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Burn After Reading

Locker-flockige, auch bissige Komödie der Coen-Brüder.


Burn After Reading

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.02.2009

Komödie/ Kriminalfilm

USA 2008
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12

George Clooney
Frances McDormand
Brad Pitt

Regie: Ethan Coen, ...
Universum Film

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Brad Pitt, George Clooney, Tilda Swinton, John Malkovich und Frances McDormand in einer abgedrehten, aberwitzigen Spionagekomödie der Coen-Brüder.

Ozzie lässt sich nicht so leicht erpressen (Foto: Tobis) Großansicht

Ozzie lässt sich nicht so leicht erpressen (Foto: Tobis)

Hier tummelt sich das schrägste Personal - von amerikanischen und russischen Geheimagenten, Scheidungsanwälten, Regierungsbeamten, den dümmlichen Angestellten eines Fitness-Studios bis hin zur kinderhassenden Kinderärztin. Nach ihrem Oscar-prämierten "No Country for Old Men" rühren die Coen-Brüder eine explosive Mischung aus ironischer Gesellschaftssatire und verrückter Spionagefarce an, bei der sich nach und nach jeder die Finger verbrennt.

Hätten die beiden Fitnesstrainer Linda Litzke (Frances McDormand) und Chad Feldheimer (Brad Pitt) nicht zufällig eine CD in der Umkleidekabine des Studios "Hardbodies" gefunden, wäre allen viel Ärger erspart geblieben. Aber nein, sie benutzen den fatalen Fund, eine Sicherungskopie der Memoiren des geschassten CIA-Agenten Osborne "Ozzie" Cox (John Malkovich) und wollen ihn mit dem scheinbar brisanten Material erpressen. Schließlich will Linda sich nun endlich die ihrer Meinung nach schon lange überfälligen Schönheitskorrekturen leisten können.

Chad hat's als Fitnesstrainer voll drauf (Foto: Tobis) Großansicht

Chad hat's als Fitnesstrainer voll drauf (Foto: Tobis)

Alles anders als geplant

Fehlanzeige. Bei der "Geldübergabe" gibt's statt Moneten erst einmal was auf Chads Nase. Als das nicht gerade besonders helle Duo die Datensammlung daraufhin schließlich den Russen verhökern will, bekommt auch noch die CIA Wind von der Sache. Sind die Daten möglicherweise die Abrechnung eines rachsüchtigen Ex-Agenten? Bald wittern ganze Horden diverser Geheimdienste eine Verschwörung und verfolgen die Amateur-Erpresser ...

Währenddessen bereitet Ozzies Gattin die Scheidungspapiere vor und drängt ihren Liebhaber, den umtriebigen Regierungsbeamten Harry Pfarrer (George Clooney), zur Heirat. Doch der hat inzwischen im Internet schon eine neue Frau aufgegabelt ... und zwar ausgerechnet die liebesbedürftige Linda Litzke. Bei diesem Spiel hat keiner ein Ass im Ärmel und alle spielen falsch.

Harry denkt an eine andere Frau (Foto: Tobis) Großansicht

Harry denkt an eine andere Frau (Foto: Tobis)

Ein hinreißender Hohlkopf

Neben den üblichen Coen-Verdächtigen wie George Clooney als Testosteron strotzender Womanizer mit Vorliebe zum gesunden Keilkissen, Frances McDormand als Single-Lady auf der Suche nach Mr. Right, Richard Jenkins als in sie verknallter Chef und J.K. Simmons als CIA-Boss, trumpfen einige Neuzugänge auf: John Malkovich als Ex-CIA-Agent mit Alkoholproblem, Tilda Swinton als seine knallharte und berechnende Ehefrau und Strahlemann Brad Pitt als Kaugummi kauender Fitnessbubi - ein hinreißender Hohlkopf mit Faible für Energy Drinks und iPod.

Allein diese bunte Truppe reicht für einen tollen Kinoabend. Als Sahnehäubchen kommt aber noch der berühmte lakonische schwarze Humor der Coen-Brüder dazu. Besser geht's wirklich nicht!

Burn After Reading

In Joel und Ethan Coens schwarzer Komödie über Seitensprünge, Geheimagenten, Geldgier und Schönheitsoperationen laufen Brad Pitt als Hohlkopf und George Clooney als Womanizer zu Hochform auf.

