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Creep

Unkonventioneller Horrorschocker, in dem Franka Potente einen Albtraum in Londons Untergrundbahnsystem erlebt.


Creep

Leihvideo

Erhältlich seit:
22.07.2005

Horror

Deutschland/Großbritannien 2004
Laufzeit: 85 Min.
FSK: ab 16

Franka Potente
Jeremy Sheffield
Paul Rattray

Regie: Christopher Smith
Warner Home Video Germany

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Franka Potente rennt um ihr Leben - nachts in der Londoner U-Bahn.

Allein und eingeschlossen: Kate (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Allein und eingeschlossen: Kate (Foto: X Verleih (Warner))

Ein ganz alltäglicher Alptraum: nachts eingesperrt zu sein in der U-Bahn. Denn in den tiefen, finsteren Schächten unter dem Londoner Großstadttreiben spielt sich in diesem Thriller das Grauen ab. Wer dort eingesperrt ist, kommt so leicht nicht mehr heraus.

Dieses Schicksal ereilt Kate (Franka Potente), die nach einer Party nachts noch unterwegs ist, verletzlich im Partydress und hohen Schuhen.

Sie wird vergessen im Untergrund, die Ausgänge werden verschlossen, die Rolltreppen sind außer Betrieb, und schon beginnt ein Alptraum, für den die deutsche Top-Schauspielerin mit internationaler Karriere beim Dreh bis an ihre Grenzen gehen musste.

Der Alptraum nimmt Gestalt an (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Der Alptraum nimmt Gestalt an (Foto: X Verleih (Warner))

Figuren in der Dunkelheit

Aber Franka Potente spielt hier wahrlich kein Opfer, sondern entwickelt sich zum willensstarken Mädchen, das schlau ist und kämpfen kann. Allerlei Figuren begegnen ihr, mal Freaks, mal Obdachlose, mal Kanalarbeiter, und man ist froh um jeden weiteren Menschen, der das Entsetzen in den nächtlichen Schächten auflockert.

Aber alle verlieren sich wieder im Dunkel, nur eines bleibt - eine irrsinnige Gestalt, die mehr blutige Geheimnisse preisgibt als man eigentlich wissen möchte.

Der Horror lauert überall! (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Der Horror lauert überall! (Foto: X Verleih (Warner))

Nie wieder U-Bahn?

Ein echtes Scary Movie ist das, eine (im wahrsten Sinn des Wortes) aufregende Mischung aus Thriller und Gruselfilm. Nach dem Kinobesuch wird man sich wohl zweimal überlegen, ob man nachts noch einmal alleine U-Bahn fahren möchte.

Creep

Zwischen ihrem bisher größten internationalen Kassen-Erfolg ("Die Bourne Identität") und dessen Fortsetzung ("Die Bourne Verschwörung") fand Deutschlands einziger ernstzunehmender Hollywood-Star Franka Potente noch Zeit, die Hauptrolle in einem blutig-brutalen Horror-Schocker zu übernehmen. "Creep", eine britisch-deutsche Koproduktion des Regie-Novizen Christopher Smith, handelt von einer jungen Modelagentin, die im Londoner U-Bahn-System eine Nacht des Grauens durchleiden muss. Dank Potentes zugkräftigem Namen sollte diese geradlinige Genrearbeit, die auf den Adrenalin-Faktor bezogen "Dawn of the Dead" näher ist als etwa der "Scream"-Trilogie, die einschlägige Fangemeinde in Atem halten können.

