DVD (Oscar-Edition) Kaufvideo

Bowling for Columbine

Die Dokumentation beleuchtet kritisch die Waffenfreiheit in Amerika sowie die dahinterstehende Lobby.


Bowling for Columbine (Oscar-Edition)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
01.02.2007

Dokumentarfilm/ Gesellschaft

USA/Kanada/Deutschland 2002
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 12

Regie: Michael Moore
Universal Pictures Germany

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Bowling for Columbine (Oscar-Edition)

In Columbine, Michigan, wuchs nicht nur einer der Schützen des Littleton-Massakers auf, sondern auch einer der beiden Attentäter von Oklahoma City sowie der Schauspieler Charlton Heston ("Ben Hur"), prominenter Waffen-Lobbyist der National Rifle Association. Grund genug, um sich, Ausgang nehmend von dieser verschlafenen Kleinstadt, aus einer Vielzahl von Blickwinkeln mit der Waffengewalt in den USA auseinander zu setzen. Dort werden jährlich rund 11.000 (!) Menschen erschossen - Tendenz steigend.

Sind die Amerikaner verrückt nach Waffen oder sind sie einfach nur verrückt? Diese Frage versucht der Dokumentarfilmer Michael Moore ("Roger & Me") in seiner mit dem Oscar und dem Spezialpreis der Jury von Cannes preisgekrönten Dokumentation zu beantworten. Provokant und mutig beleuchtet er den US-Waffenfanatismus und stößt dabei auf so manche Ungereimtheit. Ein Film, der informiert, amüsiert, vor allem aber alarmiert. Nach einer höchst erfolgreichen Kinoauswertung auch zuhause höchst sehenswert.

Bowling for Columbine (Oscar-Edition)

Ebenso brilliant wie schockierend, vor allem aber höchst unterhaltsam ist Michael Moores Dokumentarfilm über die Waffenversessenheit Amerikas. Die weltweit höchste Todesrate von weit über 10.000 "gun deaths" pro Jahr und die gleichzeitig ungebrochene Sturheit, mit der seine Landsleute auf dem uneingeschränkten Recht auf Waffenbesitz beharren - auch und gerade nach Schulmassakern wie in Littleton -, ließ Moore eine Menge Fragen stellen: nach den Zusammenhängen von ziviler Gewalt und amerikanischer Außenpolitik, Mediendarstellung, Historie und Wirtschaft. Antworten darauf bietet der Film kaum, doch Moores Gespür für Satire und seine unglaubliche Hartnäckigkeit, die Mächtigen mit der hässlichen Wahrheit zu konfrontieren, macht "Bowling for Columbine" zu einem echten Erlebnis - und lenkt die Diskussion gleichzeitig hin zu den Geschehnissen in Deutschland.

