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Dark Blue

Brisantes Cop-Movie über Polizeigewalt und Korruption vor dem Hintergrund der Rassenunruhen 1992 in Los Angeles.


Dark Blue

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.11.2003

Thriller/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 16

Kurt Russell
Scott Speedman
Michael Michele

Regie: Ron Shelton
Universum Film

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In einem prickelnd-spannenden Cop-Drama spielt Kurt Russell einen Polizisten, der selbst auf die schiefe Bahn gerät.

Kontrovers: Die ungleichen Cops als Zeugen vor Gericht Großansicht

Kontrovers: Die ungleichen Cops als Zeugen vor Gericht

Los Angeles im April 1992. Die Stimmung in der sommerlich heißen Stadt ist zum Zerreißen gespannt. Ein Jahr zuvor haben vier Polizisten den Schwarzen Rodney King zusammengeschlagen. Jetzt wird ihnen der Prozess gemacht. Wenn es nach Sgt. Eldon Perry (Kurt Russell) ginge, müssten die Kollegen freigesprochen werden.

Perry ist Ermittler einer Elite-Einheit des L. A. Police Department und für seine harte Linie bekannt. Er ist kein schlechter Mensch. Aber über 20 Jahre Dienst haben ihn zu einem Zyniker und Befürworter von Selbstjustiz gemacht. Ganz anders sein junger Kollege Bobby Keough (Scott Speedman): Er glaubt noch an den klassischen Ehrenkodex, seine Berufung zum Guten.

Das ungleiche Duo untersucht einen brutalen Raubüberfall auf einen Lebensmittelladen, bei dem vier Menschen erschossen wurden. Bald sind sie auf der Spur der Täter, aber ihr korrupter Abteilungsleiter Van Meter (Brendan Gleeson) scheint in den Fall verwickelt. Währenddessen gibt es Freisprüche beim Rodney-King-Prozess. Inmitten der losbrechenden Unruhen kommt es zu einem aufwühlenden Showdown...

Nach einer Vorlage des Kult-Autors James Ellroy ("L.A. Confidential") ist Regisseur Ron Shelton ein Polizeithriller gelungen, der sich dem Gut-Böse-Schema Hollywoods entzieht. Kurt Russell ("Die Klapperschlange") beeindruckt dabei in seiner wohl besten Rolle seit Jahren: hart, aber auch auf tragische Weise gebrochen.

Ein mitreißender, brisanter Thriller, der Farbe bekennt bei Themen wie Gewalt, Zynismus und Rassismus. Und der gleichzeitig mit rasanter Action den Puls beschleunigt.

Dark Blue

Ursprünglich sollte das fesselnd-dunkle Copdrama "Dark Blue" das erste Original-Drehbuch von Bestsellerautor James Ellroy (Curtis Hansons "L.A. Confidental" basiert auf seinem Roman "Stadt der Teufel") werden. Letztendlich ging dieser Credit an Dave Ayer, der sich bei dieser Arbeit auch für den Denzel-Washington-Thriller "Training Day" inspirieren ließ. So wird in beiden Fällen die faszinierende Story eines korrupten Streetcops in L.A. erzählt, der ein relativ unbedarftes Greenhorn als Partner unter seine Fittiche nimmt. Die Rolle des desillusionierten Veteranen wird hier erstklassig von Kurt Russell gespielt, der seinen kriminellen Antihelden in seinem bisher besten Leinwandauftritt auf dem Weg zur Katharsis mit Moralverdrehtheit, Machismo und nicht zuletzt Menschlichkeit ausstattet.

Inszeniert wurde dieses brillante Copmovie schnörkellos, realitätsverbunden und spannungsvoll von Regisseur Ron Shelton, der sich bislang einen Namen vor allem mit Sportdramen wie "Annies Männer" und "Tin Cup" machte. Sein erster Abstecher ins knochenharte Cop-Genre entfaltet sich vor dem Hintergrund der Straßenschlachten in Los Angeles im April 1992, die vom Freispruch von vier LAPD-Polizisten im Rodney-King-Fall provoziert wurden. Der Film beginnt mit grobkörnigen Originalaufnahmen der Autoverfolgungsjagd und der folgenden Misshandlung Kings mit Polizeistöcken und Stiefeltritten. Daraufhin schneidet Shelton zum aufgelöst wirkenden Cop Eldon Perry (Russell) in einem mit Waffen überquellenden Motelzimmer. Eine Ferseheinblendung zeigt das Datum als den Tag der Urteilsverkündung im King-Fall an. Sprung fünf Tage zurück: Perry sagt bei der internen Anhörung seines SIS-Partners und Neffen Bobby Keough (Scott Speedman aus der TV-Serie "Felicity"), der einen Verdächtigen erschossen hat, aus. Als sie später im Büro ihres Vorgesetzten Jack Van Meter (Brendan Gleeson aus "Gangs of New York") einen Whiskey heben, wird klar, dass es sich innerhalb des Departments um einen streng ritualisierten Männerclub handelt, wie er korrupter, rassistischer und zynischer nicht sein könnte. Doch selbst Perry, der ohne weiteres Kriminelle erschießt oder Unschuldigen die Tat eines anderen unterjubelt, so lange sie eben anderweitig schuldig sind, kann es nicht mit dem geldgierigen und völlig gewissenlosen Van Meter aufnehmen. Ihre pechschwarzen Machenschaften sind dem schwarzen Assistant Chief Arthur Hollander (leider viel zu kurz zu sehen: Ving Rhames) längst ein Begriff. Auf Biegen und Brechen will er sie zur Rechenschaft ziehen. Behilflich dabei ist ihm seine Assistentin -und Ex-Geliebte, da in einer Story wie dieser, jeder zumindest ein bisschen Dreck am Stecken hat - Beth Williamson (Michael Michele). Pikanterweise hat sie mittlerweile eine Liaison mit Bobby, ohne zunächst zu ahnen, mit wem sie es tun hat. Als Van Meter den lästig gewordenen Perry von zwei seiner ultrabrutalen Handlanger aus dem Weg räumen lassen will, kreuzen sich alle Plotstränge an einem verstörenden Knotenpunkt und führen zum elektrisierenden Finale - während Los Angeles in den Flammen der Riots aufgeht.