Obwohl Franka Potente nach eigener Aussage alles andere als ein Horror-Filmfan ist, machte sie bereits vor sechs Jahren in Stefan Ruzowitzkys blutrünstigem Sekten-Thriller "Anatomie" eine hervorragende Figur. Dies blieb auch dem englischen Nachwuchs-Autor und -Regisseur Christopher Smith nicht verborgen, der ihr die Rolle der Kate in "Creep" förmlich auf den Leib schrieb. Es war wohl auch vor allem die Vielschichtigkeit der Figur und nicht unbedingt der Plot, der Potente zugreifen ließ. In einer der ersten Szenen des Films sieht man Kate, eine Deutsche in London, ausgelassen auf einer Party. Mit langen blonden Haaren, einem gewagten Designer-Kleid und High Heels, für die man eigentlich einen Waffenschein benötigt, ist die ebenso attraktive wie selbstbewusste Modelagentin der Blickfang des Abends. Doch ihren Kollegen Guy (Jeremy Sheffield), der ihr eindeutige Avancen macht, lässt sie eiskalt abblitzen. Schließlich hat sie Besseres verdient, zum Beispiel George Clooney, der angeblich zu einem PR-Event in der Stadt weilt. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich. Weil Kate kein Taxi auftreiben kann, nimmt sie kurzerhand die U-Bahn. Doch beim Warten auf den nächsten Zug schläft sie, angetrunken wie sie ist, ein. Als sie durch ein Geräusch aufschreckt, ist die letzte Bahn weg, sind sämtliche Ausgänge verriegelt. Völlig auf sich allein gestellt wird Kate mit einem Mal mit dem größten Albtraum ihres Lebens konfrontiert. Denn in Londons Underground treibt eine mysteriöse Bestie ihr mörderisches Unwesen, dem erst Kates sexbesessener Kollege Guy, der ihr heimlich gefolgt war, und dann nach und nach ein Obdachlosenpärchen, ein Kanalarbeiter und ein Wachmann zum Opfer fallen.

Obwohl Christopher Smith erst zwei Kurzfilme zu Buche stehen hat, versteht er es vor allem in der ersten Hälfte seines ersten abendfüllenden Werks, wenn der geheimnisvolle Killer noch nicht zu sehen ist, die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Geschickt nutzt er Original-Schauplätze - es wurde an aufgelassenen U-Bahnhöfen gedreht - und menschliche Urängste wie die Furcht vor Dunkelheit und dem Eingeschlossensein, um seine Protagonistin und damit das Publikum an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Bei Smith funktioniert das Grauen drastisch, direkt und gnadenlos. Deshalb kann man die Fäkalien des unterirdischen Kanalsystems förmlich riechen, und am Ende des Films ist die Hauptfigur derart verdreckt und mit Wunden übersät, dass sie von Passanten für eine Pennerin gehalten wird. Die Ausnahme-Könnerin Potente schafft es auch hier, ihrem Charakter Leben einzuhauchen und dieser Kate trotz der abstrusen Story Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dabei ergänzt sie sich hervorragend mit dem restlichen Cast, allesamt Briten, die hierzulande kaum bekannt sind. Eher gängig dagegen ist das von Smith gewählte Strickmuster, das nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip funktioniert; und besonders hässlich ist das Monstrum aus den Londoner Tubes, das vor allem maskenbildnerisch überzeugt. Letzteres hat den Regisseur wohl auch dazu bewogen, "Creep" als eine Art "Bridget Jones meets Alien" zu bezeichnen. Vielleicht ist dieser Vergleich ein wenig zu hoch gegriffen, lustige Momente findet man in der düsteren Unterwelts-Schlachtplatte maximal in Form von Galgenhumor. Genre-Freund, was willst du mehr? lasso.

Darsteller:  Franka Potente   als Kate
  Jeremy Sheffield   als Guy
  Paul Rattray   als Jimmy
  Kelly Scott   als Mandy
  Vas Blackwood   als George
  Ken Campbell   als Arthur
  Sean Harris   als Craig
  Craig Fackrell   als Landstreicher
 
Regie:  Christopher Smith  
Buch:  Christopher Smith  
Musik:  The Insects  
Kamera:  Danny Cohen  
Produzent:  Julie Baines  
  Jason Newmark  
 

Creep in der Fotoshow

 

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Franka Potente

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