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Chihiros Reise ins Zauberland

Vom japanischen Walt Disney Miyazaki fabelhaft und familiengerecht animierte, märchenhafte Reise eines kleinen Mädchens in die heimische Götterwelt.


Chihiros Reise ins Zauberland

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Erhältlich seit:
03.04.2009

Originaltitel: Spirited Away

Zeichentrick/ Fantasy

Japan 2001
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Regie: Hayao Miyazaki
Universum Film

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Mit seinem Oscar-gekrönten Zeichentrick-Abenteuer setzt der japanische Ausnahme-Könner Hayao Miyazaki einen weiteren Meilenstein im Animé-Genre.

Der nette Haku gibt Chihiro wertvolle Tipps fürs Geisterreich Großansicht

Der nette Haku gibt Chihiro wertvolle Tipps fürs Geisterreich

Preise ohne Ende hagelte es für dieses fantasievolle Animé aus dem fernen Japan, dessen Schöpfer Hayao Miyazaki gerne mit Walt Disney verglichen wird. "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann nicht nur den Goldenen Bären der letztjährigen Berlinale, sondern auch den Oscar für den besten Animationsfilm 2003.

Das farbenprächtige, ideenreiche und tricktechnisch bestechende Werk erzählt die fesselnde Geschichte der kleinen Chihiro, die mit ihren Eltern im Auto auf dem Weg von Tokio in ihr neues Zuhause in einem Vorort ist.

Auf dieser Fahrt gelangen sie zu einem geheimnisvollen Tunnel, der die drei in einen gigantischen, aber menschenleeren Vergnügungspark führt. Dort stürzen sich die Eltern auf ein reichhaltiges Büffet voller Köstlichkeiten und werden prompt in Schweine verwandelt.

Chihiro bei Yubabas Zwillingsschwester Zeniba Großansicht

Chihiro bei Yubabas Zwillingsschwester Zeniba

Auf sich allein gestellt irrt Chihiro hilflos umher, bis sie in dem freundlichen Jungen Haku einen Verbündeten findet und sie sich mutig der Geisterwelt der mächtigen Hexe Yubaba stellt, die ein Badehaus für Götter betreibt. Chihiro erlebt viele Abenteuer und versucht verzweifelt, den Zauber, mit dem ihre Eltern belegt wurden, rückgängig zu machen...

Mit seiner Variante von "Alice im Wunderland" hat Regisseur Mayazaki unzählige japanische Mythen und Märchen verarbeitet und in faszinierenden Bildern zum Leben erweckt. Ein bezauberndes Animé, das allein in Japan über 21 Millionen Menschen begeisterte, und dem sich auch hierzulande weder kleine noch große Zeichentrickfans entziehen können.

Chihiros Reise ins Zauberland

Seine Sonderstellung im Pantheon des Animés unterstreicht Hayao Miyazaki, der japanische Walt Disney, auch mit seinem jüngsten Film, "Spirited Away", der mit den technoiden Zukunftsutopien anderer Mangameister ebenso wenig zu tun hat wie mit dem eigenen vorangegangenem Zeichentrickhit, der extrem gewalttätigen Mythenschlachtplatte "Prinzessin Mononoke" (der auf der Berlinale 1998 im Wettbewerb außer Konkurrenz vorgestellt worden war). Dass diese ebenso fantasievolle wie familiengerechte Reise eines kleines Mädchens in die Götterwelt in ihrem Heimatland mit einem Einspiel von etwa 230 Mio. Dollar zum erfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten avancierte, verwundert nicht. Warum man diese Antwort auf "Alice im Wunderland" allerdings mit einem Goldenen Bären auszeichnen musste, gibt ähnlich viele Rätsel auf wie der etwas wahllos fabulierende Film selbst.

