DVD Leihvideo

Chloe

Thriller nach Anne Fontaines "Nathalie", in dem eine Ehefrau ihren Gatten testet, indem sie ihm ein Callgirl auf den Hals hetzt.


Chloe

Leihvideo

Erhältlich seit:
07.09.2010

Drama

USA/Kanada 2009
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 16

Julianne Moore
Liam Neeson
Amanda Seyfried

Regie: Atom Egoyan
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(3 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Chloe

Sie bewohnen ein elegantes Stadthaus, haben einen musikalisch begabten Sohn und scheinbar keine Probleme. Bis David nach einer Gastvorlesung eines Abends den Rückflug und so die von seiner Frau geplante Überraschungsparty zu seinem Geburtstag verpasst. Misstrauisch geworden, setzt die Gattin das Callgirl Chloe auf ihren Mann an, um dessen eheliche Treue zu testen - und verfällt dann selbst den Reizen der jungen Konkurrentin.

Kühl, fast kalt bebildert Atom Egoyan mithilfe seines Kameramanns Paul Sarossy ("Wicker Man") dieses hitzige Eifersuchtsdrama, ein Remake von Anne Fontaines "Nathalie" mit Emmanuelle Béart und Gérard Depardieu. Raubtieren gleich umkreisen sich Liam Neeson und Julianne Moore als Ehepaar in der Krise, einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt Amanda Seyfried ("Mamma Mia!") als Objekt ihrer Begierde. Eine handwerklich perfekte Arbeit über Menschen in der Sinnkrise, über Voyeurismus und sexuelle Obsessionen. "Der Schätzer" Egoyan ist wieder ganz bei sich.

Chloe

In seinem bislang zugänglichsten Film, einem Remake von Anne Fontaines "Nathalie", stürzt Atom Egoyan Julianne Moore und Liam Neeson in ein Wechselbad der Gefühle - mit Amanda Seyfried als Objekt der Begierde.

Catherine und David, sie Frauenärztin mit gutgehender Praxis, er Kunstprofessor, sind auf den ersten Blick ein perfektes Paar. Sie bewohnen ein elegantes Stadthaus, haben einen musikalisch begabten Sohn und scheinbar keine Probleme. Bis David eines Abends den Rückflug nach Toronto verpasst - und entsprechend die von seiner Frau liebevoll geplante Überraschungsparty zu seinem Geburtstag. So fangen Krimis an, Liebesgeschichten und Eifersuchtsdramen, Filme mit klarer Matrix, die man so von Atom Egoyan ("Ararat") eigentlich nicht erwartet. Seit "Das süße Jenseits" (1997) hat der kanadische Regisseur armenischer Abstammung keinen so zugänglichen Film mehr inszeniert.

Was freilich nicht heißt, dass "Chloe" vorhersehbar ist - im Gegenteil.

Egoyan versteht sein Handwerk, weiß, wie man mit Genrekonventionen bricht, Geschichten gegen den Strich erzählt. Das hier zu überprüfen, ist insofern einfach, weil man eine gute Vergleichsmöglichkeit besitzt. Seine aktuelle Arbeit basiert auf einem anderen Film, Anne Fontaines "Nathalie - Wen liebst du heute Nacht?" mit Fanny Ardant, Emmanuelle Béart und Gérard Depardieu, zu dem ihm Erin Cressida Wilson ein neues Skript geschrieben hat. Da ist aus Natalie Chloe geworden, von Beruf Callgirl, spezialisiert auf reifere reiche Herren. So einen wie David, auf den sie die mit dem Älterwerden kämpfende Catherine ansetzt. So will sie seine eheliche Treue testen und verfällt selbst den Reizen der jungen Konkurrentin.

Kühl, fast kalt bebildert Egoyan mit Hilfe seines vorzüglichen Kameramann Paul Sarossy ("Wicker Man") die hitzige Mär, die sich unmerklich in einen Thriller verwandelt. Um Verlangen und Misstrauen geht es, um lieben und geliebt werden. Raubtieren gleich umkreisen sich Mann und Frau, Liam Neeson und Julianne Moore machen das Wechselbad ihrer Gefühle körperlich spürbar, das Objekt ihrer Begierde Amanda Seyfried ("Jennifer's Body") hinterlässt als blondmähniges Biest mit Kulleraugen einen nachhaltigen Eindruck. In einer modernistischen Welt mit klaren Linien, viel Glas, poliertem Holz und (Zerr-)Spiegeln nimmt das Drama seinen Lauf, der äußerliche Formalismus steht im harten Kontrast zur inneren Unruhe.

Und dann ist da noch ein vierter Hauptdarsteller, die Stadt Toronto, Wahlheimat des in Kairo geborenen Weltbürgers Egoyan. In Yorkville, im angesagten Viertel der Multikulti-Millionenmetropole spielt der Film, in seinen winkligen Gassen, den schicken Restaurants und gemütlichen Cafs. So erdet sich diese handwerklich geradezu gelackte Arbeit, wird zu einer ganz alltäglichen Story über Menschen, über Identitätssuche, über Voyeurismus und sexuelle Obsessionen womit der "Schätzer" Egoyan wieder ganz bei sich wäre. geh.

Darsteller:  Julianne Moore   als Catherine Stewart
  Liam Neeson   als David
  Amanda Seyfried   als Chloe
  Max Thieriot   als Michael Stewart
  R.H. Thomson   als Frank
  Nina Dobrev   als Anna
  Mishu Vellani   als Rezeptionistin
  Julie Khaner   als Bimsy
  Laura De Carteret   als Alicia
  Natalie Lisinska   als Eliza
  Tiffany Amber Knight   als Trina
  Meghan Heffern   als Miranda
 
Regie:  Atom Egoyan  
Buch:  Erin Cressida Wilson  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Paul Sarossy  
Produzent:  Jeffrey Clifford  
  Ivan Reitman  
  Joe Mejuck  

"Ein wichtiger Film für Männer"

Atom Egoyan präsentiert mit "Chloe" ein publikumswirksames Drama nach dem französischen Film "Nathalie". Der 2009 in Mannheim als "Master of Cinema" ausgezeichnete Regisseur fühlt sich Deutschland sehr verbunden.

