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Born to Be Wild - Saumäßig unterwegs

Buddy-Movie mit Starbesetzung und vielen Motorrädern.


Born to Be Wild - Saumäßig unterwegs

Leihvideo

Erhältlich seit:
23.08.2007

Originaltitel: Wild Hogs

Komödie

USA 2007
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12

John Travolta
Tim Allen
Martin Lawrence

Regie: Walt Becker
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Volles Rohr auf dem heißen Feuerstuhl: Hollywoods erste Garde lässt als wilde Biker den Highway erbeben.

Ein gemütliches Bett wäre für die Herren auch recht nett (Foto: Buena Vista) Großansicht

Ein gemütliches Bett wäre für die Herren auch recht nett (Foto: Buena Vista)

Wo sind sie hin, die "good old times"? Das fragen sich vier nicht mehr ganz junge Freunde aus Cincinnati: Zahnarzt Doug (Tim Allen) kann keine Zähne mehr sehen und muss sich vom Junk Food futternden Sohn auf der Nase herumtanzen lassen. Auch Klempner Bobby (Martin Lawrence) hat zu Hause nicht viel zu melden, versucht seit einem Jahr vergeblich ein Buch zu schreiben und wird von seiner resoluten Frau zum Klo-Reparieren geschickt. Playboy Woodys (John Travolta) Geld und Gattin sind futsch und Computerexperte Dudley (William H. Macy) weiß schon lang nicht mehr, wie sich eine Frau anfühlt.

Um dem Alltag zu entkommen, holt das kuriose Herrenquartett in den besten Jahren die Ledermontur aus dem Keller, schwingt sich in den Sattel der alten Harleys und mit Power geht's los. So richtig Stimmung will aber nicht aufkommen, trotz Lagerfeuer, Schlafsack und Nacktbaden in der Wildnis, denn der freiheitliche Spirit von einst ist längst dahin. Und "born to be wild" sind die müden Mittelschichtmänner auch nicht mehr.

Mit den "Del Fuegos" ist nicht zu spaßen (Foto: Buena Vista) Großansicht

Mit den "Del Fuegos" ist nicht zu spaßen (Foto: Buena Vista)

Feuer unterm Hintern

Erst als die "Wild Hogs" auf dem Weg nach Nirgendwo ein Bierchen in einer Biker-Kneipe am Straßenrand zischen wollen, gibt's Action. Denn die lokale, auf Krawall gebürstete Bikergang "Del Fuegos" macht sich einen Spaß daraus, die Städter aus ihrem Revier zu verjagen.

Als Woody auf die dumme Idee kommt, sich an den Rowdies zu rächen und dabei versehentlich deren Stammlokal abfackelt, krempeln die wilden Typen die Lederjackenärmel hoch und fordern die Möchtegern-Easy Rider zum ultimativen Showdown heraus - ausgerechnet beim Chilifestival in einem Südstaatenkaff.

Auf der Harley fühlen sich die Männer wieder jung (Foto: Buena Vista) Großansicht

Auf der Harley fühlen sich die Männer wieder jung (Foto: Buena Vista)

Der reine Wahnsinn

Punkten kann dieses abgefahrene Comedy-Abenteuer nicht nur mit schrägem Witz und urkomischen Situationen, sondern mit einem Wahnsinns-Cast. Wenn die Buddies John Travolta, Tim Allen, Martin Lawrence und William H. Macy als Freizeitrebellen auf den Feuerstühlen durch die Weite brausen, läuft die Gag-Maschinerie auf Hochtouren.

Und Ray Liotta als fieser Gang-Anführer mit Lust auf Randale kann seinen Spielspaß kaum zügeln. Die glorreichen Vier jedenfalls werden zu echten Kerlen und lernen auch, Prügel einzustecken, denn eins ist klar: Auf dem Highway to Hell ist kein Platz für Weicheier!

Born to Be Wild - Saumäßig unterwegs

Familienfreundliches Buddy-Movie über große Jungs in der Wildnis der Landstraßen. Ein Roadtrip, der laufend Komik produziert und zur Konfrontation mit Raubein-Bikern und eigenen Ängsten führt, deren Überwindung schwungvoll gelingt.