Tatsächlich wäre ein Sonderpreis, etwa für die technische Leistung oder künstlerische Vision, allemal genug gewesen, um Miyazakis Fiebertraum mit brachial angetackerter Umweltbotschaft ausreichend zu würdigen. Der beste Film im Angebot der Berlinale 2002 war "Spirited Away" jedenfalls nicht (was sich mit Nachdruck auch über den bereits im britischen Fernsehen ausgestrahlten "Bloody Sunday" sagen lässt). Das soll allerdings weder die künstlerischen Meriten noch die Unterhaltungsqualitäten dieses Kinderfilms schmälern, aber zu oft reiht Miyazaki seine bisweilen auch etwas infantilen Einfälle einfach nur beliebig aneinander, als dass man von einem Meisterwerk (wie es "Prinzessin Mononoke" war) sprechen könnte. So erlebt man nach dem denkbar normalsten Intro eines Zeichentrickfilms aller Zeiten, in dem die Zeichner das Auto des Vaters der kleinen Heldin Chihiro beim Linksabbiegen an einer Kreuzung sogar den Gegenverkehr abwarten lassen (wozu die Mühe?), wie sich die Eltern nach dem Durchqueren eines verbotenen Tunnels in Schweine verwandeln und Chihiro, auf sich allein gestellt, ihren Weg weiter gehen muss. In einem großen Erholungsbad für müde Gottheiten und Dämonen trifft sie unter anderem auf mehrarmige Maschinisten, einen Stinkgott (Sinnbild für die Verschmutzung der Flüsse), wuselnde schwarze Flumibäusche, eine schrille Hexe und ihr bizarres Monsterbaby, das später in die niedlichste rosa Ratte der Filmgeschichte verzaubert wird, einen gesichtslosen Dämon namens Noface, der vermutlich die Versuchung des Menschen darstellen soll, und einen Jungen, der sich in einen Drachen verwandeln kann, aber tatsächlich ein Fluss ist. So weit, so gut. Das hält man, je nach Disposition, für einen Triumph unendlicher Fantasie über die Erzählkonvention oder einfach nur für absurden Quatsch, die unfokussierte, megalomanische Grille eines Altmeisters, der übers Ziel hinausschießt. Besonders zwingend ist das Ganze jedenfalls trotz der stets hervorragenden Umsetzung (selten sah klassische Folienanimation so hinreißend aus) und manch erquicklicher Szenen nicht unbedingt. Vielleicht bedarf es aber auch einfach nur eines gewissen Hintergrundwissen über japanische Mythen und Gottheiten, um den Reiz dieses mäandernden Märchens in seiner Komplettheit zu begreifen. ts.

Chihiros Reise ins Zauberland

Die zehn Jahre alte Chihiro ist gar nicht begeistert, mit ihren Eltern von Tokio in einen kleinen Vorort umzuziehen und dabei alle ihre Freunde hinter sich zu lassen. Auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause verirrt sich die Familie und stößt dabei auf einen geheimnisvollen Tunnel. Sie wissen nicht, dass sich auf der anderen Seite des Tunnels die Zauberwelt Aburaya befindet - eine Welt, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Sie kommen in eine verlassene Stadt und finden ein leeres Restaurant, wo Chihiros Eltern sich gierig auf das Essen stürzen - und in Schweine verwandelt werden. Plötzlich erscheint ein geheimnisvoller Junge namens Haku, der Chihiro erklärt, dass es nur eine Möglichkeit gibt, ihre verzauberten Eltern zu retten: Sie muss in den Dienst der bösen Hexe Yubaba treten, die nicht nur die Zauberwelt von Aburaya beherrscht. Chihiro stellt sich dieser Herausforderung und macht sich auf eine Reise, auf der sie ungeahnten Mut, eine bisher nicht gekannte Willenskraft und Ausdauer beweisen muss...

