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Candy - Reise der Engel

Knallhartes Drogendrama aus Australien über ein Künstlerehepaar, das den gemeinsamen Untergang zelebriert.


Candy - Reise der Engel

Leihvideo

Erhältlich seit:
08.03.2007

Originaltitel: Candy

Drama

Australien 2005
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 16

Abbie Cornish
Heath Ledger
Geoffrey Rush

Regie: Neil Armfield
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Knallhartes Drogendrama aus Australien über ein Künstlerehepaar, das den gemeinsamen Untergang zelebriert.

Dan und Candy hängen aneinander (Foto: Concorde) Großansicht

Dan und Candy hängen aneinander (Foto: Concorde)

Für die begabte Malerin Candy (Abbie Cornish) und den Poeten Dan (Heath Ledger) ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch schnell ziehen Wolken auf, als Heroin ins Spiel kommt. Candy prostituiert sich, um das nötige Geld zu beschaffen. Dan sieht tatenlos zu. Obwohl der Absturz vorprogrammiert ist, heiraten die beiden. Die Sucht schmiedet das Paar noch enger zusammen, bis Candy den Tanz auf dem Vulkan nicht länger erträgt: Sie wagt den Entzug.

Ein Drogendrama, wie es härter und eindringlicher nicht sein könnte. Nichts wird beschönigt, nichts wird vertuscht in Neil Armfields beinahe körperlich schmerzhaftem Porträt des Untergangs zweier Künstler, die nicht mehr ohne Heroin sein können.

Candy ist total am Ende (Foto: Concorde) Großansicht

Candy ist total am Ende (Foto: Concorde)

Wagemutige Darsteller

Für Heath Ledger markiert der Film nach "Brokeback Mountain" einen weiteren darstellerischen Triumph. Abbie Cornish aus "Somersault" steht ihm in nichts nach - ihre wagemutige Performance ohne Netz und doppelten Boden ist eine Offenbarung.

Candy - Reise der Engel

Der Rausch von Leidenschaft und Drogen hält ein Paar umklammert, bis die Sucht die Liebe aushöhlt. Australischer Arthouse-Hit als darstellerischer Showroom für Heath Ledger und Abbie Cornish.

Dan (Ledger) lebt den romantisierten Traum vom armen Poeten, Candy (Cornish) versucht sich als Malerin zu verwirklichen. Doch der zentrale Lebensimpuls der beiden ist ihre Liebe. Das Spiel mit der Schwerkraft auf einem Jahrmarkt spiegelt schon in den ersten Bildern ihre Beziehung: den Status quo, die kurzzeitige Schwerelosigkeit, aber auch den kommenden Perspektiven- und Orientierungsverlust. Die genormte Vorstellung von bürgerlichem Glück erfüllt sich bei diesem jungen Paar nicht. Gemeinsam lassen sie sich treiben, fixiert auf Heroin, Sex, aufeinander. Theaterregisseur Neil Armfields dritter Kinofilm, eine Romanadaption, konzentriert sich auf diese kleine Welt, in der Moral keinen Platz hat. Das Paar stiehlt, manipuliert, betrügt, um den nächsten Schuss finanzieren zu können. Sucht ist rücksichtslos - Armfields Drama zeigt das, aber bewertet nichts. Ausgebeutet wird der eigene Körper, aber auch die Gefühle der anderen. Eine Schlüsselfigur ist dabei Geoffrey Rushs drogensüchtiger Professor, der unausgesprochen mehr als Freundschaft für Dan empfindet. Der das Paar in einer Mischung aus Neugier und Amüsement beobachtet, es mit Drogen versorgt, aber beim Entzug seine Hilfe verweigert. Obwohl Candy schließlich sogar ihren Körper verkaufen muss, ein weiterer Schritt in die Selbstzerstörung, bewahrt der Film einen Ton, der die Naivität des Paars reflektiert. Heirat und Schwangerschaft Candys sind unmittelbarer Ausdruck dieser Naivität und das ausschlaggebende Signal, endlich den Entzug zu wagen. Schonungslos realistische Bilder zeichnen das Drama in dieser Phase aus, nachdem es in der ersten Hälfte durchaus auch Humor bewies. Im Grunde begleitet "Candy" einen kontinuierlichen Absturz, dessen Motive in einer Ablehnung der normierten Welt, fordernden Eltern und labilen Psychen angedeutet werden. Dominante Treibkraft bleibt aber die Sehnsucht nach dem Rausch, der sich nicht für Konsequenzen interessiert. "Das war schön", Candys Statement nach einer fast tödlichen Überdosis, ist dafür der perfekte, schockierende Ausdruck. "Candy" fehlt der originelle Ansatz eines cineastischen Ausbrechers wie etwa "Trainspotting". Aber als Porträt einer Abhängigkeit - von den Drogen und voneinander - überzeugt Armfields Film. Vor allem auch dank der Darstellungen von Ledger und Cornish, in denen sich Nuancierung und Furchtlosigkeit sehr gut ergänzen. kob.

