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Leihvideo
Erhältlich seit:
22.07.2005
Deutschland/Großbritannien 2004
Laufzeit: 85 Min.
FSK: ab 16
Franka Potente
Jeremy Sheffield
Paul Rattray
Regie: Christopher Smith
Warner Home Video Germany

Zwischen ihrem bisher größten internationalen Kassen-Erfolg ("Die Bourne Identität") und dessen Fortsetzung ("Die Bourne Verschwörung") fand Deutschlands einziger ernstzunehmender Hollywood-Star Franka Potente noch Zeit, die Hauptrolle in einem blutig-brutalen Horror-Schocker zu übernehmen. "Creep", eine britisch-deutsche Koproduktion des Regie-Novizen Christopher Smith, handelt von einer jungen Modelagentin, die im Londoner U-Bahn-System eine Nacht des Grauens durchleiden muss. Dank Potentes zugkräftigem Namen sollte diese geradlinige Genrearbeit, die auf den Adrenalin-Faktor bezogen "Dawn of the Dead" näher ist als etwa der "Scream"-Trilogie, die einschlägige Fangemeinde in Atem halten können.
Obwohl Franka Potente nach eigener Aussage alles andere als ein Horror-Filmfan ist, machte sie bereits vor sechs Jahren in Stefan Ruzowitzkys blutrünstigem Sekten-Thriller "Anatomie" eine hervorragende Figur. Dies blieb auch dem englischen Nachwuchs-Autor und -Regisseur Christopher Smith nicht verborgen, der ihr die Rolle der Kate in "Creep" förmlich auf den Leib schrieb. Es war wohl auch vor allem die Vielschichtigkeit der Figur und nicht unbedingt der Plot, der Potente zugreifen ließ. In einer der ersten Szenen des Films sieht man Kate, eine Deutsche in London, ausgelassen auf einer Party. Mit langen blonden Haaren, einem gewagten Designer-Kleid und High Heels, für die man eigentlich einen Waffenschein benötigt, ist die ebenso attraktive wie selbstbewusste Modelagentin der Blickfang des Abends. Doch ihren Kollegen Guy (Jeremy Sheffield), der ihr eindeutige Avancen macht, lässt sie eiskalt abblitzen. Schließlich hat sie Besseres verdient, zum Beispiel George Clooney, der angeblich zu einem PR-Event in der Stadt weilt. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich. Weil Kate kein Taxi auftreiben kann, nimmt sie kurzerhand die U-Bahn. Doch beim Warten auf den nächsten Zug schläft sie, angetrunken wie sie ist, ein. Als sie durch ein Geräusch aufschreckt, ist die letzte Bahn weg, sind sämtliche Ausgänge verriegelt. Völlig auf sich allein gestellt wird Kate mit einem Mal mit dem größten Albtraum ihres Lebens konfrontiert. Denn in Londons Underground treibt eine mysteriöse Bestie ihr mörderisches Unwesen, dem erst Kates sexbesessener Kollege Guy, der ihr heimlich gefolgt war, und dann nach und nach ein Obdachlosenpärchen, ein Kanalarbeiter und ein Wachmann zum Opfer fallen.
Obwohl Christopher Smith erst zwei Kurzfilme zu Buche stehen hat, versteht er es vor allem in der ersten Hälfte seines ersten abendfüllenden Werks, wenn der geheimnisvolle Killer noch nicht zu sehen ist, die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Geschickt nutzt er Original-Schauplätze - es wurde an aufgelassenen U-Bahnhöfen gedreht - und menschliche Urängste wie die Furcht vor Dunkelheit und dem Eingeschlossensein, um seine Protagonistin und damit das Publikum an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Bei Smith funktioniert das Grauen drastisch, direkt und gnadenlos. Deshalb kann man die Fäkalien des unterirdischen Kanalsystems förmlich riechen, und am Ende des Films ist die Hauptfigur derart verdreckt und mit Wunden übersät, dass sie von Passanten für eine Pennerin gehalten wird. Die Ausnahme-Könnerin Potente schafft es auch hier, ihrem Charakter Leben einzuhauchen und dieser Kate trotz der abstrusen Story Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dabei ergänzt sie sich hervorragend mit dem restlichen Cast, allesamt Briten, die hierzulande kaum bekannt sind. Eher gängig dagegen ist das von Smith gewählte Strickmuster, das nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip funktioniert; und besonders hässlich ist das Monstrum aus den Londoner Tubes, das vor allem maskenbildnerisch überzeugt. Letzteres hat den Regisseur wohl auch dazu bewogen, "Creep" als eine Art "Bridget Jones meets Alien" zu bezeichnen. Vielleicht ist dieser Vergleich ein wenig zu hoch gegriffen, lustige Momente findet man in der düsteren Unterwelts-Schlachtplatte maximal in Form von Galgenhumor. Genre-Freund, was willst du mehr? lasso.
| Darsteller: | Franka Potente | als Kate | |
|---|---|---|---|
| Jeremy Sheffield | als Guy | ||
| Paul Rattray | als Jimmy | ||
| Kelly Scott | als Mandy | ||
| Vas Blackwood | als George | ||
| Ken Campbell | als Arthur | ||
| Sean Harris | als Craig | ||
| Craig Fackrell | als Landstreicher | ||
| Regie: | Christopher Smith | ||
| Buch: | Christopher Smith | ||
| Musik: | The Insects | ||
| Kamera: | Danny Cohen | ||
| Produzent: | Julie Baines | ||
| Jason Newmark | |||
Creep in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Trailer, Making of, Featurette, Storyboards, Biografien
Star
Franka Potente
Franka Potente wurde mit ihrer rotschöpfigen Lola in Tom Tykwers "Lola rennt" die Galionsfigur für den Aufbruch des deutschen Films am Ende...
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