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Chiko

Hartes, authentisches Jugenddrama, angesiedelt im Hamburger Migrantenmilieu.


Chiko

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Erhältlich seit:
03.04.2009

Drama/ Kriminalfilm

Deutschland 2008
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 16

Denis Moschitto
Volkan Özcan
Moritz Bleibtreu

Regie: Özgür Yildirim
Universum Film

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Anerkennung kriegst du nur, wenn du keinem anderen Respekt zeigst. Denkt Chiko - fette Bauchlandung garantiert, denn er trifft auf Moritz Bleibtreu.

Respekt muss man sich erarbeiten (Foto: Falcom) Großansicht

Respekt muss man sich erarbeiten (Foto: Falcom)

Chiko (Denis Moschitto) will ganz nach oben, will Einfluss, Reichtum, Macht. Und Chiko ist nicht der Typ, der darauf wartet, dass ihm jemand den Weg weist - er bestimmt selbst seine Zukunft und nutzt seine Chance. Gemeinsam mit seinem besten Freund Tibet (Volkan Özcan) will er es als Drogendealer zu etwas bringen. Er weiß, dass er dazu die Aufmerksamkeit von Kiezgröße Brownie (Moritz Bleibtreu) bekommen muss.

Mit Mut und Schlagfertigkeit gelingt ihm das, und schon bald bekommen er und Tibet ihre Chance. Als aber Tibet den Big Boss hintergeht, kommt es zu einer Zerreißprobe: Brownie will mit ihm nichts mehr zu tun haben. Und Chiko muss sich entscheiden, was zählt: die Loyalität zu seinem besten Freund - oder sein Bedürfnis nach Anerkennung und der unbedingte Wille, nach oben zu kommen.

Tibet muss lernen, dass mit Kiezgröße Brownie nicht zu spaßen ist (Foto: Falcom) Großansicht

Tibet muss lernen, dass mit Kiezgröße Brownie nicht zu spaßen ist (Foto: Falcom)

Überleben im Kiez - Reine Glücksache

Klar und ohne Schnörkel inszeniert, ist "Chiko" harte Milieustudie und packende Action zugleich. Pate stand Fatih Akin ("Auf der anderen Seite", "Kurz und Schmerzlos"), der den Film auch produzierte. Denis Moschitto (aus "Kebab Connection") glänzt als Chiko und auch Volkan Özcan überzeugt in seinem Leinwanddebüt. Als sein bester Freund Tibet verleiht er dem Film Authentizität bis zur Schmerzgrenze. Und Top-Star Moritz Bleibtreu brilliert in der Schlüsselrolle des Big Boss Brownie.

Schonungslos erzählt Özgür Yildirim in seinem ersten Kinofilm die Geschichte über einen, der Vollgas gibt, aber im Straßengraben landet. Ein Gangsterdrama zwischen Freunden und Feinden, Leben und Tod: Power-Kino, das in jeder Einstellung vitale Kraft und leidenschaftliche Wucht verströmt.

Chiko

Das Spielfilmdebüt von Özgür Yildirim entstand unter der Obhut seines Bekannten Fatih Akin, und ist ein fest im Hamburger Milieu verankertes Gangsterdrama, das nicht nur an Akins eigenes Debüt "Kurz und schmerzlos" erinnert, sondern auch seinen mit "Gegen die Wand" berühmt gewordenen Power-Stil, die frenetische Kraft und vitale Wucht aus jeder Pore atmet.

Authentisch in Lebensumständen und dem vulgären Sprachgebrauch erzählt der selbst in einem sozial schwachen Bezirk aufgewachsene Yildirim nach eigenem Drehbuch von zwei Freunden aus dem Vorort-Ghetto. Damit porträtiert er nebenbei jene bildungsferne Unterschicht, deren vermeintlich einzige Aussicht auf Erfolg in einer kriminellen Karriere besteht und deren Vorstellungswelt sich an Begriffen wie Ehre und Respekt buchstäblich aufhängt.

Fällt die eigene Sozialprognose schon desillusionierend genug aus, will Jungtürke Chiko (ein überzeugender Denis Moschitto aus "Kebab Connection") es wenigstens als Drogendealer zu etwas bringen. Dafür hat er einen skrupellosen Plan, der ihn und seinem besten Freund, dem Afghanen Tibet (beeindruckende Tour de Force von Volkan Özcan), reich und mächtig machen soll. Chiko verprügelt einen Gras-Dealer, der für die Kiezgröße Brownie (Moritz Bleibtreu gefährlich unberechenbar) arbeitet, um so dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Prompt stellt ihn der Drogenboss und Musikproduzent an, bestraft aber Tibet für heimliche Straßendeals in einer der ersten von vielen Gewalteruptionen, die sich gewaschen haben und hierzulande wohl präzedenzlos sind. Nicht nur in dieser Beziehung warten an jeder Straßenecke Hinweise auf Scorsese und Verhoeven. Vor allem später, als Chiko den Aufstieg im Koks-Business schafft, aber der von ihm verratene Tibet als Drogenwrack auf den Travis-Bickle-Modus umschaltet und die Blutrache ausführt, für die Chiko zu feige war, wird aus dem schillernden Unterweltdrama eine Moritat, die Aufstieg und Fall entschieden anders als gewohnt abhandelt.

Eine zerbrechende Freundschaft, die durch nichts Tragfähiges ersetzt werden kann - beispielhaft demonstriert an der zum Scheitern verurteilten Liebesbeziehung Chikos zu einer türkischen Prostituierten -, ist das Zentrum dieses pulsierenden Debüts. Das will keine Anklage juveniler Migrantengewalt wie "Wut" oder "Knallhart" sein, sondern eine in brutalen Farben schillernde Verbrecher-Ballade, die keinesfalls zur Gangster-Lifestyle-Glorifizierung verkommt (wenn sie auch damit zeitweilig kokettiert), sondern einen ernüchternden Einblick in eine Welt liefert, in der derjenige, der Gewalt sät, zwangsläufig an ihren Wucherungen verendet - was durchaus als bittere Moral zu verstehen ist in einem cineastischen Ausrufezeichen. tk.

Chiko

Die beiden jungen Männer Chiko und Tibet leben in einem Problemviertel der Hamburger Vorstadt und machen sich keine Illusionen über ihre Zukunft. So will es Chiko wenigstens als Drogendealer zu etwas bringen und versucht, die Aufmerksamkeit der Kiezgröße Brownie zu erregen. Denn nur über den führt der Weg zu Macht, Geld und Respekt. Sein Freund Tibet scheint allerdings weniger Glück beim Aufbau einer Verbrecherkarriere zu haben. Chiko muss sich entscheiden, wem seine Loyalität gilt...

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Denis Moschitto   als Chiko
  Volkan Özcan   als Tibet
  Moritz Bleibtreu   als Brownie
  Fahri Yardim   als Curly
  Reyhan Sahin   als Meryem
  Lilay Huser   als Tibets Mutter
  Philipp Baltus   als Scholle
  Hans Löw   als Sascha
  Lucas Gregorowicz   als Tonton
  Pheline Roggan   als Jill
 
Regie:  Özgür Yildirim  
Buch:  Özgür Yildirim  
Musik:  Darko Krezic  
Kamera:  Matthias Bolliger  
Produzent:  Fatih Akin  
  Klaus Maeck  
  Andreas Thiel  
 

Chiko in der Fotoshow

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