Ohne ein strenges Konzept zieht Moore zunächst los, in Gang gesetzt durch die Entdeckung, dass in seinem Heimatort in Michigan nicht nur der Littleton-Schütze Eric Harris, sondern auch einer der beiden Attentäter von Oklahoma City, sowie Charlton Heston, der prominente Waffen-Lobbyist der National Rifle Association, aufwuchsen. Moore, selbst Mitglied der NRA, lässt eine ganze Reihe farbenfroher Charaktere aufmarschieren, die stolz ihre Waffen und ihr Wissen um Bombenbau präsentieren, um zu zeigen, wie einfach es für fanatische Spinner in den USA ist, an Massenvernichtungsmittel heranzukommen. Der Chronistenpflicht des Dokumentarfilmers kommt er gleichzeitig nach, indem er Zahlen präsentiert, bei denen es einem angst und bange wird: 250 Millionen Feuerwaffen lagern in amerikanischen Haushalten - ein Milliardengeschäft für die Industrie, der, wie Moore unterstellt, die Medien fleißig zuarbeiten. Denn die Bereitschaft der Amerikaner, sich zu bewaffnen, wachse mit der subjektiv empfundenen Bedrohung durch die Darstellung von Gewalttaten. Obwohl die tatsächliche Verbrechensrate zurückgehe, steige die Berichterstattung darüber, und durch eine ganze Reihe geschickt angelegter Montagen präsentiert Moore seine beste These: Diese ständig geschürte Angst vor Gewalt führe zur Bewaffnung und zur Überreaktion, Konflikte mit dem Finger am Abzug zu lösen. Interessant ist dabei, wie brilliant Moore historische Zusammenhänge - besonders durch eine haarsträubend witzige Animationssequenz - in seinen Dienst nimmt: Die Furcht der Weißen vor der wachsenden schwarzen Bevölkerung führte zur Erfindung des handlichen Mehrschüssers und schließlich zur Abschottung vor als bedrohlich empfundenen Minderheiten in Hochsicherheitswohngebieten - wo heute wiederum die höchste Todesrate nach Schussverletzungen herrscht. Eher wie ein Essayist als wie ein Reporter läßt Moore sich dabei von einer Entdeckung zur nächsten treiben, was seinen Film erkenntisreich, aber auch ein wenig ausgefranst macht, und fast ist man geneigt, ihm seine zur Schau gestellte naive Verblüffung über das Gehörte und Gesehene abzunehmen. Doch natürlich ist Moore nicht umsonst einer der wenigen Stars des Dokumentarfilms und setzt der Kaltschnäuzigkeit der Mächtigen seine eigene Virtuosität als Manipulator entgegen. Wenn er etwa die Supermarktkette K-Mart, wo die Schützen ihre Munition kauften, mit zwei Überlebenden von Littleton konfrontiert, wenn er die Scheinheiligkeit von TV-Reportern entlarvt oder wenn er schließlich Charlton Heston gegenübersitzt und ihn mit dem Bild eines sechsjährigen Mädchens, das von einem Gleichaltrigen erschossen wurde, in die Sprachlosigkeit treibt - dann hat sein moralischer Sieg auch einen leichten Beigeschmack. In Cannes, wo der Film als Wettbewerbsbeitrag geadelt wurde, traf "Bowling for Columbine" jedenfalls voll einen deutlicher denn je freiliegenden anti-amerikanischen Nerv und sorgte mehrfach für Szenenapplaus: Das Porträt des hochgerüsteten Weltpolizisten Amerika als paranoider, blutrünstiger Angstbeißer setzte sich ebenso durch wie die unbehagliche Ahnung, dass das Ausrichten der europäischen Medien nach amerikanischen Erfolgsmustern womöglich doch ursächlich mit jüngsten Tragödien wie in Erfurt zusammenhängt. evo.

Bowling for Columbine (Oscar-Edition)

"Der Morgen des 20. April 1999 sieht nach einem ganz normalen Tag in Amerika aus. Farmer bestellen ihre Felder, Milchmänner liefern Milchflaschen aus, der Präsident lässt Bomben über einem Land abwerfen, dessen Namen wir nicht einmal aussprechen können." (O-Ton) - und Dylan Klebold und Eric Harris, zwei Jungs in Littleton, Colorado, gehen zu ihrem Bowlingkurs. Was keiner ahnt: Die beiden bowlenden Jugendlichen werden wenige Stunden später das Columbine Highschool Massaker verüben, in dessen blutigem Verlauf 12 Schüler und ein Lehrer den Tod finden und viele Kinder und Jugendliche schwer verletzt werden. Wie eine ironische Spiegelung des Schicksals wirkt der Umstand, dass an diesem Tag die USA ihren stärksten Bombenangriff auf dem Kosovo fliegt.

Mit lakonischem Zynismus und beißendem Witz geht Regisseur Moore in BOWLING FOR COLUMBINE auf eine wahnwitzige Reise in das Herz Amerikas. So lässt er zwei Opfer von Littleton - einer querschnittsgelähmt, der andere invalide mit einer inoperablen Kugel in Aortanähe - in einem symbolischen Akt die in ihren Körpern steckenden Kugeln an die Supermarktkette K-Mart zurückgeben, wo die Täter ihre Munition kauften und konfrontiert Hollywood-Ikone und Waffenaktivist Charlton Heston, den Vorsitzenden der NRA (National Rifle Association) mit dem Bild eines sechsjährigen Mädchens, das von einem gleichaltrigen Mitschüler erschossen wurde.

