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Bruce Allmächtig

Aberwitzige Komödie, in der Jim Carrey für eine Woche einen göttlichen Job übernimmt.


Bruce Allmächtig

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.11.2003

Originaltitel: Bruce Almighty

Komödie

USA 2003
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 6

Jim Carrey
Morgan Freeman
Jennifer Aniston

Regie: Tom Shadyac
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Vorsicht! Als Gottes coole Urlaubsvertretung verursacht Comedy-Ass Jim Carrey leichtes Chaos. Es droht Lachmuskel-Kater.

Trifft sich gut: Gott will Urlaub, Bruce die Allmacht (Foto: Buena Vista) Großansicht

Trifft sich gut: Gott will Urlaub, Bruce die Allmacht (Foto: Buena Vista)

"Lerne klagen, ohne zu leiden" so könnte das Motto heißen von Boulevard-Reporter Bruce Nolan in Buffalo, New York. Der Querulant erster Qualität nörgelt ständig an irgendetwas herum.

Obwohl er Popularität genießt und seine Freundin Grace (verführerisch, süß: Jennifer Aniston) ihn liebt, ist er unzufrieden. Er möchte keine Reportagen mehr machen, sondern zum angesehenen Anchorman des Senders aufsteigen, einer der ganz Großen im News-Geschäft sein.

An einem Tag geht alles in die Hose. Er verliert seinen Job, wird von einer Gang zusammengeschlagen, die auch noch sein Auto auseinandernimmt. Fluchen und Toben helfen nichts, ein Schuldiger muss her. Am besten Gott, der seine Schäflein nicht richtig hütet!

Grace vergöttert ihren Bruce (Foto: Buena Vista) Großansicht

Grace vergöttert ihren Bruce (Foto: Buena Vista)

Oh Gott!

Ein Wunder - der Beschimpfte taucht auf in Gestalt von Morgan Freeman und schlägt dem Wütenden einen Deal vor. Bruce soll ihn für eine Woche vertreten, damit der Schöpfer mal ausspannen kann und sich nicht mehr mit den undankbaren Menschen abgeben muss.

Erst glaubt Bruce an einen Albtraum oder an den Verlust seines Verstanden. Doch dann nimmt der Meckerer vom Dienst den ungewöhnlichen Job an. Ein tolles Gefühl, die Puppen tanzen zu lassen.

Bald steigt ihm die Macht zu Kopf. Und er muss sich entscheiden, entweder zum größten Unsympathen des Universums zu mutieren oder als Allmächtiger für etwas mehr Menschlichkeit auf Erden zu sorgen.

Wehe, wenn sie losgelassen: Das Gespann Jim Carrey und Regisseur Tom Shadyac, die Lachmuskel-Kitzler von "Ace Ventura - ein tierischer Detektiv" und "Der Dummschwätzer", setzt hier noch eins drauf. Jede Sekunde ein Brüller. Da sage noch einer, es gäbe keinen lieben (Film)Gott!

Bruce Allmächtig

Nachdem Jim Carrey, Regisseur Tom Shadyac und Autor Steve Oedekerk bereits mit "Der Dummschwätzer" und der Idee, Carrey als notorischen Schwindler mit einem Lügenbann zu belegen, den Jackpot knackten, versuchen sie nun, den Erfolg mit einer leicht modifizierten Prämisse zu wiederholen: Als erschütternd gottlosen TV-Moderator werden Carrey in "Bruce Allmächtig" vom Allmächtigen höchstselbst dessen Aufgaben und Fähigkeiten übertragen. Das Ergebnis ist ein liebenswerter Spaß mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein, der nicht im geringsten blasphemisch ist und keine Sensibilitäten verletzt, es sei denn, man kann mit Carreys manischem Slapstick nichts anfangen: Der Komödiant läuft in dieser Wutprobe der hyperventilierenden Art nämlich zu schwindelerregender Hochform auf.

