DVD (Special Edition, 2 DVDs) Kaufvideo

Brothers Grimm

Terry Gilliams Märchenabenteuer über das Leben der legendären Erzähler als geläuterte Gauner.


Brothers Grimm (Special Edition, 2 DVDs)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
12.04.2006

Originaltitel: The Brothers Grimm

Fantasy/ Abenteuer

Großbritannien/Tschechien/USA 2005
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 12

Matt Damon
Heath Ledger
Monica Bellucci

Regie: Terry Gilliam
Concorde Home Entertainment

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Ein Märchen über die Märchenerzähler: Kultregisseur Terry Gilliam entdeckt die Gebrüder Grimm.

Will und Jake erfinden gerne schaurige Geschichten (Foto: Concorde) Großansicht

Will und Jake erfinden gerne schaurige Geschichten (Foto: Concorde)

Wer kennt sie nicht, die berühmten Märchen: den bösen Wolf, der Rotkäppchen genüsslich fraß, Rapunzel, die das Haar herunterließ oder das schöne Schneewittchen und ihre sieben Zwerge. In Terry Gilliams genial-wüstem Rundumschlag tauchen sie alle als Zitate wieder auf. Mit großer Fabulierkunst mixt der Meister und Ex-Monty-Python Märchen, Magie und eigene Vorstellungen von einer verwunschenen Vergangenheit.

Will und Jake Grimm (ein lustiges Gespann: Matt Damon und Heath Ledger) verdienen Anfang des 19. Jahrhunderts, als Deutschland unter der französischen Besatzung ächzt, ihre Taler dadurch, dass sie einfachen Landbewohnern mit allerlei Firlefanz weiß machen, sie könnten böse Geister austreiben.

Will hat eines der Mädchen gefunden - kann er es retten? (Foto: Concorde) Großansicht

Will hat eines der Mädchen gefunden - kann er es retten? (Foto: Concorde)

Lang lebe die Königin

Als ihnen die Besatzungsmächte auf die Schliche kommen, droht die Todesstrafe wegen Hochverrats. Der können sie nur entgehen, wenn sie das Geheimnis um zehn spurlos verschwundene Mädchen aufdecken.

Im dunklen Wald mit wandernden Bäumen tummeln sich seltsame Gestalten und gefährliche Dämonen, vor allem ein Werwolf versetzt das Brüderpaar in Angst und Schrecken. Und in einem steinernen Turm haust der Geist einer 500-jährigen Königin, die frisches Mädchenblut trinkt wie andere Milch, um wieder jung und hübsch zu werden (zum Küssen: Monica Bellucci). Nicht gerade das ideale Abenteuer für die beiden Tunichtgute, die jede Menge Mut beweisen müssen - über den sie eigentlich gar nicht verfügen.

Die wunderschöne Spiegel-Königin (Foto: Concorde) Großansicht

Die wunderschöne Spiegel-Königin (Foto: Concorde)

Aufgeweckte Fantasie

In diesem opulenten Bilderrausch voller Fantasie und aufwändiger Effekte setzt der englische Kultregisseur erneut zu einem rasanten Höhenflug an wie einst in "Brazil". Ein spektakulärer Knaller, der selbst das schlafende Schneewittchen aufgeweckt hätte.

Brothers Grimm (Special Edition, 2 DVDs)

Wenn Terry Gilliam den Fluch, der schon viele seiner Projekte platzen ließ, einmal überwinden und einen neuen Film ins Kino bringen kann, gleicht das einem Märchen. "Brothers Grimm" ist nun selbst eines, fabuliert mit großem Ausstattungs-Aufwand darüber, was die legendären Mythensammler aus Hanau tatsächlich zu ihren Geschichten inspirierte. Gilliams Märchen-Medley gefällt mit magischer Optik, einem schaurig-schrulligen Atmosphäre-Mix und einigen vital inszenierten Fantasysequenzen, auch wenn die Brüder, verglichen mit den Bildern, etwas farblos bleiben.

