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Kaufvideo
Erhältlich seit:
26.11.2009
USA 2009
Laufzeit: 78 Min.
FSK: ab 16
Sacha Baron Cohen
Gustaf Hammarsten
Clifford Bañagale
Regie: Larry Charles
Universal Pictures Germany

Sacha Baron Cohen scheut keine noch so gefährliche Situation, keine noch so peinliche Begegnung, um mit seiner neuen Komödie seinen Meilenstein "Borat" zu übertreffen.
"Borat" heißt jetzt "Brüno". Sonst hat sich nicht viel geändert in der Comedywelt von Sacha Baron Cohen, der zum dritten Mal eine Figur aus seiner legendären "Da Ali G. Show" auf die Leinwand schickt. Erneut konfrontiert der Brite (zumindest vermeintlich) ganz normale Menschen in denkbar unangenehmen Situationen mit einem überkandidelten Typen, dessen ungewöhnliches Auftreten verblüffende Reaktionen herauskitzelt. Der Unterschied besteht darin, dass die Art von grenzüberschreitender Guerrilla-Komödie anno 2009 nicht mehr ganz so frisch und effektiv ist. Und dass Brüno als Figur keine so geniale Konzeption ist wie sein Vorgänger Borat Sagdiyev: Der kasachische Simplizissimus machte zwar kein Hehl aus seiner rassistischen, sexistischen und antisemitischen Weltsicht, lullte sein Gegenüber mit seiner unschuldig-einnehmenden Art so clever ein, dass er Andere zu Komplizen machte: Er gab ihnen die Sicherheit, ihre Deckung sinken zu lassen und bisweilen schockierend ehrlich zu sein. Brüno wiederum ist ein einziges Ausrufezeichen, klar auf Konfrontation angelegt: Mit seiner pfauenartigen, überdrehten und aufdringlichen Art ist er niemand, der Sympathie erweckt oder Identifikation stiftet.
Es ist eher überraschend, wie geduldig viele seiner Opfer die unerhörten Tabubrüche des österreichischen Fashionista über sich ergehen lassen, ohne ihn in die Schranken zu weisen (was oft genug passiert). "Borat" war ein Film über die Menschen und ihre Reaktionen auf die unerhörten Aussagen und Taten Borats. "Brüno" ist ein Film über Brüno und die Reaktionen der Menschen auf ihn, den österreichischen Fashion-Addict mit dem herrlichen Kauderwelsch-Deutsch, der zu Beginn des Films auf einer großen Modeschau mit einem Anzug aus Velcro für Chaos sorgt. Er wird von der Branche geächtet, seine Fernsehshow Funkyzeit wird abgesetzt, sein kleinwüchsiger thailändischer Liebhaber verlässt ihn. Anstatt stärker Eitelkeiten und Inhaltsleere des Modezirkus aufs Korn zu nehmen, was sich mit dieser Figur angeboten hätte, geht Brüno denselben Weg wie sein Vorgänger Borat: Er bereist die USA, diesmal nicht begleitet von seinem fetten Manager, sondern seinem ihm treu ergebenen Assistenten Lutz. Und er sucht nicht die Liebe, sondern Berühmtheit.
Weil es hier so eindeutig mehr um Cohens groteske Figur geht, ist dieser wiederholte Frontalangriff auf die guten Sitten vielleicht etwas weniger hintergründig und nachhaltig. Aber gewiss nicht weniger lustig. Für sich genommen, sind viele Szenen geradezu haarsträubend komisch. Wenn der aus seiner Homosexualität kein Hehl machende Paradiesvogel mit ein paar Rednecks am Lagerfeuer in der Wildnis über Sex and the City debattiert, er mit palästinensischen und israelischen Politgrößen darüber philosophiert, Hummus sei doch so lecker, dass sich der Streit darüber nicht lohne, oder wenn er einen Karatelehrer befragt, wie man sich gegen die Angriffe eines Mannes mit zwei Dildos erwehrt, ist Brüno so ungeheuerlich, wie man es sich von Cohen erwartet. Weil aber auch die offenkundig inszenierten Szenen, wie ein kurzer Einblick in die abartigen Sexpraktiken Brünos mit seinem Liebhaber, so eindeutig genau das sind, bleibt man als Zuschauer doch auch ein bisschen distanziert, weil man wie so manches Opfer im Film ungern derjenige wäre, der Cohen auf den Leim geht. Unverkennbar ist das Bemühen des Stars und seines eher im Hintergrund bleibenden Regisseurs Larry Charles, den disparaten Sequenzen ein stärkeres Storygerüst überzustülpen, das zwar immer noch vergleichsweise rudimentär ist, aber doch ein größeres Bedürfnis für Struktur als bei "Borat" offenbart. Das lässt den Zuschauer gleichzeitig aber auch automatisch an der Authentizität der verrückteren Szenarien zweifeln - und raubt dem Film ein bisschen von seiner transgressiven Qualität.
