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Crazy Heart

Charmantes Porträt eines ausgebrannten Country-Music-Stars, der sich unerwartet verliebt und seinen selbstzerstörerischen Lebenskurs verlässt.


Crazy Heart

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Erhältlich seit:
01.10.2010

Drama

USA 2009
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 6

Jeff Bridges
Maggie Gyllenhaal
James Keane

Regie: Scott Cooper
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Crazy Heart

Bad Blake hat nicht nur vier Ehen, sondern bald auch sein Leben hinter sich, das unaufhaltsam in die Selbstzerstörung treibt. Alkohol und Frauen sind die einzigen Konstanten, wenn der ehemalige Country-Music-Star gelangweilt durch den amerikanischen Südwesten tingelt. Als er aber Jean, Journalistin und allein erziehende Mutter, kennen lernt, verdrängt Romantik plötzlich die Routine, erlebt der Endfünfziger spätes Familienglück. Doch wie schon früher bleibt er selbst das größte Hindernis, wenn das Mögliche dauerhaft Realität werden soll.

Die Stärken von Scott Coopers Regiedebüt liegen nicht im Plot, der den Spuren des Dramas "Tender Mercies" (1982) folgt, dabei aber Konflikte nur andeutet und nicht vertieft. "Crazy Heart" problematisiert nicht, streift humorvoll, gelegentlich auch melancholisch durch das Leben seiner Hauptfigur. Als zarte Romanze funktioniert der Film, als Musikfilm auch. Bridges singt selbst, wie auch Colin Farrell in einer Nebenrolle. Und das so überzeugend, dass seine Interpretation dieser stets sympathisch bleibenden Figur mit dem Oscar prämiert wurde.

Crazy Heart

Jeff Bridges' mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnete Darstellung ist die beste Empfehlung für Scott Coopers Porträt eines ausgebrannten Country-Music-Stars.

Bad Blake ist als Künstlername des Protagonisten eher ein behauptetes als ein verdientes Etikett, denn so viele Frauen und Whiskeyflaschen der 57-Jährige auch auf seinen Touren genossen und zurückgelassen hat, ist Bad doch im Kern gut: ein attraktiv verwitterter Oldie, der auch Alkoholismus noch halbwegs sympathisch verkaufen kann. Mit ihm sind auch seine Groupies in die Jahre gekommen bei seinen Gigs in den Kneipen und Bowling-Zentren des amerikanischen Südwestens, in denen er sich nur noch selten verbeugen, immer öfter aber übergeben muss. Aus dem lästigen Interview mit Jean, Journalistin und allein erziehende Mutter, entwickelt sich eine zärtliche Beziehung, seine vielleicht letzte Chance auf eine Familie, die er bisher an sich vorbeiziehen ließ. Nach vielen Jahren auf Tour findet er unerwartet einen Grund zur Rückkehr - zu Jean (sanft und verletzlich: Maggie Gyllenhaal), zu seinen lange vernachlässigten Tugenden als Songwriter und zu seinem Protegé Tommy, der längst aus seinem Schatten herausgewachsen und ein Star geworden ist.

Plot, ohnehin nicht mehr als ein Update von Bruce Beresfords Drama "Tender Mercies", gehört nicht zu den Stärken des Regiedebüts von Scott Cooper, der bisher in kleinen Rollen vor allem vor der Kamera gestanden hat. Die Vergangenheit der Hauptfigur bleibt weitgehend ausgeblendet, das angedeutete Spannungsverhältnis zum Vater genauso wie die belastete Freundschaft zu Ex-Schützling Tommy (Colin Farrell). Auch wenn sich die Story kurzfristig dramatisch zuspitzt, streift "Crazy Heart" seine Konflikte nur, wird selbst der Entzug eines schweren Alkoholikers in der Lightversion präsentiert. Viel mehr als ein realistisches Drama über Absturz und Aufstehen ist "Crazy Heart" ein optimistisches, oft humorvolles Porträt eines kauzigen Typen, dem man seines Charmes wegen vieles vergeben kann - und natürlich eine Liebeserklärung an die Country Musik, die sich hier in ausgedehnten Auftrittssequenzen eher rockig als schmalzig präsentieren darf. Wie Colin Farrell singt auch Jeff Bridges selbst - und das so überzeugend, wie er seine Rolle spielt, in der man den Dude aus "The Big Lebowski", vielleicht auch Anleihen bei Nick Nolte und Kris Kristofferson entdecken kann. Eine Figur, so sympathisch wie der Film, der dem Leinwandveteranen, wie schon Robert Duvall in "Tender Mercies", tatsächlich einen Oscar eingebracht hat. "Fallin & Flyin", das mitreißende Duett von Bridges und Farrell, wird damit im Aufzeigen möglicher emotionaler Optionen geradezu prophetisch. kob.

