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Boys Don't Cry

Komplexe, emotionale Geschichte nach einem authentischen Mordfall.


Boys Don't Cry

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Erhältlich seit:
12.08.2011

Drama

USA 1999
Laufzeit: 118 Min.
FSK: ab 16

Hilary Swank
Chloë Sevigny
Peter Sarsgaard

Regie: Kimberly Peirce
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Boys Don't Cry

Falls City, Nebraska, Ende 1993. In einem Farmhaus werden drei Menschen erschossen aufgefunden. Unter den Toten befindet sich auch der erst 21-jährige Brandon Teena, ein verspielter Rebell, ein loyaler Freund und ein unwiderstehlicher Herzensbrecher. Die Polizei nimmt ihre Ermittlungen auf und macht dabei eine schockierende Entdeckung - Teena, Liebling des schwachen Geschlechts, war kein Mann, sondern eine Frau namens Teena Brandon...

Komplexe und höchst emotionale Geschichte, die auf einem wahren Fall beruht und für die Regiedebütantin Kimberly Peirce mehrere Jahre recherchiert hat. Das Resultat ist eine psycholgisch genaue Zeichnung einer Mordtat und ihrer Hintergründe. Der packende Mix aus knallhartem Thriller und sensibler Love Story spart nicht mit Gesellschaftskritik und brachte Hilary Swank den Oscar 2000 als beste Hauptdarstellerin ein. Intelligentes, provozierendes Drama.

Boys Don't Cry

Fast wie ein "American Graffiti" der 90er Jahre mit dem mörderischen Impakt der Truman-Capote-Verfilmung "Kaltblütig" trifft dieser Erstlingsfilm von Kimberley Peirce mitten ins Herz, emotional wie intelligent. Die komplexe, vielschichtige Geschichte nach einem authentischen Fall mitten in der amerikanischen Provinz vor ein paar Jahren schildert psychologisch und gesellschaftskritisch genau Ambiente und Hintergründe einer besonders grausamen Mordtat. Opfer ist ein 21 jähriger charismatischer von allen Mädchen geliebter junger Mann, der in Wahrheit eine Frau ist. Intensive Thrillerspannung und romantische Sehnsucht nach Liebe machen diesen Film auch für ein anspruchsvolles Mainstream-Publikum attraktiv.

Es geht nicht um das Psychodrama eines Transsexuellen und auch nicht um die verzweifelte Seele eines Mannes in einem Frauenkörper, sondern um ein unbehaustes junges Mädchen auf der Suche nach Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit - nach der eigenen Identität. Teena Brandon ist einsam in Lincoln, Nebraska, läßt sich eines Tages die Haare kurz schneiden, stopft sich ein Polster in den Jeans-Schritt und zieht los. In einer Kneipe kommt sie männlich gut an - und nennt sich fortan Brandon Teena. so beginnt Kimberley Peirces Film über ein Mädchen, das gern ein Junge sein wollte, das weder lesbisch noch ein sexualpathologischer Fall war, sondern einen Platz im Leben suchte. Und genau da liegt das Außergewöhnliche dieses Films, der allen Verlockungen, einen knalligen Mainstream-Thriller der schwarz-weißen Opfer-Täter-Moral zu machen, konsequent widerstanden hat. Peirce hat sehr genau recherchiert, bevor sie zusammen mit Andy Bienen das Drehbuch schrieb, in dem es keine nur gute oder nur böse Figur gibt. Vielmehr werden die Charaktere aus ihrem sozialen und familiären Umfeld begreifbar. Brandon (atemberaubend und ohne eine einzige aufgesetzte Hosenrollen-Attitude gespielt von Hilary Swank) beginnt sein neues Leben als Newcomer in dem nur 40 Kilometer von Lincoln entfernten Kaff Falls City als der perfekte Boyfriend einsamer, gesellschaftlich unterprivilegierter junger Mädchen - solcher Mädchen also, wie er selbst eins ist. Mit seinem zärtlichen Charme bezaubert er sie, vor allem eine, Lana (anrührend und mit genau nuancierten Zwischentönen gespielt von Chloe Sevigny, einst ein von Larry Clarks "Kids"). Lana, in die auch Brandon sich ernsthaft verliebt, ist die Figur, mit der sich die Zuschauer am besten identifizieren kann - mit ihrer Verlorenheit und ihrem Gefühl, mit dem sie diese Liebe unbedingt leben will, auch als sie weiß, aber nicht wissen will, daß Brandon ein Mädchen ist. Denn Brandon ist der netteste und verständnisvollste Junge, den sie jemals kennengelernt hat. Ganz im Gegensatz zu ihren Freunden John (Peter Sargaard) und Tom (Brendan Sexton III), Sozialfälle ihr ganzes 20jähriges junges Leben lang, die schließlich zu Brandons Vergewaltigern und Mördern werden. Der junge Fremde , der in die Stadt kam, hatte auch sie bezaubert, er hatte sie das Träumen gelehrt, und sie waren unüberwindbar tödlich schockiert, als sie die Wahrheit über ihn herausfanden, daß er sie belogen hatte.

