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Leihvideo
Erhältlich seit:
18.11.2003
USA 2002
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 16
Kurt Russell
Scott Speedman
Michael Michele
Regie: Ron Shelton
Universum Film

Ursprünglich sollte das fesselnd-dunkle Copdrama "Dark Blue" das erste Original-Drehbuch von Bestsellerautor James Ellroy (Curtis Hansons "L.A. Confidental" basiert auf seinem Roman "Stadt der Teufel") werden. Letztendlich ging dieser Credit an Dave Ayer, der sich bei dieser Arbeit auch für den Denzel-Washington-Thriller "Training Day" inspirieren ließ. So wird in beiden Fällen die faszinierende Story eines korrupten Streetcops in L.A. erzählt, der ein relativ unbedarftes Greenhorn als Partner unter seine Fittiche nimmt. Die Rolle des desillusionierten Veteranen wird hier erstklassig von Kurt Russell gespielt, der seinen kriminellen Antihelden in seinem bisher besten Leinwandauftritt auf dem Weg zur Katharsis mit Moralverdrehtheit, Machismo und nicht zuletzt Menschlichkeit ausstattet.
Inszeniert wurde dieses brillante Copmovie schnörkellos, realitätsverbunden und spannungsvoll von Regisseur Ron Shelton, der sich bislang einen Namen vor allem mit Sportdramen wie "Annies Männer" und "Tin Cup" machte. Sein erster Abstecher ins knochenharte Cop-Genre entfaltet sich vor dem Hintergrund der Straßenschlachten in Los Angeles im April 1992, die vom Freispruch von vier LAPD-Polizisten im Rodney-King-Fall provoziert wurden. Der Film beginnt mit grobkörnigen Originalaufnahmen der Autoverfolgungsjagd und der folgenden Misshandlung Kings mit Polizeistöcken und Stiefeltritten. Daraufhin schneidet Shelton zum aufgelöst wirkenden Cop Eldon Perry (Russell) in einem mit Waffen überquellenden Motelzimmer. Eine Ferseheinblendung zeigt das Datum als den Tag der Urteilsverkündung im King-Fall an. Sprung fünf Tage zurück: Perry sagt bei der internen Anhörung seines SIS-Partners und Neffen Bobby Keough (Scott Speedman aus der TV-Serie "Felicity"), der einen Verdächtigen erschossen hat, aus. Als sie später im Büro ihres Vorgesetzten Jack Van Meter (Brendan Gleeson aus "Gangs of New York") einen Whiskey heben, wird klar, dass es sich innerhalb des Departments um einen streng ritualisierten Männerclub handelt, wie er korrupter, rassistischer und zynischer nicht sein könnte. Doch selbst Perry, der ohne weiteres Kriminelle erschießt oder Unschuldigen die Tat eines anderen unterjubelt, so lange sie eben anderweitig schuldig sind, kann es nicht mit dem geldgierigen und völlig gewissenlosen Van Meter aufnehmen. Ihre pechschwarzen Machenschaften sind dem schwarzen Assistant Chief Arthur Hollander (leider viel zu kurz zu sehen: Ving Rhames) längst ein Begriff. Auf Biegen und Brechen will er sie zur Rechenschaft ziehen. Behilflich dabei ist ihm seine Assistentin -und Ex-Geliebte, da in einer Story wie dieser, jeder zumindest ein bisschen Dreck am Stecken hat - Beth Williamson (Michael Michele). Pikanterweise hat sie mittlerweile eine Liaison mit Bobby, ohne zunächst zu ahnen, mit wem sie es tun hat. Als Van Meter den lästig gewordenen Perry von zwei seiner ultrabrutalen Handlanger aus dem Weg räumen lassen will, kreuzen sich alle Plotstränge an einem verstörenden Knotenpunkt und führen zum elektrisierenden Finale - während Los Angeles in den Flammen der Riots aufgeht.
Ellroys Handschrift ist trotz der Rewrites immer noch unverkennbar. In seinen Romanen entblößt er immer wieder die glamoröse Fassade der Stadt der Engel und legt ihre hässlichen Schattenseiten frei. Gesetzeshüter werden zu Gesetzesbrechern, die ihren Jobstress mit Alkoholismus und Affären betäuben. Auch bei der Inszenierung sind es die vielschichtigen Details, die faszinieren. Die gewaltvollen Actionmomente werden hier nicht stilvoll ästhetisiert, sondern mit einem Hochmaß an Realismus gezeigt. Schwer beindruckend ist so zum Beispiel die Nachstellung der Straßenschlachten, wobei dem Zuschauer der Eindruck vermittelt wird, mittendrin im Irrsinn zu stecken. Der ekklektische Soundtrack bestehend aus Jazz, Hiphop und 70s-Rock tut sein übriges, die hypnotisch-beklemmende Atmosphäre zusätzlich zu verstärken. Ein schweres Kaliber Noir-Munition, das großen Respekt verdient. ara.
| Darsteller: | Kurt Russell | als Eldon Perry | |
|---|---|---|---|
| Scott Speedman | als Bobby Keough | ||
| Michael Michele | als Beth Williamson | ||
| Brendan Gleeson | als Jack Van Meter | ||
| Ving Rhames | als Arthur Holland | ||
| Kurupt | als Darryl Orchard | ||
| Dash Mihok | als Gary Sidwell | ||
| Lolita Davidovich | als Sally Perry | ||
| Master P. | als Maniac | ||
| Khandi Alexander | als Janelle Holland | ||
| Dana Lee | als Henry Kim | ||
| Chapman Russell Way | als Eldon Perry III | ||
| Marin Hinkle | als Deena Schultz | ||
| Regie: | Ron Shelton | ||
| Buch: | David Ayer | ||
| Musik: | Terence Blanchard | ||
| Kamera: | Barry Peterson | ||
| Produzent: | Caldecot Chubb | ||
| David Blocker | |||
| Sean Daniel | |||
| James Jacks | |||
Dark Blue in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch
Tonformat: Dolby Surround
Bildformat: 1:2,35/4:3
Star
Kurt Russell
Als Sohn des Baseballspielers Bing Russell, der nach Ende seiner Sportler-Karriere sechs Jahre lang als Hilfssheriff in "Bonanza" diente,...
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Scott Speedman
Britischer Schauspieler. Scott Speedman hatte sein Leben dem Schwimmen verschrieben, hielt einen Rekord in der Freistil-Disziplin, wollte...
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