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Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs

Wunderbare Kleinstadtballade und Krimifarce von Robert Altman, der im entspannten Rhythmus einmal mehr eine brillantes Gesellschaftspanorama entwirft.


Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs

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Erhältlich seit:
22.02.2000

Originaltitel: Cookie's Fortune

Drama/ Thriller

USA 1998
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 6

Glenn Close
Julianne Moore
Liv Tyler

Regie: Robert Altman
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs

Die reiche Witwe Cookie, die den Tod ihres Mannes nie verschmerzt hat, setzt eines Tages ihrem Leben ein Ende. Dieser Freitod mißfällt allerdings deren Nichte Camille. Allein wegen des Ansehens der Familie wäre ein Tod durch Verbrechen doch viel angebrachter. Also verschluckt Camille Cookies Abschiedsbrief und arrangiert alles so, daß der Mordverdacht auf Willis, den schwarzen Hausmeister der Tante, fällt. Damit löst sie jedoch eine Kette von Ereignissen aus, die nach und nach sämtliche Einwohner von Holly Springs in Aufruhr versetzt.

Nach der Grisham-Verfilmung "Gingerbread Man" hat Robert Altman nun mit leichter Hand eine Gesellschaftssatire über die Bewohner einer Kleinstadt im tiefen Süden der USA in Szene gesetzt. Wunderbar montiert und von Alan Rudolphs Lieblings-Kameramann Toyomichi Kurita in weiche, warme Farben getaucht, laufen sämtliche Schauspieler dieses Ensemblefilms zu Höchstform auf. Besondere Erwähnung verdienen Charles S. Dutton als Willis, Glenn Close als die kunstsinnige southern belle Camille und Ned Beatty als Cop, der von der Unschuld seines Angelkumpans überzeugt ist. Ein eher auf Cineasten zugeschnittene Mischung aus Drama, Krimi und Komödie.

Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Souveränität und nicht nachlassender Inszenierungskunst Regie-Altmeister Robert Altman ein Gesellschaftspanorama nach dem anderen produziert und beinahe stets ein Meisterwerk dabei herauskommt. Z.B. dieses über eine kleine, verschlafene Gemeinde irgendwo am Mississippi, wo die Einwohner noch leben, als wäre das 19. Jahrhundert nie zu Ende gegangen und als müsse Scarlett O'Hara um die nächste Straßenecke biegen. In Holy Springs ist das Kavaliertum des Alten Südens nie vergangen, wirkt der verlangsamte Rhythmus des Alltags wie jener schleppende Blues aus dem Delta, der dem Film seinen musikalischen Stempel aufdrückt, eine wunderbar entspannte Kleinstadtballade und Krimifarce, Sozialsatire und Studie über Liebe, Neid, Heuchelei und jenes sympathische Chaos, das diese Welt im Innersten zusammenhält.

Altman beobachtet das Treiben seiner Delta Ladies und Blues Men, als hätte er mit dem großen amerikanischen Romancier William Faulkner gemächlich beim Angeln einen "Wild Turkey"-Whiskey getrunken und zwischendurch eine Catfish Enchillada verspeist., wie sie Willis gern seiner Titelheldin Cookie zubereitet. Willis (in behäbiger Gelassenheit: Charles S. Dutton) hat die verbalen Ausfälle und arthritischen Bizarrerien seiner alten Freundin Cookie (Patricia Neal als Witwe mit Damenpfeifen und Wehmutsfaktor) ruhig akzeptiert. Er führt während seines nächtlichen Spaziergangs gemächlich schlendernd in Altmans subversive Comedy of Manners.

Als sich Cookie aus Sehnsucht nach dem längst hingeschiedenen Gatten in den Kopf schießt, steht Holy Springs für eine ganze Weile Kopf. Ihre Nichten Camille (Glenn Closen als Cruella de Vil in Blümchen-Look), die streng presbyterianisch Oscar Wildes "Salome" in ihrer gereinigten Fassung einstudiert, und Cora (Julianne Moore als debil verschärfte Schleiertänzerin) wollen ans Erbe, während Coras zurückgekehrte Tochter Emma (Liv Tyler bildschön mit Kurzhaar, Latzhose und Tramp-Erfahrung) vor allem auf die Quickies mit dem naiven Jungpolizisten Jason (Chris O'Donnell als Cop-Karikatur mit Einklemm-Garantie) scharf ist. Camille läßt Cookies Selbstmord wie einen raubmord aussehen, lenkt aus verrücktem Puritanismus den Verdacht auf Willis und wird, während sich die wirklichen Verwandtschaftsverhältnisse permanet verkomplizieren, bei der Premiere von "Salome" ihren Blues erleben.

Altman vernetzt diese und andere Personen, den Polizeichef, einen zugereisten schwarzen Ermittler, einen Barbesitzer, einen Tankwart, einen Anwalt, eine Bluessängerin, eine Polizistin, in seiner gewohnt multiperspektivischen Erzählweise mit pointiertierter Präzision, die selbst aus Running Gags wie dem gelben Polizei-Plastikband oder Ostereiern ein Optimum an Wirkung erzielt. Bei entsprechend sorgfältiger Synchronisation sollten Altmans spöttischen Delta-Blues die besten Häuser offen stehen. ger.

Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs

Schauplatz ist Holly Springs, eine Kleinstadt im Süden der USA, in der Frauen noch Ladies sind und echte Männer sich mit Hingabe dem Angeln widmen: Ein letztes Mal blickt die alte Witwe Jewel Mae "Cookie" Orcutt (Patricia Neal) auf die Gegenstände ihres Wohnzimmers, betrachtet ihre Umgebung, ihr Leben. Nach den langen Jahren der Einsamkeit beschließt sie, sich umzubringen. Ihr plötzlicher Tod wirft bei den Bewohnern von Holly Springs eine Reihe ungeklärter Fragen auf: War es wirklich Selbstmord oder wurde Cookie in den Tod getrieben? Und was haben Cookies Nichten, die überspannte Camille (Glenn Close) und die schüchterne Cora (Julianne Moore), zu verbergen? Es scheint, als seien nahezu alle Bewohner der Kleinstadt am Mississippi in diesen Fall verwickelt. Die Nachforschungen bringen die unglaublichsten und seltsamsten Dinge zutage ...

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Glenn Close   als Camille Orcutt
  Julianne Moore   als Cora Duvall
  Liv Tyler   als Emma Duvall
  Chris O'Donnell   als Jason Brown
  Charles S. Dutton   als Willis Richland
  Patricia Neal   als Jewel Mae "Cookie" Orcutt
  Ned Beatty   als Lester Boyle
  Courtney B. Vance   als Otis Tucker
  Donald Moffat   als Jack Palmer
  Lyle Lovett   als Manny Hood
  Danny Darst   als Billy Cox
  Matt Malloy   als Eddie "The Expert" Pitts
  Randle Mell   als Patrick Freeman
  Niecy Nash   als Wanda Carter
  Rufus Thomas   als Theo Johnson
  Rubi Wilson   als Josie Martin
  Preston Strobel   als Ronnie Freeman
 
Regie:  Robert Altman  
Buch:  Anne Rapp  
Musik:  Dave Stewart  
Kamera:  Toyomichi Kurita  
Produzent:  Robert Altman  
  James McLindon  
 

Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs in der Fotoshow

 

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