Ellroys Handschrift ist trotz der Rewrites immer noch unverkennbar. In seinen Romanen entblößt er immer wieder die glamoröse Fassade der Stadt der Engel und legt ihre hässlichen Schattenseiten frei. Gesetzeshüter werden zu Gesetzesbrechern, die ihren Jobstress mit Alkoholismus und Affären betäuben. Auch bei der Inszenierung sind es die vielschichtigen Details, die faszinieren. Die gewaltvollen Actionmomente werden hier nicht stilvoll ästhetisiert, sondern mit einem Hochmaß an Realismus gezeigt. Schwer beindruckend ist so zum Beispiel die Nachstellung der Straßenschlachten, wobei dem Zuschauer der Eindruck vermittelt wird, mittendrin im Irrsinn zu stecken. Der ekklektische Soundtrack bestehend aus Jazz, Hiphop und 70s-Rock tut sein übriges, die hypnotisch-beklemmende Atmosphäre zusätzlich zu verstärken. Ein schweres Kaliber Noir-Munition, das großen Respekt verdient. ara.

Darsteller:  Kurt Russell   als Eldon Perry
  Scott Speedman   als Bobby Keough
  Michael Michele   als Beth Williamson
  Brendan Gleeson   als Jack Van Meter
  Ving Rhames   als Arthur Holland
  Kurupt   als Darryl Orchard
  Dash Mihok   als Gary Sidwell
  Lolita Davidovich   als Sally Perry
  Master P.   als Maniac
  Khandi Alexander   als Janelle Holland
  Dana Lee   als Henry Kim
  Chapman Russell Way   als Eldon Perry III
  Marin Hinkle   als Deena Schultz
 
Regie:  Ron Shelton  
Buch:  David Ayer  
Musik:  Terence Blanchard  
Kamera:  Barry Peterson  
Produzent:  Caldecot Chubb  
  David Blocker  
  Sean Daniel  
  James Jacks  

Nachtwache für Spike Lee

Dramatische Geschichten ziehen Spike Lee an. Jetzt will der Regisseur den Film-Noir "The Night Watchman" drehen.

Spike Lee: bekannt für sozialkritische Filme (Foto: Petra Stadler) Großansicht

Spike Lee: bekannt für sozialkritische Filme (Foto: Petra Stadler)

Letztes Jahr überraschte Spike Lee mit dem knallharten Großstadtdrama "25 Stunden". Der Regisseur erzählte einfühlsam von den letzten 24 Stunden eines New Yorker Drogendealers vor dem Antritt einer Haftstrafe. Diese Woche startete in den USA sein Film "She hate me" mit Monica Bellucci und Woody Harrelson: Im Mittelpunkt steht ein Mann, der die korrupten Machenschaften seiner Firma enthüllt.

Auch in seinem neuesten Projekt "The Night Watchman" geht es um Betrug und Bestechung. Spike Lee wird das Drehbuch von Bestseller-Autor James Ellroy verfilmen. Die Story handelt von einem Vorfall bei der Polizei von Los Angeles und spielt zu der Zeit, in der O.J. Simpson vor Gericht stand. Ein Cop stößt auf einen dubiosen Fall und findet sich in einem Netz von Intrigen wieder. Schließlich muss der Polizist sich selbst freikaufen.

Beste Voraussetzungen

Geschichten von James Ellroy sind Bombenhits. 1997 wurde "L.A. Confidential" bei der Oscarverleihung zur besten Drehbuchadaption gekürt. Aus seiner Feder stammen außerdem die Geschichten zu "Dark Blue" und "The Black Dahlia", der gerade gedreht wird. Gute Aussichten für Spike Lee. Bleibt nur abzuwarten, wem er die Hauptrolle anvertraut. Vor einigen Jahren hatte sich bereits David Fincher für "The Night Watchman" interessiert. Sein Wunschkandidat wäre Brad Pitt gewesen.

 

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