Michael Moore porträtiert mit bewegender Emotionalität und mitunter feuilletonistischen Volten voll absurder Komik eine Nation zwischen Waffenfetischismus und angstbesetzter Paranoia. Ein Volk mit dem Colt im Anschlag für die permanente Selbstverteidigung. Besonders im Kielwasser des 11. September ist BOWLING FOR COLUMBINE ein mutiger Film. Denn Amerikas führender Satiriker und sozialkritischer Dokumentarist stellt eine simple Frage, die sich kein Amerikaner in diesen von Patriotismus geprägten Zeiten zu fragen traut: "Sind wir verrückt nach Waffen - oder sind wir nur verrückt?"

Quelle: Universal Pictures

- Interview mit Michael Moore
- Pressekonferenz mit Michael Moore
- Statements zum Film
- Kurzbiografie Michael Moore
- Kapitelanwahl
- Trailershow

Quelle: Universal Pictures

 
Regie:  Michael Moore  
Buch:  Michael Moore  
Musik:  Jeff Gibbs  
Kamera:  Brian Danitz  
  Michael McDonough  
Produzent:  Kathleen Glynn  
  Michael Donovan  
  Charles Bishop  
  Jim Czarnecki  
  Michael Moore  

Charlton Heston gewinnt Charlton-Heston-Award

Los Angeles, 10 Uhr 30. Im Hinterzimmer eines exklusiven Ladens am Sunset Boulevard graviert ein Angestellter mit geübter Hand Schriftzüge auf eine schwere, goldene Plakette.

Herr, gib mir Gesetze - zur Not tun's auch 10 Kalaschnikows... (Foto: Kabel 1) Großansicht

Herr, gib mir Gesetze - zur Not tun's auch 10 Kalaschnikows... (Foto: Kabel 1)

Plötzlich hält er inne, legt den Diamantstift zur Seite und kratzt sich am Kopf: "Chef!" brüllt er ins Nebenzimmer. "Sind sie sicher, dass dieser Auftragszettel so richtig ist?"

Ist er. Der erste Name, der auf dem neuen Award des renommierten American Film Institute als Preisträger stehen soll, ist tatsächlich der selbe, der oben groß als Titel des Awards prangt: Charlton Heston.

Mittlerweile hält ihn "Chuck", wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wird, auch schon in den Händen. Geschaffen hat das AFI den Preis für "Menschen, die sich herausragende Verdienste um Film, Fernsehen und das American Film Institute erworben haben". Heston war von 1983 bis 2002 Präsident des AFI.

George W.'s Liebling

Berühmt wurde Heston durch große dramatische Rollen und seine Darstellung historischer Schlüsselfiguren in Filmen wie "Die zehn Gebote", "Ben-Hur", "Inferno und Ekstase", "König der Freibeuter" oder "Planet der Affen".

Sein letzter großer Kinoauftritt war allerdings nicht sehr schmeichelhaft: In Michael Moores bitterböser Doku "Bowling for Columbine" "glänzte" Heston in seiner Rolle als Präsident der NRA (National Rifles Organisation), die tumb auf das Recht des amerikanischen Privatmannes auf Schusswaffenbesitz pocht - sterbe wer und wieviel da wollen.

Vor kurzem hatte Heston übrigens von George W. Bush die "Presidential Medal of Freedom" erhalten - die höchste US-Auszeichnung für Zivilisten. Vergeben wird sie für besondere Verdienste ums Allgemeinwohl und herausragende Leistungen in den Bereichen Kunst, Unterhaltung, Wissenschaft, Bildung, Sport und Wirtschaft.

 

Bowling for Columbine (Oscar-Edition) in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Weitere Videos

Hoch Runter