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Cry_Wolf

Konventioneller Horrorfilm um eine Gruppe von Schülern, die aus Jux einen Serienkiller erfinden, den es allerdings tatsächlich gibt.


Cry_Wolf

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Erhältlich seit:
21.05.2009

Originaltitel: Cry Wolf

Thriller/ Horror

USA 2005
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 16

Julian Morris
Lindy Booth
Jared Padalecki

Regie: Jeff Wadlow
ROUGH TRADE DISTRIBUTION

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Der Wolf hetzt die Meute: Ein Campus wird für unachtsame Highschool-Kids zur Todesfalle.

Der Mörder ist unter ihnen: Wem kann Owen noch trauen? (Foto: 3L) Großansicht

Der Mörder ist unter ihnen: Wem kann Owen noch trauen? (Foto: 3L)

"Wir sind an der Highschool. Hier ist nichts echt." Wer sich so naseweis in Sicherheit wiegt, muss bestraft werden. Besonders in Horrorfilmen! Die verzogene Wohlstandsbrut der exklusiven Westlake Academy vertreibt sich ihre Zeit mit Ratespielchen. Unter Lügnern muss ein Mörder gefunden werden, der Wolf unter Schafen.

Als Transferschüler Owen (Julian Morris) durch die geheimnisvolle Dodger (Lindy Booth) in diesen Zirkel aufgenommen wird, ist die Zeit reif für mehr Risiko. Ein kürzlich geschehener Mord in der Nähe ist der willkommene Anlass: Owen und Dodger verbreiten per Mail die zukünftigen Mordpläne des (fiktiven) Täters. Das Gerücht schlägt ein wie eine Bombe. Selbst Studienrat Walker (Rockschwarm Jon Bon Jovi) nimmt die Sache ernst.

Angespannte Atmosphäre: Jeder verdächtigt jeden (Foto: 3L) Großansicht

Angespannte Atmosphäre: Jeder verdächtigt jeden (Foto: 3L)

Er lauert

Als Owen sodann im Chat anonyme Drohungen erhält und ein Mitschüler spurlos verschwindet, wird der diabolische Scherz zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Auf dem Campus-Gelände scheint tatsächlich ein maskierter Schlitzer zu lauern. Und der versteht gar keinen Spaß...

Seit Wes Cravens "Scream"-Trilogie gab es keinen so intelligenten, höllisch verwinkelten Thriller-Schachzug mehr zu bewundern. Die vertrackt-spannende Handlung wurde kurzerhand ins IT-Ambiente verlegt, wo ein einziger Mausklick eine teuflische Eigendynamik verursacht, an deren Ende nacktes Entsetzen steht. "The Skulls" lässt grüßen...

Cry_Wolf

Unbedarfte Jugendliche erfinden einen Serienmörder, der auf dem Schulcampus nun tatsächlich auf Opfersuche geht. Von beschlagenen Newcomern gestalteter, ironiefreier Teen-Thriller, der in bester "Scream"-Manier permanent falsche Fährten legt.

Fahrlässiges Spiel mit der Gefahr ist im Kino ein Vorrecht der Jugend, insbesondere der selbstherrlichen Wohlstandsbrut, die dafür ordentlich zurechtgestutzt wird. Die Seniors der exklusiven Westlake Preparatory Academy vertreiben sich im kleinen Kreis die Zeit mit Kombinationsspielen. Unter Leitung der ehrgeizigen Dodger (Lindy Booth) soll der Wolf unter Schafen gefunden werden. Als der smarte Transferschüler Owen (Julian Morris) in der Clique vorstellig wird, ersinnen sie eine verschärfte Variante. Inspiriert von einer in nächster Umgebung gefundenen Frauenleiche, schöpfen die attraktive Dodger und Owen den "Wolf": Per Mail verbreitet Owen fiktive Mordpläne. Doch der Jux wächst ihm über den Kopf, denn die Fabel entwickelt eine fatale Eigendynamik. Per Handy und Chat verkündet ein anonymer "Wolf" fortan Drohungen. Ein Trittbrettfahrer, der den Scherz fortsetzt, oder ein echter Schlitzer, der es auf die Kids abgesehen hat? Als ein Mitschüler verschwindet, scheint aus dem Spiel tödlicher Ernst zu werden. Der vorgeblich entrüstete Journalistiklehrer Walker (Softrocker Jon Bon Jovi) verdonnert die Urheber des Gerüchts zum Nachsitzen. Für die Eingeschlossenen wird der Campus zu Falle, denn auf dem Gelände schleicht ein Vermummter umher.

Der im Horrorgenre bewanderte Nachwuchsfilmer Jeff Wadlow und sein Koautor Beau Bauman legen ihren Highschool-Thriller ästhetisch auf "Skulls"-Terrain an und beziehen Spannung aus dem "Who-Dun-it" - wer ist der Täter. Beide erweisen sich als gelehrige Schüler von Wes Cravens "Scream". Sie stellen sich gänzlich ironiefrei die Fragen, wann aus einer fiktiven eine reale Gefahr, wann aus juvenilen Spiel blutiger Ernst wird. Auf Augenhöhe mit dem Protagonisten Owen, ein Opfer seiner eigenen Lügenpolitik, stiftet "Cry_Wolf" einen Zustand kontrollierter Verwirrung in einer genretypischen Serie falscher und echter Bedrohungssituationen. Ob die Plot-Verzwirbelung einer Plausibilitätsprüfung standhält, liegt im Ermessen des Betrachters. Undurchsichtigkeit und Suggestivität sind eben die Pfründe, mit denen das Vabanquespiel wuchert und die Schlüsselreize für das Publikum. Mal ganz abgesehen von den zwei frischen, vielversprechenden Gesichtern von Julian Morris und Lindy Booth ("Dawn of the Dead"). tk.

Darsteller:  Julian Morris  
  Lindy Booth  
  Jared Padalecki  
  Jon Bon Jovi  
 
Regie:  Jeff Wadlow  
Buch:  Beau Bauman  
  Jeff Wadlow  
Musik:  Michael Wandmacher  
Kamera:  Romeo Tirone  
 

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