
Die Rückkehr des debattierenden Duos, das Autor-Regisseur Kevin Smith zum Darling des Independentkinos machte.
13 Jahre nach "Clerks" und Smiths Low-Budget-Liebeserklärung an die Popkultur und den "dirty talk" hat sich manches verändert. Das Leben der Freunde Dante und Randal hat Farbe und Format (damals 16, jetzt 35 mm) bekommen, allerdings fiel ihr Arbeitsplatz, der kleine Quickstop-Shop, dem Feuer und damit Terroristen zum Opfer - wie Randal spontan schlussfolgert. Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen arbeiten die zwei jetzt bei einer Fast-Food-Filiale von "Mooby's", vor dessen Fensterfront die schräg-komischen, nun auch bibelfesten Drogendealer Jay und Silent Bob, Publikumsfavoriten des Vorgängers, Wurzeln geschlagen haben. Wie schon im Original ist Dante (Brian O'Halloran) praktizierte Vernunft und steht trotz geballter physischer Unauffälligkeit wieder zwischen zwei Frauen - seiner Verlobten, mit der er sich am nächsten Tag nach Florida und in ein geordnetes bürgerliches Leben verabschieden will, und seiner Chefin Becky (Rosario Dawson), mit der ihn ein delikates Geheimnis verbindet. Kindskopf Randal (Jeff Anderson) ist wieder gelebtes Chaos, provoziert einen verklemmten Jungkollegen, beschimpft die Kunden und beginnt Impulsivkonversationen über Themen, die die Menschheit beschäftigen. Das Spektrum ist dabei beachtlich. Verdienen die Transformers wirklich einen Kinofilm, ist Peter Jacksons "Ring"- Trilogie nur ein verkümmerter Wurm im Vergleich zu George Lucas' Sternenkriegern, ist Anne Frank eigentlich Helen Keller oder umgekehrt und gibt es sinnvolle Verkehrsvorschriften für orale Sexpraktiken?
Gearbeitet wird kaum, geredet aber ohne Pausenknopf, während sich ein paar Kunden, darunter die Gaststars Ben Affleck und Jason Lee, enge Freunde des Regisseurs, vor dem Counter verlieren. Ein amüsanter Ton zieht sich durch diese anspruchslos bebilderte Talkshow und Typenparade, in der schließlich auch Romantik Einzug hält, auch wenn ein befreiendes Liebesgeständnis leicht unorthodox vor dem Hintergrund von praktiziertem Tiersex (im Off) in die staunende Welt entlassen wird. Von einer animalischen Komödie muss deshalb noch lange nicht die Rede sein, wohl aber von einer animierenden. kob.