Auf ihren Star zugeschnittene High-Concept-Komödien können immer nur so gut sein wie ihr Konzept. Auf ihrem Gerüst baut der Star seine Performance auf, die sich nicht mehr der Realität, sondern nur noch der Ungeheuerlichkeit ihrer Grundidee verpflichtet. So gesehen, ist "Bruce Allmächtig" ohne Abstriche ein durchschlagender Erfolg: Erstmals eigentlich seit "Der Dummschwätzer" erlaubt es sich der begnadete Jim Carrey, außer Rand und Band ohne grotesk, durchgeknallt ohne neurotisch, ausgeflippt ohne geistig bedenklich, also bis auf die Gummiknochen komisch zu sein, ohne gleichzeitig dunkle Wolken aufziehen (wie in "Ich beide und sie") oder maliziöse Bösartigkeit durchschimmern zu lassen (wie in "Der Grinch"). Er ist die expressionistische Alternative zu dem introvertierten, beinahe autistischen Adam Sandler, dem anderen von der Kritik unterschätzten Superstar-Funnyman unserer Zeit: der Jerry Lewis zu dessen Buster Keaton.

Nicht von ungefähr lassen sich Parallelen zu "Die Wutprobe", gleichermaßen High Concept, aber nie High Comedy, entdecken. Erneut geht es um nicht ausgeschöpfte (Berufs-)Potenziale und die Unfähigkeit, sich die eigenen Gefühle einzugestehen und Verantwortung zu übernehmen (auch hier verzehrt sich eine Schöne vergeblich nach dem Helden), sprich: im Amerika nach dem 11. September die richtigen Prioritäten zu setzen.

Der Hemmschuh von Carreys Bruce Nolan ist der gleiche wie bei Sandlers Dave Buznik: Beide haben ein Problem, ihre aufgestaute Aggression zu kompensieren: Als lokaler TV-Moderator im Kleinkaff Buffalo, New York, muss auch Bruce durch ein außergewöhnliches Ereignis auf den richtigen Weg getollschockt werden, nachdem er sein persönliches Stalingrad erlebt hat: Ein schleimiger Kollege schnappt ihm den Anchorman-Posten weg, die Menschen lachen über ihn. Und schließlich setzt er seinen Sportwagen gegen einen Lichtmasten. Bruce verflucht Gott - und erhält prompt Antwort: In Gestalt von Morgan Freeman (immerhin ein Schwarzer - die einzige Kante in diesem stromlinienförmig auf Hochglanz polierten Feelgood-Movie) werden Bruce auf unbestimmte Zeit all die Fähigkeiten und Pflichten des Einen übertragen. Alles weitere kann man sich denken: Der mit "I Got the Power" von Snap perfekt begleiteten Emphase über die neuen Mächte und deren - sehr komischen - Ausnutzen für eigene Zwecke folgen die Katastrophe, weil Bruce die Freundin vernachlässigt hat, und darauf Einsicht und Katharsis, also die unvermeidliche Läuterung eines Ungläubigen, der Gottes Leitspruch für sich selbst erkennen darf: Be the miracle - Sei selbst das Wunder!

Selbstredend ist der komische Abschnitt des Missbrauchs von Gottes Kräften der mit Abstand beste des Films: Er hat etwas verschwörerisch Befreiendes, weil Carrey all das tut, was man selbst niemals wagen würde. Dem Nachbarschaftsrüpel einen Affen aus dem Rektum ziehen? Den Verkehr nach eigenem Gusto lenken? Dem Konkurrenten den dümmsten Gibberisch in den Mund legen? Dem notorisch nicht stubenreinen Köter mit Fingerschnippen Toilettenmanieren beibringen? Selbst billige Gags wie die Oberweitenerweiterung der Lebensgefährtin gehen durch, wenn man Carrey im nächsten Moment erleben darf, wie er ihr buchstäblich Mond und Sterne vom Himmel holt. Natürlich ist das nur mit Hilfe von Spezialeffekten möglich. Angesichts der insgesamt aber etwas schwachen Leistung der Effektabteilung bleibt anzumerken, dass der beste Effekt hier wie immer Carrey selbst ist, dem wirklich unglaublichste Verrenkungen scheinbar mühelos gelingen.