Nach dem College-Klamauk "Party Animals" verbreitet Walt Becker wieder Frohsinn, nur zahmer und geschmackskompatibler. Was nicht heißen soll, dass er nicht die Humor-Sau rauslässt in der Komödie über vier alternde Vorstadt-Kumpels, die sich ihrer wilden Tage als Biker "Wild Hogs" entsinnen. Davon zeugt noch die Kutte mit Schweinelogo, die sie an Wochenenden überstreifen, um sich auf die Harley zu setzen (und mitunter wieder herunterzufallen).

Das bezieht sich auf William H. Macy als liebenswerten Computer-Geek, dessen Stimmerkennungssoftware ihn in manche Bredouille bringt und der aus Angst vor dem anderen Geschlecht ewiger Single bleibt. Seine Freunde: Tim Allen als Zahnarzt mit Minderwertigkeitskomplex, der sich in Zwängen sieht, in die ihn Sohn und Gattin gar nicht nehmen. Martin Lawrence als durchsetzungsunfähiger, gescheiterter Autor, der von herrischer Frau und frecher Tochter zum Klempnern verdonnert wird. Und schließlich der um sein angebliches Glück beneidete John Travolta, der faktisch bankrott ist - finanziell wie familiär -, aber beides verheimlicht. Kurzum: Die Midlife-Crisis droht, das Spießertum sowieso, und alle vier Darsteller benötigen überdies mal wieder einen richtigen Hit, den sie hiermit in den US-Kinos bereits gelandet haben.

Andernorts ein Fall für den Fight Club, soll es hier die Weite des Asphalts richten: Problemen entkommen und zu sich selbst finden. Doch auch auf dem Highway ist man vor den eigenen Macken und Lebenslügen nicht gefeit, auch wenn zunächst allerhand turbulente Missgeschicke anstehen. Das ergibt homophoben Humor, der einen schwulen, anhänglichen Polizisten (John C. McGinley) als gelungenen Gaglieferant bietet. Ansonsten zehren die Lacher von der Vertrottelung der Vier und ihrem halbstarken Draufgängertum, das jedes Maß an Selbsteinschätzung vermissen lässt.

Die Tour führt quer durch die USA bis zum Pazifik, aber in New Mexiko scheint Endstation zu sein, als sie sich in die Wildbahn wagen, der domestizierte Haustiere nicht gewachsen sind: Ein unbedachtes Einkehren in einer Biker-Bar bringt die grimmigen "Del Fuegos" und ihren Anführer Jack (Ray Liotta) in Rage, doch das Quartett hat kein Gespür für die Gefahr: Ahnungslos reizen sie unberechenbare Tiere, ob echte Stiere, oder diese rachsüchtige Bikergang, deren Etablissement in Rauch aufgeht.

Als sie in der nächsten Kleinstadt rasten, sich mit den Bürgern anfreunden und Macy endlich ein weibliches Wesen (Marisa Tomei) erobert, sind ihre Stunden gezählt - eine wütende Mob-Hundertschaft ist im Herandonnern. Doch nicht die Apokalypse, sondern das Ende von Selbstbetrug und Profilneurose wird in diesem Konflikt kanalisiert, den "Easy Rider" Peter Fonda als Harley-Eminenz beendet. Walt Becker tut niemandem weh und sorgt durchweg für gute Laune, bricht er eine Lanze für bürgerliche Weicheier. Der Komödienfreund, der auch schon über die "City Slickers" lachte, fühlt sich zu Hause und wird weder überrascht, noch enttäuscht. tk.

Darsteller:  John Travolta   als Woody Stevens
  Tim Allen   als Doug Madsen
  Martin Lawrence   als Bobby Davis
  William H. Macy   als Dudley Frank
  Ray Liotta   als Jack
  Marisa Tomei   als Maggie
  Jill Hennessy   als Kelly Madsen
 
Regie:  Walt Becker  
Buch:  Brad Copeland  
Kamera:  Robbie Greenberg  
Produzent:  Brian Robbins  
  Michael Tollin  
  Todd Lieberman  
 

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