Spaß muss diese illustre Truppe bei den Dreharbeiten gehabt haben. Danach sieht es jedenfalls auf der Leinwand aus, wenn Fitnessstudioangestellte Linda Litzke (Frances McDormand) mit ihrem Wunsch zur Schönheitsoperation die Geschichte ins Rollen bringt. Eine Single-Frau über 40 sollte sich restaurieren, ein bisschen Speck an Bauch, Oberschenkel und Oberarmen weg, die Augenfältchen gleich mit und auch der Schwerkraft des Busens sollte sie trotzen, so der Tipp des Arztes. Nur das nötige Kleingeld fehlt, um als neugeborene Venus im Online-Dating-Dschungel Mr. Right zu treffen. Wie praktisch, dass Kollege Chad über eine CD mit offenbar brisantem Geheimmaterial im Umkleideraum stolpert und auf die glorreiche Idee kommt, den Besitzer, den gerade gefeuerten CIA-Experten Ozzie (super-selbstironisch John Malkovich) zu erpressen. Der lässt sich nicht einschüchtern, handelt es sich doch um einen Teil seines Enthüllungsbuches. Die Sache läuft aus dem Ruder, auch durch das amüsante Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel, bei dem Ozzies Gattin Tilda Swinton ihren langweiligen Loser aus dem Loft wirft und gemeinsam mit Linda dem Charme des smarten Regierungsbeamten mit dem frommen Namen Harry Pfarrer erliegt (Clooney in seinem Element), der selbstverständlich im trauten Heim die Kinderbuch-schreibende Ehefrau umturtelt und im Keller heimlich Stuhlkreationen zur Triebbefriedigung für die Damen entwickelt. Am Ende gibt es einige Tote, mehrere kaputte Beziehungen, aufgeregte Geheimdienstmänner, brummige Russen, die die Papiere ablehnen und die gewünschte Rundumerneuerung.

Nach dem Oscar-prämierten "No Country For Old Men" wollten die Coens mal so richtig auf den Putz hauen und den "inneren Schwachkopf raushängen lassen". Das gelingt vor allem beim erblondeten Brad Pitt, der leicht debil im "Hardbodies"-Studio anderer Leute Muskeln in Gang bringt und vergeblich versucht, seine grauen Zellen zu aktivieren. Süffisant beobachtet wird das Chaos bei der CIA, wenn Ozzie, der Punkt 17 Uhr den ersten Drink zu sich nimmt, das von seinem Chef kritisierte Alkoholproblem vom Tisch wischt: "Sie sind Mormone, neben Ihnen hat jeder ein Alkoholproblem". Überfordert sind die Herren im grauen Zwirn auch durch die die Protagonisten verbindenden Sexkapriolen. Sie sind es aber auch, die nach dem Showdown die Auflösung bieten. Manchmal schlagen die Akteure über die Stränge bis zur Grenze des Overacting, bis auf Tilda Swinton, die durchgehend mit strengem Blick durchs Leben stapft. Je mehr die Ereignisse außer Kontrolle geraten, um so mehr wandelt sich die Komödie mit Assoziationen zu "Fargo" zur Farce auf Machtpolitik und Strippenzieher im Hintergrund, nicht umsonst spielt die Handlung in Washington. Fast muss man bei dieser Posse vor den Pointen in Deckung gehen. mk.

Darsteller:  George Clooney   als Harry Pfarrer
  Frances McDormand   als Linda Litzke
  Brad Pitt   als Chad Feldheimer
  John Malkovich   als Osbourne Cox
  Tilda Swinton   als Katie Cox
  Richard Jenkins   als Ted Treffon
  Elizabeth Marvel   als Sandy Pfarrer
  J.K. Simmons   als CIA Boss
  David Rasche   als Agent Palmer
  Olek Krupa   als Krapotkin
 
Regie:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Buch:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Emmanuel Lubezki  
Produzent:  Tim Bevan  
  Ethan Coen  
  Joel Coen  
  Eric Fellner  

Globe-Nominierung für "Baader Meinhof"

Die Jury der Golden Globes, die Hollywood Foreign Press Association, hat soeben die Nominierten für die Verleihung am 11. Januar bekannt gegeben.

Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek finden für ihre Leistung als Terroristenduo auch in Hollywood Anerkennung (Foto: Constantin) Großansicht

Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek finden für ihre Leistung als Terroristenduo auch in Hollywood Anerkennung (Foto: Constantin)

"Der Baader Meinhof Komplex" und "Waltz with Bashir" konkurrieren in der Kategorie für den Globe als bester fremdsprachiger Film mit "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra", "So viele Jahre liebe ich dich" und "Maria Larsson's Everlasting Moment".

Als bester Film in der Kategorie Drama konkurrieren: "Der seltsame Fall des Benjamin Button", "Frost/Nixon", "Der Vorleser", "Zeiten des Aufruhrs" und "Slumdog Millionär".

In der Kategorie Komödie/Musical treten "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?", "Happy-Go-Lucky", "Brügge sehen... und sterben?", "Mamma Mia!" und "Vicky Cristina Barcelona" gegeneinander an.

Für die beste Regie wurden Danny Boyle ("Slumdog Millionaire"), Stephen Daldry ("Der Vorleser"), David Fincher ("Der seltsame Fall des Benjamin Button"), Ron Howard ("Frost/Nixon") und Sam Mendes ("Zeiten des Aufruhrs") nominiert.

Um den Globe als bester Animationsfilm bewerben sich "Bolt - Ein Hund für alle Fälle", "Kung Fu Panda" und "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf".

 

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