Wenn in "Bruce Allmächtig" denn etwas wirklich unangenehm auffällt, dann ist es die Neigung von Regisseur Shadyac, nach "Patch Adams" und "Im Zeichen der Libelle" auch hier wieder einem Film mit dem Sendungsbewusstsein, unbedingt eine christliche Botschaft transportieren zu müssen, den Weg etwas aus den Segeln zu nehmen. Gleichzeitig lässt er zu, dass das Drehbuch wenig über wirklich göttliche Verantwortung erzählt, weil es mehr damit beschäftigt ist, Bruce bei der Lösung seiner kleinen privaten Nöte zu helfen. So ist die Rettung von Bruces Beziehung zu der heillos unterbeschäftigten Jennifer Aniston der Fokus der stets publikumsfreundlichen Komödie, die sich anfangs große Themen auf die Schultern hievt, um dann doch den Rückzug ins Private und das einfache Happyend anzutreten. Dann ist da noch Morgan Freeman, den man noch nie so entspannt gesehen hat: Wenn er in voller Designer-Pracht neben Carrey zu sehen ist, ist "Bruce Allmächtig" ein göttlicher Spaß, dessen kommerzielle Aussichten auch trotz manch verpasster Chance von hier bis zum Himmel reichen. ts.

Darsteller:  Jim Carrey   als Bruce Nolan
  Morgan Freeman   als Gott
  Jennifer Aniston   als Grace Connelly
  Philip Baker Hall   als Jack Keller
  Catherine Bell   als Susan Ortega
  Lisa Ann Walter   als Debbie
  Steve Carell   als Evan Baxter
  Nora Dunn   als Ally Loman
  Sally Kirkland   als Anita Mann
  Eddie Jemison   als Bobby
  Tony Bennett   als Tony Bennett
  Paul Satterfield   als Dallas Coleman
  Mark Kiely   als Fred Donohue
  Timothy Di Pri   als Bruces Kameramann
  Brian Tahash   als Bruces Tonmann
  Lou Felder   als Pete Fineman
  Lillian Adams   als Mama Kowolski
  Christopher Darga   als Vol Kowolski
 
Regie:  Tom Shadyac  
Buch:  Steve Oedekerk  
  Mark O'Keefe  
  Steven Wayne Koren  
Musik:  John Debney  
Kamera:  Dean Semler  
Produzent:  Tom Shadyac  
  Jim Carrey  
  James D. Brubaker  
  Michael Bostick  
  Steven Wayne Koren  
  Mark O'Keefe  

Morgan Freeman wieder irdisch

Auf den Hund gekommen: Morgan Freeman

Auf den Hund gekommen: Morgan Freeman

Morgan Freeman wendet sich wieder irdischen Themen zu. Nach seinem Auftritt als Gott in der Jim Carrey-Komödie "Bruce Almighty" (Kinostart Mitte Juni 2003) wird Freeman die Hauptrolle in "Danny The Dog" übernehmen.

Der Leinwandveteran hat neben Topmimen wie Kevin Costner ("Robin Hood - König der Diebe") und Brad Pitt ("Sieben") seine schauspielerischen Ausnahmefähigkeiten einmal mehr unter Beweis gestellt. In seinem neuen Film ist er wieder in Gesellschaft absoluter Hollywoodgrößen. Jet Li ("Romeo must Die") wird in dem Thriller die zweite Hauptrolle übernehmen. Auch die die Drehbuchautoren sind vom Feinsten. Robert Mark Kamen und Luc Besson, die für das Skript zu "Das fünfte Element" verantwortlich zeichnen, werden wieder gemeinsam den Bleistift spitzen. Auch der Regiestuhl ist bereits vergeben: Louis Leterrier wird "Danny The Dog" inszenieren.

Die Dreharbeiten beginnen Mitte nächsten Monats in England.

 

Bruce Allmächtig in der Fotoshow

 

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