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Couscous mit Fisch

Drama über einen 60-jährigen Hafenarbeiter, der davon träumt, ein Restaurant zu eröffnen.


Couscous mit Fisch

Kaufvideo

Erhältlich seit:
22.05.2009

Originaltitel: La graine et le mulet

Drama

Frankreich 2007
Laufzeit: 149 Min.
FSK: ab 12

Habib Boufares
Hafsia Herzi
Faridah Benkhetache

Regie: Abdellatif Kechiche
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Drama über einen 60-jährigen Hafenarbeiter, der davon träumt, ein Restaurant zu eröffnen.

Die Familie erfüllt Slimane seinen größten Wunsch (Foto: Arsenal) Großansicht

Die Familie erfüllt Slimane seinen größten Wunsch (Foto: Arsenal)

Slimane (Habib Boufares) ist 60 Jahre alt und muss sich dennoch nach wie vor jeden Tag zu seiner Arbeit als Hafenarbeiter in Sète schleppen: Finanziell reicht es hinten und vorn nicht, dazu kommen Spannungen innerhalb seiner Familie und das nagende Gefühl, ein Verlierer zu sein.

Jedenfalls ist Slimane seinem großen Traum, seinen alten Alltag hinter sich zu lassen und ein eigenes Restaurant zu eröffnen, keinen Schritt näher gekommen. Doch dann fasst sich seine Familie ein Herz: Das Projekt Restaurant soll aller Widerstände zum Trotz in Angriff genommen werden.

Zwei Jahre nach seinem überraschenden César-Triumph mit "L'esquive", der als bester Film und für die beste Regie ausgezeichnet wurde, meldet sich der in Tunesien geborene Schauspieler Abdel Kechiche mit seiner dritten Regiearbeit im Wettbewerb von Venedig zurück - dem Ort, an dem er 2000 bereits sein Debüt "Voltaire ist schuld" vorgestellt hatte.

Das Restaurant läuft gut an (Foto: Arsenal) Großansicht

Das Restaurant läuft gut an (Foto: Arsenal)

Dran am Leben

Wie gewohnt erzählt Kechiche eine Geschichte aus dem Alltag, ohne auf Konventionen Rücksicht zu nehmen - ganz nah dran am Leben, wie es wirklich ist.

Couscous mit Fisch

Preisgekröntes Drama über eine maghrebinische Einwanderfamilie in Südfrankreich und ihr Versuch, ein normales Leben ohne Diskriminierung und Ausgrenzung zu führen.

Nach "Voltaire ist schuld" und "L'esquive" gelingt Abdellatif Kechiche mit "Couscous mit Fisch" der endgültige Durchbruch. Neben dem Spezialpreis der Jury in Venedig erhielt das Drama u.a. drei Césars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, wie drei Jahre zuvor für L'esquive"). Der geborene Tunesier wechselt souverän Genres, verwischt Grenzen zwischen Populär- und Autorenkino, wenn er von einer maghrebinischen Großfamilie in einem Hafenstädtchen erzählt und das Porträt von Menschen entwirft, die in der neuen Heimat zusammen halten, sich als Sippe trotz persönlicher Rivalitäten, großer und kleiner Lügen gegen den Rest der Welt stellt.

Slimane ist einer dieser Einwanderer, die nach Jahrzehnten Schufterei mit über 60 gnadenlos aussortiert werden und sich als Verlierer fühlen. Seine Ex-Frau will nicht immer nur frischen Fisch, sondern Bares, die eine Schwiegertochter ärgert sich über seine Einmischung in ihre Erziehungsmethoden, die andere wirft ihm vor, dass sein Sohn sie betrügt. Harmonie herrscht nur beim gemeinsamen "Couscous mit Fisch", die ausgiebige Mahlzeit in der Großfamilie, samt Tante und Onkel, Cousin und Cousine. Weit weg von ihnen haust der Alte in einem Hotel, Verhältnis mit der Wirtin inklusive. Deren Tochter unterstützt ihn beim Plan, die Abfindung in einen rostigen Kahn zu investieren, für ein Spezialitäten-Restaurant. Die Odyssee durch die Behörden wird zum Menetekel einer an Absurdität kaum zu übertreffenden französischen Bürokratie. Mit der Einladung von Honoratioren und Skeptikern auf das in neuen Glanz strahlende Schiff, scheint ein Traum wahr zu werden. Fast.

Mit ausgeprägter Lust an der Langsamkeit zeichnet Kechiche Immigrantenschicksale ohne ideologische Scheuklappen oder Larmoyanz, die Schwierigkeiten der zweiten und dritten Generation zwischen Integration, Assimilation und Tradition, das Gefühl, zur französischen Gesellschaft zu gehören und sich dennoch abzuschotten. Auf der anderen Seite die Arroganz der Einheimischen, für die selbst die in Frankreich geborenen Nachfahren Fremde bleiben. Größtenteils mit Laien gedreht, überzeugt der Film durch Authentizität und Liebe zum Detail und zu ausgearbeiteten wie improvisierten Dialogen. Wie in "L'esquive" sind es die Frauen, die etwas bewegen. Familie als Fixpunkt und Halt in schwierigen Zeiten, das Restaurant als Symbol für ein besseres Leben - bei diesem sorgfältig zubereiteten "Couscous mit Fisch" kommen Herz und Hirn auf ihre Kosten. mk.

Darsteller:  Habib Boufares   als Slimane
  Hafsia Herzi   als Rym
  Faridah Benkhetache   als Karima
  Abdelhamid Aktouche   als Hamid
  Bouraouïa Marzouk   als Souad
  Alice Houri   als Julia
  Cyril Favre   als Sergueï
  Sabrina Ouazani   als Olfa
  Leila D'Issernio   als Lilia
  Bruno Lochet   als Mario
  Olivier Loustau   als Jose
  Sami Zitouni   als Majid
 
Regie:  Abdellatif Kechiche  
Buch:  Abdellatif Kechiche  
Kamera:  Lubomir Bakchev  
Produzent:  Claude Berri  
 

Couscous mit Fisch in der Fotoshow

 

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