Atom Egoyan mit den Darstellerinnen Amanda Seyfried und Julianne Moore (Foto: Kinowelt) Großansicht

Atom Egoyan mit den Darstellerinnen Amanda Seyfried und Julianne Moore (Foto: Kinowelt)

Was halten Sie von dem Kritikervorwurf, Sie würden in die kommerzielle Richtung gehen?
ATOM EGOYAN: Darüber muss ich schmunzeln. Vielleicht ist "Chloe" leichter zugänglich. Was ist daran schlecht, einen Film für ein größeres Publikum zu machen, die psychologische Geschichte mit klassischer Struktur zu erzählen, etwas linearer als sonst? Das ergab Sinn, ohne dass ich einen Kompromiss eingehen musste. Die Struktur hängt von der Story ab. Da lege ich mich auch in Zukunft nicht fest. Neu war für mich die Erfahrung, nicht das Drehbuch zu schreiben. Daran musste ich mich erst gewöhnen, aber der Stil von Erin Cressida Wilson gefiel mir.

Warum interessiert Sie ein Remake des französischen Films "Nathalie"?
Ich würde es Neuentdeckung nennen, ich gehe über die französische Vorlage hinaus. Wir konzentrieren uns auf bestimmte Archetypen, die Personen sind anders. Auch wenn sich die Struktur unterscheidet, sehe ich eine Ähnlichkeit im Ton zu meinem "Exotica". Eher zufällig schlug mir Ivan Reitman das Projekt vor. Und da ein US-Studio absprang, weil es die Weltrechte nicht bekam, hatten wir nur mit Studio Canal zu tun. Das erleichterte die Kommunikation.

Während der Dreharbeiten starb Liam Neesons Frau Natasha Richardson.
Ein Riesenschock und die extremste Situation meiner Karriere. Plötzlich tauchten Versicherungsleute und Investoren am Set auf und fragten uns Löcher in den Bauch, dabei wusste ich selbst nicht, wie es weitergehen sollte. Wir haben dann Szenen ohne Liam gedreht, und wie durch ein Wunder kehrte er zurück, und wir konnten den Film beenden. Diese Erfahrung wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht.

Wendet sich "Chloé" primär an ein weibliches Publikum?
Beim Testscreening kamen viele Zuschauer nur wegen Liam Neeson, waren aber nicht enttäuscht, dass Julianne Moore und Amanda Seyfried die zentralen Parts spielen. "Chloé" ist ein wichtiger Film für Männer, da lernen sie viel über Frauen in der Midlifecrisis.

Die Midlifecrisis gibt es auch beruflich. Hat man in einem bestimmten Alter das Gefühl, die besten Zeiten seien vorbei, die besten Filme realisiert?
Im Rückblick auf die künstlerische Karriere ist man in den Dreißigern auf dem Höhepunkt, da hatte ich diesen außergewöhnlichen Lauf mit "Calendar", "Exotica" oder "Das süße Jenseits". Für mich der wichtigste, wenn auch nicht der beste Film kam erst mit "Ararat" 2002. Ich gebe zu, das war eine ziemlich problematische Sache, aber ein Wendepunkt in meinem kreativen Schaffen und Beginn einer neuen Ära. Ich schätze mich deshalb glücklich, weiterhin Unterstützung zu bekommen.

Ihre Filme wurden seitdem schwieriger, etwa "Simons Geheimnis". Muten Sie dem Zuschauer zu viel zu?
Manchmal frage ich mich, ob ich nicht zu intellektuell an die Projekte herangehe. Es ist natürlich enttäuschend, so viel Arbeit investiert zu haben und dann mit leeren Händen dazustehen. In allen Ländern löste "Simons Geheimnis" Diskussionen aus, in Deutschland waren die Kritiken gut und die Zusammenarbeit mit X Verleih einfach toll. Aber der Zuschauer verweigerte sich. Das tut schon weh.

Was verbindet Sie mit Deutschland?
Meinen zweiten Geburtstag habe ich in Köln gefeiert, in Mannheim, meinem ersten Festival überhaupt, erhielt ich 1984 den Goldenen Dukaten für "Die nächsten Angehörigen", im Forum in Berlin lief "Familienbilder", in Hof "Exotica", da erinnere ich mich noch an ein lustiges Fußballspiel. In Deutschland wurde meine künstlerische Arbeit von Anfang an anerkannt, sogar früher als in Frankreich. Und ich bin natürlich von der deutschen Philosophie beeinflusst, habe "Salome" und Wagners "Ring" inszeniert.

Wie steht es mit dem Gemeinschaftsprojekt mit Hal Hartley?
Das köchelt so vor sich hin. Ich inszeniere weiter Oper und Theater, liebe Musik und finde Theaterproben aufregend, würde aber nicht ein Medium gegen das andere ausspielen. Filmemachen bleibt meine Priorität.

 

Chloe in der Fotoshow

Werbung

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Weitere Videos

Hoch Runter
 

Star

Julianne Moore

Die fast transparente Haut betont die zerbrechliche wirkende Erscheinung der rothaarigen Julianne Moore. Hinter dem zarten Naturell...

 

Star

Liam Neeson

Top-Mime und Jedi-Ritter: Der hoch gewachsene (1,90 m) Schauspieler aus Nordirland ist zwar durch seine Rolle des über tausend Juden rettenden...