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Chihiros Reise ins Zauberland

Vom japanischen Walt Disney Miyazaki fabelhaft und familiengerecht animierte, märchenhafte Reise eines kleinen Mädchens in die heimische Götterwelt.


Chihiros Reise ins Zauberland

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.11.2003

Originaltitel: Spirited Away

Zeichentrick/ Fantasy

Japan 2001
Laufzeit: 120 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Regie: Hayao Miyazaki
Universum Film

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Mit seinem Oscar-gekrönten Zeichentrick-Abenteuer setzt der japanische Ausnahme-Könner Hayao Miyazaki einen weiteren Meilenstein im Animé-Genre.

Der nette Haku gibt Chihiro wertvolle Tipps fürs Geisterreich Großansicht

Der nette Haku gibt Chihiro wertvolle Tipps fürs Geisterreich

Preise ohne Ende hagelte es für dieses fantasievolle Animé aus dem fernen Japan, dessen Schöpfer Hayao Miyazaki gerne mit Walt Disney verglichen wird. "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann nicht nur den Goldenen Bären der letztjährigen Berlinale, sondern auch den Oscar für den besten Animationsfilm 2003.

Das farbenprächtige, ideenreiche und tricktechnisch bestechende Werk erzählt die fesselnde Geschichte der kleinen Chihiro, die mit ihren Eltern im Auto auf dem Weg von Tokio in ihr neues Zuhause in einem Vorort ist.

Auf dieser Fahrt gelangen sie zu einem geheimnisvollen Tunnel, der die drei in einen gigantischen, aber menschenleeren Vergnügungspark führt. Dort stürzen sich die Eltern auf ein reichhaltiges Büffet voller Köstlichkeiten und werden prompt in Schweine verwandelt.

Chihiro bei Yubabas Zwillingsschwester Zeniba Großansicht

Chihiro bei Yubabas Zwillingsschwester Zeniba

Auf sich allein gestellt irrt Chihiro hilflos umher, bis sie in dem freundlichen Jungen Haku einen Verbündeten findet und sie sich mutig der Geisterwelt der mächtigen Hexe Yubaba stellt, die ein Badehaus für Götter betreibt. Chihiro erlebt viele Abenteuer und versucht verzweifelt, den Zauber, mit dem ihre Eltern belegt wurden, rückgängig zu machen...

Mit seiner Variante von "Alice im Wunderland" hat Regisseur Mayazaki unzählige japanische Mythen und Märchen verarbeitet und in faszinierenden Bildern zum Leben erweckt. Ein bezauberndes Animé, das allein in Japan über 21 Millionen Menschen begeisterte, und dem sich auch hierzulande weder kleine noch große Zeichentrickfans entziehen können.

Chihiros Reise ins Zauberland

Seine Sonderstellung im Pantheon des Animés unterstreicht Hayao Miyazaki, der japanische Walt Disney, auch mit seinem jüngsten Film, "Spirited Away", der mit den technoiden Zukunftsutopien anderer Mangameister ebenso wenig zu tun hat wie mit dem eigenen vorangegangenem Zeichentrickhit, der extrem gewalttätigen Mythenschlachtplatte "Prinzessin Mononoke" (der auf der Berlinale 1998 im Wettbewerb außer Konkurrenz vorgestellt worden war). Dass diese ebenso fantasievolle wie familiengerechte Reise eines kleines Mädchens in die Götterwelt in ihrem Heimatland mit einem Einspiel von etwa 230 Mio. Dollar zum erfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten avancierte, verwundert nicht. Warum man diese Antwort auf "Alice im Wunderland" allerdings mit einem Goldenen Bären auszeichnen musste, gibt ähnlich viele Rätsel auf wie der etwas wahllos fabulierende Film selbst.