Crazy Heart

Seit Jahren tourt der abgehalfterte Country-Star Bad Blake (Jeff Bridges) durch heruntergekommene Bars und billige Motels. Als er bei einem seiner alkoholumnebelten Auftritte die Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) kennen lernt, ändert sich jedoch alles. Ihr gelingt es hinter die kaputte Fassade des Musikers zu blicken und Blake erkennt, dass Jean seine letzte Chance für ein Comeback, aber auch für ein glücklicheres Leben sein könnte.

Quelle: Fox

Darsteller:  Jeff Bridges   als Bad Blake
  Maggie Gyllenhaal   als Jean Craddock
  James Keane   als Manager
  Anna Felix   als Barfrau
  Paul Herman   als Jack Greene
  Tom Bower   als Bill Wilson
  Ryan Bingham   als Tony
  Beth Grant   als Jo Ann
  Rick Dial   als Wesley Barnes
  Robert Duvall   als Wayne
  Colin Farrell   als Tommy Sweet
 
Regie:  Scott Cooper  
Buch:  Scott Cooper  
Musik:  T-Bone Burnett  
  Steven Bruton  
  Ryan Bingham  
Kamera:  Barry Markowitz  
Produzent:  T-Bone Burnett  
  Judy Cairo  
  Rob Carliner  
  Robert Duvall  

Oscars: "Hurt Locker" sticht "Avatar" aus, Preise für Bridges, Bullock und Waltz

Eigentlich sollte die Nacht der Nächte in Hollywood diesmal nicht golden werden, sondern blau. Doch die Academy kürte nicht den Publikumsrenner "Avatar" zum großen Oscar-Sieger, sondern den Irak-Kriegsfilm "The Hurt Locker".

Die großen Sieger bei den Schauspielern: Heath Ledger, Kate Winslet und Sean Penn (Foto:  © A.M.P.A.S.) Großansicht

Die großen Sieger bei den Schauspielern: Heath Ledger, Kate Winslet und Sean Penn (Foto: © A.M.P.A.S.)

Je länger der Abend dauerte, um so frostiger wurde das Gesicht von James Cameron - bis ihm bei der Auszeichnung des Konkurrenten "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" als bester Film schließlich das mühsame Lächeln endgültig einfror: Die Academy hat sich einmal mehr gegen den großen Publikumsrenner, "Avatar - Aufbruch nach Pandora", entschieden und statt des erfolgreichsten Films aller Zeiten das ambitionierte Irak-Kriegsdrama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" über ein Team von Bombenexperten mit Oscars überhäuft. Und das, obwohl Produzent Nicolas Chartier im Vorfeld mit einer Anti-Avatar-E-Mail an Jury-Mitglieder für reichlich Unmut gesorgt hatte und dafür von der Oscar-Gala verbannt worden war.

Sechs Oscars an der Zahl gab es für "Hurt Locker", darunter die beiden Preise in den Königsklassen Bester Film und Beste Regie für Kathryn Bigelow. Damit gewann erstmals eine Frau diesen begehrten Oscar - pikanterweise James Camerons Ex-Gattin, der dieser den Regie-Award allerdings im Vorfeld sogar selbst als "verdient" zugesprochen hatte. "Avatar" erhielt drei Preise, allerdings nur in eher technischen Nebenkategorien wie Visual Effects, Kamera und Ausstattung.

