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Kaufvideo
Erhältlich seit:
25.09.2009
Deutschland 2009
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12
Anna Loos
Thure Riefenstein
Andreas Pietschmann
Regie: Oliver Dommenget
Lighthouse Home Entertainment Vertriebs GmbH & Co. KG

Hätte Sat.1 diesen Film "Das Wunder von Böseckendorf" genannt, der Titel wäre keinesfalls übertrieben gewesen: Im Herbst 1961 ist es einem beinahe kompletten thüringischen Dorf gelungen, den "antifaschistischen Schutzwall" zu überwinden und in den Westen zu flüchten.
Hauptfigur der Geschichte ist die von Anna Loos unprätentiös und bodenständig verkörperte Frau des Bürgermeisters: Tonia Lantz schleust heimlich und ohne Wissen ihres Mannes (Thure Riefenstein) Flüchtlinge über die nahe Grenze. Als Lantz durch Zufall Einblick in eine Stasi-Akte bekommt, wird ihm klar, dass dem Ort eine Zwangsumsieldung droht: Böseckendorf ist bei der SED wegen seiner Renitenz berüchtigt, die Systemfeinde sollen bei Nacht und Nebel deportiert werden. Tonia überredet Manni und ihre Freunde zur kollektiven Flucht. Allerdings gibt es einen Stasi-Spitzel in ihren Reihen. Um den Verräter und damit auch die Stasi-Offizierin Marx (Rebecca Immanuel) zu täuschen, riskiert Tonia die eigene Festnahme und lässt sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein.
Das Buch stammt von Daniel Maximilian und Thomas Pauli (nach einer Vorlage von Sönke Lars Neuwöhner und Sven Poser), Regie führte Oliver Dommenget. Die Geschichte der Massenflucht wird zwar unspektakulär, aber dank starker Hauptfiguren auf ähnlich hohem Niveau wie die "Event"-Filme erzählt; und vor allem nicht minder fesselnd. Natürlich wird die Handlung durch verschiedene Nebenebenen mit großen und kleinen Schicksalen zugespitzt: Tonias Vater (Horst Janson), der Dorfpfarrer, ist zwei Jahrzehnte zuvor mit seiner Tochter den Nazis entkommen und will nicht schon wieder weglaufen; Manni ist gar nicht begeistert, dass ein (damals noch nicht so genannter) Wessi (Andreas Pietschmann) Tonia schöne Augen macht; und bei der hochschwangeren Christa (Esther Zimmering) setzen die Wehen ausgerechnet mitten in der Flucht ein.
Dank des überschaubaren Ensembles und der Konzentration auf das eine schlagzeilenträchtige Ereignis ist "Böseckendorf" nicht mit aufwändigen Mehrteilern wie etwa "Wir sind das Volk" zu vergleichen. Ob die Auswahl der Darsteller nun eine Frage des Geldes war oder ob man bewusst auf die üblichen Namen verzichtet hat, sei dahingestellt; dem Film hat es jedenfalls nicht geschadet, im Gegenteil. Die Filmmusik von Jörg Rausch würde allerdings auch einem Kinofilm Ehre machen. Dafür hapert's mitunter im Detail: Eingedeutschte Anglizismen wie "Habt einen schönen Tag" waren 1961 nicht mal im Westen geläufig, geschweige denn im Osten. Und dass am Ende ausgerechnet die mit Rebecca Immanuel geschickt gegen das sympathische Image besetzte Stasi-Frau ihr Herz für die Flüchtlinge entdeckt, ist zwar eher unglaubwürdig, ebnet aber den Weg zum Happy End. tpg.
Deutschland im Oktober 1961: Zwei Monate nach dem Mauerbau in Berlin sichert das DDR-Regime landesweit die Grenze des Arbeiter- und Bauernstaates zum Klassenfeind gen Westen ab. Um dies zu gewährleisten, ordnet die Führung auch den "Gebrauch von Schusswaffen gegen Republikflüchtlinge' an. Im grenznahen Böseckendorf will man sich mit dieser Entwicklung nicht abfinden, was dem Regime natürlich nicht lange verborgen bleibt. Als einer der Bewohner durch Zufall vom geheimen Plan der SED-Bezirksleitung erfährt, dass alle renitenten Bewohner bereits in wenigen Tagen zwangsumgesiedelt werden sollen, beschließen die Böseckendorfer spontan ihre Massenflucht aus der Republik. Aber kann ein ganzes Dorf über Nacht unbemerkt der DDR-Staatsgewalt entfliehen?
Quelle: Lighthouse
| Darsteller: | Anna Loos | als Tonia Lantz | |
|---|---|---|---|
| Thure Riefenstein | als Manni Lantz | ||
| Andreas Pietschmann | als Harald Bittmann | ||
| Rebecca Immanuel | als Jutta Marx | ||
| Horst Janson | als Pfarrer | ||
| Esther Zimmering | als Christa | ||
| Rainer Piwek | als Karl | ||
| Johannes Brandrup | als Robert Grewe | ||
| Axel Wedekind | als Genosse Wöhler | ||
| Caroline Grothgar | als Gerda | ||
| Annika Kuhl | als Bea | ||
| Marie Gruber | als Elli | ||
| Wolfgang Packhäuser | als Günther | ||
| Paula Hartmann | als Simone | ||
| Regie: | Oliver Dommenget | ||
| Buch: | Daniel Maximilian | ||
| Thomas Pauli | |||
| Musik: | Jörg Rausch | ||
| Kamera: | Georgij Pestov | ||
| Produzent: | Ica Souvignier | ||
| Michael Souvignier | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 1:1,78
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