Quelle: Universum Film

- Making Of Synchronisation
- Trailer

Quelle: Universum Film

Sprecher:  Rumo Hiragi   als Chihiro/Sen
  Miyu Irino   als Haku
  Mari Natsuki   als Yubaba/Zeniba
  Yasuko Sawaguchi   als Chihiro's Mother
  Tatsuya Gashuin   als Aogaeru
  Ryunosuke Kamiki   als Boh, the Baby
  Yo Oizumi   als Bandai-gaeru
  Yumi Tamai   als Lin
  Koba Hayashi   als Kawa no Kami
  Tsunehiko Kamijô   als Chichiyaku
 
Regie:  Hayao Miyazaki  
Buch:  Hayao Miyazaki  
Musik:  Joe Hisaishi  
Produzent:  Toshio Suzuki  

Der Siegeszug des Animé

Längst passé sind die Zeiten, als der japanische Zeichentrickfilm lediglich mit großäugigen Kinderfiguren und stocksteifen Hintergründen assoziiert wurde. Ausgefallene Bilder und innovative Ideen haben den Animés auch im Westen zum Erfolg verholfen.

Oscarprämiert: <a href="http://www.kino.de/kinofilm/chihiros-reise-ins-zauberland/66868.html">Chihiros Reise ins Zauberland</a> (Foto: Universum (Constantin) ) Großansicht

Oscarprämiert: <a href="http://www.kino.de/kinofilm/chihiros-reise-ins-zauberland/66868.html">Chihiros Reise ins Zauberland</a> (Foto: Universum (Constantin) )

Animés sind auch in unseren Gefilden schon lange keine unbekannte Größe mehr. Insbesondere die auf ein vorwiegend jugendliches Publikum zugeschnittenen Erfolgsserien vom Schlage eines "Pokémon" oder "Dragonball Z" haben in den letzten zehn Jahren einen Siegeszug in deutschen Wohnzimmern angetreten.

Vergleichsweise zahme Zeichentrickkost für die Kleinen erfreut sich morgens nach wie vor höchster Beliebtheit, während sich nachmittags zur Freude der etwas größeren Kinder immer mehr Actionserien aus dem Land der aufgehenden Sonne tummeln.

Hit für Kids: Pokémon (Foto: Warner) Großansicht

Hit für Kids: Pokémon (Foto: Warner)

Schlüpfrige Kost

In den Abendstunden bieten Musiksender den etwas älteren Anhängern der japanischen Kost in Serien wie "Aika" diverse Blicke unter viel zu knapp ausfallende Schuluniformröckchen. Daneben senden manche Kanäle zu fortgeschrittener Uhrzeit immer wieder Spielfilme und klassische Serien.

Von Eltern und Pädagogen oft misstrauisch beäugt, können sich Animés dank zahlreicher hochklassiger Werke jedoch auch hierzulande langsam aus der Kinder- und Schmuddelecke befreien.

Auch bei älteren Semestern Kult: Dragonball Z (Foto: Splendid (Rekord-Film) ) Großansicht

Auch bei älteren Semestern Kult: Dragonball Z (Foto: Splendid (Rekord-Film) )

"Verrückter" Ursprung

In Japan haftet dem Zeichentrickfilm traditionell kein Kinderimage an, basiert er doch auf einem förmlich als Kunstform wahrgenommenen Medium: Dem Manga. Übersetzt man die beiden Silben "man" und "ga" wörtlich, so lautet die Bezeichnung "verrückte Bilder". Ungeachtet dessen kann die asiatische Form des "Comics" auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Vor über hundert Jahren verlieh der japanische Tuschekünstler Hokusai Katsuhika einem seiner Skizzenbücher den Titel "Manga" und schuf damit den der Cartoons der Zukunft.

Asiatisch gestylte Vorgeschichte eines westlichen Kulthits: "<a href="http://www.kino.de/kinofilm/animatrix/74174.html">Animatrix</a>" (Foto: Warner) Großansicht

Asiatisch gestylte Vorgeschichte eines westlichen Kulthits: "<a href="http://www.kino.de/kinofilm/animatrix/74174.html">Animatrix</a>" (Foto: Warner)

Vom Manga zum Animé

Wachsender westliche Einfluss ab Mitte des 19. Jahrhunderts machte Comics auch in Japan populär. Während in deutschen Breiten die amerikanische Comic-Kultur auf geballtes Misstrauen stieß, fiel der Comic/Manga in Japan auf fruchtbaren Kulturboden.