Tatsächlich wäre ein Sonderpreis, etwa für die technische Leistung oder künstlerische Vision, allemal genug gewesen, um Miyazakis Fiebertraum mit brachial angetackerter Umweltbotschaft ausreichend zu würdigen. Der beste Film im Angebot der Berlinale 2002 war "Spirited Away" jedenfalls nicht (was sich mit Nachdruck auch über den bereits im britischen Fernsehen ausgestrahlten "Bloody Sunday" sagen lässt). Das soll allerdings weder die künstlerischen Meriten noch die Unterhaltungsqualitäten dieses Kinderfilms schmälern, aber zu oft reiht Miyazaki seine bisweilen auch etwas infantilen Einfälle einfach nur beliebig aneinander, als dass man von einem Meisterwerk (wie es "Prinzessin Mononoke" war) sprechen könnte. So erlebt man nach dem denkbar normalsten Intro eines Zeichentrickfilms aller Zeiten, in dem die Zeichner das Auto des Vaters der kleinen Heldin Chihiro beim Linksabbiegen an einer Kreuzung sogar den Gegenverkehr abwarten lassen (wozu die Mühe?), wie sich die Eltern nach dem Durchqueren eines verbotenen Tunnels in Schweine verwandeln und Chihiro, auf sich allein gestellt, ihren Weg weiter gehen muss. In einem großen Erholungsbad für müde Gottheiten und Dämonen trifft sie unter anderem auf mehrarmige Maschinisten, einen Stinkgott (Sinnbild für die Verschmutzung der Flüsse), wuselnde schwarze Flumibäusche, eine schrille Hexe und ihr bizarres Monsterbaby, das später in die niedlichste rosa Ratte der Filmgeschichte verzaubert wird, einen gesichtslosen Dämon namens Noface, der vermutlich die Versuchung des Menschen darstellen soll, und einen Jungen, der sich in einen Drachen verwandeln kann, aber tatsächlich ein Fluss ist. So weit, so gut. Das hält man, je nach Disposition, für einen Triumph unendlicher Fantasie über die Erzählkonvention oder einfach nur für absurden Quatsch, die unfokussierte, megalomanische Grille eines Altmeisters, der übers Ziel hinausschießt. Besonders zwingend ist das Ganze jedenfalls trotz der stets hervorragenden Umsetzung (selten sah klassische Folienanimation so hinreißend aus) und manch erquicklicher Szenen nicht unbedingt. Vielleicht bedarf es aber auch einfach nur eines gewissen Hintergrundwissen über japanische Mythen und Gottheiten, um den Reiz dieses mäandernden Märchens in seiner Komplettheit zu begreifen. ts.

Sprecher:  Rumo Hiragi   als Chihiro/Sen
  Miyu Irino   als Haku
  Mari Natsuki   als Yubaba/Zeniba
  Yasuko Sawaguchi   als Chihiro's Mother
  Tatsuya Gashuin   als Aogaeru
  Ryunosuke Kamiki   als Boh, the Baby
  Yo Oizumi   als Bandai-gaeru
  Yumi Tamai   als Lin
  Koba Hayashi   als Kawa no Kami
  Tsunehiko Kamijô   als Chichiyaku
 
Regie:  Hayao Miyazaki  
Buch:  Hayao Miyazaki  
Musik:  Joe Hisaishi  
Produzent:  Toshio Suzuki  

Manga-Hit bei Disney

Japanischer Mega-Manga-Blockbuster nach USA verkauft: Disney sichert sich die Vertriebsrechte an "Spirited Away".

Japanischer Superhit

Japanischer Superhit

Das Mädchens Chihiro gerät in eine magische Welt, die von Geistern und Göttern bevölkert ist. Sie ist in einer bizarren Umgebung auf sich selbst gestellt und hat schwer zu tun, sich wieder zu befreien.

Bei aller Fantasie wird in dem Zeichentrickfilm "Spirited Away" die Realität Japans gespiegelt, ohne plakativ in gut und böse zu trennen. Wie bereits in "Prinzessin Mononoke" ist die Umweltverschmutzung (die Japan seit zehn Jahren plagt) ein Thema, das die Story prägt. Als Kinderfilm ausgewiesen, fesselt Regisseur Hayao Miyazaki aber auch flächendeckend das erwachsene Publikum.

Als die Manga-Fantasy dieses Jahr in Berlin mit einem Golden Bären ausgezeichnet wurde, löste das Staunen aus. Es war das erste Mal, dass eine animierte Kinderstory hier derart ernst genommen wurde. Die Japaner dürfte das weniger wundern, auf der asiatischen Insel gilt Miyazaki als absoluter Großmeister des Leinwand-Comic. Mit "Prinzessin Mononoke" knackte er 1997 den Zuschauerrekord. Damals waren die US-Vetriebsrechte für Disney selbst uninteressant. Zu stolz?

Zufrieden war der Unterhaltungsriese mit dieser Entscheidung wohl doch nicht. Nachdem "Spirited Away" in Japan 2001 das Eismeerdrama "Titanic" von Platz Eins fegte, machte das "Maus Haus" nun den Deal. "Toy Story"-Regisseur John Lasseter wird für die amerikanische Kopie verantwortlich sein.

Dem Hollywood Reporter gegenüber outete er sich: "Das ist einer der besten Trickfilme, der je gemacht wurde, ich liebe ihn absolut. Meine Aufgabe wird darin bestehen, der Hüter dieses erstaunlichen Werkes zu sein."... Und er verspricht, dass die Animationen unverändert bleiben, dass keine Schnitte vorgenommen werden.

Klingt ja beruhigend, (nicht nur) eingeschworene Fans werden sich schon auf die deutsche Buena-Vista-Kopie freuen.

 

Chihiros Reise ins Zauberland in der Fotoshow

 

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