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Brüno

Neue Komödie von Sacha Baron Cohen, der im Stil von "Borat" als schwuler österreichischer Modefreak in den USA nach Berühmtheit strebt.


Brüno

Leihvideo

Erhältlich seit:
26.11.2009

Komödie/ Satire

USA 2009
Laufzeit: 78 Min.
FSK: ab 16

Sacha Baron Cohen
Gustaf Hammarsten
Clifford Bañagale

Regie: Larry Charles
Universal Pictures Germany

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Nach "Borat" lässt Sacha Baron Cohen die nächste Kultkreation auf die Menschheit los: den hinreißend komischen Ösi-Provokateur "Brüno".

Brüno ist nicht nur als Model unglaublich begabt (Foto: Universal) Großansicht

Brüno ist nicht nur als Model unglaublich begabt (Foto: Universal)

Er liebt Mode. Er liebt Männer. Er zieht aus, um mit dem Klettverschluss die Welt zu erobern. Brüno (Sacha Baron Cohen), Fashion-Freak und Moderator eines austrianischen TV-Senders, ist seine Heimat Österreich längst zu klein. Er will provozieren und sich produzieren - und niemand auf der Fashion Week in Mailand ahnt, dass diese Veranstaltung für Brünos Absichten maßgeschneidert ist.

Mit dem ersten kompletten Klettverschluss-Outfit der Haute-Couture-Geschichte, ein Mix aus Quilt und Pippi-Langstrumpf-Patchwork, klebt er entsetzten Stardesignern an der Backe. Stolpert bei der Show von Agatha Ruiz de la Prada auf den Laufsteg, bis das Sicherheitspersonal den exzentrischen Störfall entfernt.

Ein Mann und sein Pferd (Foto: Universal) Großansicht

Ein Mann und sein Pferd (Foto: Universal)

In Hot Pants durch Kansas

So ermutigt, erkundet Brüno nun die Limits im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und das im Kampf gegen Puritanismus, Doppelmoral und Gesetze, die Männer keine karierten Röcke tragen lassen. In Kansas durchbricht Brüno mit Hot Pants konservative Traditionen. Unter reaktionären Jagdfreunden, die Toleranz in der Regel nicht einmal buchstabieren können, outet er sich als "Sex and the City"-Fan.

Bei einem Swingertreffen interpretiert er den Vorbau einer Domina als Milchbar und bei der Army die in Tarnfarben gehaltene Geländeausgangskleidung als Kreation, zu der man auch Dolce & Gabbana-Accessoires tragen kann.

Sexy Posing will gelernt sein (Foto: Universal) Großansicht

Sexy Posing will gelernt sein (Foto: Universal)

Weg mit dem Babyspeck

Niemand ist vor diesem furchtlosen Pionier sicher, der austestet, wie weit andere gehen, wenn er selbst die Grenzen überschreitet. Kann man Casting-Mütter überreden, dass ihre Babys für eine Rolle 10 Pfund abspecken müssen? Kann man Politiker verführen, die Männer nur als Wähler lieben? Kann man ein afrikanisches Adoptivkind O.J. nennen? Unwiderstehlich komische Antworten liefert der neue Satire-Hit der "Borat"-Macher, der Spaß, Skandale und Silbersandaletten für Männer ins Kino bringt.

Brüno

Sacha Baron Cohen scheut keine noch so gefährliche Situation, keine noch so peinliche Begegnung, um mit seiner neuen Komödie seinen Meilenstein "Borat" zu übertreffen.

