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Dark Blue World

Melancholisches Weltkriegsdrama um zwei tschechische Piloten der britischen Luftwaffe.


Dark Blue World

Leihvideo

Erhältlich seit:
09.09.2003

Drama/ Kriegsfilm

Tschechien/Großbritannien/Deutschland 2001
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12

Ondrej Vetchy
Krystof Hadek
Tara Fitzgerald

Regie: Jan Sverák
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Dark Blue World

Im Zweiten Weltkrieg schließen sich der tschechische Flugausbilder Franta Slama und sein Schüler Karel Vojtisek der Royal Air Force an, um gegen Deutschland zu kämpfen. Als Karel abgeschossen wird, kann er in der Nähe des Landhauses der jungen Susan notlanden. Nach einer gemeinsamen Nacht verliebt sich Karel in die attraktive Frau. Doch als er Susan seinem Freund vorstellt, beginnt diese eine leidenschaftliche Affäre mit dem Älteren. Karel ist am Boden zerstört, die Zusammenarbeit der beiden Piloten gestaltet sich zunehmend schwieriger.

Mit einer gelungenen Melange aus Liebes- und Kriegsfilm unterstreicht Jan Sverák, für "Kolya" mit dem Oscar ausgezeichnet, dass eine durchdachte Geschichte, gute Kameraarbeit und überlegt eingesetzte Effekte nicht unbedingt ein hohes Budget bedingen. In der neuerlichen Zusammenarbeit mit Vater Zdenek, der wie schon bei "Kolya" das Drehbuch verfasste, erweist sich der junge Regisseur als mitfühlender und doch nie sentimentaler Geschichtenerzähler. Mainstream Meets Arthouse - eine Seltenheit.

Dark Blue World

Manchmal scheint alles vorhanden, was einen künstlerischen und kommerziellen Erfolg garantiert: Ein renommierter Regisseur, eine genretaugliche Geschichte und ein gesundes finanzielles Rückgrat. In seiner Heimat ging die Rechnung für Oscarpreisträger Jan Sverak ("Kolya") bereits auf: Das von der Münchner Helkon koproduzierte melancholische Weltkriegsdrama "Dark Blue World" verwies letztes Jahr mit über einer Million Zuschauern all seine Konkurrenten - darunter Hollywoodblockbuster wie "Was Frauen wollen" - auf die Plätze und wurde zum kassenträchtigsten tschechischen Film aller Zeiten.

Für Michael Bays "Pearl Harbor" war sie nur eine kurze Ärmelkanalepisode wert, für Jan Sverak ein ganzer Film: Die in den Herbstmonaten von 1940 tobende Luftschlacht um England. Wohl die wenigsten werden wissen, dass etwa 1300, vor den Deutschen geflüchtete tschechische Kampfpiloten in der Royal Air Force ihren Dienst versahen. Im Gegensatz zu ihren englischen Kameraden wurden sie nach Kriegsende in ihrem Heimatland jedoch nicht als Helden gefeiert, sondern als potentielle Feinde der 1948 gegründeten CSSR "vorsorglich" interniert. Hier setzt die Handlung von "Dark Blue World" ein. Eine abgelegene Strafanstalt: Der ehemalige Flugausbilder Franta Slama wird mit einer Lungenentzündung auf die Krankenstation verlegt. Er erinnert sich in Zwiesprache mit seinem Mitgefangenen Houf (Mirolslav Taborsky) und Blaschke, einem mysteriösen Lagerarzt mit SS-Vergangenheit (Fernsehschauspieler Hans-Jörg Assmann, bekannt aus Dieter Wedels Fünfteiler "Der Schattenmann"), an seine Zeit in England. Franta wird von dem tschechischen Publikumsliebling Ondrej Vetchy dargestellt, der bereits in "Kolya" als Totengräber Broz glänzte. Zur Seite stehen Vetchy der Newcomer Krystof Hadek, der den heissblütigen Flugschüler Karel spielt, sowie - verführerisch unterkühlt - "Brassed Off"-Star Tara Alexander als Strohwitwe Susan. Als sie mit beiden Männern eine Affäre beginnt, sich aber letztendlich für Franta entscheidet, zerbricht die Freundschaft zwischen ihm und Karel.

Eine Frau zwischen zwei Kampfpiloten - ob Sveraks Vater Zdenek, der auch das Drehbuch zu "Kolya" schrieb, wusste, dass sein Stoff der Lovestory von "Pearl Harbor" derart nahe kommt? In der Tat provoziert "Dark Blue World" zum Vergleich mit dem dreistündigen Special Effects-Knallbonbon aus den Staaten. Und kann die tschechische Produktion auch nicht in Anspruch nehmen, im Veröffentlichungsrennen als erste über die Zielgerade geschossen zu sein, so scheint sie in allen anderen Punkten vorne zu liegen. Wo "Pearl Harbor" Verblüffung um jeden Preis suchte, da pflegt "Dark Blue World" selbst in den halsbrecherischsten Flugsequenzen, bei denen sich Kameramann Vladimir Smutny wohl von Guy Hamiltons Referenzverfilmung "Luftschlacht um England" inspirieren ließ, einen betörenden, geradezu aristokratisch wirkenden Umgang mit Schönheit. Erstaunlich, dass Jan Sverak mit einem Budget von sieben Millionen Dollar auskommen konnte, noch erstaunlicher, dass man es seinem, so ganz gegen den Zeitgeist gedrehten Kriegsfilm in keiner Szene anmerkt. flex.

Darsteller:  Ondrej Vetchy   als Lt. Franta Slama
  Krystof Hadek   als Karel Vojtisek
  Tara Fitzgerald   als Susan Whitmore
  Charles Dance   als Wing Commander Bentley
  Oldrich Kaiser   als Machaty
  David Novotny   als Mrtvy
  Linda Rybová   als Hanicka
  Jaromir Dulava   als Kanka
  Lukas Kantor   als Tom Tom
  Radim Fiala   als Sysel
  Juraj Bernath   als Gregora
  Miroslav Táborský   als Houf
  Hans-Jörg Assmann   als Doktor Blaschke
  Thure Riefenstein   als Deutscher Offizier Hesse
  Anna Massey   als Englischlehrerin
  Viktor Preiss   als Major Skokan
 
Regie:  Jan Sverák  
Buch:  Zdenek Sverák  
Musik:  Ondrej Soukup  
Kamera:  Vladimír Smutný  
Produzent:  Eric Abraham  
  Jan Sverák  
 

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