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Breakfast of Champions - Frühstück für Helden

Den alltäglichen Wahnsinn in einer amerikanischen Kleinstadt zelebriert Alan Rudolphs Vonnegut-Adaption.


Breakfast of Champions - Frühstück für Helden

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Erhältlich seit:
13.11.2009

Originaltitel: Breakfast of Champions

Komödie

USA 1998
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12

Bruce Willis
Albert Finney
Nick Nolte

Regie: Alan Rudolph
Universum Film

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Breakfast of Champions - Frühstück für Helden

Die rosarot getönte Welt des Provinz-Amerikaners Dwayne Hoover bricht zusammen, als er entdecken muß, daß sich inmitten seiner bürgerlicher Wohlanständigkeit seelische Abgründe auftun: Sprößling George tritt in einer Bar als singendes Plüsch-Bunny auf, Ehefrau Celia kommt ohne die tägliche Ration aufmunternder Tabletten sowie Fernsehshows erst gar nicht aus dem Bett und sein bester Freund Harry sorgt mit einem TV-Auftritt in roten Spitzendessous für Aufsehen. Hoover steht kurz davor, durchzudrehen...

In seiner bitterbösen Satire rechnet der einstige Altman-Schüler Alan Rudolph ("Willkommen in L.A.") gnadenlos mit dem vielbeschworenen American Way of Life ab.Neben einer ansprechenden Bildsprache und dem Rudolph-typischen Inszenierungsstil sind die Darsteller das große Plus dieser Verfilmung eines Romans von Kurt Vonnegut. An der Seite von Nick Nolte und Barbara Hershey gefällt vor allem Bruce Willis, der als verklemmter Spießbürger seine enorme Wandlungsfähigkeit untermauert. Für Freunde niveauvoller Unterhaltung.

Breakfast of Champions - Frühstück für Helden

Müde von den ewigen Rollen als nicht minder ewiger Actionheld, gönnt sich Bruce Willis eine Auszeit vom beschwerlichen Business des Weltrettens, um in Alan Rudolphs knallbunter Verfilmung von Kurt Vonneguts Kultroman "Frühstück für starke Männer" als lebensüberdrüssiger Kleinstadt-Autohändler mit häßlichem Haarteil und hängenden Schultern dem amerikanischen Alptraum von der totalen Konsumgesellschaft in die Parade zu fahren. Was in Vonneguts überzogener Pop-Satire aus dem Jahr 1973 allerdings noch bissig und urkomisch war, gerät zur planlosen Posse wider jegliche Ordnung und Logik.

Alan Rudolph, eigentlich bekannt und geschätzt für seine stillen, sensiblen Beziehungsreigen, will hier alles, buchstäblich in jeder Szene, jeder Einstellung, jedem Moment. Entsprechend stopft er das heillose Durcheinander randvoll mit schrillen Farben, überbordenden Bildern, hektischen Aktivitäten und der perlenden Lounge-Musik von Les Baxter - und verliert das Wesentliche aus den Augen. Obwohl er immer wieder extreme Nahaufnahmen bemüht, um den durchgeknallten Figuren geradezu in den Kopf zu kriechen, bleibt dieses mal existentialistische, mal beliebige Kasperletheater voller depressiver Schizo-Kandidaten geradezu gespenstisch leblos. So gelingt es dem Film nie, dem Zuschauer weis zu machen, daß die Existenz des erfolgreichen Autoverkäufers Dwayne Hoover in diesem Kleinstadt-Horror-Szenario perfekt sein könnte. Wie Dwayne durchschaut man von der ersten Einstellung, daß das perfekte Grinsen des Selfmademans in den eigenen Fernsehspots schon längst nichts mehr mit dem verzweifelten Gesicht zu tun hat, daß ihm tagtäglich aus dem Spiegel entgegenstarrt: Seine Frau hat sich in Pillen geflüchtet, sein Sohn ist ein rückgratloser Schwächling, seine Geliebte schaut während der Sexspiele gelangweilt fern. Daß Dwaynes rechte Hand paranoid vermutet, man könne erkennen, daß er unter seinem schwarzen Anzug rote Frauenunterwäsche trägt, und der frisch entlassenr Ex-Sträfling Wayne Hoobler Karriere zu machen hofft, weil sein Name dem von Hoover ähnelt, tragen zwar nicht zur fortschreitenden Entfremdung des Antihelden bei, wohl aber helfen sie, die fortwährend penetrant auf zivilisationskritisch machende Satire noch aber- und unwitziger zu machen. Wenn dann mit dem erfolglosen SF-Autoren Kilgore Trout eine erklärtermaßen verrückte Figur im Städtchen auftaucht, wirkt er wie der einzig Normale unter den Spinnern, der mit Platitüden ("Bis zum Tod ist alles Leben.") alle Risse in der Spießerfassade kittet. Warum sich neben Willis verdiente Charakterdarsteller wie Nick Nolte, Barbara Hershey oder Glenne Headly auf diesen allzu deutlich seiner Zeit verhafteten und seit Mitte der 70er mehrfach von der Realität überrundeten Affentanz eingelassen haben, mag wohl erst einleuchten, wenn man selbst mehr als ein "Frühstück für harte Männer" (ein strammer Martini noch vor der Mittagszeit) intus hat. ts.

Breakfast of Champions - Frühstück für Helden

Bruce Willis hat genug! Gefangen zwischen dem "American Dream" und alltäglichem Wahnsinn versucht er, seinem Leben Sinn zu geben. Dwayne Hoover (Willis), Midland Citys bekanntester Autohausbeistzer und erfolgsverwöhnter Strahlemann, droht endgültig seinen Verstand zu verlieren. Ehefrau Celia (Hershey) ist längst zum Tabletten- und TV-Junkie geworden, Sohn George (Haas) träumt von der großen Karriere als singendes Barhäschen und sein Mitarbeiter Harry (Nolte) sieht sich am liebsten in Frauenunterwäsche. Als dann auch noch seine Sekretärin und Geliebte Francine (Headley) mit dem Ende ihrer Beziehung droht, flüchtet sich Hoover in die verrückte Vorstellung, daß ihm nur noch der verwirrte Science Fiction-Autor Kilgore Trout (Finney) helfen kann. Bis diese beiden jedoch endlich zusammentreffen, wird Hoovers Leben wohl endgültig aus den Fugen geraten.

Quelle: Universum Film

Interviews (Bruce Willis, Albert Finney, Glenne Headly, Omar Epps, Kurt Vonnegut, Jr., Alan Rudolph)
US-Kinotrailer
dt. Kinoteaser
B-Roll

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Bruce Willis   als Dwayne Hoover
  Albert Finney   als Kilgore Trout
  Nick Nolte   als Harry Le Sabre
  Barbara Hershey   als Celia Hoover
  Glenne Headly   als Francine Pefko
  Lukas Haas   als Bunny Hoover
  Omar Epps   als Wayne Hoobler
  Buck Henry   als Fred T. Barry
  Vicki Lewis   als Grace Le Sabre
  Ken Hudson Campbell   als Eliot Rosewater
  Jake Johannsen   als Bill Bailey
  Will Patton   als Moe
  Chip Zien   als Andy Wojeckowzski
  Owen Wilson   als Monte Rapid
  Alison Eastwood   als Maria Maritmo
  Shawnee Smith   als Bonnie MacMahon
  Kurt Vonnegut   als Direktor
 
Regie:  Alan Rudolph  
Buch:  Alan Rudolph  
Musik:  Mark Isham  
Kamera:  Elliot Davis  
Produzent:  David Blocker  
  David Willis  
 

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