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Confusion - Sommer der Ausgeflippten

Mit wenig Aufwand und geringen finanziellen Mitteln beschreibt Regisseur Richard Linklater ("Slacker") treffsicher und ohne gängige Hippie-Klischees das Lebensgefühl seiner 70er-Generation, die sich unbeeinflußt von MTV und Computerkultur zu amüsieren wußte.


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Erhältlich seit:
02.12.2010

Originaltitel: Dazed and Confused

Komödie

USA 1993
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 16

Jason London
Joey Lauren Adams
Milla Jovovich

Regie: Richard Linklater
Universal Pictures Germany

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Confusion - Sommer der Ausgeflippten

In einer amerikanischen Kleinstadt im Jahr 1976 zelebriert die Highschool-Clique um Pink, Darla, Shavonne und Mitch den letzten Schultag. Neben der traditionellen Schikane der jüngeren Jahrgänge verbringt man seine Zeit damit, sich unbeschwert mit Alkohol und Drogen aller Art vollzupumpen und sich dabei so wenig Gedanken wie möglich um die Zukunft zu machen. Die nächtliche Abschlußfeier im Park gerät dann auch vollends aus den Fugen, sogar die unteren Klassen dürfen kräftig mitmischen.

Mit wenig Aufwand und geringen finanziellen Mitteln beschreibt Regisseur Richard Linklater ("Slacker") überaus treffsicher und ohne gängige Hippie-Klischees das Lebensgefühl einer Generation, die sich unbeeinflußt von MTV und moderner Popkultur zu amüsieren wußte. Spritzige Dialoge, gewitzte Darsteller, unverfrorene Sprüche und ein hervorragender Soundtrack lassen keine Sekunde Langeweile aufkommen. Ein deftiges Rock'n Roll-Abenteuer für die Grunge-Generation.

Confusion - Sommer der Ausgeflippten

Dank seines wunderschönen "Before Sunrise" (BF 6/95) und der Auszeichnung mit dem Regiepreis bei der Berlinale findet Richard Linklaters zweiter Film aus den Jahr 1993 20 Monate nach seiner US-Kinoauswertung (acht Mio. Dollar Einspiel) und ein halbes Jahr nach seiner deutschen Videopremiere unter dem abschreckenden Titel "Confusion - Sommer der Ausgeflippten" doch noch seinen Weg in unsere Lichtspielhäuser. Gut so: Mit traumwandlerischer Sicherheit fängt dieses präzise und gewitzte Hohelied auf das Jungsein in den vielgeschmähten siebziger Jahren die Riten amerikanischer Jugendlicher in einer texanischen Kleinstadt im unschuldigen Rausch von Sex, Drugs und Rock'n'Roll ein. Ein "American Graffiti" für die Schlaghosen-Generation sozusagen. Wie in seinen anderen Filmen verzichtet Linklater auf eine Handlung im klassischen Sinne: In beinahe dokumentarischem Stil folgt er einer Gruppe von zwei Dutzend Teenagern 24 Stunden lang durch den letzten Tag der Highschool vor den Sommerferien. Linklater ist hautnah aber nie aufdringlich dabei, wenn die Kids endlos die Straßen auf und ab fahren, absurde Mengen von Alkohol und Marihuana konsumieren, Baseball und Flipper spielen, flirten, knutschen und über Gott und die Welt reden. Jede Szene knistert vor Authentizität und Witz. Dieser Altman- artige Reigen kommt ohne Stars und Hauptpersonen aus. Auch wenn der Film lose immer wieder auf das Dilemma des gutaussehenden Pink zu sprechen kommt, der sich zwischen Football und Partyfeiern mit seinen Freunden entscheiden muß, gönnt Linklater all seinen Kleinstadthelden - vom stets zugekifften Späthippie Slater bis zum machomäßigen Aufreißer Wooderson - gleichermaßen viel Zeit auf der Leinwand. Auch wenn einige der Highschool- Riten (speziell die schmerzhafte Begrüßung der künftigen Highschool-Schüler durch die Abgänger) dem deutschen Publikum fremdartig vorkommen werden, kann man sich dem Charme dieses Füllhorns der Seventies-Zitate nur schwer entziehen. Bei Linklater stimmt jedoch nicht nur die Ausstattung, das Gehabe und die Musik. Hinter den dichten Marihuanaschwaden, coolen Sprüchen und laut dröhnenden FM-Radio-Rockhits von Ted Nugent bis Lynyrd Skynyrd versteckt sich eine schlaue Sittenkomödie. In den Siebziger- Jahre-Null-Bock-Kids hat der Regisseur die Ursprünge der Generation X entdeckt, die er mit seinem Erstling "Slacker" mit definierte. Zwischen Joints und Budweiser-Dosen wissen sie ganz genau, daß totale Verweigerung vielleicht nicht Freiheit bedeutet, aber doch jede Menge Spaß macht. Und das trifft einen Nerv, der auch den Teens von heute gefallen wird. ts.

Darsteller:  Jason London   als Randall "Pink" Floyd
  Joey Lauren Adams   als Simone Kerr
  Milla Jovovich   als Michelle Burroughs
  Shawn Andrews   als Kevin Pickford
  Rory Cochrane   als Ron Slater
  Adam Goldberg   als Mike Newhouse
  Anthony Rapp   als Tony Olson
  Sasha Jenson   als Don Dawson
  Marissa Ribisi   als Cynthia Dunn
  Deena Martin   als Shavonne Wright
  Michelle Burke   als Jodi Kramer
  Cole Hauser   als Benny O'Donnell
  Christine Harnos   als Kaye Faulkner
  Wiley Wiggins   als Mitch Kramer
  Mark Vandermeulen   als Tommy
  Esteban Louis Powell   als Carl Burnett
  Jeremy Fox   als Hirschfelder
  Ben Affleck   als Fred O'Bannion
  Christin Hinojosa   als Sabrina Davis
  Parker Posey   als Darla Marks
  Matthew McConaughey   als David Wooderson
  Catherine Avril Morris   als Julie Simms
  Nicky Katt   als Clint Bruno
  Kim Krizan   als Ms. Ginny Stroud
  Julius Tennon   als Mr. Payne
 
Regie:  Richard Linklater  
Buch:  Richard Linklater  
Kamera:  Lee Daniel  
Produzent:  James Jacks  
  Sean Daniel  
  Richard Linklater  
 

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