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Chocolat

Sympathische Fabel über die magische, moralisch-religiöse Fesseln lösende Kraft von Schokolade.


Chocolat

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Erhältlich seit:
22.10.2010

Komödie

USA 2000
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 6

Juliette Binoche
Johnny Depp
Lena Olin

Regie: Lasse Hallström
Senator Home Entertainment

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Chocolat

Ende der 50er Jahre weht der Nordwind die zauberhafte Vianne und deren kleine Tochter Anouk in das französische Dörfchen Lansquenet-sous-Tannes, das seit dem Mittelalter allen Modernisierungsbestrebungen erfolgreich widersteht. Dort wünscht man sich nichts sehnlicher als seine Ruhe. Doch genau die bekommt man mit der resoluten Frau gerade nicht, die mitten in der Fastenzeit in Kirchennähe eine Chocolaterie eröffnet. Die bigotte Dorfgemeinde geht auf die Barrikaden - aber Vianne versteht sich mit geradezu magischem Geschick zu wehren...

Nicht zuletzt durch seine John-Irving-Verfilmung "Gottes Werk und Teufels Beitrag" bestens als Poet des Alltäglichen bekannt, adaptierte der schwedische Regisseur Lasse Hallström Joanne Harris' Roman-Vorlage "Schokolade - Eine himmlische Versuchung" als Märchen. So zauberte er etwa mit Juliette Binoche und Johnny Depp ein romantisches Traumpaar auf die Leinwand, dessen Zusammenspiel dem viermal Golden-Globe-nominierten Werk eine besonders sinnliche Note verleiht. Für Frauen sicherlich eine unwiderstehliche Versuchung.

Chocolat

Als wäre die Zeit erstarrt, wie im Schauplatz seines neuen Films, versucht Regisseur Lasse Hallström die Wiederholung eines kleinen Wunders. Fast exakt ein Jahr nach dem Erfolg seiner John-Irving-Verfilmung "Gottes Werk und Teufels Beitrag" kommt eine weitere Adaption eines literarischen Stoffes ins Kino, die mit guten Darstellern und in gewohnt ruhigem Ton von den Facetten des Lebens und der Magie der Liebe erzählt. "Chocolat" ist ein zärtlicher, sympathischer Film, der aber hinter den berührenden Momenten, der Vielschichtigkeit der Charaktere und der Dramatik des Vorgängers zurückbleibt. Trotz Starbesetzung ist so dessen Ergebnis von über eine Million Zuschauern eine Herausforderung.

Das Bittersüße von "Gottes Werk und Teufels Beitrag", aber auch menschlich packende Figuren wie Michael Caines Arzt oder Delroy Lindos Pflücker fehlen dieser Verfilmung von Joanne Harris' Roman, die jedoch wie schon der Vorgänger handwerklich wenig Wünsche offen lässt. Produktionsdesign, Lichtsetzung oder auch Musik stehen für den Qualitätsanspruch Hallströms, der hier eine mitunter etwas langatmige Fabel vorlegt, die mit relativ schlichter Symbolik von der Entfesselung der Menschen erzählt, die in Traditionen, Moral und seelischen Wunden gefangen sind. Hauptfigur des Ende der Fünfzigerjahre angesiedelten Märchens ist die philanthropische Nomadin Vianne (Juliette Binoche), die mit ihrer Tochter von Ort zu Ort zieht, um die Menschen mit liebevoll zubereiteten Schokoladespezialitäten emotional zu befreien und Vergnügen zu säen, wo Verbitterung und moralische Rigidität herrschten. Durch ihren Auftrag selbst eine Gefangene, muss auch Vianne die Süße des Lebens entdecken, wobei in ihrem Fall nicht Schokolade, sondern Johnny Depp die Barrieren bricht, der kurz nach "In stürmischen Zeiten" erneut den romantischen Kitsch-Zigeuner gibt. Schauplatz der Handlung ist das verschlafene französische Städtchen Lansquenet, das Joanne Harris in ihrem neuen Roman ein weiteres Mal besuchen wird. Dort eröffnet Vianne ausgerechnet zur Fastenzeit ihre Chocolaterie, was den selbstgerechten, streng religiösen Comte de Reynaud (Alfred Molina), den einflussreichsten Mann des Ortes, von Beginn an zu ihrem größten Widersacher macht. Machtlos muss der Sittenwächter zusehen, wie sich die Menschen allmählich aus dem repressiven Klima befreien. Allen voran Judi Denchs griesgrämige, aber gutherzige Armande, die endlich Kontakt zu ihrem Enkel bekommt, und Lena Olins leidgeprüfte Josephine, die Binoches beste Freundin wird, als sie sich von ihrem cholerischen Mann lösen kann. Diese gewalttätige Figur erfährt als einzige keine Vergebung im Film und muss für ein wenig Dramatik sorgen, wenn der zornige Poltergeist die zum Frauenhaus umfunktionierte Chocolaterie stürmt oder Johnny Depps Zigeunerschiff in Brand setzt. Echten Schaden erleidet hier allerdings niemand, denn "Chocolat" will die Menschen mit dem Leben versöhnen. Eine Absicht, die in der Regel vom Publikum gerne angenommen wird, auch wenn man diesem Märchen etwas mehr Leidenschaft (wie etwa in "Bittersüße Schokolade") und Überraschungsmomente gewünscht hätte. kob.