"Borat" heißt jetzt "Brüno". Sonst hat sich nicht viel geändert in der Comedywelt von Sacha Baron Cohen, der zum dritten Mal eine Figur aus seiner legendären "Da Ali G. Show" auf die Leinwand schickt. Erneut konfrontiert der Brite (zumindest vermeintlich) ganz normale Menschen in denkbar unangenehmen Situationen mit einem überkandidelten Typen, dessen ungewöhnliches Auftreten verblüffende Reaktionen herauskitzelt. Der Unterschied besteht darin, dass die Art von grenzüberschreitender Guerrilla-Komödie anno 2009 nicht mehr ganz so frisch und effektiv ist. Und dass Brüno als Figur keine so geniale Konzeption ist wie sein Vorgänger Borat Sagdiyev: Der kasachische Simplizissimus machte zwar kein Hehl aus seiner rassistischen, sexistischen und antisemitischen Weltsicht, lullte sein Gegenüber mit seiner unschuldig-einnehmenden Art so clever ein, dass er Andere zu Komplizen machte: Er gab ihnen die Sicherheit, ihre Deckung sinken zu lassen und bisweilen schockierend ehrlich zu sein. Brüno wiederum ist ein einziges Ausrufezeichen, klar auf Konfrontation angelegt: Mit seiner pfauenartigen, überdrehten und aufdringlichen Art ist er niemand, der Sympathie erweckt oder Identifikation stiftet.

Es ist eher überraschend, wie geduldig viele seiner Opfer die unerhörten Tabubrüche des österreichischen Fashionista über sich ergehen lassen, ohne ihn in die Schranken zu weisen (was oft genug passiert). "Borat" war ein Film über die Menschen und ihre Reaktionen auf die unerhörten Aussagen und Taten Borats. "Brüno" ist ein Film über Brüno und die Reaktionen der Menschen auf ihn, den österreichischen Fashion-Addict mit dem herrlichen Kauderwelsch-Deutsch, der zu Beginn des Films auf einer großen Modeschau mit einem Anzug aus Velcro für Chaos sorgt. Er wird von der Branche geächtet, seine Fernsehshow Funkyzeit wird abgesetzt, sein kleinwüchsiger thailändischer Liebhaber verlässt ihn. Anstatt stärker Eitelkeiten und Inhaltsleere des Modezirkus aufs Korn zu nehmen, was sich mit dieser Figur angeboten hätte, geht Brüno denselben Weg wie sein Vorgänger Borat: Er bereist die USA, diesmal nicht begleitet von seinem fetten Manager, sondern seinem ihm treu ergebenen Assistenten Lutz. Und er sucht nicht die Liebe, sondern Berühmtheit.

Weil es hier so eindeutig mehr um Cohens groteske Figur geht, ist dieser wiederholte Frontalangriff auf die guten Sitten vielleicht etwas weniger hintergründig und nachhaltig. Aber gewiss nicht weniger lustig. Für sich genommen, sind viele Szenen geradezu haarsträubend komisch. Wenn der aus seiner Homosexualität kein Hehl machende Paradiesvogel mit ein paar Rednecks am Lagerfeuer in der Wildnis über Sex and the City debattiert, er mit palästinensischen und israelischen Politgrößen darüber philosophiert, Hummus sei doch so lecker, dass sich der Streit darüber nicht lohne, oder wenn er einen Karatelehrer befragt, wie man sich gegen die Angriffe eines Mannes mit zwei Dildos erwehrt, ist Brüno so ungeheuerlich, wie man es sich von Cohen erwartet. Weil aber auch die offenkundig inszenierten Szenen, wie ein kurzer Einblick in die abartigen Sexpraktiken Brünos mit seinem Liebhaber, so eindeutig genau das sind, bleibt man als Zuschauer doch auch ein bisschen distanziert, weil man wie so manches Opfer im Film ungern derjenige wäre, der Cohen auf den Leim geht. Unverkennbar ist das Bemühen des Stars und seines eher im Hintergrund bleibenden Regisseurs Larry Charles, den disparaten Sequenzen ein stärkeres Storygerüst überzustülpen, das zwar immer noch vergleichsweise rudimentär ist, aber doch ein größeres Bedürfnis für Struktur als bei "Borat" offenbart. Das lässt den Zuschauer gleichzeitig aber auch automatisch an der Authentizität der verrückteren Szenarien zweifeln - und raubt dem Film ein bisschen von seiner transgressiven Qualität.

