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Circus

Ein cooles Gangsterpärchen will sich nach einem letzten genialen Coup nach Kuba absetzen. Britischer Krimi in der Tradition von "Reservoir Dogs".


Circus

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Erhältlich seit:
28.02.2001

Thriller

Großbritannien/USA 2000
Laufzeit: 92 Min.
FSK: nicht unter 18

John Hannah
Famke Janssen
Peter Stormare

Regie: Rob Walker
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Circus

Das Ehepaar Leo und Lily Garfield träumt von einem luxuriösen Leben auf Kuba - inklusive dem ganzen dazugehörigen "Hemingway-Scheiß". Nach einem letzten, erfolgreich ausgeführten Mordauftrag wollen die beiden sich aus England auf die sprichwörtliche Insel zurückziehen. Doch daraus wird nichts, weil Gangsterboss Bruno Mr. Garfield dazu zwingt, eines seiner Casinos zu leiten. Und plötzlich sind Leo und Lily wieder mittendrin im mörderischen "Circus", in dem jeder versucht den anderen zu hintergehen...

Alan Latham hat sich hier an einem Mix aus US-Thriller à la Tarantino und englischem Understatement-Krimi versucht. Leider fehlt es David Logans Drehbuch an dramaturgischer Konsequenz und dem Regisseur an Gespür für Rhythmus und Timing in den Actionszenen. Ex-Bond-Girl Famke Janssen als Lily und John Hannah ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") als Leo füllen die Figuren mit Leben und sind neben dem britischen Humor die größten Pluspunkte des insiderhaften "Mordsspaßes".

Circus

Wenn Tarantinos Epigonen nach dem letzten Stück vom Kultkuchen greifen, ist mancher Zuschauer längst gesättigt. Wer aber nicht genug davon bekommen kann, wenn Gangster sich auszumanövrieren versuchen, muss keinen Entzug befürchten. Die britische Produktion "Circus" bietet das gewohnte Labyrinth aus Täuschungen und kleinen Morden unter Freunden, verhindert aber durch einen verwirrenden Bauplan die Entwicklung von echtem Rätselfieber. Die Konsequenz ist am Ende nicht Euphorie, sondern Ermüdung. Kommerzielle Wunder sind daher fraglich, zumal nur Famke Janssen in der Besetzung aktuelle Prominenz repräsentiert.

Das Ex-Bond-Girl, das am 31. August, dem geplanten Starttermin von "Circus", auch mit dem Big-Budget-Comic "X-Men - Der Film" in die deutschen Kinos kommt, spielt die Frau des Spielers und Kleingangsters Leo (John Hannah), der den großen Coup plant, um der Endlosschleife aus Betrügereien und Konflikten mit seinem Kredithai zu entkommen. Letzterer pflegt sich durch Pophits mitzuteilen - eine der Verhaltensexzentrizitäten, die in diesem Genre typischerweise für Humor sorgen sollen. Das von Leo gesponnene Intrigennetz soll den Gangsterkönig von Brighton, der ihm nur scheinbar vertraut und selbst finstere Pläne schmiedet, um sein Vermögen erleichtern. Bevor dieses Ziel für uns in den letzten Minuten des Films transparent wird, vernebelt eine undurchschaubare Ereigniskette den Durchblick. Im Auftrag eines Fremden ("Fargo"-Killer Peter Stormare), der in Wirklichkeit der Buchhalter des Gangsterbosses Bruno ist, soll Leo Stormares Frau töten, die wiederum die Freundin von Brunos Chefschläger ist, der nach ihrem Verschwinden nun nach ihr sucht. Dass Zuschauer diesen Mord als Fakt akzeptieren, bleibt zumindest für Genrefans eine Illusion, weil er nicht im Detail im Bild zu sehen ist, und Hannah als Identifikationsfigur damit auch ruiniert wäre. Während der Film also auf diesen Killerauftrag seinen weiteren Plot aufbaut, zweifeln skeptischere Naturen nun auch die anderen Wendungen an, die im Zehnminuten-Takt erfolgen. Gerade Janssen werden immer wieder neue Koalitionen unterstellt, die man nach den harmonischen Anfangssequenzen des Paares nicht ernst nimmt. Im Überangebot der Täuschungen und Frontenwechsel, die mitunter nur Irreführungs-Arrangements für das Publikum sind, aber der inneren Logik des Plots widersprechen (vor allem die Szenen zwischen Stormare und Hannah), wird irgendwann bedeutungslos, was Wahrheit oder Lüge ist. Verliebt in seine eigene Konstruktion, vergisst David Logans Drehbuch, uns für irgendeine der Charaktere wirklich einzunehmen. Die daraus resultierende Distanz sabotiert in Koalition mit der erzählerischen Verwirrtaktik das Unterhaltungsergebnis, was an der Kinokasse Spuren hinterlassen könnte. kob.

Darsteller:  John Hannah   als Leo Garfield
  Famke Janssen   als Lily Garfield
  Peter Stormare   als Julius Harvey
  Eddie Izzard   als Troy Cabrara
  Fred Ward   als Elmo Somerset
  Brian Conley   als Bruno Maitland
  Tommy 'Tiny' Lister Jr.   als George 'Goose' Marley
  Amanda Donohoe   als Gloria
  Ian Burfield   als Caspar Maitland
  Neil Stuke   als Roscoe
  Christopher Biggins  
 
Regie:  Rob Walker  
Musik:  Simon Boswell  
Kamera:  Ben Seresin  
 

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