Hauptgrund dafür ist, dass die Grimms hier keine charmanten Funboys sein dürfen, die sich als Dämonen-Crasher erfolgreich durchs Leben schwindeln. Stattdessen sind die Brüder überschaubar charismatisch, oft verstritten und müssen das zentrale Thema des Films, das Aufeinanderprallen von Mythen und Aufklärung, in ihren Persönlichkeiten spiegeln. Anfang des 18.Jahrhunderts repräsentiert der realistische Will (Matt Damon) den Aufbruch in ein neues Zeitalter, während Jake (Heath Ledger) in der Welt der Träume und magischen Geschichten lebt. Beide ergänzen sich, wenn sie für gutgläubige Landhirne mit billigen Schaustellertricks Spuk inszenieren, nur um dann Hexen und anderes Teufelszeug theatralisch zu exorzieren. "Ghostbusters" vermischt sich mit "Sleepy Hollow" und "Die Zeit der Wölfe" mit einem Touch "Dragonheart" - so könnte Terry Gilliam den Brothers Weinstein von Miramax das Drehbuch von Ehren Kruger schmackhaft gemacht haben, das zum großen Teil im Prager Studio und an einigen tschechischen Originalschauplätzen realisiert wurde. Ein amüsanter Prolog führt die Brüder als Hochstapler mit ihrer erprobten Arbeitsweise ein, konfrontiert sie dann aber mit der für sie erschreckenden Vorstellung, dass es Orte gibt, an denen der Spuk tatsächlich Realität sein könnte. Ein französischer Besatzungsoffizier zwingt die Dämonenprofis, das Geheimnis eines Dorfes zu klären, in dem bereits eine Reihe kleiner Mädchen spurlos verschwunden sind. Matt Damons pathetische Heldenansprache ironisiert Gilliam musikalisch, schickt dann mit dem Italiener Cavaldi den Brüdern einen Aufpasser zur Seite, der die Gewalt, noch mehr aber seine theatralischen Auftritte genießt. Peter Stormare ist das komische Highlight des Films, eine lustvolle Studie in Overacting, die von zu vielen Peter -Sellers- oder Terry-Thomas-Filmen animiert wurde. Mit Cavaldi und einer kriegerischen Dorfamazone im Schlepptau stoßen die Brüder in den Wald vor, zu einem verwunschenen Turm, in dem der Geist einer 500-jährigen intriganten Königin (Monica Bellucci) spukt, die keine Opfer scheut, um in der Blüte ihrer Schönheit wiedergeboren zu werden. Gilliam inszeniert sein überraschungsarmes Schwindlermärchen, in dem der Grimmsche Katalog in kurzen Zitaten eingebunden ist (Rotkäppchen, Rapunzel, Schneewittchen etc), als skurrile Farce, zeigt aber auch in einigen vital visualisierten Waldsequenzen mit Werwolf und wandernden, zupackenden Bäumen das Schauerpotenzial dieser Geschichte. Auch wenn die Brüder eher Reizfiguren als Sympathieträger sind und Gilliam gelegentlich zu dick aufträgt (Raben werden im 10-Minuten-Rhythmus aufgescheucht), wird "Brothers Grimm" den Normalzuschauer, der sich nicht an Spitzenwerten wie "Twelve Monkeys" oder "Brazil" orientiert, gut unterhalten können. kob.

Brothers Grimm (Special Edition, 2 DVDs)

Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die Brüder Jake und Will Grimm verdingen sich als umherziehende Geisterjäger. Ihre Erfolge sind beeindruckend, aber das ist auch kein Wunder. Denn alles ist nur fauler Zauber - von den Grimms inszeniert, um sich ein regelmäßiges Einkommen zu sichern. Doch dann werden die Hochstapler aufgegriffen und gezwungen, nach neun Mädchen zu suchen, die in einem Wald verschwunden sind. Zusammen mit ihrem Bewacher Cavaldi und der ebenso schönen wie mutigen Fährtenleserin Angelika machen sich die Grimms auf die Suche. Dabei treffen sie nicht nur auf sprechende Wölfe, Zauberkröten und verhexte Spinnen, sondern geraten auch mit der bitterbösen Spiegelkönigin aneinander, die die Ursache aller Übel zu sein scheint. Um sie zu besiegen, müssen Jake und Will zum ersten Mal in ihrem Leben echten Mut beweisen ...