Erst am Schluss, als ein zwischenzeitlich von seiner sexuellen Orientierung geheilter Brüno bei einem Cage-Wrestling-Match doch wieder das Schwulsein entdeckt und seinen Gegner vor tobenden Proleten hingebungsvoll liebt, setzt der erhoffte "Borat"-Effekt ein auch wenn die Szene deutlich vom Showdown von "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" geklaut ist, als Cohen als Formel-Eins-Pilot Jean Girard seinen Konrahenten Will Ferrell küsst. So geht man versöhnt aus dieser soliden Groteske mit vielen Lachern. Ein Meilenstein wie "Borat" ist "Brüno" aber nicht, auch wenn ihm zum Abschluss die Gutmenschen Bono, Sting und Bob Geldof im Verbund mit Elton John und Snoop Dog mit einem musikalischen Denkmal Absolution erteilen. ara.

Darsteller:  Sacha Baron Cohen   als Brüno
  Gustaf Hammarsten   als Lutz
  Clifford Bañagale   als Diesel
  Chibundu Orukwowu   als O.J.
  Chigozie Orukwowu   als O.J.
  Josh Meyers   als Kookus
  Toby Hoguin   als Mexikanischer Gärtner
  Roberto Huerta   als Mexikanischer Gärtner
  Gilbert Rosales   als Mexikanischer Gärtner
  Thomas Rosales   als Mexikanischer Gärtner
  Marco Xavier   als Mexikanischer Gärtner
  Bono   als Dove of Peace
  Sir Elton John   als Dove of Peace
  Slash   als Dove of Peace
  Snoop Dogg   als Dove of Peace
  Sting   als Dove of Peace
  Chris Martin   als Dove of Peace
  Paula Abdul  
  Harrison Ford  
 
Regie:  Larry Charles  
Buch:  Sacha Baron Cohen  
  Anthony Hines  
  Dan Mazer  
  Jeff Schaffer  
  Peter Baynham  
Musik:  Erran Baron Cohen  
Kamera:  Anthony Hardwick  
  Wolfgang Held  
Produzent:  Sacha Baron Cohen  
  Jay Roach  
  Dan Mazer  
  Monica Levinson  

Sacha Baron Cohen pöbelt als rassistischer Polizist

Zuerst nahm Ali G. die Welt auf den Arm, dann folgten Borat und Brüno. Nun plant Sacha Baron Cohen in einem Remake von "Torrente" in die Rolle eines rassistischen Cops zu schlüpfen.

Nimmt sich dem spanischen Kassenschlager "Torrente" vor: Sacha Baron Cohen (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Nimmt sich dem spanischen Kassenschlager "Torrente" vor: Sacha Baron Cohen (Foto: Kurt Krieger)

Mit seinen Kunstfiguren Ali G., Borat und Brüno strapazierte Kult-Komiker Sacha Baron Cohen die Nervenkostüme seiner Opfer. Nicht selten sprengte Cohen die Grenzen des guten Geschmacks. Nun nimmt sich der Meister der schrägen Zoten dem spanischen Kassenerfolg "Torrente, el brazo tonto de la ley" an.

Der spanische Komödiant Santiago Segura ist der geistige Vater und Hauptdarsteller der aberwitzigen Action-Komödien über einen rassistischen und obendrein korrupten Polizisten, der auch nach seiner unehrenhaften Entlassung aus dem Staatsdienst weiterhin in der Nachbarschaft auf Streife geht. Drei "Torrente"-Folgen haben es bislang mit riesigem Erfolg ins spanische Kino geschafft, ein vierter Teil erblickt demnächst das Licht der Leinwand.

Sacha Baron Cohen bleibt schrägen Rollen treu

Um die Umsetzung fürs internationale Publikum kümmert sich New Line Cinema. Über das Drehbuch zerbrechen sich die "Seinfeld"-Autoren Alec Berg, Jeff Schaffer und David Mandel die Köpfe, um Sacha Baron Cohen als Ekelpaket besonders bissige Sprüche auf den Leib zu schneidern.

Die Schreiberlinge sind sicherlich keine schlechte Wahl. Schließlich ist das Trio auch verantwortlich für die Dialoge in "The Dictator", Sacha Baron Cohens nächsten Film über einen Tyrannen im Exil und einen Ziegenhirten, beide dargestellt vom Borator.

Regie bei diesem Angriff auf die Lachmuskeln wird Larry Charles führen, der schon für "Borat" und Brüno erfolgreich das Regieregiment führte.

 

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