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Leihvideo
Erhältlich seit:
14.12.2004
Originaltitel: Blueberry
Frankreich 2004
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12
Vincent Cassel
Juliette Lewis
Michael Madsen
Regie: Jan Kounen
Universum Film

Üppig budgetiert und dekorativ visualisiert, wagt die erste Realverfilmung des französischen Kultcomics von Jean Giraud und Jean Michel Charlier eine Spiritualisierung des Westerns, lässt den Titelhelden seinen zentralen Kampf in der Welt der Geister austragen, die bisher nur Indianern offen stand. Für diese Bewusstseinserweiterung müssen jedoch als Nebenwirkungen Verlustgefühle in Dramatik, Spannung und erzählerischer Kohärenz in Kauf genommen werden. In den französischen Kinos reagierte man auf diese prominent besetzte 37-Millionen-Euro-Genrevariation reserviert, woraus sich schließen lässt, dass im Kino immer noch dramatische gegenüber halluzinogenen Erfahrungen bevorzugt werden.
"Eine Jan Kounen Session" heißt es im Abspann, was man als europäische Antwort auf den "Spike Lee Joint" oder als verkürzten Hinweis auf das Motivationsniveau des Regisseurs deuten kann. Obsession des gebürtigen Niederländers ("Dobermann") ist nicht der seit 40 Jahren verehrte Comic und dessen Welt, sondern eine mystische Neudeutung, die sich davon entfernt. Grundlage für das in Dialogen und Charakterzeichnung skizzenhafte Drehbuch sind zwei 1969 und 1970 erschienene Alben der Blueberry-Reihe, die im Laufe der Jahre auch Hollywood-Veteranen wie Walter Hill zu einer Verfilmung reizte. Aus dem Abenteuer-Comic schuf Kounen eine rätselhafte Melange aus Western und kosmischem Trip, der an der Blueberry-Basis vorbeidriftet und noch mehr als "The Missing" den Schamanismus zum Handlungsträger macht. "Ich verlasse diese Welt", heißt konsequent Blueberrys eröffnende Absichtserklärung, bevor uns der Film zurück in seine Biographie führt. Kaum auf der Farm seines Onkels angekommen, verliebt sich Blueberry (Vincent Cassel) in eine junge Prostituierte, die vor seinen Augen, so seine Erinnerung, vom Banditen Blount (Michael Madsen) getötet wird. Jahre später, unter Indianern erwachsen geworden, ist er nun Marshall, ohne sich im Film wirklich als solcher zu qualifizieren. Kounens Blueberry ist ein reservierter Melancholiker, kein Actionheld und erlebt den Showdown demzufolge auch nicht in einer Dimension des Handelns. Der etwas verworrene Plot führt den Nihilisten Blount wieder zurück in Blueberrys Leben, um in den "Heiligen Bergen" der Indianer deren großes Geheimnis, die Welt der Toten bereisen zu können, zu erfahren. Bevor es für beide Männer in einem Special-Effects-satten Trip dazu kommt, hakt der Film Western-typische Actionstandards ab, darunter auch eine Indianerattacke, die visuell, wenn auch nicht strategisch überzeugt.
Im Wirkungsgrad bleiben diese Sequenzen oft hinter ihrem Potenzial zurück, weil man die Charaktere nicht genügend kennen lernt, es an Spannungsaufbau fehlt und der Film oft unvorbereitet in eine Situation zappt und sie auch zu schnell wieder verlässt. Vertraute Westernlandschaften bereist der in Mexiko und Spanien gedrehte optisch eindrucksvolle Film nur geographisch, legt seinen Schwerpunkt auf eine relativ undramatische spirituelle Erfahrung, die aufwändig visualisiert ist, aber mit ihrem digitalen Tentakel- und Schlangeninferno Assoziationen an "Matrix" weckt. Dieser Trip endet für Blount im Nichts, was für einen Nihilisten keine Enttäuschung darstellt, für Blueberry im hüllenlosen Tümpeltauchen mit der Frau, die ihn liebt. Als Zuschauer bleibt man unerfüllter, wünschte man sich weniger Dämonen, mehr Drama. kob.
| Darsteller: | Vincent Cassel | als Mike Blueberry | |
|---|---|---|---|
| Juliette Lewis | als Maria Sullivan | ||
| Michael Madsen | als Wallace S. Blount | ||
| Temuera Morrison | als Runi | ||
| Ernest Borgnine | als Rolling Star | ||
| Djimon Hounsou | als Woodhead | ||
| Eddie Izzard | als Prosit | ||
| Geoffrey Lewis | als Sullivan | ||
| Colm Meaney | als McClure | ||
| Hugh O'Connor | als Mike Blueberry, jung | ||
| Vahina Giocante | als Madeleine | ||
| Regie: | Jan Kounen | ||
| Buch: | Gérard Brach | ||
| Matt Alexander | |||
| Jan Kounen | |||
| Musik: | Jean-Jacques Hertz | ||
| François Roy | |||
| Kamera: | Tetsuo Nagata | ||
| Produzent: | Thomas Langmann | ||
| Ariel Zeitoun | |||
Blueberry und der Fluch der Dämonen in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
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