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Bulworth

Intelligente Satire mit beißendem Wortwitz um einen rappenden Senator auf Stimmenfang.


Bulworth

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Erhältlich seit:
10.01.2004

Komödie

USA 1998
Laufzeit: 104 Min.
FSK: ab 12

Warren Beatty
Halle Berry
Don Cheadle

Regie: Warren Beatty
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Bulworth

Jay Bulworth kandidiert erneut für den Senat. Ausgelaugt vom Kampf gegen miserable Umfrageergebnisse beschließt Jay, der vor der Scheidung steht, sein Leben zu beenden. Also schließt er zu Gunsten seiner Tochter eine Lebensversicherung ab und beauftragt einen Hitman, ihn am letzten Wahlkampfwochenende zu töten. Die neu gewonnene Unabhängigkeit läßt Bulworth wieder zum Idealisten werden. So gewinnt er bei den Umfragen an Boden und gleichzeitig auch das Herz von Nina. Nun gilt es noch, den Auftragskiller abzubestellen...

Unterhaltung und Gesellschaftskritik - was unvereinbar scheint, vermengt Oscar-Preisträger Warren Beatty ("Reds") zu einer köstlichen Komödie über Schwarz und Weiß, Macht und Ohnmacht, Liebe und Haß. In frech-forschen Rap-Reimen hält sein Titelheld heuchlerischen Politikern den Spiegel vor und belegt eindrucksvoll, daß Wahrheit nur mit geistiger Freiheit einhergeht. Beatty glänzt als Bulworth mit einer der lässigsten Vorstellungen seiner Karriere, während Halle Berry ("Einsame Entscheidung") als Streetfighter im Guerilla-Look überzeugt. Exzellente Polit-Satire.

Bulworth

Während die Herren Eastwood und Redford auch im gesetzten Alter noch bevorzugt dem Thriller- und Romantikmetier zusprechen, wagt sich ihr Kollege Warren Beatty mit der Politsatire "Bulworth", seiner ersten Regiearbeit seit "Dick Tracy" im Jahr 1990, einmal mehr auf provokant-gesellschaftskritisches Parkett. Seine schneidend scharfe Systemkritik stellt ein marodes Establishment bloß, das vom Geld einflußreicher Wirtschaftskonzerne und korrupten Politikern regiert wird.

Die von Beatty fabelhaft dargestellte Titelfigur ist eine dieser gekauften Marionetten: Der um seine Wiederwahl kämpfende, demokratische Senator steht vollkommen ausgelaugt kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Seit Tagen hat er im Wahlkampfstreß weder gegessen, noch seine Augen auch nur eine Sekunde zugemacht, seine eigenen heuchlerischen TV-Spots treiben ihm die Tränen in die Augen. In seiner Verzweiflung heuert er einen Auftragskiller an, der ihn erschießen soll. Bei seiner nächsten Rede vor einer afroamerikanischen Glaubensgemeinschaft im Stadtteil South Central von Los Angeles ist ihm denn auch alles egal, und zum ersten Mal in seiner Karriere sagt er die ungeschminkte und unangenehme Wahrheit: Weißen Politikern seien die Belange der Schwarzen völlig unwichtig, da sie ohnehin keine Wahlkampfspenden beisteuern könnten. Und solange sie nicht ihre eigene Passivität überwinden, würde sich am Status Quo auch nichts ändern. Ob so viel unverblümter Unverschämtheit bricht ein Sturm der Entrüstung los, während Bulworth sich mit einem Mal befreit und großartig fühlt.

Künftig nimmt er kein Blatt mehr vor den Mund und stößt selbst seinen einflußreichen Gönnern bei allen weiteren Veranstaltungen brutal vor den Kopf. Zudem beginnt er, seine provozierende Bestandsaufnahme eines kaputten und sinnentleerten Systems in gereimter Rapform vorzutragen. Das Unerwartete geschieht: Bulworth' Sympathie-Barometer bei der Bevölkerung schnellt rapide in die Höhe, während sich der Auftragskiller an seine Fersen heftet. Ein melodramatisches Handlungselement, auf das Beatty gut und gerne verzichten hätte können. Der beißende Wortwitz und der tabulose Sarkasmus (selbst die Hollywood-Elite veräppelt Beatty als "wichtige Juden") allein sorgen für blendende, geistreiche Unterhaltung. Bulworth' Verwandlung vom ausgebrannten Zyniker zum Homeboy läßt die intelligente Satire dann zwar den Bereich der Klamotte streifen, unterstreicht aber doch sehr eindrucksvoll, daß Beatty als erster etablierter Kreativer Hollywoods die Wichtigkeit und Bedeutung der allgegenwärtigen Hiphop-Kultur anerkennt, so daß einzig die Romanze mit einer jungen Schwarzen (Halle Berry im urbanen Guerillalook) forciert wirkt. Wie "Primary Colors", jedoch radikaler und um einiges deutlicher in der Aussage, bietet "Bulworth" als aktualisierte "Network"-Variante einen längst überfälligen Einblick hinter die Kulissen des Wahlkampf-Betriebs und bleibt als eines der substantiellsten, kritischsten und außergewöhnlichsten Studioprojekte des Jahrzehnts lange in Erinnerung. ara.

Darsteller:  Warren Beatty   als Jay Bulworth
  Halle Berry   als Nina
  Don Cheadle   als L.D.
  Oliver Platt   als Dennis Murphy
  Paul Sorvino   als Graham Crockett
  Jack Warden   als Eddie Davers
  Joshua Malina   als Bill Feldman
  Christine Baranski   als Constance Bulworth
  Richard C. Sarafian   als Vinnie
  Amiri Baraka   als Rastaman
  Sean Astin   als Gary
  Laurie Metcalf   als Mimi
  Wendell Pierce   als Fred
  Michele Morgan   als Cheryl
  Ariyan Johnson   als Tanya
  Nora Dunn   als Missy Berliner
  Jackie Gayle   als Macavoy
  Graham Beckel  
 
Regie:  Warren Beatty  
Buch:  Warren Beatty  
  Jeremy Pikser  
Musik:  Ennio Morricone  
Kamera:  Vittorio Storaro  
Produzent:  Warren Beatty  
  Pieter Jan Brugge  
 

Fassungen

 

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Features

 

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