Stilsicher hat Kimberley Peirce diesen Film nicht als Fallstudie, sondern als realistische Lebensbeschreibung inszeniert, wobei sie der romantischen Liebesgeschichte zwischen Brandon und Lana für eine gewisse Zeit erzählerisch eine Chance gibt, wie auch im wirklichen Leben. Wie spannend das ist und wie man sich selbst darin wiederfinden kann, hat schon lange kein Film mehr so beeindruckend gezeigt. fh.

Boys Don't Cry

Falls City, Nebraska, Ende 1993. In einem Farmhaus werden zwei Personen erschossen aufgefunden. Unter den Toten befindet sich auch der 21-jährige Brandon Teena, ein verspielter Rebell und Frauenheld. Bei den polizeilichen Ermittlungen stellt sich heraus, das Brandon kein Mann, sondern eine Frau war, Teena Brandon. Basierend auf einer wahren Begebenheit gelang Regisseurin Kimberly Pierce ein Film, der unter die Haut und nicht mehr aus dem Kopf geht. Leidenschaftlich, intensiv und spannend erzählt er die Geschichte eines Doppellebens, das in einer tödlichen Katastrophe endet. Die Hauptdarstellerin Hilary Swank wurde für ihre sehr beeindruckende Darstellung mit dem Oscar[r] und Golden Globe ausgezeichnet. Eine Oscar[r]-Nominierung als beste Nebendarstellerin erhielt Chloe Sevigny.

Quelle: Fox

Audiokommentare
Featurette
Trailer und TV-Spots

Quelle: Fox

Darsteller:  Hilary Swank   als Brandon Teena
  Chloë Sevigny   als Lana
  Peter Sarsgaard   als John
  Brendan Sexton III   als Tom
  Alison Folland   als Kate
  Alicia Goranson   als Candace
  Matt McGrath   als Lonny
  Rob Campbell   als Brian
  Jeanetta Arnette   als Lanas Mutter
 
Regie:  Kimberly Peirce  
Buch:  Kimberly Peirce  
  Andy Bienen  
Musik:  Nathan Larsen  
Kamera:  Jim Denault  
Produzent:  Jeffrey Sharp  
  John Hart  
  Eva Kolodner  
  Christine Vachon  

"Aviator" startet auch bei den Oscars durch

Eigentlich hatten alle mit einem engen Rennen um die begehrteste Goldstatuette der Welt gerechnet. Doch ein kleiner Italiener hat es einem kugeligen Neuseeländer gleichgetan - und statt Mittelerde den Himmel erobert.

Auch ohne Oscar schon goldig: Die nominierten Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett aus "Aviator" (Foto: Buena Vista) Großansicht

Auch ohne Oscar schon goldig: Die nominierten Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett aus "Aviator" (Foto: Buena Vista)

Peter Jacksons "Der Herr der Ringe 3" hatte letztes Jahr die Academy Awards dominiert: Elf Nominierungen, elf Oscars. Diese Chance hat nun auch Martin Scorseses "Aviator". Das Biopic um den legendären Luftfahrt-Pionier Howard Hughes hat ebenfalls Kurs auf elf Goldjungs gesetzt, nachdem es schon bei den Golden Globes der große Sieger war.