Quelle: Concorde

Darsteller:  Matt Damon   als Wilhelm Grimm
  Heath Ledger   als Jacob Grimm
  Monica Bellucci   als Spiegel-Königin
  Peter Stormare   als Cavaldi
  Lena Headey   als Angelika
  Jonathan Pryce   als General Delatombe
  Tomas Hanak   als Angelikas Vater
  Julian Bleach   als Letorc
  Mackenzie Crook   als Hidlick
  Richard Ridings   als Bunst
  Barbora Lukesová   als Mutter Grimm
  Anna Rust   als Schwester Grimm
  Radim Kalvoda   als Gendarme
  Martin Hofmann   als Gendarme
  Harry Gilliam   als Stallbursche
  Miroslav Táborský   als Alter Müller
  Roger Ashton-Griffiths   als Bürgermeister
  Marika Sarah Procházková   als Müllerstochter
  Rudolf Pellar   als Wachmann
  Hanus Bor   als Vater der Zwillinge
  Ota Filip   als Besitzer der Taverne
  Audrey Hamm   als Reisende
  Annika Murjahn   als Reisende
  Lukas Bech   als Barmann
  Karel Kohlicek   als Französischer Soldat
  Bruce McEwan   als Dax
  Martin Kavan   als Delatombes Diener
  Denisa Vokurkova   als Greta
  Jan Unger   als Gregor
  Laura Greenwood   als Sasha
  Frantisek Velecky   als Old Crone
  Jakub Zindulka   als Minister
  Milan Gargula   als Contemptuous Villager
  Drahomira Fialkova   als Großmutter
  Ludek Elias   als Grizzled Elder
  Jana Radojcicová   als Wütende Frau
  Josef Vajnar   als Bischof
 
Regie:  Terry Gilliam  
Buch:  Ehren Kruger  
  Terry Gilliam  
Musik:  Dario Marianelli  
Kamera:  Newton Thomas Sigel  
  Nicola Pecorini  
Produzent:  Charles Roven  
  Daniel Bobker  

"Viel Blutvergießen und ein Happyend"

Mit Filmen wie "12 Monkeys" und "Fear and Loathing in Las Vegas" wurde er berühmt. Nach einer siebenjährigen Regie-Pause feiert Terry Gilliam mit dem skurrilen Fantasy-Film "Brothers Grimm" seine Rückkehr - was er vor allem den Überredungskünsten des Produzenten Chuck Roven verdankt.

Am Set zu "Brothers Grimm": Star-Regisseur Terry Gilliam (Foto: Concorde) Großansicht

Am Set zu "Brothers Grimm": Star-Regisseur Terry Gilliam (Foto: Concorde)

"Brothers Grimm" ist kommerzieller als die meisten Ihrer Filme. War das Absicht?

TERRY GILLIAM: Als wir den Dreh zu "Don Quichote" abbrechen mussten, sagte ich zu Johnny Depp: "Lass uns etwas kommerziell Erfolgreiches machen, damit wir dieses Projekt eines Tages wieder starten können." Er hat seinen Teil getan, aber ob mir das mit "Brothers Grimm" gelingt, weiß ich noch nicht.

Es war eher ein Film, der von mir gemacht werden wollte. Der Produzent von "Brothers Grimm", Chuck Roven, mit dem ich bereits bei "12 Monkeys" zusammengearbeitet hatte, verfolgte mich regelrecht mit dem Drehbuch. Ich mochte es eigentlich nicht.

Realist und Träumer: Matt Damon und Heath Ledger als ungleiches Brüderpaar (Foto: Concorde) Großansicht

Realist und Träumer: Matt Damon und Heath Ledger als ungleiches Brüderpaar (Foto: Concorde)

Warum haben Sie es dann trotzdem verfilmt?

Ich mochte die Grundidee von den Hochstaplern, die in eine Welt echter Magie geraten. Meine Filme bewegen sich immer an der Grenze zwischen Fantasie und Realität. Das ursprüngliche Drehbuch war mir zu harmlos. Die Figuren waren zwei moderne Klugscheißer im alten Deutschland, die zeitgenössische Dialoge sprachen. Wir machten einen der Brüder zum Pragmatiker, den anderen zum Träumer - wie die beiden Seiten des Gehirns.

Das war aber nur die erste Hürde. Danach mussten Sie sich mit den Weinsteins auseinandersetzen.