Erst am Schluss, als ein zwischenzeitlich von seiner sexuellen Orientierung geheilter Brüno bei einem Cage-Wrestling-Match doch wieder das Schwulsein entdeckt und seinen Gegner vor tobenden Proleten hingebungsvoll liebt, setzt der erhoffte "Borat"-Effekt ein auch wenn die Szene deutlich vom Showdown von "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" geklaut ist, als Cohen als Formel-Eins-Pilot Jean Girard seinen Konrahenten Will Ferrell küsst. So geht man versöhnt aus dieser soliden Groteske mit vielen Lachern. Ein Meilenstein wie "Borat" ist "Brüno" aber nicht, auch wenn ihm zum Abschluss die Gutmenschen Bono, Sting und Bob Geldof im Verbund mit Elton John und Snoop Dog mit einem musikalischen Denkmal Absolution erteilen. ara.
So, wir alle wissen: Rühm ist die Schlüssel zum Glück! So, als das Publikum in meine Heimat Österreich soooo schlimm eifersüchtig ist und mich boykottiert, sage ich: Brüno, now es ist Zeit für dich zu ubernehmen ze ganze World! So, ich gehe zu helfen in die Mittlere Osten, trete ein in ze US-Army, geh zu Swinger Parties, Talk Shows auch und mach sogar Camping mit total grizzly Naturfreunde. Plus, natürlich habe ich die It-Accessoire von ze Stars - die kleine afrikanische Baby. Now fragst du dich, wie famous Brüno in ze World ist? Hellooooo? Denk mal!!! Ich glaube, ze nächstes Jahr werdet ihr alle sagen: "Sorry?? Adolf WER ?!??!!?"
Quelle: Universal Pictures
- Filmkommentare
- Unveröffentlichte Szenen
- Alternative Szenen
- Ungekürzte Szenen
- Interview mit Llyod Robinson
Quelle: Universal Pictures
| Darsteller: | Sacha Baron Cohen | als Brüno | |
|---|---|---|---|
| Gustaf Hammarsten | als Lutz | ||
| Clifford Bañagale | als Diesel | ||
| Chibundu Orukwowu | als O.J. | ||
| Chigozie Orukwowu | als O.J. | ||
| Josh Meyers | als Kookus | ||
| Toby Hoguin | als Mexikanischer Gärtner | ||
| Roberto Huerta | als Mexikanischer Gärtner | ||
| Gilbert Rosales | als Mexikanischer Gärtner | ||
| Thomas Rosales | als Mexikanischer Gärtner | ||
| Marco Xavier | als Mexikanischer Gärtner | ||
| Bono | als Dove of Peace | ||
| Sir Elton John | als Dove of Peace | ||
| Slash | als Dove of Peace | ||
| Snoop Dogg | als Dove of Peace | ||
| Sting | als Dove of Peace | ||
| Chris Martin | als Dove of Peace | ||
| Paula Abdul | |||
| Harrison Ford | |||
| Regie: | Larry Charles | ||
| Buch: | Sacha Baron Cohen | ||
| Anthony Hines | |||
| Dan Mazer | |||
| Jeff Schaffer | |||
| Peter Baynham | |||
| Musik: | Erran Baron Cohen | ||
| Kamera: | Anthony Hardwick | ||
| Wolfgang Held | |||
| Produzent: | Sacha Baron Cohen | ||
| Jay Roach | |||
| Dan Mazer | |||
| Monica Levinson | |||
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Audiokommentar, Entfallene und alternative Szenen, Interview
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- Unveröffentlichte Szenen
- Alternative Szenen
- Ungekürzte Szenen
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