
Teenies, die noch bei ihrer Mutti wohnen, sind die härtesten Gangster in einem raffiniert-intelligenten Neo-Noir, der ein spannendes Garn um seine Mord-Mystery spinnt, die ein junger Einzelgänger auf der gefährlichen Suche nach seiner Ex aufdeckt.
Die zeitgenössische Highschool wird von Schülern bevölkert, die sich im Stil der 40er-Jahre-Krimis eines Dashiell Hammett ("Die Spur des Falken") verhalten - eine Grundidee, die an Alan Parkers zu parodistischen "Bugsy Malone" erinnert, doch Rian Johnson hat bei seinem No-Budget-Debüt die Zügel fest im Griff. Wie bei "O" gelingt auch hier anspruchsvolles Kino mit Teenpersonal, smart, voller Ersprit, virtuos, eine Hommage an die schwarze Serie mit dichter Handlung. Diese ist ein Thriller in gleißend hellen Bildern:
In einem Abwasserkanal entdeckt Brendan (Joseph Gordon-Levitt) die Leiche seiner Ex-Freundin Emily (Emilie de Ravin), die er seit ihrem mysteriösen Hilfeanruf zwei Tage lang verzweifelt gesucht hat. Mit Hilfe seines einzigen Vertrauten, "The Brain" (Matt O'Leary), taucht er in die Unterwelt seiner Schule ein, wo Drogenlord "The Pin" (Lukas Haas) alle Fäden zieht. Mit unbeirrbarem Starrsinn eines Sam Spade dringt der Amateur-Detektiv in ein Netz der Täuschung ein, begegnet Femme Fatales wie Laura (Nora Zehetner) und brutalen Schlägern wie Tugger (Noah Fleiss). Der Sumpf ist tief und beim aussichtslosen Unterfangen ihn trockenzulegen, holt er sich mehr als nur eine blutige Nase.
Rian Johnsons von innerer Coolness angetriebenes Crime-Drama ist ein cineastischer Coup mit allen Zutaten eines Hardboiled-Krimis, ein mit Hingabe inszeniertes Ereignis, bei dem sich der ganze Plot als doppelbödiger McGuffin herausstellt, aber dennoch stringent und direkt durch seine Wendungen schreitet. Die im einschlägigen Jargon gehaltenen Dialoge bieten herrlich taffe Wortgefechte zwischen versteinerten Mienen. Johnson nutzt die Stilelemente weidlich, beherrscht lakonische Gewaltausbrüche ebenso wie knochentrockenen Humor, der an beiläufiger Verwegenheit seinesgleichen sucht.
Ein Glücksgriff sind die Darsteller, allen voran Joseph Gordon-Levitt ("Mysterious Skin"), der mit Bravour einen harten Hund à la Bogart gibt, abgebrüht, zu allem entschlossen, ein gewiefter Taktiker, der seine Gegner ausspielt. Ebenso Lukas Haas als manierliches Monster, das sich von seiner Mami Kekse kredenzen lässt. Eine starke Entdeckung vom Sundance Filmfestival, die zurecht auch mit dem neuen Publikumspreis des Fantasy Filmfests 2006 ausgezeichnet wurde. tk.