Ende der 1970er-Jahre brüskiert Folk-Rock-Barde Bob Dylan einmal mehr in seiner Laufbahn Fans wie Kritiker. Denn die Studioalben und angekoppelte Tourneen dieser Zeit reflektieren ausschließlich die gerade vollzogene Konversion des Musikers zu einem missionarischen Christentum. Als Dylan letztlich diese Eindimensionalität im künstlerischen Ausdruck überwindet, setzt Mitte der 1980er-Jahre ein teils massiver Qualitätsverlust im musikalischen Werk ein. Erst Ausgang der Dekade bieten sich wieder nachhaltige Lichtblicke.
Vorliegende Dylan-Doku von 2008 ist als Teil einer Film-Reihe zu verstehen, die sich an einzelnen seiner Karriereabschnitte orientiert. Ohne Billigung und Unterstützung von dessen Seite zustande gekommen, pflegt sie eine angemessene Haltung respektvollen, aber kritischen Umgangs. Obwohl man bezüglich Dylans christlicher Phase ruhig noch mehr in die Tiefe hätte gehen können, so wird der Rest der 1980er-Jahre doch fundiert analysiert. Auch am damaligen Schaffen des Protagonisten unmittelbar Beteiligte äußern sich.