Mittlerweile ist Japan der größte Comicmarkt der Welt. Statistisch gesehen kauft jeder Japaner pro Monat zwei Mangas. Und wenn in Tokio die Comicbörse ansteht, muss das Militär den Andrang regeln.

Ähnlich eindrucksvoll gestaltete sich die Entwicklung bei den filmischen Umsetzungen der Mangas in Form des Zeichentricks. Diese Werke nennt man in Japan "Animé", in lautmalerischer Anlehnung an das britische "Animation".

Exportschlager: Heidi (Foto: Tivola) Großansicht

Exportschlager: Heidi (Foto: Tivola)

Aufstrebendes Genre

1958 setzte der Manga-Pionier Osamu Tezuka mit seiner Verfilmung des eigenen Comicklassikers "Eisenfaust Atom" Maßstäbe für kommende Produktionen. 1974 gelang Hayao Miyazaki mit dem Exportmodell "Heidi" der ganz große Wurf. In den 80er und 90er Jahren schuf er insgesamt sieben erfolgreiche Kinofilme.

Bedauerlicherweise sind davon erst die Fantasyliebesgeschichte "Prinzessin Mononoke" und der x-fach preisgekrönte "Chihiros Reise ins Zauberland" in Deutschland erschienen.

Begeisterte auch westliches Publikum: "Prinzessin Mononoke" (Foto: Buena Vista) Großansicht

Begeisterte auch westliches Publikum: "Prinzessin Mononoke" (Foto: Buena Vista)

Weltweiter Siegeszug

Sein wilder Enkel hatte es in unseren Breiten da leichter: 1982 brach Katsuhiro Otomo mit der Serie "Akira" sowohl als Comic wie auch als Zeichentrickfilm alle Rekorde und fand auch hierzulande zahlreiche Anhänger. Darauf folgte unter dem Titel "Robotic Angel" seine Animé-Adaption von Fritz Langs "Metropolis". Sein neuestes Werk, "Steamboy", besitzt das Potenzial, Myazakis "Chihiro" in der Gunst des internationalen Festivalvolks abzulösen.

Mittlerweile schicken sich Animés sogar an, die Tempel des Hollywoodkommerzes zu überrennen: Seit Hayao Miyazakis "Prinzessin Mononoke" beim Heimspiel die "Titanic" ein zweites Mal versenkte, weiß Disney, wo der Feind wohnt. Und seit "Chihiros Reise ins Zauberland" von demselben Herren nacheinander Oscar und Goldenen Bären gewann, ist Animé das Kinderimage wohl endgültig los.

Auf ein mögliches Wiedersehen in einer Fortsetzung von "Chihiros Reise ins Zauberland"? (Foto: Universum (Constantin) ) Großansicht

Auf ein mögliches Wiedersehen in einer Fortsetzung von "Chihiros Reise ins Zauberland"? (Foto: Universum (Constantin) )

Rosige Zukunftsaussichten

Mit dem Erfolg schließt sich auch der Kreis, den flankiert wird der Boom des Filmmarkts von einer Flut von Veröffentlichungen auf dem Comicsektor. Die ganze Palette ist im Angebot: vom stilecht in japanischer Leserichtung (also von hinten nach vorne) gehaltenen "Dragonball" über den unlängst von Tarantino für "Kill Bill 2" bemühten "Lone Wolf" alias "Shogun Assassin" bis zum Kuschelsaurus "Gon" und seiner wortlosen Destruktionskomik.

Gespannt darf man indes sein, welche Folgen der Computer und die Fortentwicklung der Animationstechniken im japanischen Zeichentrickfilm hinterlassen werden. In Hollywood ist die Abenddämmerung des zweidimensionalen Trickfilms schon im Gange, und Japan gehörte noch nie zu jenen Nationen, die sich technischen Neuerungen lang verschließen. Die Technik mutiert in Jahresfrist. Animé steht mittendrin und dürfte evolutionäre Veränderungen erfahren, die kaum abzusehen sind. Nur eins dürfte gewiss sein: Die Schulmädchenröcke werden kurz bleiben.

 

Chihiros Reise ins Zauberland in der Fotoshow

 

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