Chocolat

Vianne (Juliette Binoche) zieht mit ihrer Tochter in ein kleines, verträumtes Städtchen und eröffnet dort eine Chocolaterie. Rasch entwickelt sie sich zum geheimen Mittelpunkt des Ortes. Dem Bürgermeister und selbst ernannten Sittenwächter der Gemeinde ist diese Art der himmlischen Verführung jedoch von Anfang an suspekt! Als er seine Macht schwinden sieht, erklärt er Vianne den Kampf und ruft die Gemeinde zum Boykott ihres Ladens auf. Die Auseinandersetzung eskaliert, als ein geheimnisvoller Fremder (Johnny Depp) auftaucht und Vianne hilft, die Stadt von überholten Traditionen zu befreien...

Quelle: Senator

Darsteller:  Juliette Binoche   als Vianne Rocher
  Johnny Depp   als Roux
  Lena Olin   als Josephine Muscat
  Dame Judi Dench   als Armande Voizin
  Alfred Molina   als Comte de Reynaud
  Peter Stormare   als Serge Muscat
  Carrie-Anne Moss   als Caroline Clairmont
  Leslie Caron   als Madame Audel
  John Wood   als Guillaume Blerot
  Hugh O'Conor   als Pere Henri
  Victoire Thivisol   als Anouk Rocher
  Aurélien Parent Koenig   als Luc Clairmont
  Antonio Gil-Martinez   als Jean-Marc Drou
  Helene Cardona   als Francoise Drou
  Harrison Pratt   als Dedou Drou
  Gaelan Connell   als Didi Drou
  Elisabeth Commelin   als Yvette Marceau
  Ron Cook   als Alphonse Marceau
  Guillaume Tardieu   als Baptiste Marceau
  Michèle Gleizer   als Madame Rivet
  Dominique MacAvoy   als Madame Pouget
  Arnaud Adam   als George Rocher
  Christianne Gadd   als Chitza
  Marion Hauducoeur   als Gati
  Esteban Antonio   als Dünner grauhaariger Mann
  J.J. Holiday   als Musiker
  Malcolm Ross   als Musiker
  Ged Barry   als Musiker
  Iain Stoddard   als Musiker
 
Regie:  Lasse Hallström  
Buch:  Robert Nelson Jacobs  
Musik:  Rachel Portman  
Kamera:  Roger Pratt  
Produzent:  David Brown  
  Kit Golden  
  Leslie Holleran  

Binoche auf Killer-Jagd

Spätestens seit Uma Thurman nicht nur Bill killte, sondern schon vorher jede Menge anderer Übeltäter spektakulär niedermetzelte, hat das Thema Rache im Kino Hochkonjunktur.

Wehe dem, der bei ihr in Ungnade fällt: Juliette Binoche (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Wehe dem, der bei ihr in Ungnade fällt: Juliette Binoche (Foto: Kurt Krieger)

So buhlen aktuell Kevin Bacon in "Death Sentence - Todesurteil" und demnächst Jodie Foster in "Die Fremde in dir" mit knackigen Vergeltungsfilmen um die Gunst des Publikums. Zum Reigen der Racheengel gesellt sich nun eine Französin, die als Spezialistin für Herzerwärmendes wie "Der englische Patient", "Chocolat" oder "Jet Lag" von sich reden gemacht hat: Juliette Binoche.

In "Another Kind of Silence" muss sie demnächst den Tod ihres Ehemannes und ihres Sohnes mit ansehen. Danach kennt sie nur ein Ziel: die Täter finden und bestrafen. Doch auf ihrem Rachefeldzug kommt die Witwe nach und nach zu einer wichtigen Erkenntnis, wie Binoche berichtet: "Sie merkt plötzlich, dass Rache keine Lösung ist und dass es eigentlich gar nicht das ist, was sie will."

Juliette mag es bunt

Klingt also ganz so, als würde "Silence" kein reiner Abklatsch einer gedankenlosen Tarantino-Gewaltorgie - und für Binoche sicher eine Herausforderung: "Klar ist das eine sehr düstere Geschichte, aber als Schauspielerin sollte man alle Farben des Regenbogens darstellen können", gibt sich die Französin selbstbewusst. Dazu hat sie auch allen Grund, denn im Festival-Hit "Caché" musste sie sich zuletzt mit einem ähnlichen Thema befassen und zeigte dabei, dass sie seit "Die Liebenden von Pont-Neuf" und "Drei Farben: Blau" nichts verlernt hat.

 

Chocolat in der Fotoshow

 

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Features

 

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Juliette Binoche

Ihre Krankenschwester in Italien, die sich in dem Welterfolg "Der englische Patient" in einem verlassenen Kloster um den mysteriösen...

 

Star

Johnny Depp

Unter den jüngeren Hollywood-Stars ist er der Anspruchsvolle, der mit seinen persönlichen, für Hollywood experimentierfreudig zu nennenden Filmen...