Darsteller:  Abbie Cornish   als Candy
  Heath Ledger   als Dan
  Geoffrey Rush   als Casper
  Tony Martin   als Mr. Wyatt
  Noni Hazlehurst   als Mrs. Wyatt
  Tom Budge   als Schumann
  Roberto Meza Mont   als Jorge
  Holly Austin   als Verkäuferin
  Craig Moraghan   als Waschmaschinen Verkäufer
  Noel Herriman   als Zelebrant
  Tim McKenzie   als Onkel Rod
  Tara Morice   als Tante Katherine
  Maddi Newling   als Janey
  Paul Blackwell   als Philip Dudley
  Nathaniel Dean   als Paul Hillman
  David Argue   als Lester
  Jason Chan   als Dr. Lao
  Damon Herriman   als Roger Moylan
  Sandy Winton   als Candys Ärztin
 
Regie:  Neil Armfield  
Buch:  Luke Davis  
  Neil Armfield  
Musik:  Paul Charlier  
Kamera:  Garry Phillips  
Produzent:  Margaret Fink  
  Emile Sherman  

Das Vermächtnis des Jokers

Vor rund zwei Jahren starb Heath Ledger einen viel zu frühen Tod. In seinen Filmen wird uns der sympathische Australier aber für immer erhalten bleiben.

Beängstigende Performance: Heath Ledger als Joker in "Dark Knight" (Foto: Concorde) Großansicht

Beängstigende Performance: Heath Ledger als Joker in "Dark Knight" (Foto: Concorde)

Manche Menschen verlassen die Erde viel zu früh. Einer von ihnen war Heath Ledger, der am 22. Januar 2008 im Alter von nur 28 Jahren auf tragische Weise verstarb. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der australische Schauspieler auf der Höhe seines Ruhms, lief doch gerade "The Dark Knight", in dem er als Joker die Performance seines Lebens ablieferte, mit gigantischem Erfolg in den Kinos.

Fans des ebenso gut aussehenden wie sympathischen Frauenschwarms kannten ihn freilich schon viel früher, zum Beispiel aus "Ritter aus Leidenschaft", wo er den Junker William in einen Prinz Eisenherz als Backstreet Boy verwandelte, oder von seiner Paraderolle als "Casanova" in dem gleichnamigen Kostümfilm.

Seine Rolle als schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" brachte ihm die erste Oscar-Nominierung (Foto: Universum) Großansicht

Seine Rolle als schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" brachte ihm die erste Oscar-Nominierung (Foto: Universum)

Viel Lob und Ehre sowie eine Oscarnominierung heimste Ledger dann für seine Darstellung eines homosexuellen Cowboys in "Brokeback Mountain" ein. Während der Dreharbeiten zu diesem Film lernte er auch Michelle Williams kennen; aus dieser Beziehung stammt eine Tochter. Nach einigen weiteren interessanten Auftritten, etwa in dem Drogendrama "Candy - Reise der Engel" oder als einer von sechs Bob-Dylan-Darstellern in "I'm Not There", besetzte ihn Christopher Nolan für sein zweites Batman-Abenteuer, "The Dark Knight".

Doch wegen seines viel zu frühen Todes konnte Ledger weder den Golden Globe noch den Oscar als Bester Nebendarsteller, die er beide 2009 gewann, persönlich in Empfang nehmen. Genauso wenig, wie er die Dreharbeiten zu Terry Gilliams Film "Das Kabinett des Dr. Parnassus" beenden konnte.

 

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Heath Ledger

Der unter tragischen Umständen verstorbene Star aus "The Dark Knight", der darin als Joker schwer beeindruckend aufspielte. Als australische...

 

Star

Geoffrey Rush

Kostümrollen und exzentrisch-exaltierte Charaktere, komische und liebenswert verrückte Gestalten wie aus den Dramen William Shakespeares sind...