indianern erwachsen geworden, ist er nun Marshall, ohne sich im Film wirklich als solcher zu qualifizieren. Kounens Blueberry ist ein reservierter Melancholiker, kein Actionheld und erlebt den Showdown demzufolge auch nicht in einer Dimension des Handelns. Der etwas verworrene Plot führt den Nihilisten Blount wieder zurück in Blueberrys Leben, um in den "Heiligen Bergen" der Indianer deren großes Geheimnis, die Welt der Toten bereisen zu können, zu erfahren. Bevor es für beide Männer in einem Special-Effects-satten Trip dazu kommt, hakt der Film Western-typische Actionstandards ab, darunter auch eine Indianerattacke, die visuell, wenn auch nicht strategisch überzeugt.

Im Wirkungsgrad bleiben diese Sequenzen oft hinter ihrem Potenzial zurück, weil man die Charaktere nicht genügend kennen lernt, es an Spannungsaufbau fehlt und der Film oft unvorbereitet in eine Situation zappt und sie auch zu schnell wieder verlässt. Vertraute Westernlandschaften bereist der in Mexiko und Spanien gedrehte optisch eindrucksvolle Film nur geographisch, legt seinen Schwerpunkt auf eine relativ undramatische spirituelle Erfahrung, die aufwändig visualisiert ist, aber mit ihrem digitalen Tentakel- und Schlangeninferno Assoziationen an "Matrix" weckt. Dieser Trip endet für Blount im Nichts, was für einen Nihilisten keine Enttäuschung darstellt, für Blueberry im hüllenlosen Tümpeltauchen mit der Frau, die ihn liebt. Als Zuschauer bleibt man unerfüllter, wünschte man sich weniger Dämonen, mehr Drama. kob.

Darsteller:  Vincent Cassel   als Mike Blueberry
  Juliette Lewis   als Maria Sullivan
  Michael Madsen   als Wallace S. Blount
  Temuera Morrison   als Runi
  Ernest Borgnine   als Rolling Star
  Djimon Hounsou   als Woodhead
  Eddie Izzard   als Prosit
  Geoffrey Lewis   als Sullivan
  Colm Meaney   als McClure
  Hugh O'Connor   als Mike Blueberry, jung
  Vahina Giocante   als Madeleine
 
Regie:  Jan Kounen  
Buch:  Gérard Brach  
  Matt Alexander  
  Jan Kounen  
Musik:  Jean-Jacques Hertz  
  François Roy  
Kamera:  Tetsuo Nagata  
Produzent:  Thomas Langmann  
  Ariel Zeitoun  
 

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