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Brillant fotografiertes und provozierend intelligentes Vexierspiel um eine Hand voll moderner Menschen, deren Wege sich in Paris kreuzen.


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Erhältlich seit:
25.07.2005

Originaltitel: Code inconnu

Drama

Frankreich/Deutschland 2000
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12

Juliette Binoche
Thierry Neuvic
Luminita Gheorghiu

Regie: Michael Haneke
absolut MEDIEN

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"Short Cuts für Intellektuelle", so könnte man Michael Hanekes neues Werk umschreiben. Im hektischen Paris von Heute verknüpft der Österreicher unterschiedliche Lebensgeschichten. Aus fragmentarischen Episoden entsteht eine verstörende und pessimistische Gegenwartsbetrachtung. Keine leicht konsumierbare, dafür aber interessante Kino-Kost für Connaisseure, die ihren Kopf nicht an der Garderobe abgeben.

Es geht nicht mehr wie in "Benny's Video" oder in "Funny Games" um nackte Gewalt, sondern sehr subtil um gesellschaftliche Strukturen, die den Menschen unter Druck setzen, um die Ursachen der Gewalt. Michael Haneke ist ein Meister der Beobachtung - die alltägliche Aggression in der Metro, den Partner verletzende Gespräche, Zusammentreffen mit der Polizei, das alles setzt er zusammen als Indizienbündel für soziale Kälte und individuelle Isolation. Lebenswege kreuzen und tangieren sich, verlaufen parallel, versickern in der Anonymität der Großstadt. Fast beiläufig die Vermengung von "großer" Geschichte wie dem Bosnienkrieg, kleinen Ereignissen, die sonst unter "Vermischtes" in der Zeitung stehen, und diversen "Schicksalen" - von der jungen Schauspielerin Anne, ihrem Freund, dem Kriegsreporter Georges, der meistens in Sachen Frontberichterstattung unterwegs ist, dessen Bruder, der sich weigert, den Hof des Vaters (Sepp Bierbichler) zu übernehmen, einem Musiklehrer malinesischer Abstammung und einer illegal in Frankreich lebenden Rumänin, die sich mit Bettelei durchschlägt. Durchgehend roter Faden ist die Reflexion über und die Suche nach der Wahrheit, die subjektiv empfundene sowie die mediale, der Mangel an Kommunikation. Das Fremdsein bezieht sich nicht nur auf die Immigranten, sondern auf alle Protagonisten, für Haneke sorgt die Sprache mit ihren spezifischen Interpretationsmöglichkeiten per se für babylonische Verwirrung. Beeindruckend in diesem manchmal schwer zu durchschauenden Vexierspiel Juliette Binoche, die den Regisseur während des Festivals von Vallodolid anrief und fragte, ob er nicht einen Film mit ihr in Frankreich drehen wollte. Die wandlungsfähige Schauspielerin überzeugt bei ihrer Identitätssuche durch eine optimal austarierte Mischung von Fragilität und Durchsetzungsfähigkeit. Manche Szenen erinnern in ihrer ästhetischen Intensität (brillante Kamera: Jürgen Jürges) an Kieslowskis "Drei Farben: Blau". "Code: Unbekannt" verweigert sich der Reduktion auf ein Thema. Haneke will keine Einwegkommunikation, sondern den autonomen Zuschauer, der sich selber seine Gedanken macht. Er wirft Fragen auf nach der Darstellbarkeit von Wirklichkeit, der Lückenhaftigkeit unserer Wahrnehmung, nach der Definition von ästhetischen und moralischen Kategorien. Das mag für Mainstream-Gewohnte eine Tortur sein, für neugierige Cineasten aber sicherlich eine filmische Offenbarung. mk.

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Die Schauspielerin Anne ist mit dem Kriegsreporter Georges liiert, der nur selten zu Hause in Frankreich ist und sich an das Leben im Frieden nicht mehr so recht gewöhnen kann. Georges' jüngerer Bruder Jean flieht aus Perspektivlosigkeit vom Hof des Vaters in die Großstadt. Kaum in Paris angekommen, gerät er mit dem Schwarzen Amadou aneinander. Amadou versucht, die Ehre der rumänischen Bettlerin Maria zu verteidigen, erreicht durch seinen Einsatz jedoch nur, dass die Polizei auf die illegal Eingewanderte aufmerksam wird...
Regisseur Michael Haneke, für seine filmischen Gewaltstudien international gerühmt, verwebt in faszinierender Weise mehrere Geschichten miteinander, die alle ihren Ausgangspunkt in Paris haben. Daraus entsteht ein Kaleidoskop verschiedener Einzelschicksale mit einer großen Liebe zu den Figuren. Haneke ist ungewohnt poetisch, aber nicht minder radikal.

Quelle: absolut Medien

Darsteller:  Juliette Binoche   als Anne
  Thierry Neuvic   als Georges
  Luminita Gheorghiu   als Maria
  Ona Lu Yenke   als Amadou
  Maimouna Helene Diarra   als Aminate
  Josef Bierbichler   als Der Bauer
  Alexandre Hamidi   als Jean
 
Regie:  Michael Haneke  
Buch:  Michael Haneke  
Musik:  Giba Goncalves  
Kamera:  Jürgen Jürges  
Produzent:  Marin Karmitz  
  Alain Sarde  
 

Fassungen

 

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Features

 

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