Scorsese hofft nach insgesamt sieben Nominierungen ohne Preis einmal mehr auf Oscars für den besten Film und die beste Regie. Leonardo DiCaprio, selbst als bester Hauptdarsteller nominiert, sagte zu Scorseses Pechsträhne: "Es ist ein schlechter Witz, dass dieser Mann noch nie gewonnen hat! Es wird höchste Zeit!"

Empfehlung vom Thronfolger

DiCaprios eigene Chancen sind dagegen eher gering. Denn die besten Karten hat Jamie Foxx für seine grandiose Performance als Soul-Legende "Ray" Charles. Pop-Ikone Prince meinte gar: "Ich bin ja mit Ray auf der Bühne gestanden und ich kann nach diesem Film nur sagen: Jamie hat ihn nicht gespielt, er WAR Ray!"

Von daher dürften auch Johnny Depp als Peter-Pan-Autor in "Wenn Träume fliegen lernen", Don Cheadle als mutiger Manager des "Hotel Rwanda" und Clint Eastwood als alternder Box-Trainer in "Million Dollar Baby" nur Außenseiterchancen haben.

Ganz anders Eastwoods Hauptdarstellerin Hilary Swank. Sie gilt nach ihrem Triumph bei den Golden Globes auch als Favoritin für den Oscar als beste Schauspielerin. Pikanterweise kommt es dabei zur Neuauflage des Duells mit Annette Bening, die für ihre hinreißende Diva aus "Being Julia" nominiert ist. 1999 war Swank überraschend für ihre Hosenrolle in "Boys Don't Cry" geehrt worden, obwohl Bening für "American Beauty" als große Favoritin galt.

Deutsches Duo

Große Freude auch bei Regisseur Oliver Hirschbiegel, denn der deutsche Hit "Der Untergang" ist als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Dem Drama um die letzten Tage des Nazi-Regimes werden allerdings kaum Siegchancen eingeräumt. Als Favorit gilt Alejandro Amenábars Drama "Das Meer in mir" mit Javier Bardem als Querschnittsgelähmtem, der 30 Jahre um das Recht auf seinen eigenen Tod kämpft. Es wird also schwer für Hirschbiegel, das Erbe von Caroline Link anzutreten, die 2003 nach 24 Jahren Flaute erstmals wieder den Preis nach Deutschland holte.

Fast eine Sensation ist die Nominierung für "Die Geschichte vom weinenden Kamel" in der Kategorie beste Dokumentation. Der Abschlussfilm dreier Studenten der Münchener Filmhochschule entstand unter finanziell wie technisch schwierigsten Bedingungen, zeigt aber einige der schönsten Szenen des vergangenen Kinojahres. Favorit ist aber auch hier ein anderer Beitrag: Morgan Spurlocks schockierende Fress-Doku "Super Size Me" sorgte sogar dafür, dass der weltweit größte Buletten-Gigant seine Riesenmenüs von der Speisekarte nahm.

Oscar-Bingo

Nach "Aviator" ist "Wenn Träume fliegen lernen" mit sieben Kategorien der am häufigsten nominierte Film. Darunter sind auch die wichtigen Kategorien bester Film, beste Regie (Marc Forster) und bestes (adaptiertes) Drehbuch. "Ray" hat sechs Chancen auf die begehrten Goldstatuetten, während die feinsinnige Komödie "Sideways" um Wein, Weib und Selbstfindung mit fünf Nominierungen eher enttäuschte. Die jeweils vier Nominierungen für den Kinderspaß "Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse" und die Pixelhelden "Die Unglaublichen - The Incredibles" waren dagegen eine Überraschung. Der Animations-Oscar für die Superfamilie gilt dabei schon als sicher.

Wer im alljährlichen Zahlenspiel um die Goldjungs dann wirklich über Hauptgewinne jubeln darf, stellt sich in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar heraus, wenn um 2:00 morgens deutscher Zeit die Oscar-Show beginnt. Martin Scorsese wird dann sicher mit Schrecken ans Jahr 2003 zurückdenken. Auch damals schritt er mit zehn Nominierungen für sein Gründer-Drama "Gangs of New York" als großer Favorit zu seinem Platz im Kodak Theatre - und schlich am Ende des Abends trotzdem mit leeren Händen aus dem Saal.

 

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