Am Anfang meinte ich zu Bob Weinstein: "Wir sind beide in unserem Denken unabhängig, wir haben beide auf unsere Weise Erfolg gehabt. Daher könnte unsere Ehe schwierig werden." Und das hat sich bewahrheitet. Die Weinsteins wollten manche Besetzungsvorschläge nicht akzeptieren. Es gab auch viele Diskussionen über Make-up-Fragen, etwa ob Matt Damon eine gebrochene Nase haben durfte.

Auch mit heiler Nase kann Monica Bellucci Matt Damon nicht widerstehen (Foto: Concorde) Großansicht

Auch mit heiler Nase kann Monica Bellucci Matt Damon nicht widerstehen (Foto: Concorde)

Durfte er?

In diesem Punkt gab ich nach. Dabei hätte er damit wie ein junger Marlon Brando ausgesehen. Aber die Weinsteins fürchteten, die Fans würden ihn auf dem Poster nicht wiedererkennen. Sie drohten deshalb, das Projekt abzublasen - einen Tag vor Drehbeginn!

Eines muss ich ihnen zugestehen: Sie glauben wirklich an ihre Sache, anders als die Leute in den Studios, die nie eine feste Meinung haben. Es gab zwar viel Blutvergießen, aber letztlich erlebten wir ein Happyend. Denn am Schluss mochte jeder den Film.

Diese Dame ist 500 Jahre alt: die intrigante Spiegelkönigin Monica Bellucci (Foto: Concorde) Großansicht

Diese Dame ist 500 Jahre alt: die intrigante Spiegelkönigin Monica Bellucci (Foto: Concorde)

Mögen Sie solche Kämpfe?

Ich kann darauf verzichten. Bei dem Film, den ich in der Zwischenzeit drehte, "Tideland", ging es ganz friedlich zu. Aber ein guter Kampf treibt das Adrenalin hoch und klärt, was wichtig und unwichtig ist. Ich will einen Bereich schaffen, in dem die Schauspieler und ich arbeiten können, und den verteidige ich mit Zähnen und Klauen. Denn dieser Bereich muss sicher sein, damit wir ungestört herumspielen können.

Was verstehen Sie unter "herumspielen"?

Ich ermutige die Schauspieler, Risiken einzugehen und sich auch mal zum Narren zu machen. Nur so kommt etwas Interessantes heraus. Weil ich weite Linsen verwende, stehe ich dicht bei ihnen, und sie können meine Reaktionen sehen. Wenn sie lustig sind, lache ich, wenn sie tragisch sind, dann gibt es Tränen. Bestätigung ist wichtig.

Koteletten: ja, gebrochene Nase: nein. Wir finden: eine gute Entscheidung (Foto: Concorde) Großansicht

Koteletten: ja, gebrochene Nase: nein. Wir finden: eine gute Entscheidung (Foto: Concorde)

Hing das Schicksal von "Brothers Grimm" tatsächlich von Matt Damons Nase ab?

CHUCK ROVEN: Sämtliche Tests für Frisuren, Make-up und Kostüme wurden von den Geldgebern überprüft. Drei Dinge fanden keine Zustimmung: die Brille für Heath Ledger, Matt Damons Koteletten und die gebrochene Nase. Terry und mir gelang es, Miramax von den ersten beiden Punkten zu überzeugen.

Gleichzeitig hatten wir aber noch ein großes Budgetproblem. Wir gaben bei der Nase auf, im Gegenzug handelten wir Konzessionen bei der Finanzierung aus.

Terry Gilliam und die Stars aus "Brothers Grimm" ließen sich in Venedig feiern (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Terry Gilliam und die Stars aus "Brothers Grimm" ließen sich in Venedig feiern (Foto: Kurt Krieger)

Ursprünglich sollte der Film schon Ende 2004 herauskommen.

ROVEN: Wir wollten bestimmte Spezialeffekte wie die Bäume und den Wolf mechanisch herstellen. Doch das funktionierte nicht. Wir mussten alles mit Computertricks machen, was noch einmal fünf, sechs Monate dauerte. Ich hatte das erwartet, aber um Geld zu sparen, hatten wir diese Konzession gemacht. Am Schluss jedoch blieb den Weinsteins nichts anderes übrig, als noch einmal zu investieren.

 

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