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Cassandras Traum

Erneut in Großbritannien entstandener Krimi von Woody Allen, der im Stil von "Match Point" von zwei Brüdern erzählt, die zum Äußersten bereit sind, um ihre verzweifelten Lebensumstände zu verbessern.


Cassandras Traum

Leihvideo

Erhältlich seit:
21.11.2008

Originaltitel: Cassandra's Dream

Drama/ Thriller

Großbritannien 2007
Laufzeit: 104 Min.
FSK: ab 12

Colin Farrell
Ewan McGregor
Hayley Atwell

Regie: Woody Allen
Highlight Communications (Deutschland)

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Krimi von Woody Allen, der im Stil von "Match Point" von zwei Brüdern erzählt, die zum Äußersten bereit sind, um ihre verzweifelten Lebensumstände zu verbessern.

Terry und Ian werden auf eine harte Probe gestellt (Foto: Constantin) Großansicht

Terry und Ian werden auf eine harte Probe gestellt (Foto: Constantin)

Zwei Brüder aus der Arbeiterklasse lernen eine attraktive junge Frau kennen, die in London als Schauspielerin nach ihrem Glück sucht. Einer der beiden jungen Männer verliebt sich in sie - mit unerwarteten Resultaten. Denn als ihr Onkel den beiden Brüdern ein unmoralisches Angebot macht um an das gewünschte Geld zu kommen, lassen die Jungs alle Vorsicht fahren und bringen sich in Teufels Küche.

Nach "Match Point" und "Scoop - Der Knüller" ist dieser Krimi bereits der dritte Film in Folge, den Woody Allen in Großbritannien gedreht hat. Im Ton eher im Stil von "Match Point" gehalten, ist auch diese Geschichte über zwei Brüder, deren Rivalität tragische Konsequenzen hat, wieder eine elegant erzählte Ballade über Moral, Zufall und das Gefälle zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten.

Angela verdreht den Männern gehörig den Kopf (Foto: Constantin) Großansicht

Angela verdreht den Männern gehörig den Kopf (Foto: Constantin)

Alte Hasen und Frischfleisch

Neben Ewan McGregor und Colin Farrell in den Hauptrollen glänzt die Newcomerin Hayley Atwell im Scarlett-Johansson-Part.

Cassandras Traum

Schluss mit lustig heißt's bei Woody Allens Opus Nummer 38, in dem er sich recht stilsicher auf Neo-Noir-Territorium begibt.

Zwei Dinge haben im Filmgeschäft Bestand: die alljährliche Oscar-Verleihung und das neue Werk von Woody Allen. Zum Lachen und Nachdenken hat er uns mit Klassikern wie "Der Stadtneurotiker" und "Manhattan" gebracht, mit den Introspektionen "September" und "Innenleben" seinem Vorbild Ingmar Bergman Tribut gezollt und zuletzt mit den "britischen" Arbeiten "Scoop" und "Match Point" ein neues Kapitel aufgeschlagen. Im verregneten England mit seiner rigiden Klassengesellschaft hat er sich neu erfunden, neu motiviert. Der hintersinnige Spaßmacher enthüllt seine dunkle Seite, zeigt sich in "Cassandras Traum" noir wie noch nie zuvor. Wobei es gleichzeitig um typische Allen-Themen geht, um Lust, Identität und Verbrechen - wie immer dargeboten von einem vorzüglichen Ensemble. Das führen hier Ewan McGregor und Colin Farrell an, als "Der Schöne und das Biest"-Bruderpaar, die einander sehr nahe stehen und gleichzeitig nicht unterschiedlicher sein können.

Terry (Farrell), Ex-Spieler und Ex-Trinker, arbeitet in einer Autowerkstatt, ist der gesetzte, hemdsärmelige und wortkarge Typ. Anders Ian (McGregor), Frauenheld, Blender und rechte Hand des Papas im Familienrestaurant. Sein Traum ist Kalifornien, seine Traumfrau von Beruf Schauspielerin. Angela - Hayden Atwell gefällt als braunäugige Scarlett-Johansson-Variante - heißt sie und mit ihr will er als Leiter eines Luxus-Resorts in Saus und Braus leben.

Schon die Exposition verrät: Das kann nicht gut gehen. Mit der ihm typischen Effizienz führt Drehbuchautor Allen seine beiden Helden ein. Zeigt wie sie miteinander umgehen, sich verstehen und ergänzen. Gemeinsam kaufen sie sich eine edle Holzyacht - der die selbe Bedeutung zukommen wird wie einst der bei René Cléments "Nur die Sonne war Zeuge" -, gemeinsam unternehmen sie mit ihren Damen launige Segeltörns.

Doch die Idylle währt nur kurz. Weil Angela sich als intrigante Goldgräberin entpuppt und der spendable Onkel Howard - Tom Wilkinson ("In the Bedroom") gibt robust-charmant einen in die enge getriebenen Jet-Setter - erstmals um einen Gefallen bittet. Einen großen, höchst illegalen Gefallen. Mehr Schein als Sein, nach diesem Motto wird hier stets und allerorten operiert. Das Leben ist ein Traum und die drohenden Rufe der Cassandra werden dabei geflissentlich ignoriert. Was als Charade beginnt, entwickelt sich immer mehr zum verzwickten, Haken schlagenden Krimi, den Philip Glass' ("Kundun") gewohnt minimalistischer Score perfekt untermalt. Mit viel Lust verbeißen sich Farrell und McGregor in ihre fleischigen Parts, derweil der Kameraveteran Vilmos Zsigmond ("Black Dahlia") seine Bilder in erdigen, gedeckten Farben und Tönen hält. Und das verheißt bekanntlich nichts Gutes. geh.

Darsteller:  Colin Farrell   als Terry
  Ewan McGregor   als Ian
  Hayley Atwell   als Angela
  Tom Wilkinson   als Howard
  Sally Hawkins   als Kate
  Philip Davis   als Martin Burns
 
Regie:  Woody Allen  
Buch:  Woody Allen  
Musik:  Philip Glass  
Kamera:  Vilmos Zsigmond  
Produzent:  Letty Aronson  
  Stephen Tenenbaum  
  Gareth Wiley  
 

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