Jeff Bridges wurde für seine herausragende Leistung als versoffener Country-Veteran in "Crazy Heart" nach der fünften Nominierung endlich mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller geehrt. Das gesamte Kodak-Theatre würdigte den "Dude" mit stehenden Ovationen, Bridges bedankte sich ausführlich, kämpfte mit den Tränen.

Gleich im ersten Anlauf durfte dagegen Sandra Bullock den Goldjungen für die beste weibliche Hauptrolle in Empfang nehmen. Das Football-Drama "Blind Side - Die große Chance", in dem sie nach einer wahren Begebenheit ein afroamerikanisches Talent unter ihre Fittiche nimmt, traf den Nerv der sportbegeisterten US-Amerikaner. Bullock hielt die emotionalste Dankesrede des Abends, als sie ihrer Mutter weinend für eine Erziehung im Geist von Toleranz und Gleichberechtigung dankte. Auf dem Roten Teppich hatte Sandra zuvor ihre große Nervosität gestanden und verkündet, dass sie sich nach der Verleihung "erstmal eine Ladung Pommes und einen Milchshake" gönnen werde.

 
 
Die schönsten Bilder der Oscar-Nacht

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Der Österreicher Christoph Waltz heimste nach der Palme in Cannes wie erwartet auch den Oscar für die beste Nebenrolle ein. Als schauriger SS-Mann in "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino, dem Waltz überschwänglich dankte, überzeugte Waltz auch die Oscar-Jury. Ein Kommentar auf dem Roten Teppich dürfte bei aller Freude über den Preis für einen deutschsprachigen Schauspieler manchem hiesigen Filmschaffenden Kopfzerbrechen bereiten, denn Christoph Waltz meinte: "In den USA werden Filme als Kunstwerk gemacht und wie eine Handelsware verkauft - in Deutschland ist es genau andersherum."

Auch bei den weiblichen Nebendarstellerinnen setzte sich mit Mo'Nique die Favoritin durch. Sie mimt im Drama "Precious - Das Leben ist kostbar" eine beängstigend brutale Mutter.

Die großen Verlierer des Abends waren George Clooneys "Up in the Air", der trotz sechs Nominierungen komplett leer ausging und "Inglourious Basterds", der bei sage und schreibe acht Nominierungen nur den Preis für Christoph Waltz verzeichnen konnte.

Der deuschte Beitrag "Das weiße Band" hatte zwar im Vorfeld als Favorit für den Auslands-Oscar gegolten, zog aber gegen den argentinischen Thriller "El secreto de sus ojos" den Kürzeren. Einen der größten Lacher einer an Höhepunkten eher armen Gala erzielte dabei Regisseur Juan José Campanella, als er der Academy dankte, dass diese Na'vi nicht als Fremdsprache anerkannt hatte und "Avatar" deshalb nicht für den Auslands-Oscar zuließ.

Als bester Animationsfilm wurde wie erwartet "Oben" ausgezeichnet, dazu gab's noch den Oscar für die beste Filmmusik.

Das Moderatorenduo Steve Martin und Alec Baldwin konnte leider bei Weitem nicht an die turbulente Show von Hugh Jackman im vergangenen Jahr heranreichen, wirkte brav und hausbacken. Als die beiden bei der Begrüßung von James Cameron 3D-Brillen aufsetzten und Nominierungs-Königin Meryl Streep als "die Schauspielerin mit den meisten Oscar-Niederlagen" verhöhnten, gab's zumindest verhaltenen Beifall.

Highlight des Abends war eine dem aktuellen Trend geschuldete Rückschau auf Hollywoods Horrorklassiker, präsentiert von den "Twilight"-Stars Kristen Stewart und Taylor Lautner. Als Ausschnitte aus "Der weiße Hai", "Shining", "Nightmare on Elm Street", "Halloween", "Sleepy Hollow", "Psycho", "Alien", "Der Exorzist" und "Bram Stoker's Dracula" über die Leinwand flimmerten, kletterte der Puls das einzige Mal spürbar nach oben.

 

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